{"id":3226,"date":"2011-06-03T09:23:24","date_gmt":"2011-06-03T07:23:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3226"},"modified":"2011-06-05T16:03:36","modified_gmt":"2011-06-05T14:03:36","slug":"primavera-sound-barcelona-27-05-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-barcelona-27-05-2011\/","title":{"rendered":"Primavera Sound &#8211; Barcelona, 27.05.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> Parc del Forum, Barcelona<br \/>\n<strong>Bands:<\/strong> <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/ducktailss\" target=\"_blank\">Ducktails<\/a>, <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/sonnythesunsets\" target=\"_blank\">Sonny &amp; the sunsets<\/a>, <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/malebonding\" target=\"_blank\">Male Bonding<\/a>, <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/jamesblakeproduction\" target=\"_blank\">James Blake<\/a>, <a title=\"LastFm\" href=\"http:\/\/www.lastfm.de\/music\/Half+Japanese\" target=\"_blank\">Half Japanese<\/a>, <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/low\" target=\"_blank\">Low<\/a>, <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/explosionsinthesky\" target=\"_blank\">Explosions in the sky<\/a>, <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/jarviscockerpulp\" target=\"_blank\">Pulp<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm6.static.flickr.com\/5265\/5764697990_ed3b69d0b4.jpg\" alt=\"Parc del Forum\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Das Fazit eines Festivals. Der zweite Tag.<br \/>\nHatte ich Belle and Sebastian und Mogwai gestern erw\u00e4hnt? Ich glaube, nein. Noch zwei gro\u00dfe Namen, die ich in den drei Tagen Barcelona nicht gesehen habe.<br \/>\nUnd auch hier gilt, ich \u00e4rgere mich nicht dar\u00fcber. Belle and Sebastian fielen am zweiten Festivaltag Low zum Opfer, den Slowcore der Amerikaner fand ich interessanter und spannender als die seichten Popmelodeien der Schotten. Oder wie ich kurz nach dem Auftritt notierte: \u201eich war auch vorher kurz bei Belle und Sebastian. Waren dort vornehmlich die Indiem\u00e4dchen, so trifft man hier die Indiefrauen und grau melierten M\u00e4nner. Low ist ein Erwachsenenkonzert.\u201c<br \/>\nUnd f\u00fcr viele ein lang ersehntes Konzert, wie es schien. Obwohl The National direkt zuvor alles in Grund und Boden spielten, sich zeitlich mit dem Beginn des Low Konzertes \u00fcberschnitten, und parallel Belle und Sebastian musizierten, war der Platz vor der ATP-B\u00fchne gerappelt voll.<br \/>\nLow sind die Band des Ehepaares Alan Sparkhawk und Mimi Parker. Zusammen mit Bassist Steve Garrington bilden sie seit 2008 Low. Die Band selbst existiert jedoch viel l\u00e4nger, seit 1993. Ihre spr\u00f6den und trockenen Songs beeindruckten alle Anwesenden (mich eingeschlossen) sehr. Immer wieder gab es Applaus auf offener B\u00fchne. Das ist bei Festivalkonzerten selten der Fall und ich deute das als 100 % es Fantum und gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung.<br \/>\nLeicht angeknockt waren wir nachmittags zu einem der freien und \u00f6ffentlichen Konzerte in den Parc Central del Poblenou geschlurft, in der vagen Hoffnung, dort die F\u00fc\u00dfe hochzulegen und nebenbei noch ein wenig Musik mitzubekommen. Sonny and the sunsets hatten wir uns gegen 16 Uhr hierf\u00fcr ausgeguckt.<br \/>\nDas wir dann stattdessen die Ducktails l\u00e4ngere Zeit f\u00fcr Sonny &amp; the sunsets hielten ist in erster Linie unserer Dummheit zuzuschreiben und nur in zweiter Linie der Tatsache, dass die Zeitplanungen f\u00fcr die vier, f\u00fcnf Bands, die an diesem Nachmittag im Park spielen sollten, ordentlich durcheinander ging und es eben die Ducktails waren, die Punkt 16 Uhr ihr halbst\u00fcndiges Set begannen.<br \/>\n<!--more-->Erst bei der Ank\u00fcndigung zum letzten Lied \u201eWe are the Ducktails from New Jersey\u201c wurde nicht nur ich schlauer. Dass anschlie\u00dfend noch Sonny und Co spielten, war da bereits nebens\u00e4chlich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2751\/5792364447_b5b688ebbd.jpg\" alt=\"Ducktails - Barcelona, 27.05.2011\" width=\"500\" height=\"281\" \/><br \/>\nDie Ducktails hatten mich derma\u00dfen beeindruckt, dass ich dem Sonnenstaatenrock der Sonnys nur noch wenig abgewinnen konnte. \u00dcberdies spielten sie auch noch vor der h\u00e4sslicheren B\u00fchne im Park. Ich h\u00e4tte mich sehr ge\u00e4rgert, wenn ich mich f\u00fcr ihre halbe Stunde Sonny &amp; the sunsets aufgerafft h\u00e4tte.<br \/>\nWie gesagt, die Flaming Lips steckten mir noch in den Knochen.<br \/>\nJames Blake sollte daher das erste komplette Konzert werden. Sein Deb\u00fctalbum gef\u00e4llt mir sehr, es stand f\u00fcr mich fest, seinen Auftritt zu sehen, zumal ich sein K\u00f6lner Konzert im Fr\u00fchjahr verpasst hatte. Und so f\u00fchrte uns der Weg direkt an das Mittelmeer. Die Pitchfork B\u00fchne, auf der James Blake seinen ersten Festivalauftritt gestalten sollte, liegt nur durch einen Maschenzaun vom Meer getrennt auf einem Kai. Hier, in unmittelbarer N\u00e4he zur Hauptb\u00fchne, hatte der junge Engl\u00e4nder mit seinen beiden Begleitern (Schlagzeug und Gitarre) gegen den Krach der gro\u00dfen B\u00fchne anzuspielen. Vorher mutma\u00dften wir, ob seine ruhigen und sp\u00e4rlichen Sounds auch live funktionieren w\u00fcrden. Zur allgemeinen Beruhigung sei festzuhalten: sie taten es. Egal ob \u201eLimit to your love\u201c oder \u201eI never learnt to share\u201c, um mal die Hits rauszugreifen. Ein kleineres Problemchen stellte nur der zwischenzeitlich r\u00fcberschwappende L\u00e4rm von M. Ward, die auf der B\u00fchne spielten, dar. Merklich irritiert schaute James Blake das ein oder andere mal in den ruhigen Sequenzen schr\u00e4g r\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3545\/5792924596_c34966d812.jpg\" alt=\"James Blake - Barcelona, 27.05.2011\" width=\"500\" height=\"281\" \/><br \/>\nDas st\u00f6rte aber wenig. Ich fand seinen ersten Festivalauftritt sehr gelungen und entschied mich, bis zum Schluss zu bleiben. Viele andere taten das nicht, gegen neun Uhr kam sichtbar Bewegung in das Publikum. The National, die gleich am anderen Ende des Gel\u00e4ndes auftreten sollten, saugten die Besucher geradezu an.<br \/>\nDass ich standhaft blieb, sollte ich sp\u00e4ter mit dem Nichtsehen der Amerikaner \u201eb\u00fc\u00dfen\u201c. Als ich n\u00e4mlich eine halbe Stunde sp\u00e4ter vor der zweitgr\u00f6\u00dften B\u00fchne auftauchte, spielten The National nicht nur bereits, sondern ich fand auch nur so weit hinten noch einen Platz, dass ich kaum etwas sah und nervend im Durchgangsverkehr stand.<br \/>\nDas kann jawohl nicht sein, dachte ich mir und kramte den Ablaufplan (\u00fcbrigens von einem Iren entworfen und ins Netz gestellt, dessen Gr\u00fcppchen wir kurz zuvor bei James Blake trafen. \u201eWo hast du den Plan her?\u201c \u201eAus dem Internet.\u201c \u201eOh, hey, der ist von ihm.\u201c \u201eAch echt, danke f\u00fcrs zusammenstellen.\u201c) hervor. Ich entschied mich kurzerhand, Half Japanese anzuschauen. Die ATP-B\u00fchne war von einer Trib\u00fcne flankiert, da konnte man sich hinsetzen, und da ich langsam Hunger bekam, dachte ich, es w\u00e4re eine gute Idee, mir was zu essen zu kaufen und dann gem\u00fctlich kauend die amerikanischen Rockmonster anzusehen.<br \/>\nGesagt, getan. Ein Bocadillo sp\u00e4ter sa\u00df ich auf der wenig gef\u00fcllten Trib\u00fcne und h\u00f6rte und sah 90er Jahre Alternativ. Schon wieder ein Altherrenkonzert, dachte ich. Die Amis aus Austin existieren seit \u00fcber 30 Jahren. Im Laufe der Zeit gab es unterschiedliche Besetzungen, und mittlerweile ist Jad Fair einziges st\u00e4ndiges Mitglied. Anfang der 90er Jahre hatten Half Japanese ihre Hochphase. 1993 erschien eine Dokumentation \u00fcber die Band. \u201eHalf Japanese: The Band That Would Be King\u201c.  \u201cThe funniest Rock\u2019n\u2019Roll movie since Spinal tap\u201d, wie die Chicago Tribune titelt.<br \/>\nSie tourten mit Nirvana und arbeiteten unter anderem mit Yo la tengo und Sonic Youth. Und genau in diesem Kontext ist das musikalische Element der Band zu sehen.<br \/>\nDavid Fair, der Bruder von Jad, gibt dazu die Anleitung:<br \/>\nHow to play Guitar by David Fair (via: <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.halfjapanese.co.uk\/about\/\" target=\"_blank\">Hompage<\/a>)<\/p>\n<blockquote><p>I taught myself to play guitar. It&#8217;s incredibly easy when you understand the science of it. The skinny strings play the high sounds, and the fat strings play the low sounds. If you put your finger on the string farther out by the tuning end it makes a lower sound. If you want to play fast, move your hand fast and if you want to play slower move your hand slower. That&#8217;s all there is to it. You can learn the names of notes and how to make chords that other people use, but that&#8217;s pretty limiting. Even if you took a few years and learned all the chords you&#8217;d still have a limited number of options. If you ignore the chords your options are infinite and you can master guitar playing in one day.<\/p><\/blockquote>\n<p>Half Japanese haben seit 10 Jahren kein Album mehr ver\u00f6ffentlicht. Eine Tatsache, die sie mit dem eigentlichen H\u00f6hepunkt des heutigen Tages verband: Pulp. Auch die Briten ver\u00f6ffentlichten 2001 ihr siebtes und bisher letztes Album.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm6.static.flickr.com\/5105\/5792924820_99b7b4a293.jpg\" alt=\"Half japanese - barcelona, 27.05.2011\" width=\"500\" height=\"281\" \/><br \/>\nWie das Konzert der Engl\u00e4nder ablief, steht <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.com\/2011\/05\/setlist-pulp-comeback-konzert.html\" target=\"_blank\">hier<\/a> in aller Ausf\u00fchrlichkeit erkl\u00e4rt. An dieser Stelle sei nur kurz erw\u00e4hnt, dass ich mich bei Disco 2000 (Nummer f\u00fcnf der Setlist) aus dem inneren Zirkel verabschiedete und mir das Spektakel von weiter hinten anschaute. Es waren viele Engl\u00e4nder vor Ort und zusammen mit bekoksten Spaniern ergibt dies eine sehr euphorische Meute, die Pulp m\u00e4chtig abfeierten. Was ganz klar verdient ist!<br \/>\nIch musste aber nicht mitfeiern.<br \/>\nIch hatte immer ein etwas distanzierteres Verh\u00e4ltnis zu der Band. Jarvis Cocker, der alte Schlacks, ist toll, keine Frage, aber viele Pulp Sachen geben mir nicht so viel, als das ich mich als gro\u00dfen Fan bezeichnen w\u00fcrde. Mit Ausnahme des kompletten \u201e This is hardcore\u201c Albums, von dem bin ich ganz gro\u00dfer Fan. Daher \u00e4rgerte ich mich nicht allzu sehr, dass ich nach einer guten Stunde Pulp ein wenig m\u00fcde wurde und mein Abstand sich zur B\u00fchne immer mehr vergr\u00f6\u00dferte. Auch Tag zwei zeigte langsam Wirkung und es war an der Zeit, ins Hotel zur\u00fcckzugehen. Aber nicht ohne den ganzen Weg \u201eDo you remember the first time\u201c im Ohr zu haben.<br \/>\nZusatz: Ach ja, Explosion in the sky waren ja auch noch. Sie f\u00fcllten das Zeitloch zwischen Low und Pulp. Nach den spanischen Toundra und Islet bereits die dritte Postrock Band, die wir sahen, und morgen sollten wir ja noch Mogwai und The Album Leaf verpassen. Ist Postrock der Sound des Sommers?<br \/>\nExplosion in the sky waren: grandios!<\/p>\n<p><strong>Setlist Low:<\/strong><br \/>\n01: Nothing but heart<br \/>\n02: Monkey<br \/>\n03: Silver Rider<br \/>\n04: You see everything<br \/>\n05: Pissing<br \/>\n06: Last Snowstorm of the year<br \/>\n07: Witches<br \/>\n08: Especially me<br \/>\n09: Try to sleep<br \/>\n10: Sunflower<br \/>\n11: Murderer<br \/>\n12: Canada<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157626805829516\/with\/5792364665\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2011\/05\/31\/primavera-sound-barcelona-26-05-2011\/\" target=\"_blank\">Das Fazit eines Festivals. Der erste Tag.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Parc del Forum, Barcelona Bands: Ducktails, Sonny &amp; the sunsets, Male Bonding, James Blake, Half Japanese, Low, Explosions in the sky, Pulp Das Fazit eines Festivals. Der zweite Tag. Hatte ich Belle and Sebastian und Mogwai gestern erw\u00e4hnt? Ich glaube, nein. 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