{"id":3954,"date":"2012-04-21T17:43:39","date_gmt":"2012-04-21T15:43:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3954"},"modified":"2014-03-05T19:15:17","modified_gmt":"2014-03-05T18:15:17","slug":"of-montreal-koln-19-04-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/of-montreal-koln-19-04-2012\/","title":{"rendered":"of Montreal &#8211; K\u00f6ln, 19.04.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Werkstatt, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/yipdeceiver.com\" target=\"_blank\">Yip Deceiver<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/of-Montreal.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3955\" title=\"of Montreal\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/of-Montreal.jpg\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/of-Montreal.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/of-Montreal-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a>\u00dcber of Montreal wei\u00df ich nicht viel. Ich habe mir das neue Album zugelegt, weil ich die Single \u201eDour percentage\u201c sehr eing\u00e4ngig und interessant fand. Das war zu der Zeit, als ich Destroyer f\u00fcr mich entdeckte und mir die oberfl\u00e4chlich seichten Popmelodien mit ihrer heimlichen Verr\u00fccktheit, die beide Bands haben, sehr gefiel.<br \/>\nDass\u00a0of Montreal nicht aus Kanada sondern aus Athens kommt, war mir nicht klar. Macht aber nix, denn sowohl Kanada als auch Georgia sind sch\u00f6ne Orte, die ich gerne besuchen w\u00fcrde. Genau wie Winnipeg, einfach, um mal zu pr\u00fcfen, ob diese Stadt wirklich hassenswert ist. Eine andere Geschichte\u2026<\/p>\n<p>Bitte was ist denn das Elephant 6 Kollektiv? Bei meiner Suche in Wikipedia f\u00e4llt mir im ersten Satz diesen Ausdruck auf, den ich noch nicht geh\u00f6rt hatte. Weiter unter erkl\u00e4rt Wikipedia dann, of Montreal bedienen sich<\/p>\n<blockquote><p>\u201eeinen f\u00fcr viele der Elephant 6-Bands typischen Stil. Sie kombinieren musikalische Experimente mit den Grundz\u00fcgen der Pop-Musik, wie eing\u00e4ngigen Melodien und mitzusingenden Refrains.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Gut, das habe ich verstanden, ohne jedoch wirklich schlauer zu sein. Laut.de erkl\u00e4rt dann weiter:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eZweifelsohne ist das in den neunziger Jahren gegr\u00fcndete Musikerkollektiv Elephant 6, dem auch Bands wie The Apples In Stereo oder Neutral Milk Hotel angeh\u00f6ren, eine wichtige Koordinate f\u00fcr Of Montreal. Dem Labelsound, irgendwo zwischen knarzigem Indierock und ausuferndem Psychedelic Pop, f\u00fchlt sich auch Kevin Barnes in Grundz\u00fcgen verpflichtet, der aber gleichzeitig wenig Ber\u00fchrungs\u00e4ngste hat, den Hybrid Of Montreal st\u00e4ndig weiterzuentwickeln.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Aha, E6 war ein loser Band- bzw. Musikerzusammenschluss, das eifrig Kassettentapes austauschte und zusammen Musik machte. In den 90ern entstand dann daraus ein Plattenlabel. Eine gute Sache, das Hobby oder die Leidenschaft beruflich zu nutzen. Einen ersten \u00dcberblick \u00fcber das Elephant-6 Imperium gibt ihre Homepage bzw. ein Besuch des ATP Festivals curated by Jeff Milk oder des Primavera, wo neben Jeff Milk\u2019s Neutral Milk Hotel auch die E6 Band \u201eThe Olivia Tremor Control\u201c auftreten werden.<br \/>\nDoch zur\u00fcck zu of Montreal: Seit 1997 hat die Band 11 Alben ver\u00f6ffentlicht, und mehrfach ihren Stil gewechselt. Am Anfang standen Lo-Fi Indie und Twee-pop, mittlerweile ist es eher 60s Rock und eine Mischung aus s\u00e4mtlichen Musikstilen der letzten 30 Jahre. Das klingt anstrengend, und meine heimliche Bef\u00fcrchtung auf dem Weg nach K\u00f6ln war denn auch die, dass es \u2013 wenn es bl\u00f6d l\u00e4uft &#8211; ein ebensolcher Abend werden k\u00f6nne. Beruhigenderweise lief es aber nicht bl\u00f6d.<br \/>\n<!--more-->Das of Montreal Teil eines Kollektives ist bzw. sich aus vielbesch\u00e4ftigten Musikern zusammensetzt zeigte sich bei der Vorband. Yip Deceiver, so der Name, besteht aus den beiden of Montreal Musikern Davey Pierce und Nicolas Dobbratz. Genau wie of Montreal stammen Yip Deceiver aus Athens. Bisher ver\u00f6ffentlichten sie eine EP.<br \/>\nZwei Keyboards und ab und an eine Gitarre reichte den beiden, um eine gute halbe Stunde lang ihre tollen 80er Jahre \u201eSynthie-Stock-Aitken-Waterman trifft George Michael-Simon le Bon- Heaven 17 Gesang\u201c Hymnen mit gro\u00dfer Begeisterung vorzutragen. Die Gesangsstimme von Davey Pierce ist der Wahnsinn, sie erzielte bei uns immer wieder Flashbacks. Sein Gesang klingt live so authentisch 80er, dass es \u00fcberhaupt keine Keyboards ben\u00f6tigt, um den totalen Schulterpolster-Pop vor Augen zu haben. Yip Deceiver machten Spass und stimmten uns gut auf den Abend ein.<br \/>\nDas es dann mit of Montreal unterhaltsam weitergehen w\u00fcrde, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Eigentlich hatte ich keine speziellen Erwartungen an das Konzert. Ihr aktuelles Album hatte ich l\u00e4nger nicht geh\u00f6rt, meine Meinung \u00fcber den of Montreal Sound stand jedoch: schwierig und anstrengend. Diese beiden Adjektive hatten sich in meinem Kopf festgesetzt und so hoffte ich nur, dass sich ihr Konzert nicht allzu anstrengend anf\u00fchlend wird.<br \/>\n6 Reflektorw\u00e4nde auf der B\u00fchne lie\u00dfen eine Menge visuelle Unterst\u00fctzung vermuten. Die kam dann auch und untermalte jeden Song mit psychodelischem Farbwirrwarr oder einfach nur mit Diaphotos von Landschaften oder surrealen Gebilden. Es war eine interessante Mischung, die sehr auf die Musik abgestimmt war. Das passte, war aber bei weitem nicht genug des Augenschmaus. Von Song zu Song gab es mehr zu sehen, mehr zu entdecken. dabei begann es harmlos. Zum Er\u00f6ffnungslied \u201e Gelid ascent\u201c fragten wir uns noch, wer da singen m\u00f6ge, denn Kevin Barnes sahen wir &#8211; in den hinteren Reihen stehend &#8211; nicht. Und doch war er da, er sa\u00df b\u00fchnenmittig vor seinem Keyboard. So, wie er es w\u00e4hrend des Abends immer machen wird, wenn of Montreal einen Song ihres aktuellen Albums \u201eParalytic stalks\u201c spielen. Zu den \u00e4lteren Sachen \u2013 sie spielten neben den aktuellen Hits Songs ihrer Alben \u201eThe Sunlandic Twins\u201c, \u201eFalse priest\u201c und \u201eHissing fauna, are you the destroyer?\u201c erhob er sich und spielte Gitarre oder schaffte in der B\u00fchnenmitte einfach nur Platz f\u00fcr tanzende Mumien, Bettlakenprojektionen, wei\u00dfe Federtiere oder andere konfettispeiende Fantasiefiguren. Die schauten ab Song drei immer mal wieder vorbei, nachdem die wei\u00dfen Lufballons, die sie vorher ins Publikum prusteten, ihre Luft ausgehaucht hatten.<br \/>\nDann wurde es noch enger auf der B\u00fchne, die mit den acht of Montreal Musikern und den Videow\u00e4nden eh schon gut gef\u00fcllt war. Wenn die Bettlaken hinzukamen, war die B\u00fchne dicht. Dann spielte die Band hinter dieser Wand, auf der Filmprojektionen in angenehmer schwarz-wei\u00df \u00c4stethik flimmerten.<br \/>\nDie Konzertshow, so muss ich es wohl nennen, erinnerte mich sehr an ein Flaming Lips Konzert. Of Montreal bieten jedoch keine knuddeligen Teddyb\u00e4ren, wie es die Flaming Lips gerne machen, sondern bevorzugen die bitters\u00fc\u00dfe Fabelwelt. Nein, of Montreal lieferten keinen Kindergeburtstag ab, um die am Freitagmorgen per Email gestellte Frage zu beantworten, dazu waren die B\u00fchnenfiguren zu verwirrend. Die beiden stagedivenden Spidermen etwa, die sich wagemutig zu \u201eShe\u2019s a rejecter\u201c in die gut zur H\u00e4lfte gef\u00fcllten Werkstatt schmissen, wirkten eher wie das Monster vom Amazons, be\u00e4ngstigend statt helfend. Sie waren der vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkt der Show. Zu dieser Zeit war das Konzert schon zur H\u00e4lfte rum, ihre \u00dcberhits \u201eDour percentage\u201c und \u201eSuffer for fashion\u201c hatten of Montreal bereits gespielt. \u201eDour percentage\u201c war das poppigste St\u00fcck des Abends, das rockigste folgte in der Zugabe. \u201eThe past is a grotesque animal\u201c, gef\u00fchlte 20 Minuten und tats\u00e4chliche 12 Minuten lang. Grandios, danach war alles gesagt und logischerweise das Konzert beendet.<br \/>\nTrotz des Staunens \u00fcber den ganzen Trubel auf der B\u00fchne darf die Musik nicht vergessen werden. \u201eWinter debts\u201c mit seinen Wendungen ist toll, ebenso \u201eForecats Fascist Future\u201c. Ich mag Queen nicht, aber dieser Musical-Song hat etwas Sch\u00f6nes, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Jeder dann folgende Song verschwamm im Rausch der Bilder und Figuren. Das Konzert blieb kurzweilig und musikalisch erstklassig. Einen H\u00e4nger oder einen weniger spannenden Moment erlebte ich nicht. Im Gro\u00dfen und Ganzen waren es psychodelische 60s Melodien, die das Konzert bestimmten: \u201eShe\u2019s a rejecter\u201c, \u201eNonpareil of favor\u201c, \u201eThe party\u2019s crashing us\u201c oder \u201cWe will commit\u2026\u201d.<br \/>\nAber egal wie ich es nenne, die Vielseitigkeit des of Montreal Sounds lie\u00df mich die Zeit vergessen. Das hatte ich lange nicht mehr, und als nach einer guten Stunde der regul\u00e4re teil zu Ende ging, hatte ich noch nicht genug. Und ein bisschen Nachklapp kam noch. Nachdem zwei tanzende Schweinchen die Zugabe einleiteten, wurde kurz deutlich, dass of Montreal ihre Konzerte als Gesamtkunstwerk verstehen und dieses nicht \u201everhunzt\u201c haben m\u00f6chten. Als w\u00e4hrend eines l\u00e4ngeren Gitarrenparts zwei M\u00e4dchen aus der ersten Reihe auf die B\u00fchne kletterten, um dort weiter zu tanzen, murmelte Kevin Barnes etwas von \u201e\u2026 fucking dancing bitsches\u201c und wirkte sichtlich beleidigt. Der Sicherheitsmann, der \u00fcbrigens nach dem Konzert h\u00e4ndeverschr\u00e4nkend die B\u00fchne vor Setlistenj\u00e4gern besch\u00fctzte, dass man meinen k\u00f6nnte, er sei Teil der Show, \u201eentfernte\u201c die beiden \u201eSt\u00f6renfriede\u201c umgehend. Diese Aktion verlief unaufgeregt h\u00f6flich und fiel wahrscheinlich kaum jemandem auf.<br \/>\nFazit: Auch auf dieser Rheinseite war an diesem Donnerstagabend alles <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.de\/2012\/04\/dan-mangan-koln-190412.html\" target=\"_blank\">Nice, nice, very nice<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\nZum nachh\u00f6ren auf Spotify: <a title=\"Spotify\" href=\"http:\/\/open.spotify.com\/user\/1124860166\/playlist\/7p3jNO3VTL6SqM98TVNzl4\" target=\"_blank\">klick<\/a>.<br \/>\n01: Gelid ascent<br \/>\n02: Spiteful intervention<br \/>\n03: Suffer for fashion<br \/>\n04: The Party\u2019s crashing us<br \/>\n05: Godly Intersex<br \/>\n06: You do mutilate?<br \/>\n07: Dour percentage<br \/>\n08: We will commit a wolf murder<br \/>\n09: She\u2019s a rejecter<br \/>\n10: Nonpareil of favor<br \/>\n11: Wintered debts<br \/>\n12: Wraith pinned to the mist and other games<br \/>\n13: Forecast fascist furure<br \/>\n14: Heimdalsgate like a promethean curse<br \/>\n15: Authentic pyrrhic remission Part II<br \/>\nZugabe:<br \/>\n16: The past is a grotesque animal<\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong><br \/>\n<a title=\"flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157629866670293\/\" target=\"_blank\">Flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3220\" target=\"_blank\">Flaming Lips &#8211; Barcelona, 26.05.2011<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Werkstatt, K\u00f6ln Vorband: Yip Deceiver \u00dcber of Montreal wei\u00df ich nicht viel. 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