{"id":21988,"date":"2026-10-30T19:45:22","date_gmt":"2026-10-30T18:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=21988"},"modified":"2026-10-30T19:45:22","modified_gmt":"2026-10-30T18:45:22","slug":"mercury-rev-hasselt-20-10-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/mercury-rev-hasselt-20-10-2026\/","title":{"rendered":"Mercury Rev &#8211; Hasselt, 20.10.2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ort:<\/strong> Cultuurcentrum Hasselt, Hasselt<br><strong>Vorband:<\/strong> Mick Harvey &amp; Amanda Acevedo<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC02169-1100x619.jpg\" alt=\"Mercury Rev - Hasselt, 20.10.2026\" class=\"wp-image-21990\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC02169-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC02169-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC02169-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC02169-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/DSC02169.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2018Was macht der denn hier?\u2019 fragen wir uns erstaunt, als wir im Cultuurcentrum Hasselt an den Merchtisch kommen. Dort steht ein uns bekannter Musiker, verkauft ein paar seiner CDs und unterh\u00e4lt sich mit <strong>Mick Harvey<\/strong>. Mh, <strong>Georgio Valentino<\/strong> steht doch an diesem Abend gar nicht auf der K\u00fcnstlerliste. <strong>Mick Harvey<\/strong> mit <strong>Amanda Acevedo<\/strong> und <strong>Mercury Rev<\/strong> lauten die Ansetzungen f\u00fcr diesen Abend. Unsere Gedanken tappen im Dunkeln, wir sind ein bisschen irritiert, vermuten aber, dass er bei einer der beiden Bands als Aushilfsgitarrist mitwirkt. <br>Ach ja, <strong>Georgio Valentino <\/strong>muss man nicht kennen. Wir sahen ihn die letzten Jahre zweimal eher zuf\u00e4llig als Compagnon von <strong>Blaine L. Reininger<\/strong> und im Vorprogramm und als Gitarrist bei <strong>Tuxedomoon<\/strong>. Jedes Mal fiel er mir durch sein sehr markantes, auch weil lautes, Gitarrenspiel auf. Und tats\u00e4chlich, w\u00e4hrend wir die Pl\u00e4tze einnehmen und auf <strong>Mick Harvey<\/strong> &amp; <strong>Amanda Acevedo<\/strong> warten, bringt <strong>Georgio Valentino <\/strong>direkt vor uns sein Keyboard und die Gitarrenpedals in Stellung. Ahh, okay, hier spielt er also mit und unterst\u00fctzt. Wieso und warum erschlie\u00dft sich mir nicht so ganz. \u2018Aber na gut, schaden kann es nicht\u2019\u00a0 denke ich zu diesem Zeitpunkt nicht ahnend, dass ich gut 20 Minuten sp\u00e4ter anders denken werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn bereits mit seinen ersten Gitarrent\u00f6nen wird mir klar, dass ich an diesem Abend von <strong>Mick Harvey &amp; Amanda Acevedo<\/strong> kaum was h\u00f6ren werde. Ich sitze direkt vor der Monitorbox von <strong>Georgio Valentino <\/strong>und h\u00f6re nur sein Gitarrenspiel. Und das sehr laut. Zu laut, um eines der anderen Instrumente oder gar den ruhigen Gesang wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Keine Chance diesbez\u00fcglich. So ist das halt, wenn man in der ersten Reihe sitzt und gef\u00fchlt mit K\u00f6rperkontakt zu den Musikern ein Konzert erlebt. Was willste machen? Nun, umsetzen zum Beispiel, wie es ein Zuschauer drei Pl\u00e4tze weiter macht. Aber dazu hatte ich irgendwie keine Lust. Ich hoffe vielmehr darauf, dass die Aussteuerung nach dem ersten Song besser wird (wurde sie ein wenig) und vielleicht nicht in jedem Song die <strong>Georgio Valentino <\/strong>Gitarre ben\u00f6tigt wird (was in der Tat zutrifft, in einigen St\u00fccken spielt er Keyboard oder zupfte nur leicht an den Gitarrensaiten). Es wird also besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mick Harvey<\/strong> kannte ich vorher nicht. Ich lie\u00df mich aber belehren, dass er ein alter Kumpel von <strong>Nick Cave<\/strong> sei und in den fr\u00fchen 1980er Jahren zusammen mit <strong>Nick Cave<\/strong> und <strong>Blixa Bargeld<\/strong> die <strong>Bad Seeds<\/strong> gegr\u00fcndet hat. Zuvor spielte er bereits mit seinem Schulkumpel in <strong>The Birthday Party<\/strong> und hat auch sp\u00e4ter noch das ein oder andere Album zusammen mit <strong>Nick Cave<\/strong> produziert. Soviel zum Hintergrund. <br>Nat\u00fcrlich kenne ich nichts von dem Australier. Dessen aktuelles Projekt ist die Zusammenarbeit mit der mexikanischen S\u00e4ngerin <strong>Amanda Acevedo<\/strong>. Zusammen haben sie mittlerweile drei Alben produziert, ihr aktuelles Album ist <em>Psychedelia in white<\/em>. Auf Einladung von <strong>Mercury Rev<\/strong> bestreiten sie das Vorprogramm der aktuellen <em>25 years of All is dream <\/em>Tour. Optisch und musikalisch passt das ganz gut zusammen. Das Konzert der drei Musiker &#8211; einen Schlagzeuger haben nicht dabei &#8211; ist streckenweise ganz nett und vor allem dann f\u00fcr mich immer gut h\u00f6rbar, wenn die Gitarre von <strong>Georgio Valentino<\/strong> nicht so prominent in den Vordergrund r\u00fcckt. Ich finde die nach Desert Rock klingenden Folk-\/Americana Songs des Trios durchaus h\u00f6rbar. Um mir aber ein endg\u00fcltiges Urteil \u00fcber die Songs bilden zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste ich mir die Platte anh\u00f6ren. Live sind weder der Gesang von <strong>Mick Harvey <\/strong>noch die doch sehr sanfte und mitunter leise Stimme von <strong>Amanda Acevedo<\/strong> f\u00fcr mich gut wahrzunehmen. Positiv h\u00e4ngen bleibt \u201eNight of the Blues\u201c, das mich an Songs von <strong>Bill Callahan<\/strong> und Konsorten denken l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es folgt eine Umbaupause, bevor <strong>Mercury Rev <\/strong>auf die B\u00fchne kommen. Es ist die bekannte Formation mit den beiden <strong>Mercury Rev<\/strong> Urgesteinen <strong>Jonathan Donahue<\/strong> und <strong>Sean \u2018Grasshopper\u2019 Mackowiak<\/strong> an der Gitarre sowie Frau <strong>Donahue<\/strong> <strong>Marion Genser<\/strong> am Keyboard und dem ex-<strong>Midlake<\/strong>\u2019er <strong>Jesse Chandler<\/strong> an Keyboard und Saxophon. Am Schlagzeug sitzt wie vor zwei Jahren im K\u00f6lner Artheater <strong>Bob Ross<\/strong> a.k.a. <strong>Joe Magistro<\/strong>. <br>Im Vorfeld war mir nicht ganz klar, wie viele Leute <strong>Mercury Rev<\/strong> in Hasselt hinter dem Ofen hervorlocken. Es sind dann doch einige, wie ich beim Schulterblick in den Saal sehe. Nat\u00fcrlich sind nicht alle Pl\u00e4tze des gut 800 Leute fassenden Theatersaals besetzt, aber so 250 bis 300 davon sind schon belegt. Ich denke, damit k\u00f6nnen <strong>Mercury Rev<\/strong> an diesem Dienstagabend gut leben, es ist so ungef\u00e4hr die Gr\u00f6\u00dfenordnung des Artheaters und der anderen Konzerts\u00e4le, die die Band so bespielt. Peinlich leer wirkt es immerhin nicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: Mercury Rev - Tides of the Moon\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/LDLpaWdH6A4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Mercury Rev<\/strong> Tour tr\u00e4gt den Untertitel <em>25 years of All is dream<\/em>. Da liegt es nahe zu denken, okay, sie spielen zu diesem Jubil\u00e4um das Album. \u00dcberraschenderweise machen das <strong>Mercury Rev<\/strong> aber nicht. Eigentlich, so mein Eindruck, hat das Konzert mit <em>All is dream<\/em> relativ wenig zu tun. Gerade einmal f\u00fcnf der 10 Albumsongs schaffen es auf die Setlist. Damit besteht die Setlist noch nicht einmal zur H\u00e4lfte aus <em>All is dream<\/em> Songs. Es ist im Prinzip ein ganz normales <strong>Mercury Rev<\/strong> Konzert, das alle Phasen der Bandgeschichte abbildet. Find\u2019 ich bei dem Touruntertitel etwas merkw\u00fcrdig, aber gut. <strong>Mercury Rev<\/strong> nehmen das 25j\u00e4hrige Jubil\u00e4um ihres f\u00fcnften Studioalbums quasi nur zum Anlass, diese Tour zu spielen. Nichtsdestotrotz, sch\u00f6n ist es allemal. Gef\u00fchlt \u00e4hnelt die Setlist der aus dem Jahr in K\u00f6ln, ich erkenne einige Songs wieder. Ich muss aber dazusagen, dass ich kein allzu gro\u00dfer <strong>Mercury Rev<\/strong> Fan bin. 1998 war <em>Deserter&#8217;s Songs<\/em> mein Einstieg in <strong>Mercury Rev<\/strong>, und gleichzeitig auch irgendwie mein Ausstieg. Ich kenne die Songs also haupts\u00e4chlich von Konzerten. Aber ich mag <strong>Mercury Rev<\/strong> Konzerte. <strong>Grasshoppers <\/strong>Gitarrenspiel finde ich ph\u00e4nomenal und die neo-psychodelischen und mitunter sehr bombastisch klingenden Sounds kann ich live sehr gut h\u00f6ren. Die Keyboards, das Saxophon und der sehr markante und pathetisch anmutende Gesang von <strong>Jonathan Donahue <\/strong>haben schon das gewisse Etwas. Und so entwickelt auch dieses Konzert direkt mit den ersten Songs seine eigene Dynamik. Das Medley \u201eHercules \/ There&#8217;s always been a bird In me\u201c gleich zu Beginn ist einfach toll anzuh\u00f6ren und die beiden Riesenhits \u201eHoles\u201c und \u201eGoddess on a Hiway\u201c sind auch 2026 noch verdammt gute Livesongs. \u201eThe dark is rising\u201c, \u201eTides of the moon\u201c und \u201eLincoln\u2019s eyes\u201c<em> von All is dream <\/em>in ihren vollen L\u00e4ngen und ihrer vollen Sch\u00f6nheit setzen weitere Ausrufezeichen. <br>Auf der Setlist stehen zwar nur 12 Songs, die Konzertdauer reicht aber trotzdem an die 90 Minuten Marke. Wie gesagt, <strong>Mercury Rev<\/strong> m\u00f6gen den Bombast. Und im Theater des Cultuurcentrums kommt der voll zum Tragen. Da darf dann auch das <em>Blade Runner<\/em> Thema \u201eTears in rain\u201c von <strong>Vangelis <\/strong>nicht fehlen; das spielen sie in Kombination mit ihrem eigenen Song \u201eRunaway raindrop\u201c. Noch so ein d\u00fcsteres Bombast-Brett! <br>Nat\u00fcrlich ist auch jetzt die direkt vor mir gespielte Gitarre am lautesten, aber da auch alle anderen Instrumente lauter ausgesteuert sind als bei <strong>Mick Harvey<\/strong>, st\u00f6rt das jetzt nicht ganz so sehr. Optimaler w\u00e4re dennoch ein Sitzplatz weiter hinten, aber wie schon gesagt, aufstehen und umsetzen ist auch bl\u00f6d. Was mag da die Band denken? Dann doch lieber <strong>Sean Mackowiak <\/strong>aus n\u00e4chster N\u00e4he bei der Arbeit zusehen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">I\u2019ve seen things you people wouldn&#8217;t believe\u2026 <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein toller Konzertabend und erneut ein sch\u00f6ner Ausflug nach Hasselt. Untersch\u00e4tzt mir das dortige Cultuurcentrum nicht. Weder musikalisch, noch kulinarisch. Die Bitterballen im Theatercaf\u00e9 sind allerh\u00f6chste Kategorie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Setlist:<\/strong><br>01: The funny bird<br>02: Hercules \/ There&#8217;s always been a bird In me<br>03: Lincoln&#8217;s eyes<br>04: She cracked<br>05: Dream of a young girl as a flower<br>06: Patterns<br>07: Runaway raindrop \/ Tears in rain<br>08: Ancient love<br>09: Tides of the moon<br>10: Holes<br>11: Goddess on a Hiway<br>12: The dark Is rising<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/mercury-rev-koeln-21-03-2025\/\">Mercury Rev &#8211; K\u00f6ln, 21.03.2025 \/ Artheater<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/little-waves-festival-genk-14-04-2018\/\">Mercury Rev &#8211; Little Waves Festival Genk, 14.04.2018<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-barcelona-28-05-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mercury Rev &#8211; Primavera Sound Barcelona, 28.05.2011<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2018Was macht der denn hier?\u2019 fragen wir uns erstaunt, als wir im Cultuurcentrum Hasselt an den Merchtisch kommen. 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