{"id":2794,"date":"2010-11-19T17:21:15","date_gmt":"2010-11-19T15:21:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2794"},"modified":"2024-06-14T18:54:47","modified_gmt":"2024-06-14T16:54:47","slug":"the-national-koln-17-11-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-national-koln-17-11-2010\/","title":{"rendered":"The National &#8211; K\u00f6ln, 17.11.2010"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Ort:<\/strong> E-Werk, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Phosphorescent<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"620\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/29_The-National_17112010-1100x620.jpg\" alt=\"The National\" class=\"wp-image-20165\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/29_The-National_17112010-1100x620.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/29_The-National_17112010-980x552.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/29_The-National_17112010-550x310.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/29_The-National_17112010-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/29_The-National_17112010.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Minuten danach war ich ein wenig entt\u00e4uscht. Das <strong>The National<\/strong> Konzert reichte in keinster Weise an den \u00fcberragenden Auftritt der New Yorker vor f\u00fcnf Tagen an der Ostsee heran und irgendwie auch nicht an das gestrige <strong>M.I.A.<\/strong> Konzert.<br>Tja, so kann es gehen, wenn man in verw\u00f6hnter Art Bands mehrmals binnen einer Woche sieht und die Tage dazwischen noch mit anderen Konzerten auff\u00fcllt. Doch bevor weiter Unverst\u00e4ndnis aufkommt, es war kein schlechtes <strong>The National<\/strong> Konzert. In K\u00f6ln waren sie nicht \u00fcberragend, sondern eben nur sehr gut.<br>Jetzt reicht es aber auch f\u00fcr diese Woche. Jeden Abend unterwegs, das ist ein zeittechnisches Problem, wie mir gestern sehr bewusst wurde. Nicht, weil der Schlafmangel \u00fcber allem steht, nein, es sind eher die Minuten, in denen Dinge erledigt werden m\u00fcssen, die fehlen. Das Paket von der Post abholen, Milch kaufen und Bananen, ein Geschenk f\u00fcr den Neffen, all die Kleinigkeiten eben, die man nur nach der Arbeit machen kann. Wenn jedoch um sieben Uhr das Auto oder die Bahn wartet, dann muss ich abw\u00e4gen. Gestern senkte sich die Waage links, da, wo das Brot und die Milch liegen, und der Optiker.<br>Also war ich folgerichtig nicht p\u00fcnktlich im E-Werk. Die Vorband spielte schon eine ganze Weile, als ich durch die Katakomben ging und die Treppe zur Konzerthalle nahm. Auf der letzten Stufe harrte ich erschrocken. Ganz sch\u00f6n voll heute Abend, ich hatte M\u00fche, ein Pl\u00e4tzchen abseits der Treppenstufen zu finden. Der Ordner blickte schon ganz irritiert. &#8218;So mitten im Treppenzugang kannste aber nicht stehen bleiben,&#8216; schien er mit vollem Gesichtsausdruck zu denken.<br>Nun ja, im Laufe des Abends wurde auch er ruhiger. Sch\u00f6n abseits vom Geschehen nahm ich die Vorband <strong>Phosphorescent<\/strong>, wie Radio h\u00f6ren wahr. Ihre Musik pl\u00e4tscherte im nirgendwo des Hintergrunds, die Ger\u00e4uschkulisse von der Theke bzw. der hin- und hergehenden und sich dabei unterhaltenden Menschen dominierte deutlich. &#8218;Man merkt, dass die <strong>Kings of Leon<\/strong> viele Platten verkaufen.&#8216; Ein sch\u00f6nes abschlie\u00dfendes Fazit, das die Musik von <strong>Phosphorescent <\/strong>ganz gut beschreibt.<br>Ich stand noch im Durchgangsverkehr, machte aber so interessante Entdeckungen. Die junge Frau zum Beispiel, die ich bereits gestern Abend sah, war auch heute zugegen. (Musste sie <span style=\"text-decoration: line-through;\">auch<\/span> arbeiten? Oder gibt es noch mehr positiv Bekloppte, die sich vor jede B\u00fchne stellen, auf der Musik gemacht wird?). Nat\u00fcrlich traute ich mich nicht, sie nach ihren <strong>M.I.A. <\/strong>Eindr\u00fccken zu fragen. Lustig waren auch die drei, die innerhalb weniger Minuten viermal an mir vorbei liefen, immer auf der Suche nach einem noch besseren Platz. Wenn es voll ist, dann ist es voll, m\u00f6chte ich ihnen gerne sagen. Ich lie\u00df es. Irgendwie war mir das auch alles egal, der ganz gro\u00dfe gleich-endlich-<strong>The-National<\/strong> Druck war schon den ganzen Tag \u00fcber nicht da.<br>Nat\u00fcrlich freute ich mich auf das Konzert, erst recht nach den famosen Eindr\u00fccken von der Ostsee, aber ich fieberte ihm nicht entgegen. Ich lie\u00df es so auf mich zukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es kam sehr gem\u00e4chlich. \u201eRunaway\u201c, \u201eAnyone\u2019s ghost\u201c und \u201eMistaken for strangers\u201c er\u00f6ffneten. Genau wie f\u00fcnf Tage vorher. Soweit keine Ver\u00e4nderungen. Was im E-Werk anders war, war der Sound. War es leise, oder h\u00f6rte ich nicht gut genug? Technisch makellos ausgepegelt, keine Frage, aber f\u00fcr meinen Geschmack einen Tick zu leise. Die Ansagen zwischen den Songs waren f\u00fcr mich gar kaum zu verstehen.<br>Dass alle sieben Musiker ihr Handwerk verstehen, sah und h\u00f6rte man. Ihr Set spielten <strong>The National<\/strong> konzentriert und nahezu perfekt herunter. Fast zu perfekt, der Raum f\u00fcr Liveeskapaden war klein, und \u00f6ffnete sich erst am Ende des Konzertes. So fehlte ihnen ein der Schmiss, das Qu\u00e4ntchen Eier, das ihren Auftritt an der Ostsee zu einem \u00fcberragenden Konzert werden lie\u00df.<br>Wollten sie nicht, oder konnten sie nicht? F\u00fcr beides habe ich mir Erkl\u00e4rungen ausgedacht. Grunds\u00e4tzlich ist es unfair, einen Festivalauftritt mit einem regul\u00e4ren Konzert zu vergleichen. Meistens ist ein Solo-Konzert das bessere Erlebnis. Die Soundabmischung ist besser, das Publikum konzentrierter, die Spannung gr\u00f6\u00dfer. Hier ist es m\u00f6glich, sich als Band so zu geben, wie man r\u00fcberkommen m\u00f6chte. Man muss sich keinem Haupt-Act unterordnen, und gegebene Bedingungen hinnehmen. Man kann alles selbst gestalten.<br>Meine Schlussfolgerung: <strong>The National<\/strong> bevorzugen live die leiseren Sounds und gedr\u00fcckteren T\u00f6ne zu ihren bedr\u00fcckenden Songs. Das passt nat\u00fcrlich hervorragend zu dieser Band, die lieber gut gekleidet arbeitet und dabei Wein trinkt, als in Bierlaune zu Werke geht. Vor Tagen erz\u00e4hlte mir jemand, <strong>The National<\/strong> seien wom\u00f6glich eine bessere Festivalband. Nun, das bleibt Ansichtssache, aber mir gefiel der rohere Festivalauftritt besser.<br>Also, sie wollten nicht. Neben dem Soundding fiel mir noch was auf. &#8218;Oh,&#8216; dachte ich, &#8217;sie wirken etwas m\u00fcde und kaputt.&#8216; So war ich mir auch ziemlich sicher, dass <strong>Matt Berninger<\/strong> in K\u00f6ln nicht durchs Publikum laufen wird. Wie seine Nebenmusiker strahlte er den anderorts dargebotenen Elan in K\u00f6ln nicht aus. Er wirkte angeschlagen. Nun, er machte es trotzdem (zu &#8222;Mr November&#8220;) und das E-Werk freute sich. Also, sie konnten nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Setlist war nahezu gleich mit der and der Ostsee. <strong>The National <\/strong>spielten viele \u00e4ltere Sachen, darunter alle meine <em>Boxer<\/em>-Lieblinge. Gegen Ende kamen dann noch ein paar gro\u00dfen Momente. Das von allen gern geh\u00f6rte und wundervolle \u201eFake Empire\u201c und ein gutes \u201eTerrible love\u201c setzten dem Abend die Krone auf. Bei letzterem belie\u00df es Matt Berninger dabei, auf dem Absperrungsgitter hin und her zu balancieren. Ein zweiter Publikumsgang war nicht drin.<br>Das Finale kannte ich schon. Als letzte Zugabe spielten <strong>The National <\/strong>\u201eVanderlyle\u201c in einer semi-unplugged Session am B\u00fchnenrand. Das Publikum durfte, ja musste mitsingen, und machte dieses mal hervorragend (wie die drei M\u00e4dchenstimmen hinter mir verrieten) und mal suboptimal. Ich hatte meine Samstags-Hausaufgaben f\u00fcr heute nicht gemacht und vergessen, den Text zu lernen. Das war aber vielleicht auch besser so. <br>Es war ein gutes, aber kein \u00fcberragendes Konzert. Aber gleich, wie die Umst\u00e4nde auch sein m\u00f6gen, the National sind eine Band, die man sich jederzeit live angucken sollte. Wundervolle Musiker, tolle Sounds, feine Show.<\/p>\n\n\n\n<p>P.S.: Wie <strong>Matt Berninger<\/strong> w\u00e4hrend des Singens immer wieder seine F\u00e4uste aneinanderschl\u00e4gt, ist f\u00fcr mich die Geste des Konzertjahres 2010.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2010\/11\/16\/the-national-weissenhauser-strand-12-11-2010\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The National \u2013 Weissenh\u00e4user Strand, 12.11.2010<\/a><br><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2007\/11\/28\/the-national-koln-28112007\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The National \u2013 K\u00f6ln, 27.11.2007<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Minuten danach war ich ein wenig entt\u00e4uscht. 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