{"id":3941,"date":"2012-04-14T17:04:35","date_gmt":"2012-04-14T15:04:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3941"},"modified":"2012-04-14T17:14:33","modified_gmt":"2012-04-14T15:14:33","slug":"olli-schulz-dortmund-13-04-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/olli-schulz-dortmund-13-04-2012\/","title":{"rendered":"Olli Schulz &#8211; Dortmund, 13.04.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> FZW, Dortmund<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Olli-Schulz.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3942\" title=\"Olli-Schulz\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Olli-Schulz.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Olli-Schulz.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Olli-Schulz-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a>Die Ausrede, neue Platten von Konzertgebern nicht zu kennen, wird seit Spotify schwieriger. Wie schnell ist hier ein Album durchgeh\u00f6rt, ein musikalisches Meinungsbild zusammengeklickt.<br \/>\nAls ich am Wochenende zum ersten Mal Spotify nutzte fragte ich mich, welches Album ich denn h\u00f6ren sollte. Nach kurzer Abw\u00e4gung fiel die Wahl auf Olli Schulz aktuelle Platte \u201eS.O.S. Save Olli Schulz\u201c. Die kannte ich noch nicht und am Freitag wollte ich sein Konzert im Dortmunder FZW besuchen, da w\u00fcrde es mit einem Vorabcheck gut passen. Wie gesagt, die Zeiten des unvorbereiteten Konzertbesuchs scheinen vorbei&#8230;.<br \/>\nSo ein Vorabcheck hat aber auch einen kleinen Nachteil. N\u00e4mlich den, dass man von neuen Songs entt\u00e4uscht wird und so die Freude auf ein Konzert getr\u00fcbt werden k\u00f6nnte. \u201eHoffentlich spielt er nicht so viel von den neuen Sachen\u201c, ein Satz, den ich schon \u00f6fter geh\u00f6rt habe und der Vorfreuden d\u00e4mpfen kann. Meistens sind zwar alle Bef\u00fcrchtungen \u00fcberfl\u00fcssig, aber unbewusst bin ich nach solchen S\u00e4tzen skeptischer und es ist erst mal am Musiker, mich direkt zu \u00fcberzeugen und alles gut werden zu lassen. Ganz nach dem Motto: Nee, stimmt gar nicht.<br \/>\nUnd noch ein Satz zu Spotify: Irgendwie finde ich es komisch, mir ohne zu zahlen aktuelle und weniger aktuelle Alben von Musikern anh\u00f6ren zu k\u00f6nnen. B\u00fccher lese ich ja auch nicht im Buchladen und lege sie dann wieder zur\u00fcck.<br \/>\nZur\u00fcck zu Olli Schulz. Sein neues Album kam mir nach dem ersten H\u00f6ren ich in gro\u00dfen Teilen etwas schw\u00e4cher als die Vorg\u00e4ngeralben vor. Eine Information, bei der es mir gereicht h\u00e4tte, sie w\u00e4hrend des Konzerts zu erfahren. Nun gut, gl\u00fccklicherweise leben Olli Schulz Konzerte zwar haupts\u00e4chlich, aber nicht nur durch und von seiner Musik. Olli Schulz ist bekannterma\u00dfen auch ein gro\u00dfer Unterhalter, ein Geschichtenerz\u00e4hler sondergleichen. Wer einmal ein Olli Schulz Konzert besucht hat, wird das best\u00e4tigen k\u00f6nnen. Aber auch hier liegt die Kr\u00fccke im Detail. Wenn man Olli Schulz zu oft live sieht, kennt man alle Geschichten \u00fcber Rammstein, Metaljugend und so weiter und der Erz\u00e4hlwitz geht verloren. Dieses sollte mir jedoch in Dortmund nicht passieren. Neues Album, neue Tour, neue Geschichten. Das ist zumindest das, was Olli Schulz hier verspricht. Von daher fand ich ein so la la \u201eS.O.S.\u201c Album nicht allzu \u00e4rgerlich.<!--more-->Nachmittags lese ich noch ein Spiegelonline Interview.<\/p>\n<blockquote><p>SPIEGEL ONLINE: Herr Schulz, Sie bezeichnen Ihre neue Platte &#8222;SOS &#8211; Save Olli Schulz&#8220; als Geschenk an die Menschheit. Ein Anflug von Gr\u00f6\u00dfenwahn?<br \/>\nSchulz: \u00dcberhaupt nicht. Ich beschreibe nur, was bei jeder neuen Platte geschieht: Ich schreibe Songs, die mein Leben widerspiegeln, und bis sie ver\u00f6ffentlicht werden, geh\u00f6ren sie mir allein. Danach geh\u00f6ren sie aber auch den Leuten, die sie h\u00f6ren. Ich trete dadurch mit ihnen in Kontakt. Und in diesem Sinne versuche ich sie der Welt zu schenken.<br \/>\nSPIEGEL ONLINE: Glauben Sie, dass der weibliche Teil der Welt ein Lied mit dem Titel &#8222;Halt die Fresse, krieg&#8217;n Kind&#8220; wirklich f\u00fcr ein Geschenk h\u00e4lt?<br \/>\nSchulz: Das hoffe ich. Das Lied ist \u00fcberhaupt nicht sexistisch gemeint, sondern es richtet sich gegen diese passive Weltschmerz-Haltung, dieses Emo-Getue und diese Hobby-Depressionen. Das ist mir zu bequem. Wer der Welt wirklich helfen will, der soll was unternehmen. Die Idee zu dem Songtitel entstand bei einem Interview nach dem Bundesvision Song Contest vor drei Jahren. Da interviewte mich dieses Indie-M\u00e4dchen und fand, ich sei nicht mehr &#8222;indie genug&#8220;. Irgendwann habe ich zu ihr gesagt: &#8222;Hast du keine anderen Probleme? Krieg&#8217;n Kind! Halt die Fresse!&#8220; Mir sind ein bisschen die Nerven durchgegangen.<br \/>\nSPIEGEL ONLINE: Der Welt helfen &#8211; was tun Sie denn selbst?<br \/>\nSchulz: Ich will die Leute gl\u00fccklicher machen. Mit meinem Humor und meinen Songs. Das ist alles, was ich kann.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Geschichte aus dem Spiegelinterview erz\u00e4hlt Olli Schulz auch an diesem Abend. \u00dcberdies hatte ich den gef\u00fchlten Eindruck, dass er mehr erz\u00e4hlt als er spielt. Die Zahl von 15 Songs in guten 100 Minuten Konzert scheint mein Gef\u00fchl zu best\u00e4tigen.<br \/>\nSo beginnt der Abend denn auch mit Worten. Olli Schulz h\u00e4lt eine \u201eBrandrede\u201c gegen das aggressive Telefon- und Kamerafilmen auf Konzerten. Er erz\u00e4hlt von seinem Gig in Cottbus oder Magdeburg, wo er \u2013 sch\u00f6ngeredet &#8211; vor 50 Leuten spielte und einer von ihnen immer wieder nur f\u00fcrs Filmen direkt an den B\u00fchnenrand kam. In einer Diskussion mit dem Zuschauer versuchte Olli Schulz ihn davon zu \u00fcberzeugen, dass man magische Momente nicht auf Elektrochips bannen kann und er die Filmerei doch sein lassen m\u00f6ge. Seine Argumente schienen jedoch zu schwach, sie hielten hielt den Zuschauer nicht davon ab, weiter zu filmen.<br \/>\nLeider ist das Video auf YouTube nicht auffindbar, es w\u00e4re doch zu sch\u00f6n, diese Diskussion, die ebenso mitgefilmt wurde, anzuschauen. Sei es wie es ist, in Dortmund zeigte sein \u201egegen filmen auf Konzerten\u201c Statement Wirkung. Niemand z\u00fcckte sichtbar seine Kamera oder das Mobiltelefon, um Momente festzuhalten.<br \/>\nSich mit Olli Schulz anzulegen, dass traute sich niemand. Erst sp\u00e4ter zu Hause fiel mir ein, ein Zwischenruf wie \u201ehalt die fresse krieg\u2019n Kind\u201c w\u00e4re ein sch\u00f6ner Konter gewesen. Frei nach Noel Gallaghers: Shut up and play \u201aOne\u2018. Olli Schulz mit den eigenen Waffen schlagen, das w\u00e4r\u2019s gewesen.<br \/>\nMusikalisch war ich da schon auf den Abend eingestimmt. Quasi als Intro sah ich in einem Filmchen Olli Schulz als Roadie, untermalt von Peter Maffays gleichnamigen Song. Hach, das paste herrlich und f\u00fchrte zu einigen Lachern. Das Video er\u00f6ffnete per Laptop-Beamershow den Abend und die Computermaus blieb neben der Akustikgitarre das einzige Arbeitswerkzeug an diesem Abend.<br \/>\nOlli Schulz kam als Ein-Mann-Armee ins Dortmunder FZW. Es sei dies eine kleine Solotour zur Plattenver\u00f6ffentlichung, im Herbst g\u00e4be es dann einige Konzerte in Bandbesetzung. Das wusste ich nicht, ich h\u00e4tte es aber zuvor auf seiner Homepage lesen k\u00f6nnen. So freute ich mich \u00fcber die Bestuhlung im Saal. Singersongwriter Konzerte im Stehen k\u00f6nnen n\u00e4mlich extrem anstrengend werden und unn\u00f6tig Unruhe hervorrufen. Davon h\u00e4tten dann weder Musiker noch standfestere Zuh\u00f6rer etwas. Also hinsetzen und Klappe halten, das passt besser und funktionierte im FZW sehr gut.<\/p>\n<p>\u201eS.O.S. Save Olli Schulz\u201c war das Grundthema des Abends. Dreiviertel der St\u00fccke stammten vom aktuellen Album. Und zu fast jedem hat Olli Schulz eine kleine Geschichte parat. Und das er der gro\u00dfer Entertainer, hat er auch an diesem Abend gezeigt. Alle Anekd\u00f6tchen zu erw\u00e4hnen oder gar wiederzugeben halte ich f\u00fcr unn\u00f6tig, allein, ich w\u00fcrde sie gar nicht auf die Reihe bringen.<br \/>\nWenn es nach mir ginge, k\u00f6nnte er den ganzen Abend erz\u00e4hlen, mir w\u00fcrde es nicht langweilig werden. Obwohl, \u201eUnten mit dem King\u201c (hat er gespielt) oder \u201eR\u00fcckspiegel\u201c (hat er nicht gespielt) w\u00fcrde ich vermissen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines Auftritts flimmerten drei Bildchen \u00fcber die B\u00fchnenwand, jeweils von Olli Schulz pers\u00f6nlich per Mausklick ausgew\u00e4hlt. Etwas B\u00fchnenshow wollte er uns schon bieten. Liebling der Massen war Bild Nummer zwei seiner Diashow: Fauli das Faultier. Ab Song Nummer drei kam es zum Einsatz und begleitete uns fortan durch den gesamten Abend. Die anderen beiden waren weniger spektakul\u00e4r.<br \/>\nFauli h\u00e4tte eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit Kevin Gro\u00dfkreutz, merkte ein Zuschauer an, ich entdeckte eher eine mit Olli Schulz. Ah ja, Fu\u00dfball war ein Thema, genau wie Farin Urlaub, Olaf Schulzenberger, 1000Mark Andre und nat\u00fcrlich Till Lindemann. Und so verging die Zeit mit Geschichten und Musik. Zweimal kam Olli Schulz zur\u00fcck, und in der letzten Zugabe brachte er dann das von meinen Sitznachbarn sehr erhoffte \u201eH.D.F.K.K.\u201c.<\/p>\n<p>Als ich nach Hause fuhr war ich mir unschl\u00fcssig. War es nun ein gutes Konzert oder \u201enur\u201c ein solides? Magische Momente entdeckte ich f\u00fcr mich keine, gelangweilt habe ich mich aber auch nicht. Aber das geht per Definition eines Olli Schulz Konzertes auch gar nicht.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01:<br \/>\n02: Schrecklich sch\u00f6ne Welt<br \/>\n03: Spielerfrau<br \/>\n04: Wenn es gut ist<br \/>\n05: Phosphormann<br \/>\n06: Ich dachte du bist es<br \/>\n07: Unten mit dem King<br \/>\n08: Koks und Nutten<br \/>\n09: Bettmensch<br \/>\n10:<br \/>\nZugabe:<br \/>\n11: So lange einsam<br \/>\n12: Die Ankunft der Marsianer<br \/>\n13: Saunaaufguss Lankwitz<br \/>\nZugabe II:<br \/>\n14: H.D.F.K.K.<br \/>\n15: Blo\u00df Freunde<\/p>\n<p>Zum nachh\u00f6ren auf Spotify inklusive &#8222;Roadie&#8220;: <a title=\"Spotify\" href=\"http:\/\/open.spotify.com\/user\/1124860166\/playlist\/2xhMst6HQSf1Aasx6oWZ5y\" target=\"_blank\">klick<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<br \/>\n<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Fb1JtkM1Btw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1173\">Olli Schulz \u2013 K\u00f6ln, 29.04.2009<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: FZW, Dortmund Vorband: &#8211; Die Ausrede, neue Platten von Konzertgebern nicht zu kennen, wird seit Spotify schwieriger. 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