{"id":2371,"date":"2010-06-01T20:17:04","date_gmt":"2010-06-01T18:17:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2371"},"modified":"2022-06-18T11:24:11","modified_gmt":"2022-06-18T09:24:11","slug":"pavement-the-xx-primavera-27-05-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/pavement-the-xx-primavera-27-05-2010\/","title":{"rendered":"Pavement, The xx &#8211; Primavera, 27.05.2010"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ort:<\/strong> Parc del F\u00f2rum, Barcelona<br \/>\n<strong>Bands:<\/strong> Bis, The Wave Pictures, Surfer Blood, Broken Social Scene, The Fall, Superchunk, The xx, Pavement<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"The xx - Barcelona, 27.05.2010\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4072\/4656033229_d32e7bca2c.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Der Grund unseres Barcelonatrips waren <strong>Pavement<\/strong>. Als bekannt wurde, dass die Indieamis auch in Barcelona spielen w\u00fcrden, war der Kartenkauf schnell get\u00e4tigt. So schnell, dass der Name Pavement der einzige auf der Bandliste war, als wir die Kreditkarten z\u00fcckten. Seinerzeit hatten wir keine Sorge, dass weitere tolle Bands hinzukommen w\u00fcrden. Die Jahre vorher zeigten, dass das Primavera Sound Festival blind gebucht werden kann.<br \/>\nNeben <strong>Pavement<\/strong> bescherte so der erste Tag unserer Reisegruppe noch: <strong>Bis<\/strong>, <strong>The Wave Pictures<\/strong>, <strong>Surfer Blood<\/strong>, <strong>The xx<\/strong>, <strong>Broken Social Scene<\/strong>, <strong>The Fall<\/strong> und <strong>Superchunk<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Bis<\/strong> er\u00f6ffneten den Abend auf der gro\u00dfen B\u00fchne. Mancher mag fragen, warum, bzw. wer, und auch ich hatte mit dem Bis-schen Pop, der in meinen Ohren deutliche Skaankl\u00e4nge hat, nach einer halben Stunde zu k\u00e4mpfen. Dass <strong>Bis<\/strong> jedoch noch eine lustige Episode des Festivals sein werden, dazu ein anderes Mal etwas mehr. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich das noch nicht wissen, sonst h\u00e4tte ich vom Fleck weg all ihre bisherigen Alben gekauft.<br \/>\nAlso machte ich mich noch vor Ende ihres Sets auf den Weg. Hier ein wenig <strong>Surfer Blood<\/strong>, dort ein paar Minuten Wave Pictures. Ein Zugest\u00e4ndnis an die sich \u00fcberschneidenden Doppelansetzungen auf unterschiedlichen B\u00fchnen. Immerhin bietet das Primavera sieben verschiedene B\u00fchnen und B\u00fchnchen.<br \/>\nDie doppelten x\u2019e waren der erste H\u00f6hepunkt an diesem Tag. Passend zum Sonnenuntergang waren The xx auf der zweitgr\u00f6\u00dften Festivalb\u00fchne angesetzt. Es war die Show mit dem bis dahin gr\u00f6\u00dften Zuschaueranspruch. Da konnte auch der alte Mann auf der Hauptb\u00fchne nicht mithalten, der in knielanger Lederjacke und Jeansbuntfaltenhose die englische Indiemusik der letzten drei\u00dfig Jahre pr\u00e4sentierte. Genau, ich meine <strong>Mark E. Smith<\/strong>. Ab halb zehn boten <strong>The xx<\/strong> die moderne Antwort auf The Fall, eine Antwort, die kaum einer verpassen wollte. Also dichtes Gedr\u00e4nge vor der B\u00fchne, volle Treppenstufen am Rand des Platzes. Es war mein zweites <strong>The xx<\/strong> Konzert, und im Vergleich zum letzten Mal gab es markante Unterschiede. Die zum Trio geschrumpfte Band wirkte deutlich abgebr\u00fchter und b\u00fchnenerfahrener als vor einem dreiviertel Jahr. Die Unsicherheit, Nervosit\u00e4t und sympathische Sch\u00fcchternheit, die wie bei keiner anderen Band so perfekt zu ihrer Musik passt, war nicht mehr da. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie die Band von Konzert zu Konzert gepr\u00fcgelt wird. Aufritte am Flie\u00dfband, nur im Februar gab es eine kleine Konzertpause. Die Setlist offenbarte nichts neues, das Deb\u00fctalbum wurde durchgezuckelt und mit dem ein oder anderen Cover erg\u00e4nzt. Toll ist das aber immer noch. <strong>The xx<\/strong> sind nach wie vor live ein besonderes Erlebnis, auch wenn wie in Barcelona der Bass zu \u00fcbersteuert und das Publikum zu sehr in Feierlaune war. Ich denke, dass ein Song wie \u201eCrystalized\u201c eher nicht zum rhythmischen Mitklatschen gedacht ist, genauso wenig wie \u201eHeart skipped a beat\u201c. Aber gut, vielleicht waren das erste b\u00f6se Anzeichen daf\u00fcr, dass die Band bald in Ibizadiscos oder auf SWR3 landen wird. Nach ihrem Auftritt hatten wir irgendwie das Gef\u00fchl, das die x\u2019e ihren H\u00f6hepunkt \u00fcberschritten haben. Ich bin sehr gespannt, wie es mit der Band weitergeht, und ob es \u00fcberhaupt ein zweites Album geben wird.<br \/>\nPrimavera hat der Auftritt gefallen, und so bildeten <strong>The xx<\/strong> den Co-Headliner des ersten Festivaltages.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Pavement - Barcelona, 28.05.2010\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4033\/4660635922_d48876ca7d.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Uneingeschr\u00e4nkter Hauptakt waren nat\u00fcrlich <strong>Pavement<\/strong>.<br \/>\nEinen aus der Band sahen wir bereits zwei Stunden zuvor. Scott Kannberg a.k.a. Spiral Stairs hatte einen kleinen Gastauftritt bei der <strong>Broken Social Scene<\/strong>. Die \u00fcbrigen Verd\u00e4chtigen <strong>Mark Ibold<\/strong>, <strong>Steve West<\/strong>, <strong>Bob Nastanovich<\/strong> und <strong>Stephen Malkmus<\/strong> schlurften gegen kurz nach eins in die Nacht Barcelonas. \u201eCut your hair\u201c, welch eine Konzerter\u00f6ffnung. Vor der B\u00fchne setzten wellenartige Bewegungen ein, erste &#8218;Opfer&#8216; der jubelnden Menge verzogen sich zur Seite, andere nutzten den Moment, um sich nach vorne sp\u00fclen zu lassen. Festivalsituationen, die wohl jeder kennt.<br \/>\nNach diesem aufregenden Auftakt beruhigte sich das Konzert etwas. Ich hatte <strong>Pavement<\/strong> erst vor einigen Tagen in Berlin erlebt, da wirkten sie mir agiler. Mit Abstand die h\u00f6chste Spiellaune hatte Spiral Stairs. Besonders <strong>Stephen Malkmus<\/strong> schien m\u00fcde, seine Spielereien und &#8218;Turn\u00fcbungen&#8216; waren bei weitem nicht so ausgepr\u00e4gt wie Tage zuvor. Ich w\u00fcrde den Auftritt daher hinter dem Berlin Gig einordnen. Sch\u00f6n war, dass sie die Setlist variiert haben. Viele Sachen, die ich in Barcelona h\u00f6rte, habe ich in Berlin nicht gesehen. So wurden es irgendwie zwei ganz unterschiedliche Konzerte. Musikalisch als auch auftrittstechnisch. Doch wie es sich f\u00fcr einen ordentlichen Festivalgig geh\u00f6rt, es gab lustige Dinge zu bestaunen. Zum Beispiel die Anzahl der Gastauftritte. <strong>Kevin Drew<\/strong> von BSS hatte bei \u201eKennel District\u201c seinen Gegenbesuch, \u00fcber den er sich sichtlich freute. Irgendwann tanzte <strong>Bob Nastanovich<\/strong> mit <strong>Monotonix<\/strong> S\u00e4nger <strong>Ami Shalev<\/strong> Walzer \u00fcber die B\u00fchne. Dazu hatten sie rote Spanien T-Shirts \u00fcbergezogen. Der Sinn hinter dieser Aktion blieb uns verborgen. &#8218;This is <strong>Ami Shalev<\/strong> from <strong>Monotonix<\/strong>. You should see them, great band&#8216;, sagte <strong>Stephen Malkmus<\/strong>. Ich kenne <strong>Troubadix<\/strong>, <strong>Monotonix <\/strong>sagte mir nichts. Meine Neugierde war aber sofort geweckt, doch ein Blick auf den Primavera Spielplan verriet mir, dass ich sie hier nicht mehr live sehen kann, da sie bereits am fr\u00fchen Abend auf der Vice B\u00fchne auftraten. Schade. Aber das passiert halt, wenn man sich vorher nicht mit den Bands besch\u00e4ftigt.<br \/>\nSchlie\u00dflich schaute auch noch <strong>Low<\/strong> Frontmann <strong>Alan Sparhawk<\/strong> kurz auf einen Refrain vorbei. Das war dann auch genug der Gastmusiker.<br \/>\nMit dem Standardfinale \u201eRange Life\u201c war zu sp\u00e4ter Stunde Schluss des regul\u00e4ren Sets. Den Zugabeblock bestritt Spiral Stairs aus dem Fotografengraben heraus. Auf dem R\u00fccken liegend. Trotzdem schaffte er es irgendwie, sekundengenau mit den anderen den letzten Ton von \u201eStop breathin\u2018\u201c zu spielen. Quasi blind, ohne Augenkontakt. Sehr beeindruckend. Bevor damit endg\u00fcltig f\u00fcr uns Feierabend war, bildeten \u201eGold soundz\u201c und \u201eShady Lane\u201c ein wunderbares Zugabeneingangsdoppel.<\/p>\n<p>Dieser erste Tag zeigte uns bereits, dass das Primavera Sound Festival ein tolles Festival ist. Von Hektik ist wenig zu sp\u00fcren. Zum greifen liegt die Entspanntheit wie ein Ballon \u00fcber dem Gel\u00e4nde und h\u00fcllt alle f\u00f6rmlich ein. Liegt es an der einfachen Anreise per Metro, an dem ach-schnell-aus-der Bar-zum-Festival Gef\u00fchl oder an der ich-kann-heute-nacht-in-einem-Bett-schlafen Sicherheit eines st\u00e4dtischen Festivals, ich wei\u00df es nicht.<br \/>\nWasser in Halbliterflaschen kostest unschlagbare und nie erlebte einen Euro (jawohl!!), Essen darf sogar mit auf das Gel\u00e4nde gebracht werden. (Mal sehen wie das Berlinfestival dagegen abschneidet!!!). &#8218;Don\u2019t worry, we are in no hurry&#8216; ist das heimliche Motto f\u00fcr viele Besucher. Wer nicht dran ist, wartet ruhig in der Schlange, egal ob vor dem Klo oder am Sandwichstand oder am Auditori (das ist die Akustikhalle, in der einige Konzerte stattfanden.) Toll mitzuerleben, wie Warten funktionieren kann. Wenn, ja wenn keine Landsleute in der N\u00e4he sind. Traurig aber wahr, zweimal sind uns Schlangenignorierer und Vordr\u00e4ngler aufgefallen, zweimal wurden sie von anderen darauf hingewiesen, sich bitte in der Reihe hinten anzustellen, zweimal brabberten sie etwas von &#8217;nee, keine Lust&#8216; oder &#8218;ach das dauert so lange&#8216; in einer uns sehr verst\u00e4ndlichen Sprache. Ist das Zufall, oder k\u00f6nnen wir es nicht besser? Sehr unsportlich, sehr respektlos. Dies aber blieb das einzige \u00c4rgernis der drei Tage.<\/p>\n<p><strong>Setlist Pavement:<\/strong><br \/>\n01: Cut your hair<br \/>\n02: Trigger cut<br \/>\n03: Rattled by the rush<br \/>\n04: Father to a sister of thought<br \/>\n05: In the mouth a desert<br \/>\n06: Kennel District<br \/>\n07: Grounded<br \/>\n08: Silent Kid<br \/>\n09: Ell ess two<br \/>\n10: Spit on a stranger<br \/>\n11: Unfair<br \/>\n12: Starlings of the slipstream<br \/>\n13: Fight this generation<br \/>\n14: We dance<br \/>\n15: Conduit for sale!<br \/>\n16: The Hexx<br \/>\n17: Here<br \/>\n18: Stereo<br \/>\n19: Two states<br \/>\n20: Range life<br \/>\nZugabe:<br \/>\n21: Gold Soundz<br \/>\n22: Shady Lane<br \/>\n23: Stop breathin\u2019<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/thexx-koeln-15102009\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The xx &#8211; K\u00f6ln, 15.10.2009<\/a><br \/>\n<a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/pavement-berlin-19-05-2010\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pavement &#8211; Berlin, 19.05.2010<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Grund unseres Barcelonatrips waren Pavement. 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