{"id":3384,"date":"2011-10-11T19:26:48","date_gmt":"2011-10-11T17:26:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3384"},"modified":"2011-10-11T19:30:17","modified_gmt":"2011-10-11T17:30:17","slug":"wu-lyf-koln-09-10-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wu-lyf-koln-09-10-2011\/","title":{"rendered":"WU LYF &#8211; K\u00f6ln, 09.10.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong>Young Montana?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm7.static.flickr.com\/6212\/6235092598_227c12eca2.jpg\" alt=\"Wu Lyf - K\u00f6ln, 90.10.2011\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>\u201eNette Show, Jungs.\u201c Konfuse und unterhaltsame 50 Minuten liegen an diesem Sonntagabend im Geb\u00e4ude 9 hinter uns. Die britischen Wu Lyf verabschiedeten sich gerade mit einer Mischung aus Abbauen und Zugabekl\u00e4ngen und ich wurde von den hell flackernden Neonr\u00f6hren der Hallendeckenbeleuchtung aus meinen Gedanken gerissen.<br \/>\nWas war denn das gerade f\u00fcr ein Konzert? Kein normales, soviel steht in diesem Moment fest.<br \/>\nWas die vier Wu Lyfs uns hier pr\u00e4sentierten, wucherte zum Ende hin immer mehr in ein kleines musikalisches Chaos aus. Es war die Zeit um das Wipers Cover, nachdem nix mehr so richtig Hand und Fu\u00df hatte. Die Songs wirkten nicht mehr planm\u00e4\u00dfig gespielt, die Improvisation im Ablauf \u00fcbernahm das Kommando. Was manchmal nicht das schlechteste sein kann. Im Fall von Wu Lyf, die ich erst am Tag zuvor \u00fcber ihr aktuelles Album kennengelernt hatte, passte das gut zusammen.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich sollte ich die vier Briten schon eine Woche l\u00e4nger kennen. Denn am Samstag zuvor war ich mit der vollen Absicht in den heimischen Saturn gestiefelt, um mir ihr Album und noch die ein oder andere CD zu kaufen. Zuhause musste ich dann feststellen, dass ich mal wieder Bandnamen verwechselt hatte. Statt Wu Lyf lag das Wye Oak\u2019sche \u201eCivilian\u201c in meiner Umh\u00e4ngetasche. Nun, auch keine schlechte Wahl, allerdings nicht die geplante. Diesen faux pas musste ich nat\u00fcrlich wieder wettmachen, und die n\u00e4chstbeste Gelegenheit dazu war eben dieses Wochenende. Nach dem ersten Durchh\u00f6ren von \u201eGo tell fire to the mountan\u201c war klar, dass das vorher eher z\u00f6gerlich anvisierte Konzert am Sonntagabend gesetzt wird. Egal welcher Tatort auch immer kommen mag: M\u00fcnster, Hannover, Ludwigshafen, selbst ihr habt keine Chance.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDenn Wu Lyf klingen sehr nach den Bands, die wir m\u00f6gen: Modest Mouse, Foals, Shins, oder Math-Rock im Allgemeinen. Im Sommer waren Ellery Roberts, Gitarrist Evans Kati, Bassist Thomas McClung und Schlagzeuger Joe Manning bereits in der Stadt. Im Rahmen des c-o Pop spielten sie auf dem Dach des Museums Ludwig.<br \/>\nJust in diesen Tagen ver\u00f6ffentlichte die Band ihr Deb\u00fct \u201e&#8220;Go tell fire to the mountan&#8220;\u201c, ein scheinbar lang ersehntes:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSeit \u00fcber einem Jahr wird das Fl\u00fcstern im Bloggerwald immer lauter, mit der Ver\u00f6ffentlichung einer CD oder ausgiebigen Liveauftritten hielt man sich jedoch konsequent zur\u00fcck. Die Band \u00fcberzeugte vielmehr mit erstaunlichen Videos, klassischem orgellastigen Sound und einem S\u00e4nger, dem man st\u00e4ndig Hustenbonbons reichen will, so sehr schreit, kreischt und kr\u00e4chzt er.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Alles richtig, was die c-o Pop Homepage schreibt. Der Hype war also da (und er hat scheinbar keinen Sommer lang gehalten, das Geb\u00e4ude 9 war an diesem Abend nur locker gef\u00fcllt).<br \/>\nDie Stimme des S\u00e4ngers ist wirklich ph\u00e4nomenal. Ich wei\u00df nicht, wie er das macht, aber sein Gesang ist, nun ja, einzigartig. In den Zwischenansagen h\u00f6re ich dann eine tiefe, nach durchzechten N\u00e4chten klingende Stimme, die, \u00fcbrigens wie alle Ansagen, mit so viel dunklem Hall unterlegt wird, dass wir kaum etwas von dem verstehen, was auf der B\u00fchne gesprochen wird.<br \/>\nCool, weiterer Pluspunkt.<br \/>\nErster und dickster Bonus ist ihr Sound. Wu Lyf klingen in der Tat anders als alle anderen britischen Bands und Bands weiterer Landsmannschaften. Wichtigstes Instrument ist eine Kirchenorgel, zweitwichtigste das Schlagzeugspiel von Joe Manning, der zeitweise so wuchtig auf seine Trommeln drischt, dass man Angst und Bange um das Instrument haben muss.<br \/>\nAber a propos britisch. Es ist dieses typische britisch vs. us- amerikanische Klangklischee, dem ich an diesem Abend voll auf den Leim gegangen bin.<br \/>\nBevor ich bei Wikipedia ein wenig rumgegraben habe, war ich felsenfest der \u00dcberzeugung, das Wu Lyf eine amerikanische Band seien. Modest Mouse, Shins, ja, gerne auch die fr\u00fchen 90er Jahre Flaming Lips (&#8222;Go tell fire to the mountan&#8220; klingt live sehr nach dem Flaming Lips \u201eJesus\u201c Album), das ist deren Liga. Aber Manchester? Die Happy Mondays und Charlatans klingen doch ganz anders! Britische Bands klingen doch, nun ja, wie die Beatles und nach Pop, amerikanische Indiebands eher rauer und rockiger.<\/p>\n<blockquote><p>\u201cI think WU LYF are the best band I\u2019ve seen in 8 years, since\u2026The Libertines. But they\u2019re not really very commercial \u2013 they\u2019re like a Godspeed You Black Emperor, or a Jesus &amp; The Mary Chain\u2026at the moment I can\u2019t see them being a massive seller or an Arcade Fire type band. Well, maybe they will, but I\u2019m not sure it\u2019s what they want. In any case, their story is fascinating and I like the fact they\u2019re not doing things the normal way.\u201d<br \/>\n(NME-Schreiber Matt Wilkinson)<\/p><\/blockquote>\n<p>Interessante Momente haben sie, keine Frage. Das D7 Cover war so einer. Der Bassist \u00fcbernahm den Gesang und zusammen mit dem Gitarrenspiel von Evans Kati sah es nicht nur so aus, es klang auch wie eine  Nirvana- Blaupause. Inklusive Ponyhochpusten.<\/p>\n<p>Heavy Pop. Welt, vereinige dich! Luzifers Jugendstiftung.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157623983926119\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband:Young Montana? \u201eNette Show, Jungs.\u201c Konfuse und unterhaltsame 50 Minuten liegen an diesem Sonntagabend im Geb\u00e4ude 9 hinter uns. Die britischen Wu Lyf verabschiedeten sich gerade mit einer Mischung aus Abbauen und Zugabekl\u00e4ngen und ich wurde von den hell flackernden Neonr\u00f6hren der Hallendeckenbeleuchtung aus meinen Gedanken gerissen. 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