{"id":3271,"date":"2011-06-23T15:15:04","date_gmt":"2011-06-23T13:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3271"},"modified":"2019-09-15T20:05:07","modified_gmt":"2019-09-15T18:05:07","slug":"eels-heerlen-20-06-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/eels-heerlen-20-06-2011\/","title":{"rendered":"Eels &#8211; Heerlen, 20.06.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> Parkstad Limburg Theaters, Heerlen<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/jescahoop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jesca Hoop<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2681\/5862782071_9fe72fdf87.jpg\" alt=\"Eels - Heerlen, 20.06.2011\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Die <strong>Eels<\/strong>. Die Band um <strong>Mark O. Everett<\/strong> ist immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut. Auf ihrer vorletzten Tour gab es im Vorprogramm eine Dokumentation \u00fcber <strong>Mark O. Everetts<\/strong> Vater, den Physiker und Quantenforscher <strong>Hugh Everett<\/strong>.<br \/>\nBeim letzten Mal enterten die beiden Musiker <strong>Chet<\/strong> und <strong>Mark O. Everett<\/strong> wie Boxer den Saal und spielten ein Akustikset. Vor Jahren reichte den <strong>Eels<\/strong> die eigene Band nicht, im Frack und Zylinder traten sie zusammen mit einem kleinen Orchester in einer stickig warmen Live Musik Hall auf.<br \/>\nDie 2008er Konzerte waren mit das interessanteste und verst\u00f6rteste an Liveauftritten, die ich gesehen habe. \u201eWeird\u201c, war <strong>Mr E.<\/strong>\u2019s Lieblingswort. Jedes Kapitel, jeder Song, das Publikum, die Geschichten des Tages vor dem Konzert, alles &#8218;weird&#8216;. <strong>Mr E.<\/strong> selbst war es auch. Kauzig, merkw\u00fcrdig, &#8217;superweird&#8216;.<br \/>\nNichtsdestotrotz oder gerade deswegen hatten all meine bisherigen <strong>Eels<\/strong> Abende eine gro\u00dfe Gemeinsamkeit. Es waren hervorragende Konzerte.<br \/>\nVor einigen Tagen spielten die <strong>Eels<\/strong>, die derzeit auch auf beinahe jedem Festival auftauchen, ein Konzert in K\u00f6ln. Da allerdings zuvor der Termin in Heerlen best\u00e4tigt wurde, hatte ich mein Ticket bereits f\u00fcr die niederl\u00e4ndische Stadt in der Tasche und lie\u00df das n\u00e4herliegende K\u00f6ln Konzert links liegen.<br \/>\nHeerlen bietet wundersch\u00f6ne Konzerts\u00e4le. Das Theater, verkehrsg\u00fcnstig an der A4 bzw. N281 gelegen oder das Nieuwe Nor im Stadtzentrum. Beides moderne, gut funktionierende und von der Akustik her ansprechende S\u00e4le, die eigentlich mehr als nur gelegentliche Fahrten \u00fcber die Grenze rechtfertigen w\u00fcrden. Und da die niederl\u00e4ndische Grenze nicht allzu weit entfernt ist, fand ich mich ratzfatz auf der A4 wieder.<br \/>\nIm Foyer \u00fcberraschte uns der detaillierte Ablaufplan. Ein lokaler K\u00fcnstler sollte um 20.20 den Abend er\u00f6ffnen, bevor um 20.50 <strong>Jessica Hopp<\/strong> und um 21.40 Uhr die <strong>Eels<\/strong> auf die B\u00fchne gehen sollten. F\u00fcr 23.45 Uhr war die \u201eSperrstunde\u201c angesetzt.<br \/>\nNa dann ist ja alles klaro. Zeitlich zumindest. Es wird ein langer Abend. Aber wer ist der lokale K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Der Saal im Theater ist toll. Es ist nicht der Theatersaal selbst, sondern ein kleiner Veranstaltungsraum. Ich sch\u00e4tze mal, ausgelegt f\u00fcr ca. 1000 Besucher, die ihn im Laufe des Abends auch f\u00fcllten. Mit Parkettboden empf\u00e4ngt uns der Raum, der breiter als tief ist. Die Temperaturen sind angenehm, das Licht theateresk. Im hinteren Teil schlie\u00dfen sich in zwei Ebenen Sitzplatzreihen an, die B\u00fchne, gegen\u00fcberliegend, ist sehr aufgebaut hoch. Ich k\u00f6nnte mein Kinn an der B\u00fchnenkante aufst\u00fctzen mache das aber nicht. Stattdessen schaue ich mir die Schuhe eines Clowns an.<\/p>\n<p><strong>Marcello<\/strong> hei\u00dft der lokale Luftballon-Figurenbastler-Clown, der den Abend er\u00f6ffnet. Clown ist dabei w\u00f6rtlich gemeint, nicht im \u00fcbertragenen Sinn. Heerlen ist zwar eine Karnevalshochburg, auf einer meiner vorherigen Fahrten in die Stadt entdeckte ich kurz hinter der Autobahnabfahrt eine Filiale des Karnevalswirtz, aber muss man deswegen einen Mann im Clownskost\u00fcm auf die B\u00fchne schicken.<br \/>\nEin wenig verwundert blickten wir uns an, als <strong>Marcello der Clown<\/strong> knappe 20 Minuten lang Luftballons zu Hunden, Herzen und anderlei Figuren formte. Nicht mehr und nicht weniger.<br \/>\n&#8218;Weird&#8216;, h\u00e4tte <strong>Mark O. Everett<\/strong> vor einigen Jahren dazu gesagt.<\/p>\n<p>Oh ja, das war schon eine Nummer, bevor p\u00fcnktlich um 20.50 Uhr Jesca Hoop, eine amerikanische Singer-Songwriterin, die nach eigenen Angaben schon oft und ausgiebig ein Eels Vorprogramm bestritten hat, f\u00fcr gute f\u00fcnfunddrei\u00dfig Minuten auf die B\u00fchne kam.<br \/>\n5 Songs spielte sie, drei ausufernde Geschichten \u00fcber ihre Mutter, ihren Bruder und noch jemanden erz\u00e4hlte sie. Mehrmals w\u00e4hrend ihres Auftritts kam mir <strong>Noel Gallaghers<\/strong> Ausspruch \u201eshut up and play one\u201c in den Sinn. Obwohl ihr stimmlicher Umfang von <strong>Cyndi Lauper<\/strong> \u00fcber diverse Bangles- Stimmen bis hin zu <strong>Cat Power<\/strong> mit Abwechslungen nicht sparte, reichte es f\u00fcr mich nicht. Die halbe Stunde rutschte v\u00f6llig an mir vorbei. Tja, so ist das manchmal.<br \/>\n<strong>Jesca Hoop<\/strong> hat in den letzten f\u00fcnf Jahren drei Alben ver\u00f6ffentlicht. Als ich ihren Wikipedia Eintrag lese und dort \u00f6fter den Namen <strong>Guy Garvey<\/strong>, d\u00e4mmert es mir. Gestern hatte ich noch das Gef\u00fchl, <strong>Jesca Hoop<\/strong> schon einmal live gesehen zu haben, jetzt glaube ich fest daran. Machte sie nicht auch das Vorprogramm beim letzten <strong>Elbow<\/strong> Konzert im Luxor? Ich recherchier das mal &#8230;<br \/>\nWie man merkt, ist sie mir nicht sonderlich im Ged\u00e4chtnis geblieben. Das wird sich auch nach diesem Abend nicht \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Kurze Pause. <strong>ZZ Top<\/strong>. <strong>Eels<\/strong>.<br \/>\nIm letzten Jahr erschien ihr mittlerweile achtes Album. Ich kenn es kaum, muss ich zu meiner Schande gestehen. Die <strong>Eels<\/strong> finde ich zwar immer toll, ihre Songs jederzeit h\u00f6rbar, aber ich habe es in den letzten Monaten kaum getan. Auch den Vorg\u00e4nger <em>Hombre Lobo<\/em> kaufte ich direkt in der Erscheinungswoche, h\u00f6rte das Album aber bis heute vielleicht ganze drei Mal. Die <strong>Eels<\/strong> und ich haben, was das <strong>Eels<\/strong>&#8211; Platten h\u00f6ren angeht, eine komische Beziehung. Meine Livebeziehung ist intensiver. Dieses war mein f\u00fcnftes oder sechstes <strong>Eels<\/strong> Konzert, Fan scheine ich doch irgendwie zu sein.<\/p>\n<p>In Heerlen kamen sie zu siebt. Als Rockband. Neben dem <strong>Eels<\/strong> Stammpersonal <strong>Mr E.<\/strong> und <strong>Chet<\/strong> bildeten noch zwei Gitarristen, Schlagzeuger <strong>Knuckles<\/strong> sowie zwei Trompeter die <strong>Eels<\/strong>&#8211; Band.<br \/>\nWie komme ich jetzt auf <strong>Bruce Springsteen<\/strong>? Ah, sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Die <strong>Eels<\/strong>&#8211; Band hatte keinen Kleiderkodex, nein, sie hatte einen \u201eGesichts-Kodex\u201c. Sieben M\u00e4nner mit Rasputinbart. Den dichtesten hat <strong>Mr E.<\/strong> pers\u00f6nlich, den d\u00fcnnsten <strong>Chet<\/strong>. Die anderen f\u00fcnf pendelten sich in Richtung <strong>Mr E.<\/strong>\u2019s Bart ein. Also doch <strong>ZZ Top<\/strong>. \u00c4u\u00dferlich auf alle F\u00e4lle, musikalisch bin ich zu wenig im <strong>ZZ Top<\/strong> Werk drin, als das ich das behaupten k\u00f6nne.<br \/>\nOder klingen <strong>ZZ Top<\/strong> wie <strong>Sly &amp; The Family Stone<\/strong>? Ich glaube nein, aber bevor ich jetzt zu weit ins Wirre abdrifte, beende ich das lieber.<br \/>\nDie <strong>Eels<\/strong> coverten <strong>Sly &amp; The Family Stone<\/strong>. Und das gleich zweimal: \u201eSomebody&#8217;s watching you\u201d und \u201cHot fun in the summertime\u201d. Bemerkenswert. Eigenes Material h\u00e4tten sie auch genug gehabt. Doch es tauchte im Set kein einziger Song aus dem Album <em>End times<\/em> auf.<br \/>\nAber <strong>Mark O. Everett<\/strong> ist halt immer f\u00fcr \u00dcberraschungen gut und die <strong>Eels<\/strong> covern seit je her auf ihren Konzerten Zeugs von anderen Bands.<\/p>\n<p>Das Rockbandkonzept war grunds\u00e4tzlich toll, mit starkem Bl\u00e4serchor und vier Gitarren kam Fahrt in die Songs, umgekehrt blieb aber die Schwerm\u00fctigkeit auf der Strecke.<br \/>\nAufgefallen ist mir das bei \u201eI like birds\u201c, das im Anschluss von &#8222;Novocaine&#8220; und &#8222;Souljacker&#8220; in \u00e4hnlichem Tempo &#8211; f\u00fcr mich eindeutig zu rasant &#8211; gespielt wurde, und bei \u201eMy beloved monster\u201c oder \u201eClimbing the moon\u201c, die in der Instrumentenmenge untergingen und viel von ihrem Charme einb\u00fc\u00dften.<br \/>\nUnd noch was ist mir aufgefallen: Sehr oft klangen die <strong>Eels<\/strong> in dieser Besetzung wie <strong>Bruce Springsteen<\/strong> mit <strong>E- Street Band<\/strong>.<\/p>\n<p>Rock Star Zeug mit Schrulligkeit.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: In gratitude for this magnificent day<br \/>\n02: That&#8217;s not really funny<br \/>\n03: Flyswatter<br \/>\n04: Somebody&#8217;s watching you<br \/>\n05: Grace Kelly Blues<br \/>\n06: Packing blankets<br \/>\n07: Prizefighter<br \/>\n08: My beloved monster<br \/>\n09: Fresh feeling<br \/>\n10: That&#8217;s not her way<br \/>\n11: Tremendous dynamite<br \/>\n12: I like the way this is going<br \/>\n13: Climbing the moon<br \/>\n14: This is where it gets good<br \/>\n15: Saturday morning<br \/>\n16: That look you give that guy<br \/>\n17: Hot fun in the summertime<br \/>\n18: Novocaine for the soul<br \/>\n19: Souljacker, Part I<br \/>\n20: I like birds<br \/>\n21: Beginner&#8217;s luck<br \/>\n22: Losing streak<br \/>\nZugabe I:<br \/>\n23: Last Stop: This town<br \/>\n24: P.S. You rock my world<br \/>\nZugabe II:<br \/>\n25: Fresh blood<br \/>\n26: Looking up<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/02\/20\/the-enemy-koln-30012008-5\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eels &#8211; K\u00f6ln, 20.02.2008<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/04\/03\/the-enemy-koln-30012008-10\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eels &#8211; Washington DC, 29.03.2008<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Eels. Die Band um Mark O. Everett ist immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut. Auf ihrer vorletzten Tour gab es im Vorprogramm eine Dokumentation \u00fcber Mark O. Everetts Vater, den Physiker und Quantenforscher Hugh Everett (hier nachzulesen).<br \/>\nBeim letzten Mal enterten die beiden Musiker Chet und Mark O. Everett wie Boxer den Saal und spielten ein Akustikset. 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