{"id":2987,"date":"2011-02-14T21:06:29","date_gmt":"2011-02-14T19:06:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2987"},"modified":"2011-02-20T11:31:10","modified_gmt":"2011-02-20T09:31:10","slug":"esben-and-the-witch-koln-13-02-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/esben-and-the-witch-koln-13-02-2011\/","title":{"rendered":"Esben and the witch &#8211; K\u00f6ln, 13.02.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm6.static.flickr.com\/5015\/5445398659_74534a3825.jpg\" alt=\"Espen and the witch - K\u00f6ln, 13.2.2011\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Ich hatte Zeit. Der Download der Windows 7 Professional Version von Microsofts MSDNAA  Seite dauert prognostizierte zwei Stunden. Im Rahmen meines just begonnenen Fernstudiums bin ich gezwungen, auf diese Betriebssystemsoftware umzustellen. Na, wenigstens werden die Bits und Bytes kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt, auf den heimischen Personal Computer m\u00fcssen sie trotzdem.<br \/>\nAlso was tun? Der Rechner war an, die Internetverbindung stand, da k\u00f6nnte ich mich doch ein wenig mit dem abendlichen Konzert bzw. der Band, dessen Konzert ich besuchen wollte, besch\u00e4ftigen.<br \/>\nEsben and the witch, so ihr Name; Heimatort: Brighton (by the sea). Die BBC hat sie in die TOP 10 ihrer Rubrik \u201eSound of 2011\u201c gew\u00e4hlt, was per se keine schlechte Referenz ist, wie ich finde.<br \/>\nDas Deb\u00fctalbum \u201eViolet cries\u201c der beiden Gitarristen Thomas Fisher und Daniel Copeman sowie S\u00e4ngerin und Trommlerin Rachel Davies erschien vor einigen Tagen, die Single \u201eMarching song\u201c, mein Aufh\u00e4nger f\u00fcr diesen Konzertbesuch, im Oktober des letzten Jahres.<br \/>\nDer \u201eMarching song\u201c ist toll. Ein wirklich gro\u00dfen Song und wer sich das dazugeh\u00f6rige Video anschaut, wird direkt Fan. So wie ich. Das Video erkl\u00e4rt mir dann auch sofort, warum 1live am sonnt\u00e4glichen Nachmittag die Band mit nightmare-pop umschrieben hat. Es ist gruselig, der Sound d\u00fcster und geheimnsivoll.<br \/>\nIhre Homepage sieht verk\u00fcnstelt aus.  Schwarz-wei\u00df Fotografien in verwischter Optik wechseln sich mit alten Darstellungen von Zahnreihen, Muskelgruppen und obskuren Fotos. Beeinflusst von Hieronymus Bosch. \u2026and you will know us by the trail of dead lassen gr\u00fc\u00dfen.<!--more-->Bisher ist der ganz gro\u00dfe Hype um Esben and the witch (noch) ausgeblieben, was vielleicht auch daran liegen mag, dass auf ihrem Album, das man sich auf ihrer Homepage noch im Stream anh\u00f6ren kann, der ein oder andere Hit zu wenig enthalten ist. So widerf\u00e4hrt den dreien noch nicht das gleiche Schicksal (oder Gl\u00fcck), wie es zum Beispiel den XX\u2019en oder Delphic zu Teil wurde. Ganz so hoch wie deren Deb\u00fctalben wurde \u201eViolet cries\u201c nicht gehoben. Zu Recht, wie ich finde.<br \/>\nWie geschrieben, die Bits und Bytes dr\u00f6ppeln gem\u00e4chlich auf meine Festplatte und ich verplempere die Zeit und Suche nach Erkl\u00e4rungen f\u00fcr diesen interessanten Bandnamen. Espen and the witch, wer denkt sich nur sowas aus? Eine Antwort erhalte ich beim schweizerischen Musikblog 78s. <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.78s.ch\/2010\/11\/19\/song-des-tages-esben-and-the-witch-warpath\/\" target=\"_blank\">Dort steht<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Als Vorlage f\u00fcr den Band-Namen diente ein d\u00e4nisches M\u00e4rchen: Ein Vater spendiert elf seiner S\u00f6hne Geld, Gaul und Segen f\u00fcr die Suche nach dem Schicksal, nur Esben, der J\u00fcngste, kriegt nichts ab. Drum schnitzt dieser sich kurzerhand ein eigenes Pferd und zieht mit den Br\u00fcdern los in Richtung gro\u00dfe weite Welt \u2013 und landet im dichten Geb\u00e4um direkt in den Armen einer fiesen Hexe und am Hofe des K\u00f6nigs in den F\u00e4ngen eines b\u00f6swilligen Adligen. Gleich einige Male muss er mit Mut und spitzb\u00fcbischer List die Hintern seiner Br\u00fcder retten, bevor ihm Vater und K\u00f6nig verdienten Dank und Ehr erweisen. Eine ausf\u00fchrlichere Version kann auf ihren MySpace Seiten nachgelesen werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Hintergrund l\u00e4uft dabei wie ganz selbstverst\u00e4ndlich der Albumstream und auf einmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob es ein guter Abend wird.<br \/>\nDie Melodien klingen sehr dunkel und bleiern, dar\u00fcber liegt Rachel Davies an Mazzy Star oder Miranda Sex Garden erinnernde Gesangparts. Das kommt sehr gothesk r\u00fcber, der Opener \u201eArgyria\u201c l\u00e4sst mich gar ratlos zur\u00fcck.<br \/>\nLive macht Rachel alles richtig. Mit \u00fcberkreuzten Beinen und leicht gesenktem Kopf steht sie abends auf der B\u00fchne des Geb\u00e4udes 9 und singt ihre Textpassagen.  Eingerahmt von ihren beiden Bandkollegen Thomas Fisher zur linken und Daniel Copeman zur rechten Seite.<br \/>\nDas Konzert gleicht mehr einer Performance denn einem Konzert. Die Show ist stimmig, passt perfekt zur Musik. Die knappen 40 Minuten ist die B\u00fchne in dunkles blaues und ab und an mattes rotes Licht gehalten. S\u00e4mtliche Hobby- und Profifotografen um mich herum verzweifeln. Einzig zwei wei\u00df leuchtende Laternen am hinteren B\u00fchnenrand geben ein permanentes, dunkelwei\u00dfes Licht ab. Ansonsten herrscht Dunkelheit.<br \/>\nEin Schlagzeug gibt es nicht, drei Mikrofone, eine Trommel, ein Keyboard und dazu drei Gitarren ergeben den Esben and the witch Sound.<br \/>\nDer ist anders als auf dem Album. Dr\u00f6hnender, wuchtiger, schmerzender.  Wer sagt solchen Bands eigentlich immer, dass es live unheimlich toll ist, wenn man keine klaren Soundstrukturen mehr wahrnimmt, und alles unter dem Mantel des Dr\u00f6hnens verschwinden soll.  Der klare, zarte Gesang Rachels kommt zeitweise kaum durch.<br \/>\nDas ist grunds\u00e4tzlich nicht schlimm, allerdings f\u00fchrt dieser trockene, laut wummernde Basston, der  im finalen Song \u201eEumenides\u201c besonders ausgereizt wurde, bei mir immer zu k\u00f6rperlichen Schmerzen. Es zieht dann leicht und kribbelt unangenehm an die Nervenenden unterhalb meines \u00fcberkronten Backenzahns. Gef\u00fchlte Musik.<br \/>\nAlso, Dr\u00f6hnen war die eine Livekomponente, unverst\u00e4rktes Gitarrenspiel eine zweite. Wie bizarr die Situation: L\u00e4rm \u00fcberall und trotzdem h\u00f6rten wir zart und leise die Gitarrensaiten Von Daniel Copemans Gitarre.  Dass dies kein Versehen war, er hatte keineswegs vergessen, die Schalter umzulegen, wurde uns klar, als wir die unverst\u00e4rkte Gitarre wiederholt in unterschiedlichen Songs h\u00f6ren konnten. Dieser Effekt war so gewollt, wahrscheinlich wollte er nur nicht aus dem Rhythmus kommen und punktgenau die wenigen Sekunden der Verst\u00e4rkung in den Songs nicht versauen.<br \/>\nZwischendurch erinnerte mich das Esben and the witch Konzert an Mono, was aber auch nur an den langen Haaren der beiden direkt in meiner N\u00e4he stehenden Musiker lag. Klanglich haben sie, au\u00dfer in ihren lauten Momenten, nichts mit der japanischen Band gemein. Ah, vielleicht doch die Dramatik in ihren Songs, ich bin mir aber nicht sicher.<br \/>\nAuch die Shoegazeverbindung greift nur bedingt. My bloody Valentine haben mir zwar das lauteste Konzert bisher gegeben, aber Esben and the witch sind schon mehr als nur Gitarren.<br \/>\nLive sind sie eine Mischung aus heftigen Evanescence, lauten Siouxie and the Banshees und cooleren Health. Ach quatsch, alles Unsinn, Esben and the witch sind Esben and the witch.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157626049672060\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2010\/03\/24\/mono-dortmund-23-03-2010\/\" target=\"_blank\">Mono &#8211; Dortmund, 23.03.2010<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2009\/10\/16\/thexx-koeln-15102009\/\" target=\"_blank\">The xx &#8211; K\u00f6ln, 15.10.2009<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2010\/08\/27\/the-xx-koln-26-08-2010\/\" target=\"_blank\">The xx &#8211; K\u00f6ln, 26.08.2010<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Ich hatte Zeit. 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