{"id":2943,"date":"2011-01-23T17:07:34","date_gmt":"2011-01-23T15:07:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2943"},"modified":"2014-02-18T18:05:15","modified_gmt":"2014-02-18T17:05:15","slug":"i-like-trains-koln-19-01-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/i-like-trains-koln-19-01-2011\/","title":{"rendered":"I like trains &#8211; K\u00f6ln, 19.01.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong>Delay trees<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"I like trains - K\u00f6ln, 19.01.2011 (Foto: stsch)\" src=\"http:\/\/farm6.static.flickr.com\/5047\/5381313424_1d340e5dae.jpg\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Mittwoch vor 172 Jahren wurde Paul Cezanne geboren. Paul Cezanne war einer der einflussreichsten K\u00fcnstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts und stilpr\u00e4gender Wegbereiter nachfolgender Malergenerationen des Postimperialismus und der Moderne.<br \/>\nWarum erw\u00e4hne ich dies? Nun, am Morgen erinnerte mich Google an diesen Umstand und so bl\u00e4tterte ich mich im digitalen durch sein Gesamtwerk. Dabei fiel mir auf, dass zu den Bildern seiner \u201edunklen Periode\u201c (es w\u00e4re \u00fcbertrieben zu behaupten, ich h\u00e4tte auch schon vor vier Tagen gewusst, dass Paul Cezanne eine dunkle Phase hatte) ideal die I like trains Songs passen, die zuf\u00e4llig im Hintergrund liefen.<br \/>\nSo ganz zuf\u00e4llig lief das aktuelle I like trains Album nat\u00fcrlich nicht, sollte doch am Abend ihr Konzert anstehen und ich wollte mich vorab noch mal ein wenig einh\u00f6ren.<br \/>\nDicker Farbauftrag, kontrastreiche, dunkle T\u00f6ne und getragene Gitarren, an dieser Kombination zu tagschlafender Zeit gab es nichts auszusetzen, dieses Zufallskonstrukt war ein harmonisches Ganzes.<br \/>\nI like trains sind die Sorte Bands, die ich \u201eaus dem vorbeigehen\u201c kenne. Hier und da habe ich mal was geh\u00f6rt, aber ernsthaft mit ihnen besch\u00e4ftigt habe ich mich nie.<br \/>\nIhre letzte CD \u201eHe who saw the deep\u201c kaufte ich <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/welt_kompakt\/kultur\/article12235539\/Unwort-2010-heisst-alternativlos.html\" target=\"_blank\">alternativlos<\/a>, aber auch, weil mir irgendwann auf einer Autofahrt erz\u00e4hlt wurde, I like trains geh\u00f6ren zu den guten Bands.<br \/>\nUnd zu diesen geh\u00f6ren sie zweifellos. Ihr 2010er Album ist toll. Die Songs erinnern zwar stark an 20 andere Bands und an die Editors, aber es gibt schlimmere Querverweise.<br \/>\n\u201eHe who saw the deep ist ja ihr Sommeralbum\u201c. Es war w\u00e4hrend der Umbaupause im Geb\u00e4ude 9, als ich diese Worte h\u00f6re. Verstehen konnte ich sie nicht. Noch nicht. 90 Minuten sp\u00e4ter war mir klar, was gemeint war.<\/p>\n<p><!--more-->Fr\u00fcher waren I like trains anders drauf. Die Synthesizer scheinen sie erst mit dem neuen Album f\u00fcr sich entdeckt zu haben. Sie sind songpr\u00e4gend und \u00e4hnlich wichtig wie auf dem letzten Editors Album. Nur z\u00f6gerten I like trains, sie genauso wuchtig einzusetzen. Daher klingt das neue I like trains Album auch nicht nach einem &#8222;In this light and on this evening&#8220; Abklatsch. Es klingt mehr nach den \u00e4lteren Editors Alben, nach den Songs, in denen Tom Smith und Kollegen die Synthesizer unterst\u00fctzend und nicht dominierend eingesetzt haben.<br \/>\nMan k\u00f6nnte sich nun dar\u00fcber streiten und stundenlang diskutieren, ob die neue Luftigkeit gut oder weniger gut ist, ob sich I like trains wirklich mehr dem Pop hinwenden sollten oder nicht. So was macht Spa\u00df und ich erfahre dabei immer eine ganze Menge neuer Sachen und lerne interessante Perspektiven, auf die ich nie gekommen w\u00e4re.<br \/>\nIch denke, \u201eHe who saw the deep\u201c k\u00f6nnte der Band einen Bekanntheitskick geben, denn Songs wie \u201eFather\u2019s son\u201c, \u201eHope is not enough\u201c oder \u201eWe saw the deep\u201c sind richtig gut.<\/p>\n<p>Richtig gut war auch der erste Song des Abends. \u201eDelay trees\u201c hatte ihn auf dem Gewissen. Niemand von uns hatte die finnische Vorband auf dem Schirm. Grunds\u00e4tzliche Fragen nach dem \u201ewas machen die\u201c, \u201ewie sind die\u201c oder \u201emuss ich die kennen\u201c konnten bis in die Nacht hinein nicht beantwortet werden. Welch\u2019 miese Vorbereitung schon beim ersten Konzert des Jahres!<\/p>\n<blockquote><p>Delay Trees hail from the towns of Helsinki and H\u00e4meenlinna, southern Finland.<br \/>\nIn his early twenties, Rami started to write songs about the growing pressures of adulthood, unemployment, ending friendships and the long Finnish winters. After sharing a mutual musical history with Sami and Lauri it felt natural to start playing the new songs together. For a while they searched for a drummer who would fit in with their new material. After a few try-outs, Onni, the brother of a mutual friend, stood out and fitted in perfectly. At the start of 2007 the boys started rehearsing continuously under the name Delay Trees and played their first gigs at the end of the year. In 2008 they started to record a full-length album in H\u00e4meenlinna which would later be cut down to &#8218;Soft Construction EP&#8216;.<br \/>\nWith their first release &#8218;Soft Construction EP&#8216; (March 2009), the band gained admiring reviews and features on multiple music-blogs around the world. In November 2009 Delay Trees signed a record deal with the legendary Finnish independent record company Johanna Kustannus in a shady corner table of Club Libert\u00e9. Their self-titled debut album was released in Finland to critical acclaim on September 29, 2010. At the moment Delay Trees are busy touring and promoting the album.<br \/>\nDelay Trees is<\/p>\n<p>Rami Vierula &#8211; Vocals, Guitars<br \/>\nLauri J\u00e4rvinen &#8211; Backing vocals, Guitars, Synth, Glockenspiel<br \/>\nSami Korhonen &#8211; Bass, Synth<br \/>\nOnni Oikari &#8211; Drums, Percussion<\/p><\/blockquote>\n<p>(via: <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.delaytrees.com\/\" target=\"_blank\">delaytrees.com<\/a>)<br \/>\nIhr Opener versprach viel. Geht man davon aus, dass Bands nie ihr bestes Lied zu Beginn ihres Sets spielen, legten sie die Messlatte hoch. Ein sch\u00f6nes St\u00fcck Gitarrenmusik (war es \u201e4:45\u201c, ich kann mich nicht mehr erinnern.) mit den bekannten Mechanismen, das auch auf dem neuen I like trains Album h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Von da an war klar, \u201eDelay trees\u201c laufen musikalisch in \u00e4hnliche Gefilde wie der Hauptact.<br \/>\nLeider konnten sie ihr Versprechen nicht vollst\u00e4ndig einl\u00f6sen. Die nachfolgenden Songs waren weniger stark, gegen Mitte ihres gut dreiviertelst\u00fcndigen Sets wurde es gar etwas langatmig.<br \/>\nTrotzdem werde ich \u201eDelay trees\u201c auf der Liste haben. Sie sind bestimmt die beste Band Finnlands, ihr Album, das diesen Freitag in Deutschland ver\u00f6ffentlicht wird, ist ein reinh\u00f6ren allemal wert.<br \/>\nIrritiert hat mich das T-Shirt des Schlagzeugers. \u00dcber den aufgedruckten Schriftzug musste ich sehr schmunzeln: \u201eSkate and destroy\u201c stand dort in zackigen Lettern gedruckt. So ein Statement erwarte ich von Emo- oder Spasspunk Bands, aber nicht unbedingt von Post Rock Band Schlagzeugern.<br \/>\nAch, die Finnen &#8230;<br \/>\nI like trains trugen schwarz und wei\u00df. Das war auch schon meine einzige Erwartungshaltung an diesen Abend. So richtig sch\u00f6n klischeehaft: Bands die aus der melancholisch schwerm\u00fctigen Ecke kommen, sollen gef\u00e4lligst unbunte Farben tragen.<br \/>\nHach \u00c4u\u00dferlichkeiten, wie egal die doch eigentlich sind.<br \/>\nAlso zur\u00fcck zur Musik. Wie gesagt, ich bin ein Zugliebhaber-Newbee und durfte ohne Vorwissen \u00fcber \u00e4ltere Songs an das Konzert rangehen. Die neuen Sachen konnten mich also nicht irritieren oder gar ver\u00e4rgern, aber ihre alten Sachen konnten mich \u00fcberraschen.<br \/>\nVergleiche ich die Liveerlebnisse der alten und neuen Songs, so muss sich \u201eElegies to lessons learnt\u201c, ihr erstes Album, tats\u00e4chlich deutlich vom aktuellen unterscheiden. Auf der B\u00fchne wurde dies optisch dadurch unterlegt, dass ihr Tourerg\u00e4nzungsmusiker Ian (so wurde er von S\u00e4nger David Martin vorgestellt) immer dann zur Zigarettenpause die B\u00fchne verlie\u00df oder unterst\u00fctzend zur Gitarre griff, wenn kein St\u00fcck vom aktuellen Album angek\u00fcndigt wurde. Seine Synthief\u00e4higkeiten wurden dann nicht gebraucht.<br \/>\nDies war das ein oder andere Mal der Fall, den Hauptteil des Abends bildeten jedoch die neuen Songs, alle meine Favoriten eingeschlossen. So war der Wiedererkennungswert hoch und die unbekannten St\u00fccke eine willkommene \u2013 weil nicht unspannend \u2013 Weiterbildung in Sachen I like trains.<br \/>\nDavid Martin, Guy Bannister, Alistair Bowis und Simon Fogal machten an diesem Abend vieles richtig.<\/p>\n<p>&#8222;I think, everything is lost.&#8220; &#8211; <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.paulcezanne.com\/\" target=\"_blank\">Paul Cezanne<\/a><\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157625887787790\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><br \/>\n(Das Artikelfotos hat mir <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/86623955@N00\/\" target=\"_blank\">Stephanie<\/a> zur Verf\u00fcgung gestellt! Vielen lieben Dank!)<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2009\/11\/14\/editors-koln-12112009\/\" target=\"_blank\">Editors \u2013 K\u00f6ln, 12.11.2009<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2007\/11\/10\/editors-koln-08112007\/\" target=\"_blank\">Editors &#8211; K\u00f6ln, 08.11.2007<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2007\/06\/14\/koln-13062007\/\" target=\"_blank\">Editors &#8211; K\u00f6ln, 13.06.2007<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln Vorband:Delay trees Mittwoch vor 172 Jahren wurde Paul Cezanne geboren. Paul Cezanne war einer der einflussreichsten K\u00fcnstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts und stilpr\u00e4gender Wegbereiter nachfolgender Malergenerationen des Postimperialismus und der Moderne. Warum erw\u00e4hne ich dies? 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