{"id":4032,"date":"2012-05-14T18:04:38","date_gmt":"2012-05-14T16:04:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4032"},"modified":"2019-03-02T15:08:50","modified_gmt":"2019-03-02T14:08:50","slug":"the-lemonheads-koln-12-05-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-lemonheads-koln-12-05-2012\/","title":{"rendered":"The Lemonheads &#8211; K\u00f6ln, 12.05.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Luxor, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Swearing at Motorists<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10802\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/1-1.jpg\" alt=\"Evan Dando\" width=\"2048\" height=\"1151\" \/>\u201eOh, Dortmund f\u00fchrt 1:0.\u201c Einen Satz, den ich nicht h\u00f6ren wollte. Ich stieg gerade aus dem Zug aus, als ich im Vorbeilaufen auf dem Bahnsteig diesen Gespr\u00e4chsfetzen unfreiwillig aufschnappte. So hatte ich mir das an diesem Abend nicht vorgestellt. Den ganzen Tag hatte ich mit mir gerungen, ob ich am Abend des Pokalendspiels, des spannendsten, ausgeglichendsten und herausragendsten der letzten Jahre, zum <strong>Lemonheads<\/strong> Konzert fahren solle oder nicht. W\u00fcrde ich historisches verpassen? W\u00e4re es nicht besser, live die Fernseh\u00fcbertragung zu verfolgen als mich in einem Club rumzutreiben und die <strong>Lemonheads<\/strong> zum zweiten Mal innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu sehen?<br \/>\nNicht leichter machte mir die Entscheidung der Luxemburger Abend am Ende des letzten Monats, als <strong>Evan Dando<\/strong> und Band ein wirklich tolles Konzert spielten, das unbedingt gro\u00dfe Lust auf mehr machte. Und vielleicht wiederholen sie das ja an diesem Abend. Es sp\u00e4ter nur nachlesen zu k\u00f6nnen w\u00fcrde mich dann ziemlich \u00e4rgern. \u00dcberdies lag das Ticket im Korb, schon seit Wochen. Eine Zwickm\u00fchle, in der ich sa\u00df, die mich jedoch dazu trieb, gegen halb acht in den Zug zu steigen und Richtung K\u00f6ln zu fahren. F\u00fcr einen Samstagabend war der Nahverkehr sp\u00e4rlich besucht, und &#8211; bildetet ich es mir nur ein, oder war der Frauenanteil im Wagon wirklich deutlich h\u00f6her als an anderen Tagen. Es war wahrscheinlich Einbildung, denn als ich in K\u00f6ln ankam schien alles so wie immer. Klar, der K\u00f6lner ist wahrscheinlich nicht in erster Linie Borusse oder Bayern-Fan, der Lokalkolorit im Fantum ist auch in der selbsternannten fr\u00f6hlichsten Stadt Deutschlands stark ausgepr\u00e4gt, selbst wenn es derzeit fussballtechnisch wenig zu lachen gibt. (Woran auch <strong>Herr Stanislawski<\/strong> wenig \u00e4ndern wird!)<\/p>\n<p>Mein Plan war der, mir das Pokalspiel im Anschluss an das Konzert aus der Konserve anzuschauen und bis dahin nichts von Ergebnissen oder Tendenzen aus Berlin an mich herankommen zu lassen. Dass dieser Plan schon nach wenigen Minuten scheiterte, war ein bl\u00f6der Umstand. Auf der anderen Seite waren erst wenige Minuten gespielt, das machte den Videoabend nur bedingt kaputt. Gott sei Dank &#8211; damit dann auch genug des nicht musikalischen Berichtteils &#8211; sollte es die letzte Wasserstandsmeldung bleiben, die ich mitbekam.<br \/>\nDie <strong>Lemonheads<\/strong> also. Zum zweiten Mal wollte ich mir das \u00dcber-Album <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em> live anh\u00f6ren. Laut und in voller L\u00e4nge.<br \/>\nIn Luxemburg war es ein herausragender Abend, eingerahmt von zwei <strong>Dando<\/strong> Soloparts, die das Album in einem sehr w\u00fcrdigen Rahmen erscheinen lie\u00dfen, war das Konzert eine schl\u00fcssige Sache. Abschlie\u00dfend noch ein paar Hits in Bandbesetzung rundeten diesen Abend ab. Besser ging es nicht, frischer hatte ich <strong>Evan Dando<\/strong> in diesem Jahrtausend noch nicht gesehen. K\u00f6nnen sie das wiederholen? K\u00f6nnen sie das vielleicht sogar toppen? Fragen, die mir direkt nach dem Abpfiff in Luxemburg in den Sinn kamen.<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;W\u00e4re ich doch lieber zuhause geblieben.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Gegen neun Uhr und nach den ersten Minuten Konzert bereute ich vieles. Ern\u00fcchterung machte sich breit. Zwei Coverversionen und drei <strong>Lemonheads<\/strong>-Songs lang wirkte die Band desastr\u00f6s, fahrig und verschlafen. Genau das hatte ich mir nicht erhofft, das wollte ich nicht sehen. Sollte sich die alte Konzertweisheit best\u00e4tigen, dass man sich nach einem guten Konzert einer Band ein zweites Liveerlebnis erst nach Wochen oder Monaten geben soll, um sich den guten Ersteindruck nicht zu zerst\u00f6ren. Eine Entt\u00e4uschung sei sonst vorprogrammiert, so der Hintergedanke, und nach einer gro\u00dfen Entt\u00e4uschung sah dieser Abend aus. Nach 20 Minuten starteten sie mit \u201eRockin Stroll\u201c ins Album, und noch immer passte nur sehr wenig. O je. Wo war denn hier bitte sch\u00f6n der Rahmen, das herausstellen der Albumsongs? Er war nicht da und er kam auch in den n\u00e4chsten Minuten nicht. Die <strong>Lemonheads<\/strong> spielten weiter, und selbst die gro\u00dfartigen \u201eBit part\u201c und \u201eIt&#8217;s a shame about Ray\u201c liefen irgendwie an mir vorbei.<br \/>\nIch wurde den Eindruck nicht los, da\u00df das alles nichts mehr wird. Schludrig und fahrig kam mir die Band vor. Wohlgemerkt, im Hinterkopf hatte ich immer den herausragenden Luxemburgabend. Die, die den nicht hatten, waren guter Laune. Das gut gef\u00fchlte Luxor zeigte eine gute Stimmung, es wurde mitgesungen und getanzt. Und immer mittendrin der <a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Stadlober\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">S\u00e4nger<\/a> der Band <strong><a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gary_%28Band%29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gary<\/a><\/strong>, der, aus v\u00f6llig abstrusen Gr\u00fcnden noch vor dem Konzert unser Gespr\u00e4chsthema war und jetzt mehrmals verschwitzt unseren Weg kreuzte. Dass diese Belanglosigkeit unser Hauptaugenmerk der ersten halben Stunde war, spricht B\u00e4nde. An einem guten Abend h\u00e4tten wir uns nicht so leicht ablenken lassen.<br \/>\nIrgendwann war das Album durch, und wiederum gab es keinen visuellen Bruch. Der kam erst sp\u00e4ter. Zuvor kamen noch meine pers\u00f6nlichen Best\u00e4tigung, dass ich doch am richtigen Ort war. Endlich. \u201eMallo cup\u201c und \u201eStove\u201c, zwei Songs, auf die ich in Luxemburg vergeblich gewartet hatte, wurden gespielt. Und ab diesem Moment hatte ich das Gef\u00fchl, dass das Konzert besser wurde. Scheinbar war <strong>Evan Dando<\/strong> jetzt aufgefallen, dass er wach ist. Der Haarteppich wurde aus dem Gesicht gelegt und hinters Ohr gestopft. Im nachfolgenden Solo-Block spielte er gef\u00fchlte 30 Songs und zeigte all das, was ich mir auch f\u00fcr heute erhofft hatte: \u201eThe outdoor type\u201c er\u00f6ffnete den Reigen, gefolgt von \u201eBeing around\u201c und \u201eInto your arms\u201c. Ein besseres Triple gibt es nicht. <strong>Evan Dando<\/strong> war nun entg\u00fcltig auf der H\u00f6he. Mitten im Solopart wurde es dann auf einmal stockdunkel im Luxor. <strong>Dando<\/strong> spielte gerade die ersten Takte von \u201eImpractical joke\u201c, als gegen zwanzig nach 10 das B\u00fchnenlicht ausging. Wir dachten erst, es sei ein Zeichen des Clubs, das Konzert jetzt zu beenden. An Samstagen wartet ja immer diese abendliche Discoveranstaltung, die aus gastronomischer Sicht wichtiger ist als ein Konzert. Aber dem war wohl nicht so, die absolute B\u00fchnendunkelheit geh\u00f6rte scheinbar zum Programm, denn <strong>Dando<\/strong> sich nicht beirren, spielte einfach weiter und setzte mit \u201eIt\u2019s about time\u201c, \u201ePaid to smile\u201c und weiteren Perlen noch ein paar Songs oben drauf. Insgesamt 13 Solonummern machten diesen Block komplett. Dieses Konzert im Konzert war aber nicht noch nicht das Ende der Show. Die Band kam nochmal zur\u00fcck. \u201eBreak me\u201d und \u201cIf I could talk I&#8217;d tell you\u201d, zwei weitere wundervolle und immer gern geh\u00f6rte Songs, hoben meine Laune noch ein St\u00fcckchen h\u00f6her, bevor mit dem <em>Come on feel the Lemonheads<\/em> Kracher \u201cStyle\u201d der Abend nach knappen 100 Minuten ein Ende fand.<br \/>\nWow, dieses Konzert hat hinten heraus Eindruck bei uns hinterlassen.<\/p>\n<p>Den musikalischen Abschluss an diesem Abend setzten andere. &#8218;<strong>Peter Brings<\/strong> hat Locken.&#8216;, so die \u00fcberraschende Feststellung des Vierergr\u00fcppchens im Nachbarsitzblock des Regionalzuges. Wie ich heute las, waren sie auch auf einem Konzert. <strong>Brings<\/strong> und Co spielten am Samstag im Tanzbrunnen.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kALLGFwoKsM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3987\">The Lemonheads &#8211; Esch-Alzette, 27.04.2012 \/ Rockhal<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=569\">The Lemonheads \u2013 K\u00f6ln, 03.10.2008 \/ Geb\u00e4ude 9<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=98\">The Lemonheads \u2013 K\u00f6ln, 27.10.2006 \/ B\u00fcrgerhaus Stollwerck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eOh, Dortmund f\u00fchrt 1:0.\u201c Einen Satz, den ich nicht h\u00f6ren wollte. 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