{"id":3802,"date":"2012-02-29T20:22:49","date_gmt":"2012-02-29T19:22:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3802"},"modified":"2012-03-01T17:12:08","modified_gmt":"2012-03-01T16:12:08","slug":"waters-koln-28-02-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/waters-koln-28-02-2012\/","title":{"rendered":"Waters &#8211; K\u00f6ln, 28.02.2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Live Music Hall, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Hauptband:<\/strong> Nada Surf<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3803\" title=\"Hinweisschild Lomografie Japan\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/schild.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/schild.jpg 670w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/schild-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/p>\n<p>Es gibt Warnschilder und Hinweisschilder. Ein Warnschild ist ein mit einem Piktogramm versehenes Schild, das vor einer m\u00f6glichen Gefahr warnen soll. Warnschilder im Verkehrsbereich geh\u00f6ren zur Kategorie der Verkehrszeichen.<br \/>\nAllgemein ist ein Schild (Neutrum, Plural Schilder) ein Zeichen in Form einer Tafel, Platte, Plakette oder anderen Tr\u00e4gers, wie beispielsweise eines Zettels, K\u00e4rtchens oder einer Folie, das mit einer Aufschrift oder einem Piktogramm versehen ist. Eine Schildergattung ist dabei von besonderer Bedeutung: das Hinweisschild. Hinweisschilder werden platziert, um den Betrachter an ihrem Ort Informationen zu geben, so beispielsweise Verkehrsschilder mit Verkehrszeichen, welche den Stra\u00dfenverkehr regeln.\u00a0Dieses Schild am Strand von Kamakura warnt vor Zigaretten und M\u00fccken. Oder so \u00e4hnlich.<br \/>\nIch kenne Hinweisschilder auch aus dem Fussballstadion: Pyroechnik- und B\u00f6llerverbotszeichen weisen darauf hin, dass diese nicht mit ins Stadion zu f\u00fchren sind, oder von Mehrzweckarenen. Vor diesen geschlossenen Hallen wird neben dem Mitf\u00fchren von Pyrotechnik auch ein Verbot \u00fcber das Mitf\u00fchren von Wunderkerzen, Essen und Fotoapparaten ausgesprochen.<br \/>\nWas durchaus berechtigt ist und Sinn macht. Wenn viele ihre Portion Pommes mit in die Konzerthalle nehmen w\u00fcrden, w\u00fcrde es derma\u00dfen nach Fett und Mayo riechen, dass alle die, die ohne Essen vor der B\u00fchne warten, unweigerlich Hunger und eine Riesenwut auf die Pommesesser bek\u00e4men. Tumulte k\u00f6nnten entstehen und nein, das w\u00e4re nicht sch\u00f6n. Also muss ein Schild her, das das Mitf\u00fchren von Essen jeglicher Art untersagt. Was f\u00fcr Pommes gilt, muss auch f\u00fcr M\u00fcsliriegel gelten. (Alles schon erlebt). Das zweite Hinweisschild, welches mir seit gestern Abend sehr in Erinnerung bleiben wird, ist das mit dem durchgestrichenen Fotoapparat.<br \/>\nEr: \u201e Kann ich mal in deine Tasche gucken?\u201c<br \/>\nIch: \u201eJa klar, Moment.\u201c (Das ist gang und gebe und unkritisch. Pommes nehme ich nie mit auf Konzerte, und Plastikwasserflaschen auch nicht, die darf man nur in anderen L\u00e4ndern ohne Wutausbr\u00fcche am Einlass mitnehmen.)<br \/>\nEr: \u201eIst das eine Kamera?\u201c<br \/>\nIch: \u201eJa, ne kleine.\u201c<br \/>\nEr: \u201eDie kannst du nicht mitnehmen.\u201c<br \/>\nIch: \u201eDas ist aber nur \u2018ne Kompaktkamera ohne Wechselobjektiv.\u201c<br \/>\nEr: \u201eNein, auch mit der darf ich dich nicht reinlassen. Kameras sind nicht erlaubt.\u201c (Und die Hand geht bedeutungsschwanger in Richtung Hinweisschild)<br \/>\nIch: \u201eAber mit der gab\u2019s doch noch nie Probleme, es ist doch nur \u2018ne Kompaktkamera wie sie alle mithaben.\u201c<br \/>\nEr: \u201eBring sie zur\u00fcck zum Auto oder sperr\u2018 sie in ein Schlie\u00dffach, aber so kommst du nicht rein.\u201c<br \/>\nNicht das es mich \u00e4rgern w\u00fcrde, keine Fotos machen zu d\u00fcrfen, aber das Auto stand jedwede und es war bereits kurz vor acht. Ich wollte nur nicht zur\u00fcck laufen. Allerdings: Gott sei Dank war ich mit dem Auto in K\u00f6ln und nicht mit der Bahn.<br \/>\nWeitere Diskussionen waren nat\u00fcrlich zwecklos. Er sa\u00df am l\u00e4ngeren Hebel, und spielte diese Trumpfkarte gen\u00fcsslich aus. Die Frage, ob ich mein Mobiltelefon mit Kamera mitnehmen darf, verkniff ich mir. Und nat\u00fcrlich hat der Einlassmann der Live Music Hall recht, es h\u00e4ngt dort ein Schild, und nat\u00fcrlich macht er auch nur seine Arbeit. Aber, in welchem Jahr sind wir denn?<br \/>\n<!--more-->Ich glaube bei einem Garbage Konzert im Palladium wurde ich zum letzten Mal aufgefordert, meine Digitalkamera zur\u00fcckzubringen. Das war vor vielen Jahren, und damals stritt man auch noch darum, ob Fotohandys nun erlaubt seien oder nicht.<br \/>\nDas war unzeitgem\u00e4\u00df und albern. Und \u00e4rgerlich. Ich musste also nochmals zur\u00fcck. Meine Kamera h\u00f6rt auf den Namen Casio SX 200 und ist ein kleines Knipsding, macht verrauschte unspektakul\u00e4re Aufnahmen, die absolut f\u00fcr keine kommerzielle Nutzung geeignet sind. Wenn st\u00f6rt es also, wenn mit solch einem Ding eine Handvoll Fotos f\u00fcr den Eigenbedarf gemacht werden? Die Band? Quatsch. Die freut sich doch \u00fcber jedes Livevideo, welches ihre Qualit\u00e4ten hervorzeigt. Kostenloses Merchandise. Die Pressefotografen mit ihren dicken Apparillos? Unsinn, die lachen doch \u00fcber die Bildqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Ach, ich war schon bedient bevor das Konzert \u00fcberhaupt anfing.<br \/>\nNichtsdestotrotz kam ich noch so gerade p\u00fcnktlich zu Waters, und da die Live Music Hall auch noch sehr leer war, fand ich auch einen guten Platz. Es schien so, dass das Blatt sich noch zum Angenehmen wendet.<br \/>\nWaters mag ich seit dem Sommer letzten Jahres. Ihr angegrungtes \u201eFor the one\u201c ist eines meiner Lieblingslieder 2011, die ersten Textzeilen \u201eOh my god I thought I was a free man out on the road\u201c mit das Beste an Gesangser\u00f6ffnungen der letzten Jahre. Durch Zufall sahen wir Waters im Nachprogramm von Bettie Serveert im Paradiso. Es war toll und best\u00e4rkte mich in meinem Waters- Fantum. Auch gestern Abend beeindruckten sie mich direkt mit den ersten Minuten. Ihr Konzert bestand nur aus Songs ihres Deb\u00fctalbums \u201eOut in the light\u201c, das Mitte letzten Jahres erschien. Die Band um Van Pierszalowski spielte daher ausschlie\u00dflich Songs, die ich kannte (und sehr mochte). Das ist mir bei Konzertbesuchen lange nicht mehr passiert. Waters spielten lauter als beim letzten Mal, und energischer. Und Waters spielten knappe 45 Minuten. Das kam mir sehr entgegen, ich war ja haupts\u00e4chlich wegen der Vorband hier. Die gro\u00dfe B\u00fchne scheint ihnen nichts auszumachen. Die Band wirkte gut, eingespielt und tatendurstig. Ohne viel Firlefanz aber mit viel Gitarrenl\u00e4rm und br\u00fcllendem Gesang gingen sie zu Werke.<br \/>\nAber hatten Waters einen neuen Bassisten? An David Hasselhoff an der Gitarre hatte ich noch gute Erinnerungen, der Mann links auf der B\u00fchne kam mir dagegen unbekannt vor. Hatten sie einen neuen Bassisten? Nun, weiter konnte ich diesen Gedanken nicht spinnen, denn nach einer Viertelstunde bekam ich so gut wie nichts mehr von ihrem Konzert mit. Einzig die letzten beiden Songs \u201eMickey Mantle\u201c (mit Nada Surf OHNE Schlagzeuger als \u201eForever\u201c Chor auf der B\u00fchne) und \u201eFor the one\u201c blieben mir ohne nervende Ablenkungen.<br \/>\nWas war passiert?<br \/>\nNun, es war die zweite \u00c4rgerlichkeit an diesem Abend, die mich mein Nada Surf Fantum sehr in Frage stellen l\u00e4sst.<br \/>\nWas genau war denn passiert?<br \/>\nDer Nada Surf Schlagzeuger war passiert. Ira Elliot hatte zu diesem letzten Konzertabend der nada surf Europatour ganz viele Leute eingeladen. Erst dachte ich, es seien Label- oder Companyleute, sp\u00e4ter vermutete ich, es sei entfernte deutsche Verwandtschaft oder in der Eifel stationierte Familienangeh\u00f6rige. Es waren zumindest an die 10 Personen, die nun ausf\u00fchrlich begr\u00fc\u00dft werden mussten. Also, dr\u00fccken hier, lachen da, reden dort. Man kennt das ja von Feiern, wenn auf einmal alle gleichzeitig klingeln und im Flur mehr los ist als im Wohnzimmer. Nur waren sie nicht im Flur, sondern standen sieben Meter von der B\u00fchne entfernt. Das w\u00e4re auch alles okay gewesen, wenn es sich nicht direkt vor meiner Nase abgespielt h\u00e4tte. Also, Waters zuh\u00f6ren war jetzt nicht mehr m\u00f6glich. Stattdessen musste ich mit ansehen, wie Erinnerungsfotos gemacht wurden (mit kleinen Digitalkameras. Salz in die Einlasswunde, aber mir war eh klar, dass ich das einzige Filzopfer war.) und Mitbringsel den Besitzer wechselten.<br \/>\nAb diesem Augenblick hatten Nada Surf keine Chance mehr auf ein gutes Konzert. Karate Kid \u2013 mit seinem Stirntuch und en schwarzen Harren erinnerte er mich unweigerlich an Ralph Macchio &#8211; hatte es versaut.<br \/>\nAber ganz abgesehen von diesen beiden Aufregern fragte mich knappe 2 Stunden sp\u00e4ter, ob es auch sonst ein gutes Konzert gewesen w\u00e4re. Alles in allem fand ich ihren Auftritt drucklos und larifari. \u201eAlways love\u201c, \u201eThe way you were your head\u201c, selbst die College Pop Blaupause \u201ePopular\u201c im Zugabenteil blieb an diesem Abend blass. Ich fand das Konzert schlechter als ihren Rolling Stone Auftritt im November an der Ostsee. Neue Sonsg spielten sie dmals nur vereinzelt, und so war sehr gespannt auf sie, las ich doch recht <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/plattenvorgericht.blogspot.com\/2012\/02\/nada-surf-stars-are-indifferent-to.html\" target=\"_blank\">guten Kritiken<\/a> zum neuen Album \u201eThe stars are indifferent to astronomy\u201c. Aber sie entt\u00e4uschten mich. So wie ich las, sollen Nada Surf hiermit eher an den 2000er Alben \u201eLet go\u201c und \u201eThe weight is a gift\u201c ankn\u00fcpfen, also, im Gegensatz zum letzten eigenen Album, deutlich das Tempo erh\u00f6ht haben.<br \/>\nIch sah das an diesem Abend nicht. So blieb die Calexico Trompete in \u201e80 Windows\u201c das einzig anmerkenswerte. Sie wurde von Martin Wenk (eben auch Calexico) gespielt, der neben Doug Gillard (Guided by Voices) die Band seit einigen Jahren live begleitet.<br \/>\nMein Nada Surf Fantum war Mitte der 90er gr\u00f6\u00dfer als heute, keine Frage. In den letzten 10 Jahren hat mich die Band wenig interessiert, und ich denke, das wird sich in den n\u00e4chsten 10 Jahren nicht \u00e4ndern. Gerne h\u00f6re ich ihre ersten beiden Alben, gerade das zweite ist ein Meilenstein, aber viel mehr wird es nicht werden.<\/p>\n<p>Immerhin habe ich es nun endlich geschafft, Nada Surf live zu sehen. Ihre Konzerte vor 15- 16 Jahren verpasste ich jedes Mal durch Krankheiten, was mich seinerzeit sehr \u00e4rgerte. Gestern w\u00e4re ich gerne zu kaputt und schlapp gewesen, ich h\u00e4tte mir einen \u00e4rgerlichen Abend erspart.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Clear eye clouded mind<br \/>\n02: Waiting for something<br \/>\n03: Happy Kid<br \/>\n04: Whose authority<br \/>\n05: What is your secret?<br \/>\n06: Teenage dreams<br \/>\n07: Weightless<br \/>\n08: Killian&#8217;s red<br \/>\n09: Jules and Jim<br \/>\n10: Concrete bed<br \/>\n11: 80 windows<br \/>\n12: When I was young<br \/>\n13: The way you wear your head<br \/>\n14: The future<br \/>\n15: Hi-Speed soul<br \/>\n16: Looking through<br \/>\n17: See these bones<br \/>\nZugabe:<br \/>\n18: Inside of love<br \/>\n19: Always love<br \/>\n20: Popular<br \/>\n21: Blankest year<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\n<a title=\"flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157627662009110\/with\/6143738351\/\" target=\"_blank\">flickr<\/a> &#8211; Waters<br \/>\n<a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/6351278276\/\" target=\"_blank\">flickr<\/a> &#8211; Nada Surf<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Pavement \u2013 Berlin, 19.05.2010\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3363\" target=\"_blank\">Waters &#8211; Amsterdam, 10.09.2011<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Live Music Hall, K\u00f6ln Hauptband: Nada Surf Es gibt Warnschilder und Hinweisschilder. 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