{"id":2234,"date":"2010-04-25T20:38:10","date_gmt":"2010-04-25T18:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2234"},"modified":"2010-05-01T15:10:35","modified_gmt":"2010-05-01T13:10:35","slug":"ultravox-berlin-24-04-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/ultravox-berlin-24-04-2010\/","title":{"rendered":"Ultravox &#8211; Berlin, 24.04.2010"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Ultravox - Berlin, 24.04.2010\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4037\/4567453021_877d96149b_o.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>Mangels Alternativen, zumindest habe ich vor einigen Tagen keine ausfindig machen k\u00f6nnen, fand ich mich im Berliner Admiralspalast wieder. Ich dachte, ein Theaterbesuch k\u00f6nne nicht schaden, und so beschloss ich, mir die alten 80er Jahre New Wave und New Romantic Dinosaurier Ultravox anzuschauen.<br \/>\nNach einem langen, kulturell gehaltvollen Tag wollte ich den Abend gem\u00fctlich bei leichten Keyboardsounds ausklingen lassen. Da bot sich der Admiralspalast, direkt an der S-bahn Station Friedrichstra\u00dfe gelegen, perfekt an. Hinzu kam, dass es ein bestuhltes Konzert angesetzt war. Logisch, in einem Theater, in dem auch Auff\u00fchrungen stattfinden, sind nun mal Sitzreihen installiert. Also, der k\u00f6rperlichen Erholung stand nichts im Wege. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, waren folgende zwei Dinge: Die Sitzreihen im Rang haben nicht wirklich viel Beinfreiheit zu bieten (entspanntes Sitzen war also nicht m\u00f6glich) und, mein Sitzplatz war so ung\u00fcnstig, dass ich im Sitzen kaum was von der B\u00fchne sehen konnte. Nun denn, beide Probleme l\u00f6sten sich von alleine. Da der Rang nicht ausverkauft war, bot sich genug Platz f\u00fcr einen komfortablen und mit bester Sicht auf die B\u00fchne ausgestatteten Stehplatz. Die Situation diesbez\u00fcglich konnte ich also retten.<br \/>\nAuf das Musikalische war ich sehr gespannt.  Ich bin kein gro\u00dfer Fan von Ultravox, spontan fiel mir auch nur ein Song der Briten ein: \u201eHymn\u201c. Das war mal so eine Art Lieblingssong von mir, damals, als im WDR noch Mel Sandock&#8217;s Hitparade lief und \u201eHymn\u201c sich immer so in den Pl\u00e4tzen neun bis sechs tummelte. Bei der Vorbereitung auf das Konzert kam mir noch \u201eDancing with tears in my eyes\u201c vor die F\u00fc\u00dfe. Ach, das ist auch von Ultravox?! Na gut, dann waren es immerhin zwei bewusst bekannte Songs. (Im Laufe des Abends sollte dann noch \u201eVienna\u201c hinzukommen.)<br \/>\nAlso, das war doch schon mal was und unbekannte Songs oder eine mir unbekannte Band sind sowieso kein Grund, nicht zu einem Konzert zu gehen.<br \/>\nReturn to Eden II nennt sich die Tour, die Ultravox derzeit durch einige europ\u00e4ische Orte f\u00fchrt. Es ist der zweite Teil (aha!) ihrer Reunion-Tour, die 2009 mit einigen Konzerten begann und scheinbar so erfolgreich, dass sie jetzt noch ein paar Gigs nachlegen. Das Aufregende  ist, das Ultravox in Originalbesetzung spielen, also mit Midge Ure, Bassist  Chris Cross, Keyboarder  Billy Currie<br \/>\nund Schlagzeug Warren Cann. Angelesenes Wissen, zugegeben. Aber das machte die Sache ja nicht uninteressanter.<br \/>\nIm Vorspann laufen \u201eFade to grey\u201c und Enya-eske Sounds. Nicht wirklich mein Ding, also letzteres, aber nat\u00fcrlich perfekt passend zum Abend. Auf den Sitzen warten derweil alte M\u00e4nner (vornehmlich, aber nicht nur) auf alte M\u00e4nner.<br \/>\n\u00dcbrigens: 30 Jahre \u201eVienna\u201c, das der offizielle Grund der Reunion-Tour. \u201eMan verstehe sich auch heute noch gut, also, warum nicht ein paar Konzerte spielen.\u201c Stimmt, und Geld bringt&#8217;s bestimmt auch. 10 Euro f\u00fcr das Programmheft sind mir dann aber doch zu viel, und so sehen die Briten keinen Merchandising Euro von mir.<br \/>\nAls der Abend 10 Minuten alt ist, ertappe ich mich bei dem Gedanken, das Konzert gar nicht so schlecht zu finden. Auf der Fahrt zum Admiralspalast malte ich in schlechten Gitarrensoli, schmierigen Keyboardgeklimper und weiteren \u00fcblen Oldieshowgesten. Aber, die Gitarrensoli fallen kaum auf, die Keyboards klingen verdammt wavig und manchmal, vielleicht bildete ich mir das auch ein, war es, als entdecke ich leichte, ganz zarte EBM Ans\u00e4tze.<br \/>\nGerne stellen Ultravox die Gitarren auch mal ganz beiseite und dann stehen drei \u00e4ltere Herren hinter ihren Keyboards und schwelgen in Synthieerinnerungen. Warren Cann hat dann Pause, der Beat kommt pulsierend aus den Elektroapparaten.<br \/>\nH\u00e4tten sie das doch auch bei \u201eHymn\u201c so getan. Ich gestehe, \u201eHymn\u201c war der Song, dem ich an diesem Abend voller Erwartungen entgegen fieberte. Doch war was das? Ultravox verwandelten ihn in eine bl\u00f6de Rocknummer. Zu schnell gespielt und ohne 80er Eleganz. Das war nix! Das war zu partyrockhaft. Schade, sehr schade. Aber Ultravox schienen gefallen am Partyrock. Auch ihren zweiten Hit \u201eDancing with tears in my eyes\u201c verhunzten sie auf diese Art und Weise. Das Ergebnis war, dass sich das Publikum nach anf\u00e4nglicher Begeisterung w\u00e4hrend der ersten Kl\u00e4nge im Laufe des Songs merklich zur\u00fccknahm. Nochmal schade!<br \/>\nNach einer guten Stunde wurde es mir langweilig. Das Set pl\u00e4tscherte so dahin, die immer gleichen Songstrukturen waren arg durchschaubar und erzeugten wenig bis gar eine \u00dcberraschungsmomente. Es war die Zeit um \u201eVienna\u201c, und ach, das erw\u00e4hne ich noch, weil es mir spontan in den Sinn kam: So einen Song gibt es heute nicht mehr. Das ist die Blaupause der fr\u00fchen 80er. Orchestraler Aufbau, operettenhafter, tiefer Gesang, Keyboardw\u00e4nde und Airdrums. Eigentlich ekelig schmierig. Eigentlich&#8230;<\/p>\n<p>Nach guten 90 Minuten fand das \u201eWetten, dass&#8230;?!\u201c Konzert sein Ende. Beim herausgehen entdeckte ich gr\u00f6\u00dftenteils zufriedene Gesichter. Auch Thommy Gottschalk h\u00e4tte seinen Spa\u00df gehabt.<br \/>\nIn der Bahn auf dem Heimweg sitzen mir zwei gleichaltrige Gothic- Frauen gegen\u00fcber. Sie waren auch beim Konzert. Beide haben jeweils ein Tourposter und eine von ihnen sogar die Setlist ergattert. Depeche Mode Button, Front 242 Umh\u00e4ngetasche, Recoil T-Shirt. Zwar nicht ganz typisch f\u00fcr die Ultravox Konzertbesucher 2010, aber doch irgendwie symptomatisch. Und sehr charmant&#8230;.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: New Europeans<br \/>\n02: Passing strangers<br \/>\n03: We stand alone<br \/>\n04: Miss X<br \/>\n05: Visions in blue<br \/>\n06: The thin wall<br \/>\n07: I remember<br \/>\n08: Astradyne<br \/>\n09: Rage in Eden<br \/>\n10: Lament<br \/>\n11: Hymn<br \/>\n12: One small day<br \/>\n13: All stood still<br \/>\n14: White China<br \/>\n15: Vienna<br \/>\n16: Reep the wild<br \/>\n17: Dancing with tears in my eyes<br \/>\nZugabe I:<br \/>\n18: Love&#8217;s great<br \/>\nZugabe II:<br \/>\n19: Sleepwalks<br \/>\n20: The voice<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157623929565824\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/08\/gossip-koln-2608008\/\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mangels Alternativen, zumindest habe ich vor einigen Tagen keine ausfindig machen k\u00f6nnen, fand ich mich im Berliner Admiralspalast wieder. 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