{"id":3905,"date":"2012-04-04T17:19:45","date_gmt":"2012-04-04T15:19:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3905"},"modified":"2012-04-04T17:21:03","modified_gmt":"2012-04-04T15:21:03","slug":"soko-koln-03-04-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/soko-koln-03-04-2012\/","title":{"rendered":"Soko &#8211; K\u00f6ln, 03.04.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> auch irgendwie Soko<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Soko.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3907\" title=\"Soko\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Soko.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Soko.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Soko-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a>Das hatte ich untersch\u00e4tzt.<br \/>\nVor \u00fcber vier Jahren entdeckte ich via YouTube eine Pariser S\u00e4ngerin. Ihr Name: Soko, so wie die ZDF Polizeiserien der verschiedenen Sonderkommissionen. Das war auch seinerzeit so ziemlich das einzige, was Google zu dem Suchbegriff Soko sagen konnte. Ern\u00fcchtert ob der wenigen, anlesbaren Informationen merkte ich damals an:<\/p>\n<blockquote><p>Eine franz\u00f6sische S\u00e4ngerin ohne Album und Biographie. Vier Songs und diverse YouTube Schnipsel reichen, um mich zu begeistern. SoKo, the next Fr\u00e4uleinwunder! Die Pariser Antwort auf Kate Nash und Co.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wem jetzt Lana del Rey in den Sinn kommen mag, bitte sehr. Der einzige aber bedeutende Unterschied zwischen der S\u00e4ngerin aus Bordeaux und der S\u00e4ngerin aus New York ist der, dass die S\u00e4ngerin aus New York es in die gro\u00dfen Musiklandschaften geschafft hat. St\u00e9phanie Sokolinski hingegen war nach ihrem fulminanten Eifersuchts-Drama \u201eI\u2019ll kill her\u201c erst einmal weg. Zwar ver\u00f6ffentlichte sie eine EP und tourte durch die Lande, blieb aber dar\u00fcber hinaus jedoch still. Es gab keine \u201eoffiziellen Videos\u201c, kein Ansinnen auf ein Deb\u00fctalbum. Einzig Internet-Konzertschnipsel deuten darauf hin, dass SoKo noch dran ist.<br \/>\nIn diesem Jahr erschien nun &#8211; \u00fcberraschend und wie aus dem nichts &#8211; ihr Deb\u00fctalbum, \u201eI thought i was an alien\u201c. Ich sag mal \u2013 ohne nur einen Song davon zu kennen -, der Titel passt. War \u201eI\u2019ll kill her\u201c gepr\u00e4gt von viel Lo-Fi Charme und stark akzentuierten, irren englischem Gesang, so scheint das neue Material davon weit weg zu sein:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e&#8230;und im Vergleich zur ersten EP ist mit dem starken franz\u00f6sischen Akzent auch ein wenig das Schr\u00e4ge, Versponnene und Kiecksige verloren gegangen. Ausnahmen bilden hier das er\u00f6ffnende &#8222;I Just Want To Make It New With You&#8220;, das klingt wie eine fr\u00fche LoFi-Aufnahme von CocoRosie, und das abschlie\u00dfende &#8222;You Have A Power On Me&#8220;, einem Experiment in schr\u00e4gem Gesangsstil und Xylophon-Freistil. Die 13 dazwischen befindlichen Songs klingen getragen, melancholisch und depressiv\u201c (platten vor gericht)<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber, und das hatte ich untersch\u00e4tzt, SoKo schien trotz der l\u00e4ngeren Abwesenheit nicht aus dem Ged\u00e4chtnis interessierter Musikh\u00f6rer und Teeniem\u00e4dchen gerutscht zu sein. Nachdem ihr Berliner Konzert bereits seit l\u00e4ngerer Zeit ausverkauft war, meldete auch das Geb\u00e4ude 9: rien ne va plus.<br \/>\nIch bekam das Anfang der Woche nur durch den Zufall einer last.fm Nachricht mit. Dort wurde ich gefragt, ob ich nicht noch ein Ticket f\u00fcr das Konzert am Mittwoch in K\u00f6ln \u00fcbrig h\u00e4tte. Dies sei ein letzter verzweifelter Versuch, doch noch das Konzert besuchen zu k\u00f6nnen. Wie, ein Ticket \u00fcber? Ein fl\u00fcchtiger Blick auf die Seite eines Internet Ticketdealers best\u00e4tigte meine Ahnung. Nee, das Konzert ist nicht ausverkauft, da gibt\u2019s noch Karten. Wieso sollten da auch mehr Leute hinwollen als z. B. zu Sebadoh? Ich h\u00e4tte jedoch weiter klicken sollen, dann h\u00e4tte ich bemerkt, dass Karten nicht mehr verf\u00fcgbar sind. So entdeckte ich diesen Umstand erst \u00fcber die Geb\u00e4ude 9 Seiten, auf denen ich einige Zeit sp\u00e4ter nach interessanten Juni Konzerten suchte.<br \/>\nMist! Doch ausverkauft!<br \/>\n<!--more-->Das Mist bezieht sich dabei rein auf meinen geplanten Dienstagabendablauf, den ich nun umstellen musste und nicht auf die Tatsache, dass ich es SoKo nicht g\u00f6nnen w\u00fcrde, in einem vollem Geb\u00e4ude 9 zu spielen. Es reicht nicht, erst um kurz nach halb zehn in K\u00f6ln zu sein. Wenn ich wirklich etwas von dem Konzert mitbekommen m\u00f6chte, dann muss ich zeitig anreisen. Ach, warum k\u00f6nnen Konzerte nicht erst um zehn Uhr beginnen.<br \/>\nAls ich das Geb\u00e4ude 9 betrat, spielte SoKo bereits. Ich h\u00f6rte ihre Stimme, sah sie aber nicht. Nat\u00fcrlich hatte ich es nicht zeitig genug geschafft, loszukommen, nun schien ich den Salat zu haben. Dass ich die Franz\u00f6sin nicht sah, lag daran, dass sie sich hinter das Schlagzeug gesetzt hatte. Das stand ganz hinten im Dunkeln. Es war noch Vorprogrammzeit, aber die komplette SoKo- Band stand bereits auf der B\u00fchne. Die Violinistin, Max, der Bassist und St\u00e9phanie Sokolinski.*<br \/>\nDas Geb\u00e4ude 9 war bereits voll und die Luft zum schneiden dick. Ich gab mir maximal eine Stunde in diesem Saunading. Das w\u00fcrde dann immerhin f\u00fcr knappe 20 Minuten SoKo reichen, so meine erste Hochrechnung. Dass dann alles anders kam und ich es doch knappe 2 Stunden im Saal aushielt, fasse ich immer noch nicht. Ich mag Hitze nicht, ich mag zu enges beieinander stehen nicht, ich mag es hinten im Geb\u00e4ude 9 nicht, aber all diese Negativargumente z\u00e4hlten im Laufe des Abends immer weniger.<br \/>\nSoKo spielte so grandios auf, dass ich all mein Komfortzonendenken ablegte. Hinzu kam ein Umstand, den ich bisher nur in der Kulturkirche bei einem Sophie Hunger Konzert so erlebt hatte: mucksm\u00e4uschenhafte Stille. Selbst hinten nahe dem schmalen Ausgang in Richtung Vorraum war es so still, dass man die Klingelt\u00f6ne der Mobiltelefone in den Kleidungstaschen des Nachbarn h\u00f6ren konnte. Also des \u00fcber-\u00fcbern\u00e4chsten Nachbarns.<br \/>\n\u201eWas ist das f\u00fcr ein nerviges Ger\u00e4usch\u201c fragte Stephanie nach drei, vier Songs. Es sei die Klimaanlage, kam die Antwort. \u201eArrgh, sie klappert so, das st\u00f6rt.\u201c Oh nein, dachte ich, als in der n\u00e4chsten Pause das Ger\u00e4usch nicht mehr zu h\u00f6ren war, sie haben sie runtergefahren. \u201eAde ihr Kubikmilliliter Frischluft.\u201c Gerade zu beginn, in den ganz ruhigen St\u00fccken, die SoKo allein auf der Gitarre vortrug, w\u00e4re etwas Luftbewegung gut gewesen. So zum entspannten reinkommen und akklimatisieren.<br \/>\nIn diesen Momenten erinnerten mich ihre Songs an Nico. Betr\u00fcbt und tiefmelancholisch depressiv klangen sie. Das SoKos Stimme arg angeschlagen schien, war \u00fcberdies nicht zu \u00fcberh\u00f6ren, verlieh den Songs jedoch einen noch morbideren Nico- Charakter. Die Songs schienen allesamt vom neuen Album zu sein.<br \/>\nAha, das klang alles ganz anders als dieses sarkastisch bitters\u00fc\u00dfe \u201eI\u2019ll kill her\u201c, durch das ich vor Jahren auf die mittlerweile in L. A. lebende Franz\u00f6sin aufmerksam wurde. \u201eI don\u2019t kill people\u201c, so erwiderte sie die Rufe nach ihrem vermeidlich gr\u00f6\u00dften Hit. Gegen Ende des Konzerts erkl\u00e4rte sie dann ausf\u00fchrlicher, warum sie dieses Lied nicht mehr spielen wolle. Es transportiere nicht mehr ihr Gef\u00fchl, sie habe bemerkt, dass sie sich mit den Worten darin nicht mehr einverstanden erkl\u00e4ren kann und nur als ausf\u00fchrende Marionette des Publikums dieses Lied anzustimmen, oh nein, das w\u00e4re es ja wohl nicht. Es sollten doch alle Spa\u00df in einem Konzert haben, nicht nur das Publikum, sondern auch die Musiker auf der B\u00fchne. Schl\u00fcssig und plausibel vorgetragen \u2013 wahrscheinlich muss sie sich jeden Abend erkl\u00e4ren &#8211; gab es hierf\u00fcr gro\u00dfen Applaus. Aber zu diesem Moment fra\u00df ihr das Geb\u00e4ude 9 eh schon aus der Hand.<br \/>\nIm Sinn des Luftaustausches gab es im Set auch laute St\u00fccke. Ich glaube, dann wurde schnell das Gebl\u00e4se aktiviert, denn im Laufe des Abends wurde das Raumklima deutlich ertr\u00e4glicher. Meist spielte SoKo dann Schlagzeug. Ihr Drummer h\u00e4tte \u00fcber Nacht die Band verlassen, so m\u00fcsse sie eben diesen Job auch noch erledigen. Believe it or not, die Schlagzeuggeschichte entwickelte sich zum running gag des Abends. Nichtsdestotrotz, Musiker, die mit umgeschnallter Gitarre Schlagzeug spielen, sieht man selten. Es scheint aber \u2013 wenn auch mehr schlecht als recht \u2013 zu funktionieren.<br \/>\nSo wechselten laute mit leisen Songs, Geschichten mit Alien- Saalbeleuchtung und allerlei anderen <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.ruhrgebietssprache.de\/lexikon\/doeneken.html\" target=\"_blank\">D\u00f6nekes<\/a> einander ab. Um kurz vor halb zw\u00f6lf, ich war tats\u00e4chlich immer noch im Saal, kam das f\u00fcr mich \u00fcberraschendste Statement meiner gesammelten K\u00f6lnkonzerte: \u201eDas Geb\u00e4ude 9 sei mit Abstand das ruhigste Publikum der letzten Konzerte gewesen.\u201c<br \/>\nUnglaublich.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01. I cannot be bothered to open my eyes again<br \/>\n02. Crybaby<br \/>\n03. Treat your woman right<br \/>\n04. Why don&#8217;t you eat me now, you can<br \/>\n05. Little mermaid man<br \/>\n06. Trapped in Freedom<br \/>\n07. We might be dead by tomorrow<br \/>\n08. For Marlon<br \/>\n09. Don&#8217;t you touch me<br \/>\n10. Destruction of the disgusting ugly hate<br \/>\n11. I just want to make it new with you<br \/>\n12. I thought I was an Alien<br \/>\n13. People always look better in the sun<br \/>\n14. I never meant to hurt you<br \/>\n15. First love never die<br \/>\n16. How are you?<br \/>\n17. Happy Hippie Birthday<br \/>\n18. No more home, No more love.<br \/>\n19. You have a power on me<\/p>\n<p>* Wie ich<a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.blogger.com\/comment.g?blogID=5416593593163630910&amp;postID=5592111662319550121\" target=\"_blank\"> heute lesen musste<\/a> war es auch irgendwie die SoKo Band, die das Vorprogramm bestritt, weil ihr eigentliches Vorprogramm die Tour verlasen hat.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<br \/>\n<\/strong>&#8211;<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband: auch irgendwie Soko Das hatte ich untersch\u00e4tzt. Vor \u00fcber vier Jahren entdeckte ich via YouTube eine Pariser S\u00e4ngerin. Ihr Name: Soko, so wie die ZDF Polizeiserien der verschiedenen Sonderkommissionen. Das war auch seinerzeit so ziemlich das einzige, was Google zu dem Suchbegriff Soko sagen konnte. 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