{"id":21836,"date":"2026-08-22T19:07:39","date_gmt":"2026-08-22T17:07:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=21836"},"modified":"2026-08-22T19:21:04","modified_gmt":"2026-08-22T17:21:04","slug":"violet-grohl-koeln-20-08-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/violet-grohl-koeln-20-08-2026\/","title":{"rendered":"Violet Grohl &#8211; K\u00f6ln, 20.08.2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ort:<\/strong> Luxor, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Maia and the Squires<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC09937-1100x619.jpg\" alt=\"Violet Grohl - K\u00f6ln, 20.08.2026\" class=\"wp-image-21838\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC09937-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC09937-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC09937-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC09937-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/DSC09937.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Apfel f\u00e4llt nicht weit vom Stamm. Oder dann doch. <strong>Violet Grohl<\/strong> und Band, und so geh\u00f6rt sich das, machen im weitesten Sinn Grunge Musik. Bei dem Papa nicht wenig verwunderlich, wahrscheinlich steht der heimische Plattenschrank voll mit Rock- und Punkplatten aus den 70ern, 80ern und dem besten der 1990er Jahre. Da kann man sich schon mal gen\u00fcsslich durchh\u00f6ren und Anregungen und Ideen f\u00fcr den eigenen Sound aufschnappen. Und wie man auf dem Deb\u00fctalbum <em>Be sweet to me<\/em> des <strong>Grohl <\/strong>Spr\u00f6sslings nachh\u00f6ren kann, hat sie das auch getan. Full of Grunge\/Alternative\/Rock 90s vibes sind die 12 Songs; aber hey, es gibt schlimmere Vorbilder. Und <strong>Violet Grohl<\/strong> gelingt das Zitieren und Hinzuf\u00fcgen sehr gut. Die Sounds sind zwar altbacken, aber sie klingen durchaus modern. <br>So ist es nicht verwunderlich, dass das Luxor sehr fr\u00fch relativ voll ist. Ich hatte damit gerechnet, der Name und das sehr gut klingende Deb\u00fctalbum ziehen. Nicht umsonst wurde das Konzert zeitnah aus dem Artheater ins Luxor hochverlegt. Was ich jedoch nicht unbedingt erwartet hatte, ist das Publikum, das mit mir auf das Konzert wartet. Der Altersschnitt ist h\u00f6her als gedacht. Auf der Hinfahrt sah ich mich gedanklich umringt von Teenagern und Jugendlichen im Neo-Grunge Stil, die der gleichaltrigen <strong>Violet Grohl<\/strong> zujubeln. Gekleidet im Look von <strong>Linda Powell<\/strong>, <strong>Janet Livermore<\/strong> oder <strong>Cliff Poncier<\/strong>. Doch vor Ort bilden sie nicht die Mehrheit. Menschen mittleren Alters umlagern die B\u00fchne und den vorderen Bereich im Luxor. Mh, ich bin irritiert. Mehrmals blicke ich mich um, aber es scheint so, als ob mehr als nur ein paar <strong>Foo Fighter<\/strong> \/ <strong>Dave Grohl<\/strong> Fans den Weg ins Luxor gefunden haben. Der Nachname als B\u00fcrde. Wer es nicht mitbekommen hat, die junge <strong>Violet <\/strong>ist die Tochter des ehemaligen <strong>Nirvana<\/strong>-Schlagzeugers und <strong>Foo Fighters<\/strong> <strong>Dave Grohl<\/strong>. <br>Aber eigentlich ist das total unwichtig, es geht ja schlie\u00dflich um die Musik. Und die ist sehr gut h\u00f6rbar, wie ich finde. Ihr Deb\u00fctalbum <em>Be sweet to me<\/em> hat ein paar amtliche Hits und ist eine der wenigen Rockplatten des Jahres, die ich auch zweimal nacheinander durchh\u00f6ren kann. Wie erw\u00e4hnt, es klingt nach den fr\u00fchen 90s, nach einer Mischung aus <strong>Alice in Chains<\/strong>, <strong>Soundgarden<\/strong>, <strong>Stone Temple Pilots<\/strong> und <strong>Hole<\/strong>. Es ist der getragene Grunge-Rock von <em>Badmotorfinger <\/em>oder <em>Jar of flies<\/em>, den <strong>Violet Grohl<\/strong> bevorzugt. Langsamere St\u00fccke, schwere Riffs. Die Punkattit\u00fcden von <strong>Nirvana <\/strong>oder <strong>Mudhoney <\/strong>h\u00f6re ich nicht. Maximal ein nach \u201ePlush\u201c klingender Gitarrenpart. Mir gef\u00e4llt <em>Be sweet to me<\/em> gerade genau deswegen. Ein bisschen Schwermut passt auch besser in die aktuelle Zeit.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck ins Luxor. Es ist wie so oft. Viele kommen fr\u00fch und sichern rechtzeitig einen guten Platz vor der Buehne. Was im Luxor gar nicht so einfach ist, denn die beiden Boxent\u00fcrme stehen links und rechts der B\u00fchne angenehm in Kopfh\u00f6he. Da m\u00f6chte niemand direkt stehen und so bleibt ein nat\u00fcrlich von allen akzeptierter freier Bereich direkt vor den Boxen. Doch kurz vor Konzertbeginn kommen die, die auch noch was sehen wollen und merken, dass das von weiter hinten nicht richtig funktioniert. Also dr\u00e4ngeln sie weiter nach vorn, sehen etwas Luft zwischen den wartenden K\u00f6pfen und sorgen daf\u00fcr, dass der Freiraum vor den Boxen durch die Reindr\u00e4ngler unfreiwillig von den l\u00e4nger Wartenden zugeschoben werden muss, wenn man mit den neuen Nachbarn nicht direkt engen K\u00f6rperkontakt aufnehmen m\u00f6chte. Sorgt das f\u00fcr etwas Unmut? Ja. Und regt man sich auf, wenn 10 Minuten vor Konzertbeginn der Hauptband pl\u00f6tzlich ein 1,90 m Mann vor einem steht mit der lapidaren Begr\u00fcndung, dass seine drei K\u00f6pfe kleinere Freundin ja von hinten nichts sehe? Ja. Kann man sich in solch einer Situation einvernehmlich einigen? Eher schwierig, wenn Unverst\u00e4ndnis auf Unverst\u00e4ndnis prallt. Nun, jeder ebenso gut wie er kann. Und manche unterperformen dabei enorm. Die erst h\u00f6fliche, dann leicht angespannt klingende Diskussion nicht weit von mir entfernt sorgt zumindest das gesamte Konzert \u00fcber hier und da f\u00fcr unterschwelligen Unmut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorband <strong>Maia and the Squires<\/strong> machen Spa\u00df. Und sie passen musikalisch gut in den Abend. \u00c4hnlich wie <strong>Violet Grohl<\/strong> sind sie im Alternative Rock der 1990er Jahre unterwegs. Beheimatet in Berlin sind <strong>Maia and the Squires<\/strong> ein multinationaler Haufen. Die S\u00e4ngerin ist Argentinierin, die Bassistin kommt aus Polen und Gitarrist und Schlagzeuger aus Vietnam und Frankreich. <em>Sinking into the Ocean<\/em> nennt sich ihre Deb\u00fct-EP, und wenn mein &nbsp;Liveeindruck nicht v\u00f6llig falsch ist, ist sie eine Mischung aus <strong>Mazzy Star<\/strong> und <strong>Smashing Pumpkins<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Umbaupause laufen <strong>H\u00fcsker D\u00fc<\/strong>, <strong>Fugazi <\/strong>und <strong>Jeff Buckley<\/strong>. Der Sound klingt dabei so blechern wie weiland auf meinen Kassettenmixtapes. Aber \u201eVancouver\u201c ist gut gealtert, stelle ich fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 21 Uhr kommen dann <strong>Violet Grohl<\/strong> und Band auf die B\u00fchne und bleiben dort f\u00fcr gut 40 Minuten. <em>Be sweet to me<\/em> nennt sich die Tour, <em>Be sweet to me<\/em> hei\u00dft auch das Deb\u00fctalbum der jungen Amerikanerin, das vor kurzem erschien. Bis auf \u201eMobile star\u201c spielen sie alle weiteren 11 Songs des Albums, plus ein Cover (leider nicht \u201eDivine hammer\u201c von <strong>The Breeders<\/strong>) und einen weiteren Song. Mehr haben sie sicherlich nicht, mehr kann ich also nicht erwarten. Dass es ein kurzer und knackiger Abend werden w\u00fcrde, hatte ich eingeplant. Und wie ist es musikaisch? Der Rolling Stone schreibt zum Konzert tags zuvor in Berlin u. a. folgendes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Songs auf \u201eBe Sweet To Me\u201c klingen trotzdem nach dem Grunge der 90er-Jahre. F\u00fcr \u201eLast Day I Loved You\u201c hat sich Grohl nicht nur den Gitarrenpart bei \u201eSmells Like Teen Spirit\u201c abgeschaut. \u201ePlastic Couch\u201c kommt wie ein Mash-up aus \u201eHeart-Shaped Box\u201c und \u201eSomething In The Way\u201c daher. Durch das m\u00fcrrisch aufstampfende \u201eOften Others\u201c m\u00e4andert ein psychedelischer Grunge-Vibe. Und \u201eApplefish\u201c tobt sich gen\u00fcsslich inmitten der genretypischen Laut-Leise-Dramaturgie und nihilistischen Doktrin aus.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich gleiche mal mit meinen Post-Konzert Notizen ab. Zu \u201e595\u201c notiere ich: h\u00e4tte 1994 original so auf MTV laufen k\u00f6nnen, zu \u201eOften others\u201c: Heavy Metal <strong>Soundgarden <\/strong>Gitarren, zu \u201ePlastic Couch\u201c: die anf\u00e4ngliche Akustikgitarre klingt wie <strong>Silverchair<\/strong> bei MTV unplugged und zu \u201eApplefish\u201c merkte ich mir: lieblicher Gesang und krachenden Gitarren im laut\/leise Wechsel. Allzu weit liege ich mit meinen Eindr\u00fccken vom Expertenwissen nicht entfernt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Violet Grohl, Luxor Cologne, 20.08.2026\" width=\"563\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Y9JFgbAbGKU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Konzert leidet ein bisschen unter der m\u00e4\u00dfigen Soundqualit\u00e4t. Der Gesang ist viel zu leise und geht neben dem Schlagzeug und den Gitarren oft komplett unter. Das ist schade, denn so kommt die tolle Gesangsstimme von <strong>Violet Grohl<\/strong> kaum zur Geltung. Das Licht ist das Konzert \u00fcber in diffusen Blau- und Gelbt\u00f6nen gehalten. Vorne am Mikrofon steht <strong>Violet Grohl<\/strong>, und sie steht da nahezu bewegungslos. Die Band erw\u00e4hnt sie mit keinem Wort, ihre Positionen sind weiter hinten auf der B\u00fchne eingerichtet. <br>Wie ich den Setlisten vergangener Konzerte entnahm, spielen sie jeden Abend auch ein Cover. An diesem Abend ist es \u201eSad tomorrow\u201c von <strong>The Muffs<\/strong>. Kenne ich nicht. Das wechseln sie mit \u201eDivine hammer\u201c von den <strong>Breeders<\/strong>, das ich auch sehr gerne geh\u00f6rt h\u00e4tte. Das war jedoch in Berlin an der Reihe. Schade, aber nicht dramatisch. <br>Das Konzert ist gut und fluppt angenehm durch. Irgendwie scheint jeder Song live vorz\u00fcglich zu funktionieren und irgendwie entsteht bei mir der Eindruck, dass <strong>Violet Grohl<\/strong> kein one-album-wonder bleiben wird. Aber warten wir mal ab. Gerade das Wildern in alten Musikgefilden ist ja sehr trendabh\u00e4ngig. Wenn jedoch alsbald ein Remake von <em>Singles<\/em> erscheint und <strong>Violet Grohl<\/strong> zum Soundtrack beitr\u00e4gt, l\u00e4uft die Sache definitiv. Falls nicht, hat sie aber auch ganz gute Karten.\u00a0Wir werden noch von ihr h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Be sweet to me&#8220; ist somit in erster Linie eine gelungene Ode an eine Nostalgie, die ihre Urheberin nie am eigenen Leib erfahren hat \u2013 und trotz kleinerer Monita das bislang grungigste Grunge-Album 2026.<\/p>\n<cite>Plattentests.de<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Stimulant breakfast<br>02: Cool Buzz<br>03: THUM<br>04: Last day I loved you<br>05: Big memory<br>06: Bug in the cake<br>07: Pool of my dreams<br>08: Sad tomorrow<br>09: Applefish<br>10: Sun is blind<br>11: 595<br>12: Often others<br>13: Plastic couch<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Apfel f\u00e4llt nicht weit vom Stamm. 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