{"id":21238,"date":"2025-10-11T19:57:33","date_gmt":"2025-10-11T17:57:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=21238"},"modified":"2025-10-11T20:02:23","modified_gmt":"2025-10-11T18:02:23","slug":"robert-forster-koeln-07-10-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/robert-forster-koeln-07-10-2025\/","title":{"rendered":"Robert Forster &#8211; K\u00f6ln, 07.10.2025"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Stadtgarten, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC04728-1100x619.jpg\" alt=\"Robert Forster - K\u00f6ln, 07.10.2025\" class=\"wp-image-21241\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC04728-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC04728-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC04728-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC04728-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/DSC04728.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Durch einen Tipp im Internet bin ich auf die belgische Miniserie <em>1985 <\/em>in der ARD-Mediathek aufmerksam geworden. Die acht Folgen handeln von den drei Freunden Vicky, Mark und Frankie, die sich ab 1980 in der Provinz auf ein aufregenderes Leben in Br\u00fcssel freuen. Mark und Frankie treten der Gendarmerie bei, w\u00e4hrend Frankies\u2019 Schwester Valerie ein Jurastudium beginnt. Nebenbei moderiert Valerie f\u00fcr den Piratensender Radio Br\u00fcssel, in dem auff\u00e4llig viel Independent Musik gespielt wird. Bald werden die drei auf unterschiedlichste Arten jedoch in den Sumpf aus Korruption und Verbrechen verwickelt, der mit den realen Brabant-Morden in Verbindung steht. Die Br\u00fcsseler Gendarmerie zeigte sich seinerzeit teilweise als korrupter Haufen, der Drogen- und Waffenschiebereien unterst\u00fctzte. <em>1985 <\/em>hat dabei einen realen Hintergrund in den bis heute nicht vollst\u00e4ndig aufgekl\u00e4rten Brabant-Morden, bei denen eine Killerbande (Die Killerbande von Brabant) mehrere Raub\u00fcberf\u00e4lle (vornehmlich Delhaize Superm\u00e4rkte) und Morde beging.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was hat das mit meinem Konzertabend zu tun? <br>Nun, in der zweiten Folge wollen Vicky und ihre Mitbewohnerin aus dem Studentenwohnheim zu einem <strong>The Go-Betweens<\/strong> Konzert. Tickets haben sie schon lange, aber Vicky muss das Konzert dann doch leider sausen lassen. Eine Klausur steht am n\u00e4chsten Tag an, die ihr wichtiger ist als der Konzertbesuch. \u2018Das wirst du sp\u00e4ter nochmal sehr bereuen\u2019, sagt ihre Freundin Chantale, als sie sich auf den Weg macht. Ob sie es tats\u00e4chlich bereute, wird leider nicht weiter betrachtet. <br>Und so ein Zufall, ich sehe diese Folge just an dem Tag, an dem ich mir sp\u00e4ter noch ein Ticket f\u00fcr das <strong>Robert Forster<\/strong> Konzert im K\u00f6lner Stadtgarten besorge. Das Konzert kam kurzfristig auf meine Agenda, nachdem die <strong>Beatsteaks <\/strong>ihr kleines Clubkonzert im Het Depot in Leuven am selben Abend krankheitsbedingt gecancelt hatten. Daf\u00fcr hatte ich ein Ticket. F\u00fcr das<strong> Robert Forster<\/strong> Konzert interessierte ich mich jedoch auch, und als g\u00fcnstig auf Ticketswap ein Ticket angeboten wurde, schlug ich zu. Wenn schon nicht das eine, dann wenigstens das andere Konzert, schien mir eine gute Strategie zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Robert Forster<\/strong> und sein kongenialer Partner <strong>Grant McLennan<\/strong> waren <strong>The Go-Betweens<\/strong>. In den 1980er Jahren waren sie die gro\u00dfen Kritikerlieblinge. Und wie so oft bei Kritikerlieblingen, waren ihre Singles dann nur in den Indiecharts pr\u00e4sent und der Weltruhm blieb aus. Immerhin, so lese ich bei Wikipedia, wurde in Brisbane\/ Australien eine Br\u00fccke nach ihnen benannt: Die Go between Bridge \u00fcber den Brisbane River. Weiterhin lese ich da:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Trotz der Qualit\u00e4t und der poppigen Eing\u00e4ngigkeit ihrer Songs, die mit den Smiths und R.E.M. verglichen wurden, blieben sie immer die nur potentiellen Anw\u00e4rter auf einen Chart-Hit \u2013 der kommerzielle Erfolg blieb aus. Dies lag zum Teil daran, dass die Band Pech mit der Wahl ihrer Plattenlabels hatte. Der europ\u00e4ische Zweig des Labels Beserkley, welches ihnen ihren ersten Vertrag au\u00dferhalb Australiens anbot, ging vor der Unterzeichnung pleite und mit ihm verschwanden die Masterb\u00e4nder der ersten Songs. Ihr erstes Major-Label Sire hielt das Album Spring Hill Fair (1984) f\u00fcr nicht ver\u00f6ffentlichungsw\u00fcrdig f\u00fcr den nordamerikanischen Markt. Der europ\u00e4ische Zweig des Majors Epic, f\u00fcr das die Band ihr darauffolgendes Album produzierte, l\u00f6ste sich w\u00e4hrend der Aufnahmen auf. Anderen Plattenfirmen, die sie vertraten, fehlte nach Forsters Einsch\u00e4tzung oft ein Interesse an ihrer Musik und ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das, was die Band will.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>1989 entschieden sie, die Band aufzul\u00f6sen. Im Jahr 2000, nachdem beide die 1990er Jahre \u00fcber Solosachen gemacht hatten, fanden sie wieder zusammen. Sie ver\u00f6ffentlichten bis zum Tod von <strong>Grant McLennan<\/strong> 2006 noch drei weitere Alben. Danach war das Kapitel <strong>The Go-Betweens<\/strong> dann endg\u00fcltig geschlossen und <strong>Robert Forster<\/strong> machte als Solok\u00fcnstler weiter Musik. Seit 2006 ver\u00f6ffentlichte er f\u00fcnf Alben und schrieb ein paar B\u00fccher. Sein aktuelles Album <em>Strawberries<\/em> erschien in diesem Jahr. Das Konzert im K\u00f6lner Stadtgarten ist Teil der Tour zum Album.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist mein erstes <strong>Robert Forster<\/strong> Konzert, f\u00fcr viele andere im Stadtgarten sicher nicht. Es herrscht eine gewisse Vorfreude, ich sp\u00fcre das. Ich dagegen wei\u00df nicht so richtig, was mich erwartet. <strong>The Go-Betweens<\/strong> habe ich nie bewusst geh\u00f6rt und <strong>Robert Forster<\/strong> Songs kenne ich erst seit einigen Wochen. Nein, ein Fan des Australiers bin ich nicht. Aber die Songs von <em>Strawberry <\/em>gefallen mir gut, das Album klingt nach angenehmen Americana\/ Folk Singersongwriter Sachen. Manchmal etwas rockiger (\u201eAll of the time\u201c), manchmal etwas blues-jazziger wie in \u201eStrawberries\u201c. In Summe dann Grund genug, mir das mal live anzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2018Robert ist in the building. The show starts in 10 minutes.\u2019 Okay, ich bin p\u00fcnktlich. Gerade als ich den Saal im Stadtgarten betrete, h\u00f6re ich die Durchsage. Wenn es keine Vorband gibt, denke ich (und es gibt keine Vorband), wird es ein kurzer Abend. <strong>Robert Forster<\/strong> kommt nicht alleine auf die B\u00fchne. Mit dabei hat er seine Band, The Swedish Band, wie sie sich nennen. Schlagzeug, Gitarre, Bass. Gemeinsam mit den drei schwedischen Musikern hat <strong>Robert Forster<\/strong> Ende letzten Jahres sein Album <em>Strawberries <\/em>in G\u00f6teborg eingespielt. Nun gehen sie gemeinsam auf Tour. <br>Der Saal ist nicht voll, das Konzert lange nicht ausverkauft. Die Zielgruppe scheint \u00e4lter, das Durchschnittsalter, so tippe ich wohlwollend, liegt bei Ende 40. Vom <strong>Oasis <\/strong>Ultra (leicht zu erkennen am aktuellen <strong>Oasis <\/strong>Tour-Shirt) bis hin zum 60j\u00e4hrigen E-Musik Liebhaber ist alles vertreten. Ich f\u00fchle mich gut aufgehoben, die Stimmung ist angenehm unaufgeregt. Hier quatscht gleich keiner rum oder quetscht sich noch vor einen in die ersten Reihen. Hier wird aufmerksam zugeh\u00f6rt, den Geschichten von <strong>Robert Foster<\/strong> gelauscht (die zu \u201eGerman farmhouse\u201c ist dabei besonders lang und unterhaltsam) und die Musiker mit viel wohlwollendem Applaus bedacht. \u2018Hier ist ja Party\u2019, bemerkt der Australier irgendwann. Sein deutsch hat er nicht verlernt, auch wenn er schon l\u00e4ngere Zeit nicht mehr im \u201eGerman farmhouse\u201c in Franken (habe ich das korrekt verstanden?) lebt. <br>Von den acht Songs der neuen Platte spielen sie sechs, \u201eDiamonds\u201c und \u201eSuch a shame\u201c l\u00e4sst er aus. dazwischen dann immer einen <strong>The Go-Betweens<\/strong> Song. So entsteht eine Setlist aus heute und damals. Zu meinem Lieblingssong des Abends wird sehr schnell \u201eBreakfast on the train\u201c, ein ewig langes Erz\u00e4hlst\u00fcck mit gef\u00fchlt nicht enden wollenden Strophen. Sp\u00e4testens mit dem Song haben sie mich. Ab diesem Moment bin ich voll dabei. Die Zeit bis kurz vor 22 Uhr verstreicht unendlich schnell und ist mit wundersch\u00f6ner Musik untermalt. Das Konzert, von dem ich keine Ahnung hatte, wie es werden w\u00fcrde, entwickelt sich zu einem wunderbar launigen Abend. <br>Alles ist gut, nur der Frittenfettduft aus dem Backstagebereich, das Restaurant des Stadtgartens hat offensichtlich gut zu tun und die K\u00fcche l\u00fcftet scheinbar \u00f6fter mal durch, lenkt meine Gedanken zeitweise in Richtung Hunger und Essen ab. Und isst jemand hinter mir einen Apfel? Nun denn.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Refrain von \u201eSurfing Magazines\u201c im Ohr verlasse ich den Stadtgarten. Himmel, was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Konzertabend das war. \u2018Da da da da da da\u2019.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Strawberries<br>02: I love myself (and I always have)<br>03: Always<br>04: Clouds<br>05: Breakfast on the train <br>06: Too much of one thing<br>07: All of the time<br>08: Tell it back to me<br>09: Draining the pool for you<br>10: German farmhouse<br>11: Foolish I know<br>12: Love is a sign<br>13: Good to cry<br>14: Was there anything I could do?<br>15: One bird in the sky<br>16: Spring rain<br>17: Learn to burn<br>Zugabe I:<br>18: Dive for your memory<br>19: Surfing Magazines<br>20: 121<br>Zugabe II:<br>21: People say<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch einen Tipp im Internet bin ich auf die belgische Miniserie 1985 in der ARD-Mediathek aufmerksam geworden. 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