{"id":21568,"date":"2026-03-22T10:59:35","date_gmt":"2026-03-22T09:59:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=21568"},"modified":"2026-03-22T11:00:25","modified_gmt":"2026-03-22T10:00:25","slug":"geese-koeln-18-03-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/geese-koeln-18-03-2026\/","title":{"rendered":"Geese &#8211; K\u00f6ln, 18.03.2026"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Palladium, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Westside Cowboy<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC07002-1100x619.jpg\" alt=\"Geese - K\u00f6ln, 18.03.2026\" class=\"wp-image-21571\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC07002-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC07002-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC07002-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC07002-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSC07002.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Kurz vor Ende spielen <strong>Geese <\/strong>das irre und vertrackte \u201eLong Island City here I come\u201c. Dazu entschwindet <strong>Cameron Winter<\/strong> aus meinem Blickfeld, das Klavier (ich vermute, es ist eins), an dem er nun sitzt, steht f\u00fcr mich im toten Winkel. In diesem Moment muss ich kurz daran zur\u00fcckdenken, dass der S\u00e4nger vor einiger Zeit ein Soloalbum mit dem irref\u00fchrenden Namen <em>Heavy Metal<\/em> (es ist nicht immer drin, was draufsteht) ver\u00f6ffentlicht hat und damit im letzten Winter auf Kurztour in Europa war. Dummerweise hatte ich mich zu sp\u00e4t entschlossen, ein Ticket fuer sein Utrechter Konzert zu kaufen. Das Wetter, die Anreise, das Datum, es gab einige Abw\u00e4gungsgr\u00fcnde. Im Nachhinein hat es mich dann sehr ge\u00e4rgert, dass ich so viel und zu lange \u00fcberlegt habe. Sogar noch mehr, als die bl\u00f6den Umst\u00e4nde dieses Konzertes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geese <\/strong>wurden irgendwann im letzten Sommer gro\u00df. <strong>Cameron Winter<\/strong>, <strong>Emily Green<\/strong>, <strong>Dominic DiGesu<\/strong> und Schlagzeuger <strong>Max Bassin<\/strong> ver\u00f6ffentlichten ihr drittes Album <em>Getting killed<\/em> und standen auf einmal auf allen Bestsellerlisten ganz weit oben. Auf einmal waren sie die neuen Darlings des Rock, die&nbsp; &#8211; ich glaube vom Rolling Stone so genannte &#8211; erste gro\u00dfe Rockband der Gen-Z. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Alle elf St\u00fccke sind ziemlich gro\u00dfartig\u2019<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>schreibt der Rolling Stone weiter. Nun ja, ich kenne das Album nicht, ich muss das f\u00fcr mich nachpr\u00fcfen. Den Vorg\u00e4nger <em>3D Country<\/em> habe ich zuhause, auf den ersten H\u00f6rdurchgang kam es mir sehr sperrig und anstrengend vor, daher habe ich die Platte erstmal beiseitegelegt und seitdem nicht mehr geh\u00f6rt. Songs wie \u201eUndoer\u201c oder \u201eGravity blues\u201c sind zwar irgendwann toll, aber f\u00fcr eine H\u00f6rprobe am Samstagvormittag eine zu schwere Kost. Womit ich wahrscheinlich so ziemlich der einzige bin. Denn der Hype um die Band ist enorm. Zweimal wurde das K\u00f6lner Konzert hochverlegt (aus der Kantine ins E-Werk, aus dem E-Werk ins Palladium) und letzte Woche wurde gar ein weiteres <strong>Geese <\/strong>Konzert angek\u00fcndigt. Im Sommer spielen sie einen Gig am Tanzbrunnen. \u00dcberhaupt ist die gesamte Geese Europatour ausverkauft; allerdings fanden nur in Deutschland Venue Upgrades statt. Nun ja, Geld verdienen schadet nicht, und so ist das Palladium Konzert das gr\u00f6\u00dfte Konzert auf der aktuellen Tour. (Interessant und unfair \u00fcbrigens, dass nicht nur die Hallengr\u00f6\u00dfe, sondern auch der Ticketpreis mit dem Venue Upgrade gestiegen ist.) <br>Ich hatte mich bereits f\u00fcr das Kantine Konzert interessiert und finde mich also nun im x-fach gr\u00f6\u00dferen Palladium wieder. Fand\u2019 ich nicht so dolle. Auch nicht dolle fand ich den am Konzerttag stattfindenden KVB Streik. In die Schanzenstrasse im K\u00f6ln-M\u00fclheimer Norden gelangt man bequem nur mit den K\u00f6lner Stra\u00dfenbahnen, wenn man das Auto nicht nutzen will. Und das Auto wollte ich eigentlich nicht nutzen, nun wurde ich doch dazu gezwungen. Beide Dinge zusammen erzeugten bereits am Vortag eine gro\u00dfe Unlust auf das Konzert. Aber es n\u00fctzt ja nix, ich hatte ein Ticket und nat\u00fcrlich wollte ich mir den <strong>Geese<\/strong> Hype auch gerne live ansehen. Und endlich mal ein paar Songs von <em>Getting killed<\/em> h\u00f6ren. Aufgrund des Streiks war die Anreise etwas nervig. Immerhin ersparte ich mir so das Schlangestehen vor dem Palladium. Als ich gegen viertel nach sieben ankomme, ist es vor dem Venue \u00fcberschaubar voll. Drinnen dagegen nicht: auf der Galerie und vor der B\u00fchne ist schon ordentlich Betrieb. <br>Als ich so rumstehe und es um mich herum immer voller wird, muss ich an ein Konzert einer anderen New Yorker Band denken, die vor 25 Jahren oder so einen \u00e4hnlichen Hype in Sachen Rockmusik ausgel\u00f6st hat: <strong>The Strokes<\/strong>. Was war das damals f\u00fcr eine Aufruhr, als sie ein Konzert dr\u00fcben im E-Werk angek\u00fcndigten, und was war das damals voll. <strong>The Strokes<\/strong> wurden seinerzeit mit ihrem Deb\u00fctalbum Is this it als Hoffnung des Rock\u2019n\u2019Roll ohne Ende abgefeiert. Ich sehe da eine Parallele. Und ich h\u00f6re sie auch in dem ein oder anderen <strong>Geese <\/strong>Song.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zuerst die <strong>Westside Cowboys<\/strong>. Eine blutjunge Band aus Manchester, die unter gro\u00dfem Applaus auf der B\u00fchne empfangen wird. 2 EPs und eine Handvoll Singles haben die vier <strong>Westside Cowboys<\/strong> bisher ver\u00f6ffentlicht. Sie klingen nach sehr sch\u00f6nem Indiepoprock. Jeder Song wird umjubelt, wie ich es lange nicht mehr bei einer Vorband geh\u00f6rt habe. Ihre Indiegitarren sind aber auch ganz nett anzuh\u00f6ren. Nat\u00fcrlich ist das nicht neu, aber sowas h\u00f6re ich immer gerne. Und alle anderen um mich herum scheinbar auch. Zumindest wird vor mir heftig getanzt und ab und an die Faust in die Luft gereckt. Gerade kommt noch jemand in die ersten reihen gehetzt. Jetzt ist es noch voller und endlich erlebe ich wieder ein Konzert mit ungewolltem K\u00f6rperkontakt. Das Publikum ist jung. Himmel, wann ich war ich das letzte Mal auf einem twenty-something-Rockkonzert? Ach ja, bei <strong>Turnstile<\/strong>. Das war \u00e4hnlich euphorisch. Es scheint, als ob die Gen-Z jede Sekunde und jeden Augenblick aufsaugt. <strong>Westside Cowboy<\/strong> bekommen das zu sp\u00fcren. Also im positiven Sinn. Nach einer knappen halben Stunde ist ihr Auftritt vorbei, nicht wenige im Saal h\u00e4tten sich noch ein paar Songs mehr gew\u00fcnscht. Ich bin gespannt, ob die Mancunians den Weg aus der Indiedisco herausfinden. Es gibt halt so viele von diesen Indiepoprock Bands.<\/p>\n\n\n\n<p>Umbaupause. Zeit f\u00fcr einen Blick in den Saal. Wie viele Leute kann man eigentlich in das Palladium stopfen? Ich stehe am Rand, dort wo das Gitter nach hinten wegknickt in Richtung Theke. Einen vollen Blick auf die B\u00fchne habe ich nicht. Wenn sich sp\u00e4ter <strong>Cameron Winter <\/strong>ans Klavier setzt, um \u201eLong Island City here I come\u201c zu spielen, sehe ich ihn nicht. Aber ich stehe ziemlich weit vorne, was gut ist. Um mich herum erblicke ich zwei V\u00e4ter, die mit ihren S\u00f6hnen da sind. Ich stehe also in der Dad Ecke, gemeinsam heben wir den Altersdurchschnitt um mehrere Prozentpunkte. Hinter mir tummeln sich ein paar britische Kids. Wie ich direkt nach Konzertbeginn feststellen muss, sind sie leider sehr textsicher. Sie kennen jede Zeile von jedem Song. Ich bin Ohrenzeuge f\u00fcr nahezu die gesamte Konzertl\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann Jubel, dann <strong>Geese<\/strong>. In den ersten Minuten bin ich hin und weg. \u201eHusband\u201c und \u201eGetting killed\u201c klingen so verdammt nach den <strong>Strokes <\/strong>und der Gesang <strong>Cameron Winters<\/strong> so verdammt nach <strong>Julian Casablancas<\/strong>, dass ich v\u00f6llig baff bin. Ich sp\u00fcre sogar einen Hauch der <strong>Stroke<\/strong>\u2019schen typischen New York Arroganz. Die Blaupause passt. Zumindest in diesen Augenblicken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Geese, Palladium Cologne, 18.03.2026\" width=\"563\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/gAXicx4qt1A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Laufe des Konzertes entfernen sich <strong>Geese <\/strong>etwas davon, weil sie eben nicht nur verschleppte Gitarren, einen n\u00f6ligen Gesang und Indierocknummern haben. manchmal klingen die Gitarren nach Bluesrock und der <strong>John Spencer Blues Explosion<\/strong>, manchmal nach Noise oder Krautrock. Ein Song klingt stark nach <strong>Pavement<\/strong>, einer er\u00f6ffnet wie dieser <strong>Pixies <\/strong>(?) Song mit der Textzeile \u2018when i look in the mirror\u2019. Ich \u00fcberlege anschlie\u00dfend das halbe Konzert lang, wie der Song hei\u00dft und von wem er ist. Ich kann mir einfach keine Songtitel merken. <br>Musikalisch ist es halt die \u00fcbliche Gemengelage. Die \u00c4lteren wissen Bescheid. Und sicherlich k\u00f6nnte ich noch sieben weitere Referenzen aufz\u00e4hlen, die mir w\u00e4hrend des Konzerts in den Sinn kommen. Ich wei\u00df zwar nicht wie und warum, aber <strong>Geese <\/strong>machen das gut. Richtig gut. Und alle fressen ihnen aus der Hand. Selbst als es im Mittelteil etwas schleppender zugeht und das Konzert kurzzeitig eine L\u00e4nge aufweist, bricht die Stimmung nicht weg. \u201eAu pays du cocaine\u201c und \u201eBow down\u201c z\u00fcnden nicht so, was vielleicht auch daran liegt, dass <strong>Geese <\/strong>die Songs live anders spielen als auf Platte. Sie sind l\u00e4nger und wirken &#8211; zumindest mein Eindruck &#8211; vertrackter. Das war vorher bei \u201e2122\u201c auch schon so. Doch das anschlie\u00dfende \u201eTaxes\u201c rei\u00dft es schnell wieder raus. Ein sch\u00f6ner, sich entwickelnder Indierocksong. Das Geh\u00fcpfe in der Mitte des Saals und um mich herum wird wieder st\u00e4rker. Zum Abschluss folgt mit \u201eApollo\u201c ein neuer Song, der wiederum krautrockartig m\u00e4andert.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Zugabe gibt\u2019s. \u201eTrinidad\u201c, ihren vielleicht im Internet bekanntesten Song.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>There&#8217;s a bomb in my car (There&#8217;s a bomb in my car)<br>There&#8217;s a bomb in my car (There&#8217;s a bomb in my car)<br>There&#8217;s a bomb in my car (There&#8217;s a bomb in my car)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>The Strokes<\/strong> waren damals die Zukunft des Rocks, <strong>Geese <\/strong>sind es 2026 wohl eher nicht. Aber the hype is very real und ein <strong>Geese <\/strong>Konzert immer einen Besuch wert. Auf ein Neues im Sommer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Husbands<br>02: Getting killed<br>03: Islands of Men<br>04: Here my angels come<br>05: 2122<br>06: I see myself<br>07: 100 horses<br>08: Cobra<br>09: Bow down<br>10: Au pays du cocaine<br>11: Taxes<br>12: Long Island City here I come<br>13: Apollo<br>Zugabe:<br>14: Trinidad<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor Ende spielen Geese das irre und vertrackte &#8222;Long Island City here I come&#8220;. Dazu entschwindet Cameron Winter aus meinem Blickfeld, das Klavier, an dem er nun sitzt, steht f\u00fcr mich im toten Winkel. 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