{"id":2998,"date":"2011-02-24T19:42:43","date_gmt":"2011-02-24T17:42:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2998"},"modified":"2011-02-24T20:20:34","modified_gmt":"2011-02-24T18:20:34","slug":"edwyn-collins-koln-21-02-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/edwyn-collins-koln-21-02-2011\/","title":{"rendered":"Edwyn Collins &#8211; K\u00f6ln, 21.02.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> Stadtgarten, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> The Kinbeats<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm6.static.flickr.com\/5098\/5473718753_747977e7c5.jpg\" alt=\"Edwyn Collins - K\u00f6ln, 21.02.2011\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>&#8222;A girl like you&#8220; katapultierte Edwyn Collins vor knappen 20 Jahren in die europ\u00e4ischen Charts und ins weltweite Radio. Das war 1995, lange nachdem er die Post Punk Band \u201eOrange Juice\u201c gegr\u00fcndet und wieder aufgel\u00f6st hat.<br \/>\nEhrlich gesagt war Edwyn Collins aus meinem Blickfeld verschwunden. Letztes Jahr las ich nach langer Zeit erstmals wieder bewusst seinen Namen; in Kombination mit dem Berlin Festival tauchte er auf. Eine merkw\u00fcrdige Sache.<br \/>\nAls ich dann in der vergangenen Woche zuf\u00e4llig auf EinsFestival eine Harald Schmidt Late Night Wiederholung sah, stand er pl\u00f6tzlich in meinem Fernseher.<br \/>\n\u201eLosing sleep\u201c hie\u00df der Song, den er im Studio pr\u00e4sentierte, und \u201eLosing sleep\u201c hei\u00dft auch Edwyn Collins neues Album. Der Song hat Spuren von dieser Billy Bragg Raubeinigkeit, die ich so mag, und \u00fcberhaupt nichts von dem, was ich bisher mit Edwyn Collins verband.<br \/>\nGut, das war haupts\u00e4chlich \u201eA girl like you\u201c, ich gebe es zu. Also nur ein kleiner Abriss dessen, was man gemeinhin Gesamtwerk nennt.<br \/>\nSein Auftritt gab mir aber den letzten Tritt, mich in Richtung seines K\u00f6lner Stadtgartenkonzerts zu bewegen. Ich war neugierig geworden und wollte mir sein neuestes Album, das seine Plattenfirma mit den Worten<\/p>\n<blockquote><p>\u201eLosing Sleep\u201c fasst Edwyn Collins 34-j\u00e4hrige Karriere geb\u00fcndelt zusammen: Angefangen vom Post-Punk und Brit-Pop bis zur eing\u00e4ngigen Soulmusik\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>umschreibt, doch mal live anh\u00f6ren.<br \/>\nAufgenommen hat Edwyn Collins sein nunmehr siebtes Studioalbum mit einer Reihe illustrer Gastmusiker. Johnny Marr, Alex Kapranos &amp; Nick McCarthy (Franz Ferdinand), Romeo Stodart (The Magic Numbers) und Ryan Jarman (The Cribs) waren unter anderen an der Produktion beteiligt. Wie toll es live ist, wenn all diese Musiker auf einmal mit auf der B\u00fchne stehen, konnte ich hier lesen. Also noch ein Anreiz, mir diesen Mann mal n\u00e4her anzuschauen, auch wenn dieses best-of Konzert nat\u00fcrlich nicht wiederholbar ist. Dass das in dieser Konstellation f\u00fcr diesen Abend nicht geplant ist, ist klar.<br \/>\nWeiter hei\u00dft es im Internet:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie R\u00fcckkehr des Edwyn Collins mit seinem siebten Album &#8222;Losing Sleep&#8220; ist ein kleines Wunder. 2005 erlitt der damals 45-j\u00e4hrige Songwriter binnen weniger Tage zwei Schlaganf\u00e4lle. Danach lag er sechs Monate im Krankenhaus, konnte weder laufen, noch sprechen, lesen oder schreiben.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Edwyn Collins kam mit Band und Familie. <!--more-->Seine Frau Grace Maxwell empfang ihn nach Konzertende am B\u00fchnenrand, sein Sohn William durfte (musste) die zweite Zugabe \u201eIn your eyes\u201c singen.<br \/>\nDurfte oder musste deswegen, weil er zu Beginn einen gar nicht gl\u00fccklichen Eindruck hinterlie\u00df. Ein wenig skeptisch dreinblickend stand er auf der B\u00fchne und wusste nicht so recht wohin mit seinen H\u00e4nden. Die Nervosit\u00e4t verflog jedoch, William steigerte sich in den Song hinein und zeigte dann irgendwie die Rockshow des Abends. Unbestritten hat der Junge B\u00fchnentalent.<br \/>\nZuvor aber gab es gutes und weniger gutes:<br \/>\nNat\u00fcrlich spielte Edwyn Collins seinen \u00dcberhit \u201eA girl like you\u201c. Wie es sich f\u00fcr einen \u00dcberhit geh\u00f6rt, stand er am Ende des regul\u00e4ren Sets. Aber mit \u00dcberhits ist das so eine Sache.<br \/>\nAn diesem Abend hatte ich den Eindruck, dass es der am wenigsten z\u00fcndende Song im Konzert war. Das Publikum, altersgerecht anwesend, blieb merklich ruhig.<br \/>\nVielleicht ging es ja nicht nur mir so: ich kann dieses Lied nicht mehr h\u00f6ren. \u201eA girl like you\u201c wurde \u00fcberstrapaziert. Im Jahr seiner Ver\u00f6ffentlichung, war er omnipr\u00e4sent. Selbst wenn man wollte, konnte man ihm nicht entkommen. \u00dcberall und zu jeder Zeit h\u00f6rte man \u201edub dub dum dub dub dub dum dub dub dum dub dum dum\u201c.<br \/>\nGenauso gut wie man zu Beginn noch dazu tanzen konnte, konnte man im Verlauf des Jahres das Radio und den Fernseher getrost abschalten, sobald die ersten \u201edubs\u201c erklangen. Neben den \u00e4lteren (aber Anfang der neunziger noch hochaktuellen) \u201eMystify\u201c, \u201eLessons in love\u201c und \u201eWonderful life\u201c geh\u00f6rt \u201eA girl like you\u201c f\u00fcr mich in die Kategorie \u201esattgeh\u00f6rt\u201c.<\/p>\n<p>Schade, denn es war ein guter Song.<br \/>\nSchade auch, dass weite Teile des Konzerts v\u00f6llig an mir vorbeigegangen sind.<br \/>\nLiegt aber an mir, denn ich ertrage nur ein bestimmtes Ma\u00df an Soulpop. Und davon bot Edwyn Collins im Stadtgarten eine ganze Menge. Mit \u201eIt dawns on me\u201c, das relativ fr\u00fch im Set auftauchte,  erreichte mein Aufmerksamkeitsdefizit seinen H\u00f6hepunkt, mir fielen pl\u00f6tzlich ganz abstruse Dinge ein: zum Beispiel, dass die fiesen Saxophonpassagen, die sehr h\u00e4ufig auftauchten, mich an Lisa Simpson erinnern, ich die rote Krawatte von Gitarrist Andy Hackett, der gef\u00fchlt mehrfach davor stand, seine Gitarre im Verst\u00e4rker zu versenken, ganz hervorragend fand oder das die Entscheidung f\u00fcr \u201eThe Kinbeats\u201c als Vorgruppe (eine deutsche Band, die in London lebt und auf Collins Plattenlabel ver\u00f6ffentlicht) eine immer nachvollziehbarere wurde.<br \/>\nBevor ich jedoch zu sehr abschweifen konnte, holten mich die guten Momente des Abends zur\u00fcck. Es war dies zwei Orange Juice Songs (einer davon war \u201eRip it up\u201c) sowie das Franz Ferdinand Lied des neuen Albums. \u201eDo it again\u201c h\u00f6rte ich an diesem Abend zum ersten Mal. Alex Kapranos und Nick McCarthy haben an diesen Song mitgearbeitet, und ihre Handschrift ist eindeutig. \u201eDo it again\u201c klang sehr nach den anderen Schotten. Es ist ein kleiner Hit!<br \/>\nUnd dann spielte Edwyn Collins seinen anderen Hit \u2026.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157626003100969\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Stadtgarten, K\u00f6ln Vorband: The Kinbeats &#8222;A girl like you&#8220; katapultierte Edwyn Collins vor knappen 20 Jahren in die europ\u00e4ischen Charts und ins weltweite Radio. Das war 1995, lange nachdem er die Post Punk Band \u201eOrange Juice\u201c gegr\u00fcndet und wieder aufgel\u00f6st hat. Ehrlich gesagt war Edwyn Collins aus meinem Blickfeld verschwunden. 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