{"id":330,"date":"2007-11-10T02:39:51","date_gmt":"2007-11-10T00:39:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=330"},"modified":"2026-03-21T14:37:53","modified_gmt":"2026-03-21T13:37:53","slug":"editors-koln-08112007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/editors-koln-08112007\/","title":{"rendered":"Editors &#8211; K\u00f6ln, 08.11.2007"},"content":{"rendered":"\n<p>Ungew\u00f6hnlicher Beginn. Punkt 21 Uhr. <br>Die Musik geht aus, das Saallicht verdunkelt sich, die <strong>Editors <\/strong>betreten die B\u00fchne. Ohne Intro, ohne Ank\u00fcndigung, ohne Showstartum. Instrumente schnappen, fertig, los. Sehr sympathisch! Mit trockener N\u00fcchternheit und voller Wucht trifft der Opener \u201eLights&#8220; das Publikum. Von null auf hundert ohne Startvorbereitung. Und weil es so sch\u00f6n war, noch ein, zwei Smasher hinterher. Eines war \u201eBones&#8220;, und schon bin ich mittendrin im <strong>Editors<\/strong>-Konzert. Mittendrin in der Live Music Hall ist dagegen nur, wer rechtzeitig vor Ort war. Es ist kn\u00fcppelvoll &#8211; also ausverkauft-, wer sp\u00e4ter auflief hatte M\u00fche, hineinzukommen. Nur ein kleiner Spalt hinter dem Mischpult bleibt frei von Menschen. Warum? Weil der Betonpfeiler den direkten Blick zur B\u00fchne versperrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Band wirkt angenehm unspektakul\u00e4r normal. Ein weiterer Sympathiepunkt. Die Show leider auch. <strong>Tom Smith<\/strong>, in weissen Schuhen, R\u00f6hrenjeans und Hemd zeitgem\u00e4ss gekleidet, erklimmt ab und an sein Klavier und nutzt es als erh\u00f6hte Plattform. Die anderen drei Bandmitglieder begn\u00fcgen sich mit dem Bearbeiten ihrer Instrumente und halten sich sonst im Hintergrund. Die Lichtshow ist stimmig, aber nicht besonders erw\u00e4hnenswert. Es geht eher in die &#8218;In-einem-dunklen-Raum-braucht-man-halt-Licht-um-die-Protagonisten-auf-der-B\u00fchne- zu-sehen&#8216; Richtung. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Editors <\/strong>spielen das, was von ihnen erwartet wird. Zu Beginn des Abends einiges mehr von der neuen CD <em>An end has a start<\/em>. Nach guten 20 Minuten dann der Klavierpart, den ich irgendiwe erwartet hatte. Drei aufeinandervollgende St\u00fccke mit einem am Klavier sitzenden S\u00e4nger lassen <strong>Coldplay<\/strong>-Assoziationen aufkommen. Fehlt nur noch das FairTrade Geschwafel. Aber mit diesem Makel muss wohl jede britische Band leben, die ein Klavier auf der B\u00fchne stehen hat und es auch benutzt. Egal, denn das dar\u00fcberhinaus die <strong>Editors <\/strong>mit <strong>Coldplay <\/strong>nichts gemeinsam haben, ist klar wie Klossbr\u00fche. Interessanter und \u00fcberraschender Punkt sind die eingebauten ein zwei Refrainstrophen von <strong>Peter Gabriels<\/strong> \u201eRed Rain&#8220; in eines der St\u00fccke. (Ist auch dem <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.com\/2007\/11\/editors-kln-081107_09.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christoph <\/a>nicht entgangen). Nach dem Coldplaypart ging es wieder gitarriger zu Werke, und, ach wie vorhersehbar, \u201eOpen your arms&#8220; beendet nach einer guten Stunde das regul\u00e4re Set. <br>Als Zugabe noch die obligatorischen drei St\u00fccke, und mit \u201eSmokers outside the hospital doors&#8220; und \u201eFingers in the factory&#8220; war nach 80 Minuten dann Schicht.<br>Es war in diesem Jahr das zweite Mal, dass ich die <strong>Editors <\/strong>sehen durfte. Im Fr\u00fchjahr in der Kulturkirche Nippes zum Kurzkonzert im Rahmen ihrer CD-Vorstellung war es das erste Mal. Der auffallendste Unterschied zu damals war, dass die zum Markenzeichen avancierte ausufernde Armgestik des S\u00e4ngers verk\u00fcmmert zu sein scheint. Wurde im Fr\u00fchjahr noch jeder Song gestenreich untermalt, war dieses Armgefurchtel gestern kaum zu beobachten. Ein Tribut an den Tourneealltag? Ich weiss es nicht.<br>Damals wie gestern war es ein unterhaltsamer, wenn auch unspektakul\u00e4rer Abend, leider ohne grosses aha-Erlebnis. Um die richtige Initialz\u00fcndung zu geben, fehlte eine Winzigkeit. Vielleicht sind <strong>Editors<\/strong>-Songs &#8211; trotz ihrer Tanzbarkeit oder gerade wegen ihrer leichten Melancholieausw\u00fcchse &#8211; mehr als Kopfkinountermalung geeignet als live gespielt zu werden. Vielleicht sollte man die teils grossartigen Kompositionen mit Lichteffekten untermalen (siehe <strong>Coldplay <\/strong>oder um mal jemand anderes zu nennen: <strong>Interpol <\/strong>&#8211; doch auch hier gilt: die <strong>Editors<\/strong> haben songtechnisch nichts mit <strong>Interpol <\/strong>gemeinsam). Das vermisste ich ein wenig, denn die Lichtshow war doch sehr auf den S\u00e4nger abgestimmt und liess selbst die anderen drei Kollegen aussen vor.<br>Vielleicht wollen <strong>Tom Smith<\/strong> und Kollegen dies alles aber auch gar nicht, vielleicht wollen sie den Pathos lieber vor der T\u00fcr stehen lassen.<br>Am gestrigen Nachmittag \/ fr\u00fchen Abend auf der Zugfahrt nach Hause war \u201eBones&#8220; noch der perfekte Soundtrack zum trist tr\u00fcben, angedunkelten, regnerischen Herbsttag. In der Live Music Hall war es nur ein Song.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungew\u00f6hnlicher Beginn. Punkt 21 Uhr.<br \/>\nDie Musik geht aus, das Saallicht verdunkelt sich, die Editors betreten die B\u00fchne. Ohne Intro, ohne Ank\u00fcndigung, ohne Showstartum. Instrumente schnappen, fertig, los. Sehr sympathisch! Mit trockener N\u00fcchternheit und voller Wucht trifft der Opener \u201eLights&#8220; das Publikum. Von null auf hundert ohne Startvorbereitung. Und weil es so sch\u00f6n war, noch ein, zwei Smasher hinterher. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"pretty-paracetamol in concert: %%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Ungew\u00f6hnlicher Beginn. 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