{"id":3842,"date":"2012-03-13T17:26:25","date_gmt":"2012-03-13T16:26:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3842"},"modified":"2012-03-13T17:48:38","modified_gmt":"2012-03-13T16:48:38","slug":"gisbert-zu-knyphausen-bochum-12-03-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/gisbert-zu-knyphausen-bochum-12-03-2012\/","title":{"rendered":"Gisbert zu Knyphausen &#8211; Bochum, 12.03.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Kulturbahnhof Langendreer, Bochum<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> <a title=\"facebook\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/staringgirlmusik\" target=\"_blank\">Steffen Nibbe<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Gisbert-zu-knyphausen.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3843\" title=\"Gisbert zu Knyphausen\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Gisbert-zu-knyphausen.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Gisbert-zu-knyphausen.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Gisbert-zu-knyphausen-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a>Was f\u00fcr ein gro\u00dfartiger Abend mit Gisbert zu Knyphausen im alten Kulturbahnhof Langendreer. Viel zu sp\u00e4t beendete die Band ihr Konzert, es schien so, als wollten sie gar nicht mehr aufh\u00f6ren.Anders als die jungen Bouranis hat Knyphausen es wirklich drauf. Ihm fehlen nicht die Worte und die unaufdringliche Melancholie, um die sch\u00f6nen Leiden des jungen Lebens auf den Punkt zu bringen. Dass er dabei vier Musiker um sich versammelt, die alle ihr Handwerk mehr als perfekt verstehen, macht ihm die Sache einfach und ein Knyphausen &amp; Band Konzert zu einer runden Angelegenheit.<br \/>\nGisbert zu Knyphausen also. Der Name sagte mir lange Zeit nicht viel, ach was, er sagte mir \u00fcberhaupt nichts. Da konnten alle um mich herum noch so von seiner Musik schw\u00e4rmen, ich wollte ihn partout nicht kennenlernen. Einladungen mit zu seinen Hoffesten zu fahren, lie\u00df ich verpuffen. Was soll das, irgendwo in Rheinhessen auf einem Weingut ein SingerSongwriter Konzert anzugucken. Der Weg ist zu weit, die Aussicht auf melodramatisches Akustikgitarrengeklimper schien mir nicht lohnenswert genug. Und \u00fcberhaupt, wo liegt dieses Eltville eigentlich. Und Wein k\u00f6nnen die Besucher dort auch verk\u00f6stigen? Na das klang mir doch sehr nach einem gem\u00fctlichen Jazz- Fr\u00fchschoppen. Ich Ahnungsloser!<br \/>\nWas ich damals nicht wusste: Die Knyphausens geh\u00f6ren zu einer der alten Winzerdynastien in Deutschland, ihr Weingut im klassischen deutschen Rieslinggebiet, dem Rheingau, geh\u00f6rt zu den etablierten im Land.<br \/>\nWas ich auch nicht wusste, Gisbert zu Knyphausen ist der deutsche Singersongwriter mit den besten Melodien, der sch\u00f6nsten Traurigkeit und den intelligentesten Texten.<br \/>\nDas entdeckte ich aber erst sp\u00e4ter. Irgendwann lag dem Rolling Stone ein Knyphausen Live Album bei. Und wie alle Musikmagazin CDs landete auch diese CD im Auto. Auf einer l\u00e4ngeren Autobahnfahrt war es dann soweit. Die CD lief und lief und lief und ich erkannte meine Fehleinsch\u00e4tzung. Von da an war es ein Ziel, diesen Knyphausen einmal in einem Konzert live zu sehen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Gisbert zu Knyphausen. Seine Texte sind wundersam durchdacht, zuweilen gar verschroben. Der Melodieteppich ist eifrig-emsig und gekonnt sowie engmaschig gekn\u00fcpft. Und damit verbunden sind wiederum Melancholie, Bizarrerie \u2013 aber ebenso Poesie. Der deutsche Liedermacher gibt sich zwar unaufgeregt, doch sind seine Live-Auftritte durchaus andersartig.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Andersartigkeit hatte ich nicht im Plan. Zwar haben wir letzten Sommer auf dem Juicy Beats eine Stunde lang Knyphausen und Band zugesehen und zugeh\u00f6rt, allerdings ist mir dieser Auftritt in den letzten Wochen aus dem Ged\u00e4chtnis gerutscht. Als ich mich daher auf den Weg nach Bochum machte, erwartete ich einen ruhigen, schwach instrumentierten Konzertabend. Ich h\u00e4tte es besser Wissen k\u00f6nnen. Mein n\u00e4chster Irrtum.<br \/>\nWie das Konzert begann endete es auch im fulminanten \u201eHey\u201c: mit vier Gitarren Dazwischen lagen viele gute Momente aus den beiden Alben &#8222;Hurra! Hurra! So nicht.&#8220; und \u201eGisbert zu Knyphausen\u201c. Viele laute und ein paar ruhigere. Immer und \u00fcberall konnte sich der S\u00e4nger dabei auf seine Band verlassen. Das Ensemble begleitet Knyphausen unaufgeregt korrekt. \u201eConny, hast du Lust \u201eCowboy\u201c mit mir zu spielen?\u201c fragte Gisbert seinen Keyboarder. \u201eWir spielen das ja nicht mehr so oft.\u201c Conny hatte und begleitete den anfangs etwas unsicher nach den T\u00f6nen suchenden Knyphausen. Es war ein Wunsch aus dem Publikum, der hier und jetzt erf\u00fcllt wurde. Die Band war bereits in ihrem zweiten Zugabeblock angekommen und sich nicht immer einig, welches St\u00fcck denn nun das n\u00e4chste sein solle. Man schwankte, konnte sich aber \u2013 sein Vorschlag aus dem Saal \u2013 nicht dazu entschlie\u00dfen, beide zur Auswahl stehenden St\u00fccke zu spielen. Soweit ging die Fanh\u00f6rigkeit dann doch nicht. Allerdings muss ich erw\u00e4hnen, dass die Band bis dahin nicht mit ihrer Musik hinter dem Berg gehalten hat. Gute 2 Stunden waren die f\u00fcnf schon auf der B\u00fchne, spielten viel und hatten sichtlich Spa\u00df an diesem Abend.<br \/>\nKnyphausens Band ist gro\u00dfartig. Heimlicher Star der Band ist Bassist Frenzy Suhr. Er ist an diesem Abend der Jazz in Knyphausens Musik und genau wie Jens Fricke, Sebastian Deufel und Gunnar Ennen ein K\u00f6nner seines Fachs.<br \/>\n\u201eMusik ist Scheisse\u201c, der Aufkleber pappt immer noch an seiner Akustikgitarre. Wenn sie aber so pr\u00e4sentiert wie an diesem Abend, m\u00f6chte ich das nicht unterschreiben.<br \/>\nDa ich mich daheim haupts\u00e4chlich mit dem Akustik Rolling Stone Album auseinandergesetzt hatte, war ich angenehm \u00fcberrascht, wie gut alles im Bandkontext funktioniert. Dem kaputten Charme der Songs kann die Lautst\u00e4rke nichts anhaben. Der positive Nebeneffekt ist ebenso praktisch: das Gl\u00e4sergeklimper von der Bar und das ein oder andere Gespr\u00e4ch werden so locker \u00fcbert\u00f6nt. Gerade in kleineren Locations (der Bahnhof Langendreer ist gerade noch intim zu nennen), in denen der Thekenbereich in den Konzertsaal integriert ist, k\u00f6nnen diese Arbeitsger\u00e4usche doch sehr nervend werden. Es passte zum Abend, dass dies in Bochum nicht der Fall war.<br \/>\nMein kleiner Wermutstropfen, sie haben ihren Modest Mouse Hit nicht gespielt. Aber sonst, alles gut.<\/p>\n<p>Der Wein zur Musik:<br \/>\n2009 Erbach Riesling Kabinett trocken,<br \/>\nGisbert Edition No. 2 &#8211; 2008 Pinot Noir<br \/>\nKnippie &#8211; 2009 Riesling trocken<br \/>\nGisbert Edition No. 1, 2008 Riesling feinherb<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3317\" target=\"_blank\">Juicy Beats &#8211; Dortmund, 30.07.2011<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Kulturbahnhof Langendreer, Bochum Vorband: Steffen Nibbe Was f\u00fcr ein gro\u00dfartiger Abend mit Gisbert zu Knyphausen im alten Kulturbahnhof Langendreer. Viel zu sp\u00e4t beendete die Band ihr Konzert, es schien so, als wollten sie gar nicht mehr aufh\u00f6ren.Anders als die jungen Bouranis hat Knyphausen es wirklich drauf. 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