{"id":21497,"date":"2026-02-24T17:39:53","date_gmt":"2026-02-24T16:39:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=21497"},"modified":"2026-02-24T17:39:56","modified_gmt":"2026-02-24T16:39:56","slug":"jeff-tweedy-antwerpen-17-02-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/jeff-tweedy-antwerpen-17-02-2026\/","title":{"rendered":"Jeff Tweedy &#8211; Antwerpen, 17.02.2026"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> De Roma, Antwerpen<br><strong>Vorband:<\/strong> Liam Kazar<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC06357-1100x619.jpg\" alt=\"Jeff Tweedy - Antwerpen, 17.02.2026\" class=\"wp-image-21500\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC06357-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC06357-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC06357-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC06357-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/DSC06357.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Weder <strong>Jeff Tweedy<\/strong> noch <strong>Lou Reed<\/strong> waren meine Babysitter. Das war &#8211; weniger spektakul\u00e4r &#8211; meine Oma. Soweit mein Statement zum meiner Meinung nach besten Song des aktuellen <strong>Jeff Tweedy<\/strong> Albums <em>Twilight Override<\/em> und den aktuellen Merch T-Shirts beim Konzert im de Roma in Antwerpen. <br>Nach dem wunderbaren <strong>Wilco<\/strong> Konzert im letzten Sommer im Dortmunder Junkyard und dem \u00fcberragenden Triple CD-Album <em>Twilight Override<\/em> (eines meiner Lieblingsalben 2025) war es keine Frage, eines der Konzerte der Gesch\u00e4ft f\u00fcr die Solotour nicht dann nicht zu sehen. Die Frage lautete, wo? In K\u00f6ln und\/oder der n\u00e4heren Umgebung sah &#8211; leider wie so oft in diesen Tagen &#8211;\u00a0 kein Veranstalter oder Promoter die Notwendigkeit, <strong>Jeff Tweedy<\/strong> und Band zu buchen. Es blieb somit Utrecht oder Antwerpen, n\u00e4her kam der Chicagoer S\u00e4nger plus Band nicht an mich heran. Da Utrecht relativ schnell ausverkauft war, fiel die Wahl auf das de Roma in Antwerpen. Verkehrstechnisch gut gelegen macht dieser sch\u00f6ne Konzertsaal (ich glaube, es ist ein ehemaliges Kino) enorm viel Spa\u00df. Gleiches gilt nat\u00fcrlich f\u00fcr das Tivoli Vredenburg in Utrecht, aber aus oben genanntem Grund stand es nicht mehr auf meinem Zettel. Somit ging es am Nelkendienstag auf nach Antwerpen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Twilight Override<\/em> ist das mittlerweile f\u00fcnfte Soloalbum von <strong>Jeff Tweedy<\/strong>. Als 3er CD-Set angelegt hat es eine Spielzeit von um die 2 Stunden. Wie erw\u00e4hnt mag ich das Album sehr, Songs wie \u201eMirror\u201c, \u201eParking Lot\u201c, \u201eOut in the dark\u201c oder \u201eLou Reed was my babysitter\u201c sind jetzt schon Evergreens und&nbsp; belegen gleichzeitig die enorme musikalische Bandbreite, die die drei CDs bieten: Von Indiefolk bzw. Alternative Country bis hin zu Indierock ist alles dabei. Und enorm kurzweilig, ich habe beim H\u00f6ren zumindest nie das Gef\u00fchl, dass einer der 30 Songs wie ein anderer klingt. Ja, das Album macht Spa\u00df. Das sehe scheinbar nicht nur ich so, denn die <strong>Jeff Tweedy<\/strong> Konzerte sind schnell ausverkauft. Auch Antwerpen l\u00e4sst sich da nicht allzu lange bitten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das de Roma f\u00fcllt sich langsam. <strong>Liam Kazar<\/strong> als Vorprogramm und gleichzeitig auch Gitarrist der <strong>Jeff Tweedy<\/strong> Band, ist f\u00fcr 19.45 Uhr angesetzt. Die T\u00fcren \u00f6ffnen um 19.15 Uhr. Ich schlurfe gegen kurz vor halb acht ins de Roma und stelle \u00fcberraschend fest, dass die vorderen Reihen noch nicht voll besetzt sind. Das belgische Publikum ist daf\u00fcr bekannt, dass es erst sp\u00e4t zu Konzerten kommt, aber 15 Minuten vor Programmbeginn noch einen nahezu leeren Saal vorzufinden, finde ich dann schon etwas \u00fcberraschend. In diesem Extrem habe ich das bei einem ausverkauften Konzert auch nicht oft erlebt. oder eigentlich noch nie. Anyway, es f\u00fcllt sich dann bis zur Umbaupause &#8211; in der nur der Mikrofonst\u00e4nder von <strong>Liam Kazar<\/strong> beiseite ger\u00e4umt werden muss &#8211; rasch und unaufgeregt. Unaufgeregt deswegen, weil die in den Saal kommenden Hundertschaften an Fans den ruhigen, nur auf der Akustikgitarre vorgetragenen Auftritt nie st\u00f6ren. Das de Roma bleibt w\u00e4hrend des halbst\u00fcndigen Sets aufmerksam ruhig. <strong>Liam Kazar<\/strong> ist ein in Chicago geborener und in Brooklyn lebender Singer-Songwriter, dessen Folk Pop zum einen sehr unterhaltsam klingt und zum anderen nat\u00fcrlich der perfekte Einstieg in das dann folgende Oeuvre von <strong>Jeff Tweedy<\/strong> ist. Eine Viertelstunde sp\u00e4ter ist es dann soweit. Die <strong>Jeff Tweedy<\/strong> Band betritt die B\u00fchne.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Feel free<br>Make a record with your friends<br>Sing a song that never ends<br>Feel free<\/em><\/p>\n<cite>Feel free &#8211; Jeff Tweedy<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Um nochmal kurz auf <em>Twilight Override<\/em> zur\u00fcckzukommen. Die Musiker, die beim aktuellen Album mitgewirkt haben, sind auch mit auf Tour. Und die mutet an wie ein erweiterter Familienausflug, family&amp;friends sagt man wohl dazu: die <strong>Tweedy <\/strong>Jungs <strong>Spencer <\/strong>und <strong>Sammy <\/strong>spielen Schlagzeug und Keyboard, die ehemaligen Nachbarskinder (so hab\u2019 ich\u2019s verstanden) <strong>Sima Cunningham<\/strong> und <strong>Macie Stewart<\/strong> an Violine\/Gitarre und Bass. Komplettiert wird die Band durch <strong>Liam Kazar<\/strong>. \u2018Man kenne ich schon lange untereinander\u2019, so <strong>Jeff Tweedy<\/strong>, und tats\u00e4chlich hat auch schon jeder mit jedem zusammengearbeitet. So haben zum Beispiel <strong>Sima Cunningham<\/strong> und <strong>Macie Stewart<\/strong> eine eigene Band, in der der ein oder andere <strong>Tweedy <\/strong>schon mal mitmusiziert hat. Die starken Verflechtungen der Musiker*innen untereinander waren mir so nicht bekannt. Musikalisch harmonieren die f\u00fcnf gut zusammen, und wenn sie es mal nicht tun, lachen sie gemeinsam dar\u00fcber. Dieser erweiterte Familienausflug nach Europa scheint allen gro\u00dfen Spa\u00df zu machen. Wie k\u00e4me man auch sonst auf die Idee, f\u00fcr jedes Konzert oder besser f\u00fcr jeden Auftrittsort exklusiv am Tag ein Cover einzustudieren, das ein bisschen Lokalkolorit widerspiegelt. So ein Vorschlag kann doch nur in lustiger Runde im Tourbus geboren werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Schweiz drei Tage zuvor coverten sie <strong>Grauzones <\/strong>\u201eEisb\u00e4r\u201c, was ich schonmal ph\u00e4nomenal finde. In Antwerpen ist der belgische Musiker <strong>Plastic Bertrand <\/strong>und \u201e\u00c7a plane pour moi\u201c an der Reihe. Gesungen oder besser gesagt, geschrien wird die Punknummer von <strong>Macie Stewart<\/strong> in gro\u00dfartiger Art und Weise. Was ich nicht wusste, aber kurz in der Recherche \u00fcber den S\u00e4nger <strong>Plastic Bertrand <\/strong>las ist, dass er sowas wie die belgischen <strong>Milli Vanilli<\/strong> sein soll. Man ist sich nicht ganz sicher, ob er diesen Song \u00fcberhaupt eingesungen hat. Sein letztes Statement zu dieser Geschichte &#8211; so lese ich bei Spiegel Online &#8211; lautet entsprechend auch sehr ambivalent:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Meine Version der Tatsache ist unver\u00e4ndert seit 33 Jahren: 1977 hat Lou Deprijck &#8222;\u00c7a plane pour moi&#8220; komponiert und produziert; ich bin ins Studio gekommen und habe meinen Gesang aufgenommen. Ob er danach noch an dem Song herumgebastelt hat, f\u00e4llt in seine Verantwortung. Ich jedenfalls singe das Lied seit 33 Jahren auf den B\u00fchnen der Welt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da kann man jetzt alles hineininterpretieren, sag ich mal. Immerhin erreichte der Song die Charts, Nr. 8 in U.K. und Nr. 6 in Westdeutschland. Und jetzt covert ihn <strong>Jeff Tweedy<\/strong> und das de Roma ist hellauf begeistert. Das ist es aber auch abseits dieses Covers. Das Publikum frisst der Band aus der Hand, jedes Gitarrensolo wird mit Szenenapplaus bedacht, jeder Song begeistert applaudiert. Waere im de Roma ein Stimmungsbarometer installiert, es h\u00e4tte einen gleichbleibenden hohen Ausschlag. All killers, no fillers. Es herrscht eine gute Stimmung. <br>Das Publikum ist eine weit \u00fcber \u00fc40 Gruppe und ja dem gepflegten amerikanischen Indie Rock\/ Americana stark zugeneigt. <strong>Jeff Tweedy<\/strong> bzw. <strong>Wilco <\/strong>haben ihr Stammpublikum \u00fcber die Jahre aufgebaut und gepflegt. Ich bin mir gar nicht sicher, ob da neue Fans hinzukommen, aber schlussendlich ist es auch egal. Die letzte <strong>Wilco <\/strong>Tour war durch die Bank ausverkauft die jetzige <strong>Jeff Tweedy<\/strong> Tour ist es auch. Was kann man mehr erwarten?\u00a0 Ich denke ich mal, nichts. Und wenn ich mir das Line-up ihres famosen Festivals von Anfang des Jahres in Mexico angucke, dann sind <strong>Wilco <\/strong>und alle, die damit zu tun haben, im Moment extrem gut dabei. Wer da nicht alles ihrer Einladung gefolgt ist!? Die Creme de la Creme des amerikanischen Indie-Alternative-Folk-Rocks hat sich beim Sky Blue Sky Festival die Klinke in die Hand gegeben. Es muss eine gro\u00dfartige Veranstaltung gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Im de Roma laufen haupts\u00e4chlich Songs des aktuellen Albums. Aber nicht nur: \u00e4ltere Songs werden in Zweier- oder Dreierbl\u00f6cken zusammengefasst im Set eingebaut. Es ist eine runde Sache, ohne gro\u00dfe Strukturbr\u00fcche. Die einzelnen Songs harmonieren gut miteinander und zusammen, so dass eine durchgehend gleichm\u00e4\u00dfige Melodienfl\u00e4che entsteht. <br>Den f\u00fcr mich sch\u00f6nsten Song auf <em>Twilight Override<\/em>, \u201cLou Reed was my babysitter\u201d spielen sie zum Schluss. Diese tolle <strong>Velvet Underground<\/strong> Hommage l\u00e4sst abschlie\u00dfend nochmal die Schrammelgitarre aufbrausen. ein gutes Ende nach mehr als anderthalb Stunden Konzert. Final beendet wird das Konzert in der Zugabe dann mit \u201eEnough\u201c. Einen besseren Song(titel) kann es daf\u00fcr nicht geben. Genug ist es irgendwie dann auch. Es waren sch\u00f6ne zwei Stunden <em>Twilight Override<\/em> im de Roma. Dabei kann man es belassen, denke ich. Da ist niemand b\u00f6se.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2018Take a medication\u2019 hei\u00dft es im Refrain des Rausschmei\u00dfers. Nun, die brauche ich nicht, ich hatte gerade eine zweist\u00fcndige Medikation gegen alles. Himmel, das hat sich sehr gelohnt! Ich kann nur jedem empfehlen, bei Gelegenheit ein <strong>Wilco <\/strong>oder <strong>Jeff Tweedy<\/strong> Konzert zu besuchen. Echt!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: Jeff Tweedy - \u00c7a plane pour moi\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/RGnwh0kwAsk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: One tiny flower<br>02: Caught up in the past<br>03: Sign of life<br>04: Forever never ends<br>05: This is how it ends<br>06: Low key<br>07: World away<br>08: KC Rain (No wonder)<br>09: Having been is No way to be<br>10: Stray cats in Spain<br>11: Mirror<br>12: Gwendolyn<br>13: Love is the king<br>14: Out in the dark<br>15: Cry baby cry<br>16: Flowering<br>17: New Orleans<br>18: Diamond light, Pt. 1<br>19: No one&#8217;s moving on<br>20: Feel free<br>21: Lou Reed was my babysitter<br>Zugabe:<br>22: Family ghost<br>23: \u00c7a plane pour moi<br>24: Twilight override<br>25: Enough<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wilco-dortmund-20-06-2025\/\">Wilco &#8211; Dortmund, 20.06.2025 \/ Junkyard<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wilco-koeln-13-09-2019\/\">Wilco &#8211; K\u00f6ln, 13.09.2019 \/ Carlswerk Victoria<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/rolling-stone-weekender-weissenhauser-strand-11-11-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wilco &#8211; Rolling Stone Weekender Weissenh\u00e4user Strand, 11.11.2011<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weder Jeff Tweedy noch Lou Reed waren meine Babysitter. 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