{"id":2715,"date":"2010-11-04T20:32:20","date_gmt":"2010-11-04T18:32:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2715"},"modified":"2010-11-04T20:49:03","modified_gmt":"2010-11-04T18:49:03","slug":"i-am-kloot-dusseldorf-03-11-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/i-am-kloot-dusseldorf-03-11-2010\/","title":{"rendered":"I am Kloot &#8211; D\u00fcsseldorf, 03.11.2010"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> zakk, D\u00fcsseldorf<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Agnes Obel<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"I am Kloot - D\u00fcsseldorf, 03.11.2010\" src=\"http:\/\/farm2.static.flickr.com\/1113\/5146550946_cc8dbc968a.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Pete Jobson ist Bassist in der Band I am Kloot. Auf dem Foto ist nat\u00fcrlich nicht Pete Jobson, aber im D\u00fcsseldorfer zakk habe ich ihn gesehen. Was lapidar dahergeschrieben ist und total bescheuert klingt, ist eine kleine Sensation.<br \/>\nMeine letzten I am Kloot Konzerte waren allesamt im K\u00f6lner Luxor, in einem der un\u00fcbersichtlichsten Konzertr\u00e4ume, die ich kenne. Wenn man in diesem Schlauchsaal nicht in den ersten vier, f\u00fcnf Reihen steht, sieht man nicht mehr allzu viel von der B\u00fchne. Und wenn man dann noch das Pech hat, zu weit nach links abzudriften, dann versperrt einem zu allem \u00dcberfluss auch noch ein Boxenturm die Sicht.<br \/>\nIm Luxor habe ich Pete Jobson nie spielen gesehen. Nur geh\u00f6rt. Was auch daran liegt, dass er die gesamte Konzertdauer \u00fcber sitzend den Bass bedient und somit f\u00fcr das Luxorpublikum nahezu unsichtbar wird.<br \/>\nIm zakk war das anders.<br \/>\nDie B\u00fchne ist deutlich h\u00f6her, auch breiter und keine Boxenaufbauten versperren einem die Sicht.<br \/>\nIm Gegenteil: Selbst das abbl\u00e4tternde Kolophonium am Cellobogen von Anne Ostsee war bei genauem hinsehen zu erkennen. Anne war in D\u00fcsseldorf eine H\u00e4lfte des Duos Agnes Obel, das gute vierzig Minuten lang im Vorprogramm spielte. Die D\u00e4nin Agnes Obel, die sich live immer mal eine Verst\u00e4rkung dazuholt, die andere.<br \/>\nSie spielten gut, mich jedoch hatten sie auf dem falschen Fu\u00df erwischt. Ihre sanften und zarten T\u00f6ne kamen nicht zu mir durch, ich langweilte mich nach kurzer Zeit und erhoffte insgeheim auf ein rasches Ende. Gehen wollte ich jedoch nicht, und da ich weder eine Raucherpause ben\u00f6tige noch mich am Merchandisestand rumdrucksen wollte, harrte ich vor der B\u00fchne aus. Belohnt wurde ich mit einer tollen Coverversion des John Cale Songs \u201eClose watch\u201c und dem Song <a title=\"YouTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=O40LHIvaLgI\" target=\"_blank\">Just so<\/a>, den ich \u2013 so vermutete ich spontan \u2013 aus irgendeiner Werbung kenne. (Richtig vermutet, das Internet sagt: Die Telekom mal wieder). Es waren Agnes Obels st\u00e4rkste Songs.<br \/>\nDaf\u00fcr verpasste ich lustige Rauchergespr\u00e4che, wie ich in der Umbaupause erfuhr. Ich wei\u00df nicht, was das kleinere \u00dcbel war.<\/p>\n<p><!--more-->Das <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.com\/2010\/10\/agnes-obel-pierle-paris-281010.html\" target=\"_blank\">Konzerttagebuch<\/a> hat \u00fcber Agnes Obel sehr trefflich formuliert:<\/p>\n<blockquote><p>Die Songs, allesamt absolut harmonisch und fehlerfrei vorgetragen, boten kaum Reibungsfl\u00e4che und Abwechslung. Alles war bis in den letzten Notenschl\u00fcssel ausget\u00fcftelt und zu Tode arrangiert. Luft zum Atmen, Raum zur Improvisation, gab es somit fast keine. Mit sch\u00f6ner Stimme trug die sehr sympathisch und nat\u00fcrliche wirkende K\u00fcnstlerin Lied nach Lied vor, bewegte mich aber kein einziges Mal emotional. Ihre Melancholie kam vakuumverpackt und keimfrei r\u00fcber, perfekt um in Zukunft ein gr\u00f6\u00dferes Publikum zu erreichen und viele CDs ihres Deb\u00fcts \u201ePhilharmonic\u201cs zu verkaufen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber wir waren ja nicht wegen der Vorgruppe hier.<br \/>\nJohn Bramwell, Pete Jobson und Andy Hargreaves waren die Objekte unserer Begierde. Die drei sind I am Kloot. Doch w\u00e4hrend des B\u00fchnenaufbaus entdeckten wir drei weitere Mikrofonst\u00e4nder, einen Stuhl und ein Keyboard. Sie werden doch nicht Verst\u00e4rkung mitgebracht haben? Doch tats\u00e4chlich, drei weitere Musiker unterst\u00fctzten ab und an die I am Kloot Kerngruppe mit Gitarre, Keyboard, Schifferklavier oder Saxofon.<br \/>\nIhre Namen habe ich vergessen, aber lustigerweise stellte John die drei Mitmusiker just in einem Moment vor, in dem sie gar nicht auf der B\u00fchne standen. (Genau, sie begleiteten die Band nur zu vereinzelten Songs, haupts\u00e4chlich zu den neuen Sachen). Neben ein, zwei kurzen Bemerkungen blieb dies die einzige kleine Geschichte, die der Frontmann an diesem Abend zu erz\u00e4hlen wusste. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Konzerten war er also eher ruhig und schweigsam. Der Altstadtbesuch am Abend vorher schien ausgiebiger gewesen zu sein.<br \/>\nDas Mittun der drei wirkte befremdlich, die f\u00fclle der Instrumente irritierend.<br \/>\nDass sich I am Kloot aber musikalisch ausgedehnt haben, deutete sich bereits auf ihrem aktuellen Album &#8222;Sky at Night\u201c an. Bis dato v\u00f6llig untypisch sind dort Orchesterst\u00fcrme zu erh\u00f6ren.<br \/>\nOb diese neue Opulenz was mit dem Produzentenpaar Guy Garvey und Craig Potter (genau, Elbow) zu tun hat? Die beiden haben an \u201eSky at night\u201c kr\u00e4ftig mitgewerkelt.<br \/>\nF\u00fcr die Liveumsetzung bedeutet dies, dass I am Kloot sind eine ausgewachsene Band geworden. Ob das nun gut oder weniger gut ist, ich bin mir noch unschl\u00fcssig.<br \/>\nAuf der einen Seite bringen die neuen Instrumente mehr Abwechslung, auf der anderen Seite leidet die Intimit\u00e4t das Augenblicks. Bombast w\u00e4re sicherlich ein zu \u00fcbertriebenes Wort, aber wir hatten den Eindruck, dass dieses typisch zarte und kaputte in den I am Kloot Songs durch das mehr an Instrumenten auf der Strecke bleibt.<br \/>\nGott sei Dank (?) gab es noch die Konzertpassagen, in denen John Bramwell alleine mit der Akustikgitarre seine Lieder spielt, oder die Sequenzen, in denen nur die drei Kloots Klassiker wie \u201eTwist\u201c, \u201eStorm Warning\u201c oder \u201eFrom your favourite sky\u201c spielten. Interessanterweise waren dies die gro\u00dfartigen Momente des Abends. Da krabbelte die G\u00e4nsehaut, als g\u00e4be es kein Halten mehr.<br \/>\nAber es gibt jetzt eben auch ein Saxofonsolo, ein Gitarrensolo und ein \u201eProof\u201c das unter der Vollinstrumentalisierung beinahe zusammenbrach. Das ging dann doch sehr in Richtung ekeligen Blues. Da ich Blues nicht sonderlich mag, ach was heisst sonderlich, \u00fcberhaupt nicht!, war das logischerweise gar nicht in meinem Sinne.<br \/>\nDa es aber jeweils nur ein Solo war, hielt sich mein Grauen in Grenzen. Ich hoffe nur, dass der mit \u201eSky at night\u201c eingeschlagene Weg nicht zu breit ausgewalzt wird. Das f\u00e4nde ich bedauerlich, denn die wahre St\u00e4rke der Band liegt meiner meinung nach woanders.<\/p>\n<p>Oder, um noch mal das abgenudelte Zitat von John Bramwell zu bem\u00fchen: \u201eThis next song is about drinking and desaster.\u201c Und den bitte in verrauchter Pubatmosph\u00e4re! (<a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article984848\/England_verbannt_seine_Raucher.html\" target=\"_blank\">argh, geht ja gar nicht<\/a>.)<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos Agnes Obel: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157625312459586\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><br \/>\nFotos I am Kloot: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157623602879035\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2010\/03\/29\/i-am-kloot-koln-28-03-2010\/\" target=\"_blank\">I am Kloot &#8211; K\u00f6ln, 28.03.2010<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/10\/26\/i-am-kloot-koln-30012008-20-17\/\" target=\"_blank\">I am Kloot &#8211; K\u00f6ln, 24.10.2008<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/11\/06\/elbow-koln-05112008\/\" target=\"_blank\">Elbow &#8211; K\u00f6ln, 05.11.2008<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: zakk, D\u00fcsseldorf Vorband: Agnes Obel Pete Jobson ist Bassist in der Band I am Kloot. 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