{"id":21609,"date":"2026-04-16T21:01:32","date_gmt":"2026-04-16T19:01:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=21609"},"modified":"2026-04-16T21:01:34","modified_gmt":"2026-04-16T19:01:34","slug":"franz-ferdinand-esch-alzette-10-04-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/franz-ferdinand-esch-alzette-10-04-2026\/","title":{"rendered":"Franz Ferdinand &#8211; Esch-Alzette, 10.04.2026"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Rockhal, Esch-Alzette<br><strong>Vorband: <\/strong>Irnini Mons<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSC07579-1100x619.jpg\" alt=\"Franz Ferdinand - Esch-Alzette, 10.04.2026\" class=\"wp-image-21612\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSC07579-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSC07579-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSC07579-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSC07579-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSC07579.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Franz Ferdinand<\/strong> sind neben den <strong>Arctic Monkeys<\/strong>, <strong>Bloc Party<\/strong>, <strong>Maximo Park<\/strong>, <strong>Editors<\/strong> und <strong>The Libertines<\/strong> eine der wichtigsten Bands der sogenannten New Britisch Invasion, die in den fr\u00fchen 2000er Jahren im Indierock f\u00fcr einige Furore sorgten. <br>&#8211; Ihr sechstes Studioalbum <em>The human fear <\/em>erschien im letzten Jahr. <br>&#8211; 2006 fand ich <strong>Franz Ferdinand<\/strong> gut und sie waren mir sehr bedeutsam. <br>&#8211; 2014 sah ich <strong>Franz Ferdinand<\/strong> das letzte Mal live. <br>&#8211; Von den Ursprungsmitgliedern sind 2026 noch <strong>Alex Kapranos<\/strong> und <strong>Bob Hardy<\/strong> Teil von <strong>Franz Ferdinand<\/strong>. <br>Wenn meine elektrische Zahnb\u00fcrste durch einen kurzen Rhythmuswechsel in der B\u00fcrstenkopfdrehgeschwindigkeit andeutet, dass die empfohlene Putzzeit abgelaufen ist, erinnert mich das seit einigen Tagen an die Songstelle in \u201eTake me out\u201c, in der die Gitarren in stakkatohaftes Zwischenspiel wechseln. Nein, ich bin beileibe kein wirklicher <strong>Franz Ferdinand<\/strong> Fan, allerh\u00f6chstens ein Sympathisant ihrer fr\u00fchen Musik. Ihre ersten drei Alben fand und finde ich toll &#8211; auch wenn sich ihre gro\u00dfen Hits im Laufe der Jahre etwas abgenutzt haben. Aber alles ab den 2010er Jahren kenne ich nicht oder interessierte mich nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Schmerzgrenze lag bei 30 Euro. 30 Euro f\u00fcr ein <strong>Franz Ferdinand<\/strong> Ticket in der Rockhal in Luxemburg, und die Sache ist geritzt. Ich wollte eh\u2019 zum Tanken ins Nachbarland, die paar Kilometer nach Esch-Alzette in den Westen Luxemburgs sind mehr als okay, wenn der Ticketpreis stimmt. Und f\u00fcr mich stimmte er bei 30 Euro. Mittags wurde Ticketswap mein Freund und ich beobachtete den Zweitmarkt. Es gab genug Kartenverk\u00e4ufe und so musste ich nicht lange warten, bis der Preis bei 30 Euro ankam. Das erste Angebot nahm ich an. Und ich freute mich auf den Abend. Das mit der Vorfreude fand ich etwas merkw\u00fcrdig und befremdlich, denn fand\u2019 ich nicht das letzte Konzert schon nur so naja? Schrieb ich nicht bereits 2014 <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8230;in diesem Sinn also ein gutes Konzert, trotzdem sind sie f\u00fcr mich irgendwie durch. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ja, es waren gemischte Gef\u00fchle nach dem Konzertbesuch im Palladium. Aber hey, vielleicht ist es 12 Jahre sp\u00e4ter ja ganz anders und \u00fcberhaupt, ich habe an diesem Freitagabend nichts vor und extreme Lust, mir <strong>Franz Ferdinand<\/strong> anzugucken. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzert in der Rockhal war lange Zeit nicht ausverkauft. Am Abend aber meine ich sp\u00e4ter gelesen zu haben, dass es dann doch ausverkauft war. Aufgrund meiner Vorerfahrungen vom letzten Konzert hatte ich keinerlei Erwartungen an den Abend. Und so schlimm, dass ich mich super \u00e4rgern w\u00fcrde, kann es nicht werden. Denn das kann kein Konzert liefern. <br>Ein Blick auf die Setlisten der vergangenen Konzerte zeigte mir, dass <strong>Franz Ferdinand<\/strong> schon auch bereit sind, ihre gro\u00dfen Hits zu spielen. Vom aktuellen Album <em>The human fear<\/em> stehen meist nur 4-5 Songs auf den Setlisten, vom 2018er Vorg\u00e4ngeralbum <em>Always ascending<\/em> gar nur der Titelsong \u201eAlways Ascending\u201c. Eine Standard Setlist haben <strong>Franz Ferdinand<\/strong> fuer die Tour jedoch nicht. Je nachdem spielen sie mal die einen Hits, mal die anderen. Leider spielten sie nie alle auf einmal. So fehlten in Luxemburg tats\u00e4chlich \u201eDarts of pleasure\u201c und \u201eLucid dreams\u201c. Die sch\u00f6ne \u201eEleanor put your boots on\u201c spielen sie wohl gar nicht mehr. Aber das ist ein bisschen Jammern auf hohem Niveau.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorband <strong>Irnini Mons<\/strong> kommt aus Frankreich. Der franz\u00f6sische Noiserock oder Rock Fran\u00e7ais des Quartetts geht allerdings ein bisschen unter. Zum einen ist die Halle vielleicht erst zu einem Drittel gef\u00fcllt, zum anderen verm\u00f6gen sie nicht wirklich, gr\u00f6\u00dferes Interesse zu wecken. Um mich herum werden <strong>Irnini Mons <\/strong>gnadenlos weggequatscht. Und so bin auch ich abgelenkt und kann mich nicht voll auf die Band konzentrieren. Dabei haben sie den ein oder anderen wirklich guten Song im Repertoire. Auf Strecke ist es dann aber leider nicht ausreichend, um die volle Aufmerksamkeit zu erlangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 21 Uhr kommen <strong>Franz Ferdinand<\/strong> auf die B\u00fchne. <strong>Alex Kapranos<\/strong>, <strong>Audrey Tait<\/strong>, <strong>Bob Hardy<\/strong>, <strong>Dino Bardot<\/strong> und <strong>Julian Corrie<\/strong> a.k.a. <strong>Miaoux Miaoux<\/strong> sind seit einigen Jahren die Band <strong>Franz Ferdinand<\/strong>. Das hatte ich ja mittlerweile gelernt. \u201eThe dark of the matin\u00e9e\u201c, \u201eNight or Day\u201c und \u201eMichael\u201c sind die ersten drei Songs. W\u00e4hrend ich bei \u201eThe dark of the matin\u00e9e\u201c noch die Einspielphase ber\u00fccksichtige, denke ich bei \u201eMichael\u201c schon etwas konkreter, dass das Konzert irgendwie komisch verl\u00e4uft. Schaue ich in die Gesichter der beiden Gitarristen und von <strong>Alex Kapranos<\/strong>, wirken ihre Augen m\u00fcde. Das folgt meinem Eindruck, dass der Band ein bisschen die Spritzigkeit fehlt. Zumindest bis zu diesem Moment. \u2018Aber vielleicht \u00e4ndert sich das ja im Laufe des Konzerts\u2019, denke ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das B\u00fchnenbild ist klar designt. Ein scheinbar anges\u00e4gter Betonrahmen steht hinter der Band &#8211; die eine Seite k\u00fcrzer als die andere, neigt er sich im plusminus 45 Grad Winkel. Das Licht strahlt abwechselnd entweder komplett rot oder gr\u00fcn. Zur Vorband baute der Lichttechniker einige Strobo-effekte ein, ich hatte Bef\u00fcrchtungen, dass dies bei den Post-Punk Gitarren von Franz Ferdinand ein ebenso oft verwendetes lichttechnisches Stilmittel sein wird. Doch Gott sei Dank &#8211; ich mag und vertrage dieses glei\u00dfend wei\u00dfe Flackerlicht \u00fcberhaupt nicht &#8211; ist das nicht der Fall. Der Techniker beschr\u00e4nkt sich hiermit auf ein paar einige und ertr\u00e4gliche Momente.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Franz Ferdinand, Rockhal Luxembourg, 10.04.2026\" width=\"563\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ctp973U68sk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Okay, der Konzertstart ist schwach. Bei meinem letzten <strong>Franz Ferdinand<\/strong> Konzert wurde ich w\u00e4hrend des Konzerts noch positiv \u00fcberrascht, vielleicht ist es heute Abend genauso. Die Hoffnung verfliegt rasch, denn an diesem Abend bleibt diese Entwicklung leider aus. <br>Was ist hier los? Sollte heute Abend tats\u00e4chlich eher Tanken und Kaffeepads sein anstatt Schampus und Lachsfisch? (Mal ganz abgesehen davon, dass sie \u201eDarts of pleasure\u201c nicht spielen). Der Gedanke setzt sich in meinem Kopf fest. Und er wird weiter bef\u00fcttert. Die Posen und Animations-Tricks von <strong>Alex Kapranos<\/strong> wirken lieblos, das auffordernde Mitklatschen von <strong>Julian Corrie<\/strong> eher als Pflichtgeste denn als Wunschaufforderung. Und der Bassist spielt seinen Stiefel herunter, als h\u00e4tte er mit alldem nichts zu tun. Nun gut, mag der ein oder andere sagen, das ist halt die Bassspieler-DNA. Ja vielleicht, auch ich k\u00f6nnte Beispiele nennen, aber an diesem Abend ist es mir enorm auff\u00e4llig. In Summe wirken <strong>Franz Ferdinand<\/strong> an diesem Abend auf mich \u00fcberspielt. Und entsprechend schwappt auch die Stimmung nicht so richtig r\u00fcber. Klar, bei \u201eTake me out\u201c springen alle und die Animations-Tricks werden auch aufgenommen, aber eher so halbherzig. So zumindest um mich herum. Da h\u00e4tte ich mir schon mehr erhofft. Auch scheint es mir, als ob <strong>Franz Ferdinand<\/strong> etwas Tempo aus ihren Songs genommen h\u00e4tten. \u201eMichael\u201c oder \u201eDo you want to\u201c klingen irgendwie \u2018ruhiger\u2019 als ich es in Erinnerung habe. Es ist ein bisschen verst\u00e4ndlich, die Leute sind \u00fcber 50, da kriegt man nicht mehr an jedem Abend so viel Wucht und Elan in die Songs wie noch vor 20 Jahren. Aber das kommt dem Konzert nicht zugute. <br>\u2018Vor 20 Jahren waren sie besser\u2019. Das ist zwar ein abgedroschener Spruch und w\u00fcrde im Doppelpass 3 Euro kosten, aber er trifft fuer diesen Auftritt leider zu. Ich fand den Auftritt fad und wenig Energie geladen. Dienst nach Vorschrift, so sagt man doch. Der letzte Pfiff fehlte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ein Trommelinferno zum Ausklang von \u201eOutsiders\u201c (alle Bandmitglieder versammelten sich um das Schlagzeug und kloppen ordentlich drauf) war vor 5 Jahren noch sch\u00f6n \u2013 weil rasanter \u2013 und bemerkenswert. An diesem Abend fand ich es eher unn\u00f6tig und langweilig.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das schrieb ich vor knapp 16 Jahren zu meinem &#8211; jetzt &#8211; vorletzten <strong>Franz Ferdinand<\/strong> Konzert. An diesem Abend ist es eins-zu-eins genau so. \u201eOutsiders\u201c beendete den regul\u00e4ren Teil des Konzertes nach einer guten Stunde und das wir-h\u00e4mmern-alle-auf-das-Schlagzeug Ding wirkt 2026 noch merkw\u00fcrdiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich mein schw\u00e4chstes Konzert des Jahres.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: The dark of the matin\u00e9e<br>02: Night or Day<br>03: Michael<br>04: Walk away<br>05: Audacious<br>06: No you girls<br>07: Bar lonely<br>08: Right action<br>09: Do you want to<br>10: Build it up<br>11: 40&#8242;<br>12: Black eyelashes<br>13: Love illumination<br>14: Take me out<br>15: Outsiders<br>Zugabe:<br>16: Hooked<br>17: Always ascending<br>18: Evil and a heathen<br>19: Jacqueline<br>20: This fire<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/franz-ferdinand-koeln-12-03-2014\/\">Franz Ferdinand \u2013 K\u00f6ln, 12.03.2014 \/ Palladium<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-31-05-2012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Primavera Sound Festval \u2013 Barcelona, 31.05.2012<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/rock-a-field-luxemburg-28062009-3\/\">Rock a Field \u2013 Luxemburg, 28.06.2009<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1040\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Franz Ferdinand \u2013 K\u00f6ln, 14.03.2009\u00a0\/ Palladium<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=40\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Franz Ferdinand &#8211; Rock am Ring N\u00fcrburgring<strong>, <\/strong>04.05.2006<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz Ferdinand sind neben den Arctic Monkeys, Bloc Party, Maximo Park, Editors und The Libertines eine der wichtigsten Bands der sogenannten New Britisch Invasion, die in den fr\u00fchen 2000er Jahren im Indierock f\u00fcr einige Furore sorgten. 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