{"id":20597,"date":"2024-11-13T19:38:14","date_gmt":"2024-11-13T18:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=20597"},"modified":"2024-11-13T19:38:17","modified_gmt":"2024-11-13T18:38:17","slug":"cola-maastricht-11-11-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/cola-maastricht-11-11-2024\/","title":{"rendered":"Cola &#8211; Maastricht, 11.11.2024"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Muziekgieterij, Maastricht<br><strong>Vorband:<\/strong> Bangloard<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DSC01361-1100x619.jpg\" alt=\"Cola - Maastricht, 11.11.2024\" class=\"wp-image-20600\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DSC01361-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DSC01361-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DSC01361-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DSC01361-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/DSC01361.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Nachdem <strong>Ought <\/strong>im Jahr 2021 ihre Aufl\u00f6sung bekannt gegeben hatten, gr\u00fcndeten S\u00e4nger <strong>Tim Darcy<\/strong> und <strong>Ben Stidworthy<\/strong> kurz darauf die Band <strong>Cola<\/strong>. Doch was hei\u00dft kurz darauf, noch am selben Tag hievten sie <strong>Cola <\/strong>ins Licht der \u00d6ffentlichkeit. Songs hatten sie schon ein paar, denn bereits seit einiger Zeit arbeiteten die beiden zusammen mit dem Schlagzeuger <strong>Evan Cartwright<\/strong> an neuer Musik. Musikalisch kn\u00fcpfen sie mit <strong>Cola <\/strong>ungef\u00e4hr da an, wo sie mit <strong>Ought <\/strong>aufgeh\u00f6rt hatten: Postpunk irgendwas. Da ich <strong>Ought <\/strong>sehr mag, wurde ich nat\u00fcrlich von Stunde null an Fan von <strong>Cola<\/strong>. 2022 erschien ihr erstes Album, in diesem Jahr das zweite. Allerdings dauerte es eine Weile, bis die Band nach Europa kam. Im Fr\u00fchjahr war es soweit, <strong>Cola <\/strong>spielten beim Out of the crowd Festival in Esch-Alzette ihren ersten (?) &#8211; jedenfalls den ersten f\u00fcr mich erreichbaren &#8211; Europagig. Mein Warten hatte ein Ende und ich wurde mit einem sehr sch\u00f6nen, knackigen Set daf\u00fcr belohnt. <br>Als <strong>Cola<\/strong> im Sommer dann f\u00fcr das Sonic City Festival in Kortrijk angek\u00fcndigt wurden, freute ich mich sehr. Ist das die zweite Gelegenheit innerhalb eines Jahres, die Band zu sehen? Immerhin war die Ank\u00fcndigung definitiv ein Grund, in den Nordwesten Belgiens zu fahren. Doch dann kam kurz darauf der Maastricht Gig in den Tourplan, und alles wurde ein bisschen einfacher.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Muziekgieterij spielen die Kanadier eines der dort regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden kostenfreien Konzerte. 043 nennt sich die Konzertreihe (in fr\u00fcheren Jahren Tranformer 4), die zwei bis dreimal im Jahr interessante junge Bands in der Muziekgieterij zusammenf\u00fchrt. <strong>bdrmm<\/strong>, <strong>Just Mustard<\/strong>, <strong>Squid<\/strong>, <strong>Heartworms<\/strong>, sie alle habe ich bei freiem Eintritt im kleinen Saal der Muziekgieterij gesehen. Das Konzept ist dabei immer gleich: zwei lokale Bands er\u00f6ffnen den Abend mit kurzen, meist halbst\u00fcndigen Sets, bevor der \u2018Headliner\u2019 die B\u00fchne entert. So kommen meist drei Stunden Konzert in nettem Ambiente und in entspannter Atmosph\u00e4re zusammen. Voll sind diese Veranstaltungen nie, auch an diesem Abend sind vielleicht 100 Leute zugegen. Ganz unterschiedlich sind dabei die Interessenlagen. Ich fahre wegen dem bekannten Headliner nach Maastricht, viele sind jedoch vor Ort, um eine der lokalen Gruppen zu supporten. So passiert es dann oft, dass zur letzten Band weniger Leute aufmerksam zuh\u00f6ren, als bei der ersten Band. Dieser Abend ist da keine Ausnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich spare mir die erste Band und plane meine Fahrt so, dass ich gegen 21 Uhr und einigerma\u00dfen p\u00fcnktlich zu <strong>Bangloard <\/strong>in der Muziekgieterij bin. Das Setting sieht vor, dass die niederl\u00e4ndische Band bis 21.30 Uhr spielt, und von 22 Uhr bis 23 Uhr <strong>Cola <\/strong>den Abend beschlie\u00dfen. Ausf\u00fchrlich und mit weiteren Informationen angereichert steht der Zeitplan auf der Homepage des Klubs. Zur Nachahmung f\u00fcr deutsche Veranstalter dringendst empfohlen! <br>Es ist ein ruhiger Montagabend in Maastricht. Die Stra\u00dfen sind nicht voll, das neu gebaute Parkhaus auf dem ehemaligen Schotterparkplatz Frontenparken ist quasi leer. Es ist angenehm kalt, auf dem kurzen Fu\u00dfweg vom Parkhaus zur Muziekgieterij weht ein k\u00fchler, aber nicht zu k\u00fchler Wind. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bangloard<\/strong> sind drei Jungs aus Brabant, Den Haag und noch irgendwoher. So richtig verstanden habe ich das leider nicht. Mittlerweile leben sie wohl alle in Utrecht. Egal. Die Visions beschreibt die Musik so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Niederl\u00e4nder schaffen es, harmonisch-komplexe Gitarrensolos und Riffs in krachigen Noiserock einzubetten und dann doch wieder zu geradlinigen Punk-Beats zur\u00fcckzuschwingen. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die gute halbe Konzertstunde \u00fcbersetzt das f\u00fcr mich in ein: es ist nicht so meins. Bis auf ein bisschen kopfnicken kann ich genau diesen Gitarrenriffs nicht sonderlich viel abgewinnen. Am interessantesten ist da noch das im drittletzten Song auf der E-Gitarre kurz eingepflegte <em>Simpsons Theme<\/em>. Ich musste kurz schmunzeln<\/p>\n\n\n\n<p>\u2018Is today a holiday\u2019, fragt <strong>Tim Darcy<\/strong> irgendwann im Laufe des Konzerts. Von hinten kommt ein gegr\u00f6ltes \u2018No\u2019, und w\u00e4hrend ich noch \u00fcber die Feiertagsattit\u00fcde der Sessionser\u00f6ffnung nachdenke, h\u00f6re ich links neben mir sagen \u2018in Belgien ist heute Feiertag, der Ende des ersten Weltkriegs\u2019. Oh, das wusste ich nicht. Sowohl das eine als auch das andere. Wahrscheinlich hat man den <strong>Colas <\/strong>gestern in Kortrijk mit auf den Weg gegeben, dass heute in Belgien ein freier Tag ist. Nur leider liegt Maastricht knapp hinter der belgischen Grenze. Na ja, man kann schon mal durcheinanderkommen im verwirrend un\u00fcbersichtlichen Dreil\u00e4ndereck. <br>Die L\u00fccken im Publikum sind mittlerweile gr\u00f6\u00dfer geworden. So richtig scheint der vertrackte und kopflastige Post-Punk der Kanadier nicht zu ziehen. Es ist aber auch schwierig, in ihr Konzert zu kommen. Man sp\u00fcrt f\u00f6rmlich die Unaufmerksamkeit hinter einem im Publikum, man h\u00f6rt das Gerede und Klappern von der Bar. Cola nehmen das ohne Emotionen hin. Richtig gl\u00fccklich sehen sie allerdings nicht aus. Das Trio hat Anfang des Jahres ihr zweites Album ver\u00f6ffentlicht, <em>The gloss<\/em>. Auf der Setlist ist es entsprechend stark repr\u00e4sentiert. Musikalisch ist es die logische und bruchfreie Fortsetzung des Deb\u00fctalbums <em>Deep in view<\/em>. <strong>Cola <\/strong>haben ihren Sound gefunden, und der ist ganz eindeutig im Post-Punk-Indierock verortet. Experimente mit Keyboards oder anderem Ged\u00f6ns gibt es nicht. Schlagzeug, Gitarre, Bass, dazu der Sprechgesang von <strong>Tim Darcy<\/strong>. Das ist die Ausr\u00fcstung, mehr w\u00e4re zu viel. Pitchfork nennt es so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>In the dozen or so years that Tim Darcy and Ben Stidworthy have been playing together &#8211; first in Ought, and now, with drummer Evan Cartwright, as Cola &#8211; their music\u2019s defining characteristics haven\u2019t changed much. The two still specialize in a knotty, post-punky brand of indie rock embedded with cryptic yet conversational observations about maintaining one\u2019s sanity in the modern world. But when you compare Ought\u2019s 2014 debut, More Than Any Other Day, to the music Cola are making now, it\u2019s like listening to completely different musicians\u2014and the contrast goes beyond the fact that their current trio seemingly has no use for a keyboardist. Ought always sounded like a band in flux, unfurling their tightly wound sound for deeper explorations in drone and groove, while Darcy wielded his mercurial voice with theatrical aplomb. But Cola\u2019s second album, The Gloss, is a model of focus, precision, and economy\u2014the sound of players who know exactly who they are and what they want to do.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die ihnen zugewiesene Spielzeit betr\u00e4gt 60 Minuten, nach 50 Minuten sind sie jedoch schon durch. Ich werte das als ein Zugest\u00e4ndnis an die wenig euphorische Stimmung. Denn leider ist es so, dass sich wirklich nur maximal zwei H\u00e4nde voll an Besuchern auf die Band konzentrierten. Und wir sind damit deutlich in der Minderheit, was zu einer sehr starken Unruhe im Saal f\u00fchrt. Vielleicht ist das ein, oder besser der einzige, Negativpunkt bei sogenannten free concerts: es kommen auch Leute, um nur kurz ein Bier zu trinken und in die Band reinzuh\u00f6ren. Bei Nichtgefallen kann man sich dann ja einfach weiter unterhalten. <br>Die Stimmung war leider ausbauf\u00e4hig, aber mir hat der Abend trotzdem Spa\u00df gemacht. Und solange Bands wie <strong>Cola <\/strong>oder <strong>Cassandra Jenkins<\/strong> sich nicht in Richtung K\u00f6ln bewegen,\u00a0 muss ich halt in Richtung Belgien oder Niederlande fahren. Ich mache das aber gerne, denn hier sind die Clubs und Konzerts\u00e4le sch\u00f6ner und moderner. Gott sei Dank sind beide L\u00e4nder nicht allzu weit entfernt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Wer sich ob des suchmaschinenunfreundlichen Bandnamens wundert. <strong>Cola <\/strong>will die Band als Akronym f\u00fcr \u2018cost of living adjustment\u2018 verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Degree <br>02: Tracing hallmarks <br>03: Down to size <br>04: Met resistance <br>05: Reprise <br>06: At pace <br>07: Albatross <br>08: Blank curtain <br>09: So excited <br>10: Pallor tricks <br>11: Water table <br>12: Bell wheel <br>13: Keys down if you stay<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/out-of-the-crowd-festival-esch-sur-alzette-11-05-2024\/\">Cola &#8211; Out of the crowd Festival, Esch-sur-Alzette, 11.05.2024<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/043-festival-maastricht-01-12-2023\/\">043 Festival &#8211; Maastricht, 01.12.2023<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem Ought im Jahr 2021 ihre Aufl\u00f6sung bekannt gegeben hatten, gr\u00fcndeten S\u00e4nger Tim Darcy und Ben Stidworthy kurz darauf die Band Cola. 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