{"id":2062,"date":"2010-03-09T17:40:37","date_gmt":"2010-03-09T16:40:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=2062"},"modified":"2010-03-12T18:26:39","modified_gmt":"2010-03-12T17:26:39","slug":"savoy-grand-koln-08-03-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/savoy-grand-koln-08-03-2010\/","title":{"rendered":"Savoy Grand &#8211; K\u00f6ln, 08.03.2010"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Savoy Grand - K\u00f6ln, 08.03.2010  (Foto: K\u00f6lner Stadtanzeiger)\" src=\"http:\/\/www.ksta.de\/ks\/images\/mdsBild\/1267542330930l.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"286\" \/><\/p>\n<p>A trained dog is a stupid dog.<br \/>\nDas Subway in K\u00f6ln. Hier war ich noch nicht zu Besuch. Der Klub ist direkt an einer der Hauptverkehrsstra\u00dfen der Stadt in einem Keller untergebracht. Niedrige Decken, leicht verwinkelte Bauweise. Die B\u00fchne ist eine Treppenstufe hoch in der Ecke des Raums. Es riecht nach Institution, ob das Subway eine ist, ich wei\u00df es nicht.<br \/>\nAlso, raus aus dem Zug in K\u00f6ln-West, ein paar Meter den Bahndamm entlang, links herum, und schon bin ich da. Kurz vor neun, die T\u00fcren sind noch geschlossen. Warten bei Minusgraden. Mit mir stehen noch rund 10 Leute auf dem Gehsteig und machen dasselbe. Montagsmelancholie.<br \/>\nIrgendwann \u00f6ffnet sich die T\u00fcr. Ich schl\u00e4nge mich die Treppe hinunter, hier unten ist es nicht viel w\u00e4rmer. Angem\u00fcdet setze ich mich auf einen Hocker. Der Vortag steckt mehr als tief in meinen Knochen. Ich habe Durst, kaufe etwas zu trinken. Der gro\u00dfe Uhrzeiger schleicht Richtung zehn. Er hat keine Eile, Savoy Grand offensichtlich auch nicht. Die vier sitzen in der Ecke und erz\u00e4hlen. Hoffentlich l\u00e4uft es heute in zeitlich angenehmen Bahnen, denke ich. Es w\u00e4re nicht schlimm, wenn es keine Vorband g\u00e4be.<br \/>\nEs ist angenehm unhektisch im Saal. Alle lungern vor sich hin, warten. DJ iPod spielt Fahrstuhlmusik.<br \/>\nSavoy Grand geh\u00f6ren zu den untersch\u00e4tzten Bands dieser Welt. Nach \u00fcber f\u00fcnf Jahren ist die Band aus Nottingham wieder auf Europatour. Vier Alben haben sie mittlerweile ver\u00f6ffentlicht, jedes ist eine Sch\u00f6nheit f\u00fcr sich und unbedingt empfehlenswert.<br \/>\nIhr aktuelles Baby \u201eAccident book\u201c ist gerade mal ein halbes Jahr alt. Neil Wells, der noch auf f\u00fcnf der insgesamt 9 Liedern mitwirkt, ist nun nicht mehr mit von der Partie. Er ist so was wie der Tausendsassa der Stadt, spielte er doch schon in den anderen beiden Nottinghamer Bands Seachange (wunderbar!) und Escapologists (sehr wunderbar) eine gewichtige Rolle.<br \/>\nK\u00f6nige der Langsamkeit seien Savoy Grand, las ich anderorts. Ruhige, bed\u00e4chtige, sehr minimalistische Musik, zu weit weg vom Mainstream, nicht nah genug am Indiehorizont, um mehr als ein paar H\u00e4nde voll Menschen zu begeistern.<br \/>\nSo sind denn vielleicht knapp hundert Leute vor Ort. Savoy Grand beginnen ruhig, so wie erwartet. Wohl dosiert klingen die Gitarren von Graham Langley und Neil Johnson. Schlagzeug und Keyboard sind nicht fern davon. Graham Langleys Stimme hat eine ungemein beruhigende Wirkung. Sie klingt klar und hell, wohl akzentuiert und unaufgeregt.<br \/>\nZwischen den Songs stimmt Graham sekundenlang seine Gitarre neu. \u201eAh, so ein Mist.\u201c Sagt er auf Deutsch leise vor sich hin. \u201eDas ist besser.\u201c, und lacht leicht verlegen. \u201eQuit unprofessional, unacceptable.\u201d Die Boxen brummen dazu sanft vor sich hin. Soundtrack der Stille. Die Band hat es nicht eilig, Slow-core w\u00f6rtlich genommen.<br \/>\nVon Hektik ist hier keine Spur. Hinten links knistert ein Bonbonpapier. Es ist auffallend ruhig im Klub, selbst von der Bar h\u00f6rt man kein nerviges Geklimper. Keiner wagt es, ein Wort zu reden. Alle sind wegen der Band hier, Trittbrettfahrer scheinbar keine. \u201eWell, you all came out on a monday evening.\u201c, mehr gefl\u00fcstert als gesprochen sind die Worte.<br \/>\nNach f\u00fcnf oder sechs Songs ist eine gute halbe Stunde vergangen. Ein erster messbarer L\u00e4rmausbruch, f\u00fcr Sekunden wird es sp\u00fcrbar laut. Doch so schnell wie er da war, verschwindet der Moment auch wieder. Ruhe. In der n\u00e4chsten Songpause zieht sich Schlagzeuger Darren Simpson seinen Pullunder \u00fcber, reicht seinen Hocker r\u00fcber zu Kieran O\u2018Riordan, der f\u00fcr \u201cFoircandles\u201c ein zither\u00e4hnliches Instrument auf seine Oberschenkel platziert. Nach dem St\u00fcck wandert der Hocker wieder an seinen angestammten Platz zur\u00fcck. Die Entspanntheit der Aktion ist ph\u00e4nomenal.<br \/>\nEs folgen noch ein, zwei Songs, dann haben Savoy Grand nach einer guten Stunde ihr Set beendet. In aller Ruhe.<br \/>\nZur Zugabe wird es noch mal kurz laut. Neil Johnson hebt sanft einen Drumstick vom Boden und zaubert leise, flirrende Kl\u00e4nge aus seinen Gitarrensaiten. Deutlich h\u00f6rt man alle Feinheiten des Savoy Grand Sounds. Auch die Klarinette, die der Keyboarder zeitweise einsetzt.<br \/>\nDann kehrt endg\u00fcltig Ruhe ein.<br \/>\nVor einigen Tagen sah ich im Fernsehen eine Dokumentation \u00fcber einen kleinen Ort in Wales: \u201eVom langsamen Leben in Wales \u2013 sleep furiously\u201c. Ich f\u00fchlte mich gestern Abend sehr an diese Dokumentation erinnert. Savoy Grand h\u00e4tten den Soundtrack schreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n(via EMail)<br \/>\nHi Frank if i recall correctly it was this:<br \/>\n01: Survivor<br \/>\n02: A good walk spoiled<br \/>\n03: Day too long<br \/>\n04: Business is good<br \/>\n05: Took<br \/>\n06: The undertaking<br \/>\n07: Last night on earth<br \/>\n08: Fourcandles<br \/>\n09: Change is an engine<br \/>\n10: The plan<br \/>\n11: Photophobia<br \/>\nZugabe:<br \/>\n12: Doctor&#8217;s teeth<br \/>\n13: Mirror song<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: K\u00f6lner Stadtanzeiger<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/08\/gossip-koln-2608008\/\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2006\/09\/seachange-in-koln\/\" target=\"_blank\">Seachange &#8211; K\u00f6ln, 19.09.2006<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A trained dog is a stupid dog. 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