{"id":3369,"date":"2011-09-16T23:52:15","date_gmt":"2011-09-16T21:52:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3369"},"modified":"2025-09-13T20:53:57","modified_gmt":"2025-09-13T18:53:57","slug":"clap-your-hands-say-yeah-koln-14-09-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/clap-your-hands-say-yeah-koln-14-09-2011\/","title":{"rendered":"Clap your hands say yeah &#8211; K\u00f6ln, 14.09.2011"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Meursault<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/image.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21189\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Wenn <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> nicht ihr erstes Album h\u00e4tten, dann w\u00e4re das nichts geworden. So kann ich das Konzert im Geb\u00e4ude 9 auf den Punkt bringen. Die New Yorker Band war nach langen Jahren wieder in der Stadt und da an diesem Abend der bl\u00f6de Fu\u00dfballverein in der Championsleague spielte, hielt mich in den heimischen vier W\u00e4nden nur sehr wenig.<br>Um ehrlich zu sein, bis vor wenigen Wochen dachte ich, <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> g\u00e4be es gar nicht mehr. Ihr letztes Album <em>Some loud thunder<\/em>, bereits deutlich schw\u00e4cher als das Deb\u00fct, erschien 2007 und kam mir seinerzeit bereits wie ein Abgesang vor. So war es logisch, dass die Band aus meinem Ged\u00e4chtnis verschwand und wahrscheinlich nie wieder aufgetaucht w\u00e4re, wenn ich nicht ihre Konzertank\u00fcndigung gelesen h\u00e4tte. Dass sie ihr drittes Album bereits ver\u00f6ffentlicht haben, ach Gott, das darf man verschwitzen.<br>Und so sa\u00df ich im Auto und machte das, was ich sonst nie bis sehr selten auf Konzerthinfahrten mache: ich h\u00f6re ein Album der Konzertband. In diesem Fall war das jedoch notwendig, denn ich musste mir die Erinnerung an die <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> Songs ins Ged\u00e4chtnis zur\u00fcckholen. Zu lange hatte ich ihr erstes Werk <em>Clap your hands say yeah<\/em> nicht mehr geh\u00f6rt. Es ist ein \u00fcberragendes Album. Immer noch.<br>2005 waren <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> das gro\u00dfe Ding. Ihr Konzert an gleicher Stelle ausverkauft und die Musikblogs (so was gab es damals schon) \u00fcberschlugen sich. Wie las man \u00fcberall: <strong>David Bowie<\/strong> mag sie! Und auch ich war seinerzeit im Geb\u00e4ude 9 und schrieb kurz danach folgendes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eCYHSY sind die neuen Lieblinge der Alternative-Scene, weil sie direkt einen alternativen Weg in die Musikszene genommen haben (\u00fcber das Internet), weil sie alternativ aussehen (eine Art No-Look) und weil der S\u00e4nger singt wie David Byrne. Und es war ein nettes Konzert, die B\u00fchne voller roter Luftballons in einem proppenvollen Geb\u00e4ude 9. Neben den Songs der CD gab es ein paar neue Sachen, die durchaus interessant klangen.<br>Vielleicht war ich auch einfach nur etwas m\u00fcde, so dass sich die spontane Euphorie nicht so recht einstellen wollte, allen anderen scheint es jedenfalls gut gefallen zu haben. Andererseits gibt es Musik, die einen ber\u00fchrt, und Musik die eher an einem vorbeil\u00e4uft. Bei CYHSY ist es nicht die Liebe auf den ersten Blick gewesen, eher Neugier aufgrund des Internet-Hypes, und wahrscheinlich wird es die gro\u00dfe Liebe auch nicht werden. Aber das hat nichts mit der Qualit\u00e4t der Musik zu tun, eher so gar nicht.<br>Manchmal ist es auch etwas anstrengend, neue und interessante Sachen m\u00f6gen zu wollen, die sich nicht sofort ins Herz spielen. Und vielleicht sollte man es dann auch lassen. Andererseits verdient jeder eine weitere Chance, so dass ich mir die CD in ein paar Wochen noch mal ein paar Mal hintereinander auf meinem mp3-player geben werde.<br>Abgesehen davon m\u00f6chte ich an dieser Stelle bemerken, dass das Leben sowieso immer anstrengender wird, und das mag mit dem \u00c4lterwerden zusammenh\u00e4ngen, auch wenn man das nicht so gerne h\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>2011 hat sich die Sachlage ge\u00e4ndert. <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> sind nicht mehr das gro\u00dfe Ding. Das Geb\u00e4ude 9 war bei weitem nicht voll, als <strong>Alec Ounsworth<\/strong>, <strong>Robbie Guertin<\/strong>, die Br\u00fcder <strong>Lee Sargent<\/strong> und <strong>Tyler Sargent<\/strong> sowie <strong>Sean Greenhalgh<\/strong> die B\u00fchne betraten. Ich war sehr gespannt auf ihren Auftritt, erwartete allerdings nicht allzu viel. <em>Hysterical<\/em> kannte ich noch nicht, mir wurde jedoch vorher gesagt, dass ich die neuen Songs eindeutig daran erkennen werde, dass <strong>Alec Ounsworth<\/strong> nicht mehr mit seiner typischen, kopfigen <strong>Talking Heads<\/strong> Stimme singt. Aber sang er denn \u00fcberhaupt? Vorne links h\u00f6rten wir seine Stimme kaum. Schlecht ausgesteuertes Mikro oder einfach nur s\u00e4uselnder Gesang. Ich entschied, letzteres anzunehmen.<br><strong>Clap your hands say yeah<\/strong> er\u00f6ffneten mit bekanntem. Nach dem plinkernden \u201eSunshine and clouds (and everything proud)\u201c kamen \u201eOver and over again\u201c und \u201eGimmie some salt\u201c vom Deb\u00fctalbum (die drei hatte ich vorher noch im Auto geh\u00f6rt), nur kurz unterbrochen von einem neuen St\u00fcck.<br>Nach dem zweiten neuen St\u00fcck \u201eHysterical\u201c war die Grundstimmung des Konzertes deutlich: die alten Songs wurden begeistert aufgenommen, die neuen deutlich reservierter. Oder anders formuliert: H\u00e4tten <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> nicht ihre alten Gassenhauer, es w\u00e4re ein sehr stimmungsflauer Abend geworden.<br>Was geht und was nicht geht, scheinen auch die New Yorker genau zu wissen. Knapp ein Drittel der Setlist bestand aus neuen Songs. Ich bin noch unentschlossen, <em>Hysterical<\/em>, das Album, muss ich mir in den n\u00e4chsten Tagen mal in Ruhe anh\u00f6ren, um es einordnen zu k\u00f6nnen. Und so hangelten sich Band und Publikum von einem alten Hit zum n\u00e4chsten. Das diese Songs wie \u201eSatan said dance\u201c (wurde beim Wort genommen) immer noch z\u00fcnden, fand ich bemerkenswert. Generell herrschte unter dem Publikum ein hoher Mitwippfaktor. Allerdings verspr\u00fchten <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> live diesen gewissen sympathischen Relaxtseins- Charme, der es einem auch sehr leicht macht, die Band zu m\u00f6gen. Und bei Musik von Menschen, die man mag, muss man eben mittanzen. <br>Was bleibt: Die neuen <strong>Clap your hands say yeah<\/strong> Songs m\u00fcssen genauer erkundet werden, die alten \u00f6fter &#8218;wiederentdeckt&#8216; werden.<br>Es war ein gelungenes Konzert. war es ein gelungenes Konzert. Witzig und unterhaltsam wurde es durch Randnotizen: der gelangweilte Blick des Drummers auf die Uhr w\u00e4hrend einer Schlagzeugpause, der schweifende Blick eines<strong> Lee Sargent<\/strong> durch das Publikum, an dem man seine Gedanken \u00fcber die einzelnen Besucher ablesen konnte, der Augenflirt von <strong>Robbie Guertin<\/strong> mit dem M\u00e4dchen aus Reihe eins, die alle Songs kannte und eifrig mitsang und mith\u00fcpfte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Clap your hands say yeah<\/strong>!<\/p>\n\n\n\n<p>Die schottischen <strong>Meursault<\/strong> waren Vorgruppe. Fr\u00fch waren sie dran, lange vor dem so etablierten, offiziellen 21 Uhr Beginn. Daf\u00fcr spielten sie dann eine gute dreiviertel Stunde. Einige sagen, es sei eine gro\u00dfartige Band. &#8218;Aber es gibt auch Songs mit Banjos gibt?&#8216; sage ich zur\u00fcck. Zwei oder drei haben sie davon gespielt.<br>Naja, in anderen Songs sah ich sehr wohl sch\u00f6ne und ausufernde Gitarrenmomente. Auch wenn diese zeitweise sehr nach <strong>U2<\/strong>s \u201eWhere the street have no name\u201c und Simple Minds \u201eBiko\u201c klangen, waren das die guten <strong>Meursault<\/strong> Augenblicke. Die Referenzen, die jedoch nun wirklich nur sehr sporadisch gelten, verzeihe ich gerne, Meursault sind eben eine britischen Gitarrenband traditioneller Art. Da kann so was schon mal passieren.<br>Ich h\u00f6rte jedoch auch gleichg\u00fcltig langweiliges. Das waren die Momente, in denen die Cowboystiefel des S\u00e4ngers zum Banjo passten. Beides Dinge, die ich nicht mag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Clap your hands say yeah nicht ihr erstes Album h\u00e4tten, dann w\u00e4re das nichts geworden. So kann ich das Konzert im Geb\u00e4ude 9 auf den Punkt bringen. 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