{"id":2712,"date":"2010-11-04T18:36:11","date_gmt":"2010-11-04T16:36:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2712"},"modified":"2021-10-30T21:02:33","modified_gmt":"2021-10-30T19:02:33","slug":"the-charlatans-dortmund-02-11-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-charlatans-dortmund-02-11-2010\/","title":{"rendered":"The Charlatans &#8211; Dortmund, 02.11.2010"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Ort:<\/strong> FZW, Dortmund<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1195\" height=\"672\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/17_The-Charlatans.jpg\" alt=\"The Charlatans,FZW,Dortmund,Konzert,Setlist,pretty-paracetamol\" class=\"wp-image-16178\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich liebe diese Band. Ich liebe die Musik der <strong>Charlatans<\/strong>. Seit ihren ersten Tagen Anfang der 90er Jahre bin ich s\u00fcchtig nach ihrem Schweineorgell\u00e4rm. Auch 20 Jahre sp\u00e4ter schaffe es nicht, ihr Deb\u00fct <em>Some friendly<\/em> einfach im Schrank zustauben zu lassen. Immer mal wieder greife ich danach und h\u00f6re es. Genauso, und eigentlich viel lieber h\u00f6re ich ihre EP <em>Over rising<\/em>. Gro\u00dfartige, alte Manchestermusik, die so antiquiert klingt, wie die <strong>Doors<\/strong> in den 80ern.<br>Im Gegensatz zu vielen anderen Bands haben die <strong>Charlatans <\/strong>den Manchester-Rave \u00fcberlebt. Das Psychodelische tauschten sie im Laufe der Zeit z\u00fcgig gegen Britpop und sp\u00e4ter Northern Rock ein. <strong>Tim Burgess<\/strong> schafft es irgendwie, sich selbst und seinen Sound immer wieder neu zu definieren. Das klingt nicht immer ganz gro\u00dfartig, aber allemal gro\u00dfartig genug, s\u00e4mtliche 11 Alben besitzen zu m\u00fcssen. <em>Who we touch<\/em> hei\u00dft ihr neuestes Werk, vor einigen Wochen wurde es ver\u00f6ffentlicht. Es ist eines ihrer schw\u00e4cheren Alben, behaupte ich mal. Ich habe es ein, zwei, dreimal geh\u00f6rt und komme bisher zu keinem anderen Resultat. Der Werbesticker auf der CD, der vom besten Charlatans Album seit langem spricht, l\u00fcgt. Ich empfinde ihren Vorg\u00e4nger als deutlich wuchtiger und hitverd\u00e4chtiger. Was nicht hei\u00dfen mag, dass auf <em>Who we touch<\/em> keine Hits w\u00e4ren. Der Opener ist toll, ebenso \u201eMy foolish pride\u201c. Aber es gibt eben auch eine Reihe kleinerer Hits.<br>Ach, ist ja auch egal und f\u00fcr die Entscheidung, ein <strong>Charlatans <\/strong>Konzert zu besuchen, nie und nimmer ma\u00dfgebend.<br>Also, auf nach Dortmund, ins feine (relativ) neue FZW. Die Fahrt in die Hauptstadt des Fu\u00dfballs ist immer ein wenig stressig und nervenaufreibend. Direkt nach der Arbeit los, Unmengen von Fahrzeugen auf der Autobahn und ab und an bl\u00f6de Baustellen, die ein z\u00fcgiges Vorankommen nicht selten dann verhindern, wenn man es gar nicht gebrauchen kann. Aber der Laden ist sehr toll. Neu, \u00fcbersichtlich, gut gelegen mit ausreichenden Parkm\u00f6glichkeiten in dunklen Ecken und an holprigen Stra\u00dfen. Und \u00fcber allem leuchtet das blaue U der ehemaligen Unionsbrauerei.<br>Ein nahezu perfekter Ort f\u00fcr eine britische Band. Bierstadt, guter Fu\u00dfball und an diesem Abend diesiges Nieselwetter. Manchester kann nicht gem\u00fctlicher sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ich im Vorfeld bereits erfahren hatte, dass es keine Vorband geben wird, hatte ich einen relativ gro\u00dfen Zeitpuffer und keine Eile. So st\u00f6rte mich der elendig z\u00e4he Verkehr nicht, und auch der Nieselregen, der zu schwach f\u00fcr Scheibenwischer im Dauerbetrieb ist, aber zu stark f\u00fcr das Zeitschaltintervall, konnte mich nicht ver\u00e4rgern.<br>Irgendwann kam ich im FZW an. Aus den Boxen dr\u00f6hnten <strong>Charlatans<\/strong>kl\u00e4nge und beschallten den \u00fcbersichtlich besuchten Innenraum des kleinen Clubs. (Anmerkung 1: Zu Konzertbeginn f\u00fcllte es sich noch, sodass die L\u00fccken nicht allzu peinlich gro\u00df blieben. Anmerkung 2: Ich finde es ungl\u00fccklich gew\u00e4hlt, vor einem Konzert noch Musik aus der Konserve von der gleich auftretenden Band abzuspielen).<br>Der Abend war also bereitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Konstante konnte ich auch in Dortmund beobachten. Wo die <strong>Charlatans <\/strong>auftreten, sind immer auch ein paar Briten im Publikum. Im FZW versammelten sich gut zwei H\u00e4nde voll. Am lustigsten waren die vier in der ersten Reihe. \u00dcber sie musste selbst die Band des \u00d6fteren lachen. Jeder, der schon mal englische Musikfans bei einem Konzert erlebt hat, wei\u00df, was ich meine. Aber so kam wenigstens ein bisschen Stimmung in die Bude.<br>Tim Burgess war so wie immer. Hibbelig und mit kreisenden Armbewegungen, als ob er in einem gro\u00dfen Topf die Erbsensuppe umr\u00fchrt, tanzte er zielsicher durch sein <strong>Charlatans <\/strong>Set. Zur Vokuhila-Eisenherz-Frisur trug er ein <strong>Sonic Youth<\/strong> <em>Goo <\/em>T-Shirt, f\u00fcr das er w\u00e4hrend des Abends &#8218;thumbs up&#8216; von seinen Landsleuten bekam. Und das macht man so: In einer Songpause deute man angestrengt und hektisch fuchtelnd mit dem Arm so lange auf das T-Shirt, bis die Person irritiert an sich herunterschaut und sich fragt, was denn los sei. Sobald sie den Kopf wieder hebt, deutet man nochmals auf das T-Shirt und l\u00e4sst direkt danach den ausgestreckten Daumen folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei ihrem letzten Konzert spielten sie noch das komplette <em>Some friendly<\/em> Album. Das war im Fr\u00fchjahr, in Barcelona und sorgte bei uns f\u00fcr allerbreitestes Grinsen und strahlende Augen. F\u00fcr ihre Herbsttour hatten sie ihr Set deutlich umgebastelt. 20 Songs aus nahezu allen Zeiten sorgten f\u00fcr gro\u00dfe Abwechslung. Die gr\u00f6\u00dften Rei\u00dfer waren nat\u00fcrlich \u201eThen\u201c, also Opener trefflich gew\u00e4hlt, \u201eNorth country boy\u201c und das ewig junge \u201eThe only one i know\u201c. Zu dem tanzten dann endg\u00fcltig alle. Auch die lange nicht geh\u00f6rten \u201eJesus hairdo\u201c (\u201eA song about my hair\u201c), \u201eTellin\u2019 stories\u201c und \u201eMy beautiful friend\u201c riefen allgemeine Freude hervor. Und das nicht nur bei den angereisten Insulanern. Oh ja, die Charlatans wissen auch heute noch zu begeistern! Die finalen \u201eThis is the end\u201c und das wie immer \u00fcberragende \u201eSproston green\u201c, das alleine schon einen <strong>Charlatans <\/strong>Konzertbesuch rechtfertigt, sprechen f\u00fcr sich. Einzigartige Musik von zeitloser Sch\u00f6nheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Manchestermannen dar\u00fcber hinaus ihre Position im 21. Jahrhundert gefunden haben, zeigen die f\u00fcnf Songs vom aktuellen und vorletzten Album \u201eYou cross my path\u201c. Sie f\u00fcgen sich nahtlos ein, trotz einer Zeitspanne von guten zwanzig Jahren merkt man der Setlist weder Br\u00fcche noch Unebenheiten an. Die <strong>Charlatans <\/strong>klingen auch ohne Schweineorgel wie die <strong>Charlatans<\/strong>. <strong>Tim Burgess<\/strong> bleibt <strong>Tim Burgess<\/strong>. Pop as Pop can. Egal ob der Song \u201eLove is ending\u201c (2010) oder &#8222;One to another&#8220; (1996) hei\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fazit des Abends, dass nicht treffender h\u00e4tte formuliert k\u00f6nnen, stammt vom <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.com\/2008\/09\/charlatans-kln-230908.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konzerttagebuch<\/a> aus dem Jahr 2008 und trifft voll und nach wie vor ins Schwarze:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Charlatans sind meine Helden und werden es immer bleiben. Ich bin heilfroh, sie &#8230; gesehen zu haben, und sie haben es wahrlich nicht versaut. Nur j\u00fcngere Konzertg\u00e4nger lockt diese im Prinzip ja topaktuelle Musik nicht mehr hinterm Ofen her, das Durchschnittsalter war deutlich \u00fcber 3o.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Then<br>02: Weirdo<br>03: Can\u2019t get out of bed<br>04: Blackened blue eyes<br>05: Smash the system<br>06: You\u2019re so pretty \u2013 we\u2019re so pretty<br>07. One to another<br>08: Your pure soul<br>09: Tellin\u2019 stories<br>10: My beautiful friend<br>11: Oh vanity<br>12: My foolish pride<br>13: Intimacy<br>14: The misbegotten<br>15: The only one i know<br>16: North country boy<br>17: This is the end<br>Zugabe:<br>18. Love is ending<br>19: Jesus hairdo<br>20: Sproston green<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a title=\"Archiv\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2010\/06\/04\/the-charlatans-primavera-29-05-2010\/\" target=\"_blank\">The Charlatans \u2013 Primavera, 29.05.2010<\/a><br><a title=\"Archiv\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/09\/24\/the-enemy-koln-30012008-20-11\/\" target=\"_blank\">The Charlatans \u2013 K\u00f6ln, 23.09.2008<\/a><br><a title=\"Archiv\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/02\/19\/the-enemy-koln-30012008-4\/\" target=\"_blank\">The Charlatans \u2013 Br\u00fcssel, 17.02.2008<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich liebe diese Band. Ich liebe die Musik der Charlatans. Seit ihren ersten Tagen Anfang der 90er Jahre bin ich s\u00fcchtig nach ihrem Schweineorgell\u00e4rm. 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