{"id":20291,"date":"2024-07-19T17:35:05","date_gmt":"2024-07-19T15:35:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=20291"},"modified":"2024-07-26T19:35:09","modified_gmt":"2024-07-26T17:35:09","slug":"taylor-swift-gelsenkirchen-17-07-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/taylor-swift-gelsenkirchen-17-07-2024\/","title":{"rendered":"Taylor Swift &#8211; Gelsenkirchen, 17.07.2024"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Veltins-Arena, Gelsenkirchen<br><strong>Vorband: <\/strong>Paramore<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"619\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/DSC00460-1100x619.jpg\" alt=\"Taylor Swift - Gelsenkirchen, 17.07.2024\" class=\"wp-image-20294\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/DSC00460-1100x619.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/DSC00460-980x551.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/DSC00460-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/DSC00460-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/DSC00460.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Das nenn\u2019 ich Gl\u00fcck. <br>Als ich am letzten Freitag zuf\u00e4llig gegen 12 Uhr meine E-Mails checkte &#8211; ich mache das meistens nur abends nach der Arbeit &#8211; , fiel mir die Eventim Nachricht erst gar nicht auf. \u2018Wieder so eine Werbesache f\u00fcr neue Konzerte\u2019 dachte ich, und: \u2018schaue ich mir sp\u00e4ter an\u2019. Doch dann lie\u00df mich die Betreffzeile kurz stutzen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Taylor Swift | The Eras Tour: Neue Tickets jetzt!<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>stand da und ich konnte das erstmal nicht einordnen. Ah, okay. Ein neuer Zusatztermin vielleicht. Richtig konzentriert war ich nicht, allerdings scrollte ich nicht direkt weiter, sondern \u00fcberflog die Mail.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>..du hast jetzt nochmal die Chance am Ticketverkauf f\u00fcr die Taylor Swift | The Eras Tour teilzunehmen. Nach unseren Informationen hast du deinen Code bisher noch nicht dazu genutzt, Tickets zu kaufen. Dein pers\u00f6nlicher Code ist daher noch g\u00fcltig. Aufgrund von Produktionsfreigaben gibt es ein begrenztes Kontingent an zus\u00e4tzlichen Tickets f\u00fcr die oben genannten Termine der Taylor Swift | The Eras Tour, welches JETZT im Verkauf ist\u2026<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich verstand es immer noch alles. Promocode? Hab\u2019 ich sowas? Als ich die Mail ein zweites Mal konzentrierter gelesen hatte (immerhin war es Freitagmittag, die Arbeitswoche war lang), kam es wieder. Ich erinnere mich, dass ich mich damals f\u00fcr die Registrierung zum Ticketkauf von <strong>Taylor Swift<\/strong> Karten f\u00fcr ihre Gelsenkirchener Konzerte angemeldet hatte. Es gab seinerzeit ein zwei-Stufen Verfahren, um an Tickets zu gelangen. Stufe 1 war die Anmeldung zur Ticketregistrierung, Stufe 2 dann per Losverfahren bestimmt der Zugang zur Ticketregistrierung und Stufe 3 schlussendlich die M\u00f6glichkeit des Ticketkaufs, wenn man f\u00fcr die Registrierung ausgelost wurde. All das muss irgendwann Anfang des Jahres gewesen sein, ich hatte das bereits v\u00f6llig verdr\u00e4ngt. Und jetzt gibt es also wieder Tickets? Ich klickte auf den Link und Eventim zeigte mir Ticketverf\u00fcgbarkeiten in vielen Kategorien (von front of stage bis Kategorie 9 oder so) und f\u00fcr alle drei <strong>Taylor Swift<\/strong> Termine. Ich wurde etwas hektisch. Soll ich, soll ich nicht. ich \u00fcberlegte kurz und w\u00e4hlte dann Tickets der g\u00fcnstigsten Kategorie. Angabe des Promocodes, zack. Ticket in den Warenkorb gelegt, zack. Sicherheitsabfrage, zack\u2026.\u00e4hh nein. 10- bis 12-mal musste ich irgendwelche Fahrr\u00e4der, Busse oder Zebrastreifen identifizieren, bis ich endlich zur Anmeldung kam. Ich war ja nicht vorbereitet, deshalb musste ich mich jetzt erstmal auf der Eventim Seite anmelden. Anmeldedaten eingegeben, zack. Ticket bezahlen, zack\u2026.\u00e4hh auch nein. Das Ticket war nicht mehr im Warenkorb. Verdammt. Also erneut: Ticket ausw\u00e4hlen (es waren immer noch alle Kategorien verf\u00fcgbar), Sicherheitsabfrage (wieder mehrfach) und dann \u2026.Abbruch. \u2018Ticketkategorie nicht mehr verf\u00fcgbar&#8216;. Mh, okay, ich bin also nicht der Einzige, der gerade hektisch vor dem Rechner sitzt. Dann vielleicht eine andere Kategorie. Auf die front-of-stage Kategorie verzichtete ich immer noch, w\u00e4hlte stattdessen die zweitniedrigste Sitzplatzkategorie. 100 Euro schienen mir okay und ein fairer Preis. Wo genau im Stadion mein Platz ist (und dass dieser mit \u2018teilweise sichtbehindert\u2019 ausgewiesen ist) erfuhr ich dann erst sp\u00e4ter in der App. Um es abzuk\u00fcrzen: ich brauchte erneut zwei Anl\u00e4ufe, bis alles unter Dach und Fach war. Und dann war ich Besitzer eines <strong>Taylor Swift<\/strong> Tickets. Unglaublich!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Taylor Swift - Blank Space (Live in Gelsenkirchen | 17.07.2024 | 4K)\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ZzF3842qT4A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich interessiere mich erst seit <em>Evermore <\/em>ernsthaft f\u00fcr die Musik von <strong>Taylor Swift<\/strong>. Die Alben davor waren f\u00fcr mich pauschal Radiopop und interessierten mich wenig. Ich h\u00e4tte noch nicht einmal Songtitel mit <strong>Taylor Swift<\/strong> in Verbindung bringen k\u00f6nnen. Wer wei\u00df denn direkt, ob ein Song im Radio von <strong>Miley Cyrus<\/strong>, <strong>Taylor Swift<\/strong> oder<strong> Dua Lipa <\/strong>gesungen wird. Ich verwechsle die alle untereinander und miteinander. <em>Evermore<\/em> \u00e4nderte meine Sicht der Dinge. Klar, als Indieh\u00f6rer waren meine Dosen\u00f6ffner die Gastmusiker, <strong>Matt Berninger<\/strong>, <strong>Bon Iver<\/strong>, die <strong>Dessners<\/strong>, die das Album produziert haben. Und <em>Evermore<\/em> klingt nach Indie Folk, Kammerpop und Country, wenig nach Radiopop. Ich war und bin sehr angetan von diesem Album und schnell fand auch das im selben Jahr ver\u00f6ffentlichte <em>Folklore <\/em>einen Platz in meinem CD-Regal. Auch hier haben die <strong>Dessners <\/strong>ihre H\u00e4nde im Spiel, auch hier wird ein Song von <strong>Bon Iver<\/strong> gefeatured. Musikalisch geht es damit in \u00e4hnliche Richtungen wie <em>Evermore<\/em>. Ich hatte Gefallen gefunden an <strong>Taylor Swift<\/strong> Alben, und legte mit <em>1989 <\/em>nach. Okay, <em>1989 <\/em>ist Radiopop as its best und damit f\u00fcr mich lange nicht so interessant wie die anderen beiden Alben. Ich wusste aber jetzt, dass \u201eBad Blood\u201c und \u201eBlank space\u201c <strong>Taylor Swift<\/strong> Songs sind. Das bisschen Pop hindert mich nat\u00fcrlich nicht daran, mich um ein Konzertticket f\u00fcr die <em>Eras Tour<\/em> zu bem\u00fchen. <br>Am Tag zuvor sammele ich die n\u00f6tigen Informationen: Anreise, Parken, Zeiten. Das \u00fcbliche eben. Das Internet ist voll mit Vorberichten. Von Gala \u00fcber Brigitte bis zur Bildzeitung und der S\u00fcddeutschen haben alle was zum Thema <strong>Taylor Swift <\/strong>zu schreiben. Der Vorbericht der Bildzeitung fasst das Wichtigste zusammen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wof\u00fcr steht die Eras-Tour? <br>Die Stadion-Welttournee ist eine Reise durch die fast 20-j\u00e4hrige Karriere von Taylor Swift. Sie besingt die verschiedenen \u00c4ren (engl. Eras), also Epochen, ihres Lebens: vom jungen, blond-gelockten Country-Girl \u00fcber bonbonfarbene Liebesballaden, Pop-Hymnen und Rache-Songs bis hin zum neuesten Abrechnungs-Album \u201eThe Tortured Poets Department\u201c. Die elf Alben der \u201eEras-Tour: \u201eTaylor Swift\u201c, \u201eFearless\u201c, \u201eSpeak Now\u201c, \u201eRed\u201c, \u201e1989\u201c, \u201eReputation\u201c, \u201eLover\u201c, \u201eFolklore\u201c, \u201eEvermore\u201c, \u201eMidnights\u201c, \u201eThe Tortured Poets Department\u201c. <br>Was sind \u201eFan Chants\u201c? <br>Wer das volle Konzerterlebnis aussch\u00f6pfen will: \u201eFan Chants\u201c \u00fcben! Das sind Rufe vor, w\u00e4hrend oder zwischen einigen Songs. Am besten \u201eFan Chants Taylor Swift\u201c bei Google eingeben und auswendig lernen \u2013 oder ausdrucken und mitnehmen. <br>Und wann ist die beste Zeit f\u00fcr eine Pipi-Pause?<br>Kaum jemand schafft ein 3,5-Stunden-Spektakel mit \u00fcber 40 Liedern, ohne dass die Blase dr\u00fcckt. Eingefleischte Fans haben daher sogar die Umbauzeiten zwischen den einzelnen Konzertabschnitten gestoppt \u2013 damit man m\u00f6glichst wenig verpasst!<br>Man hat etwa drei Minuten zwischen \u201eReputation\u201c und Folklore\/Evermore. Das ist der l\u00e4ngste B\u00fchnenumbau! Die Pause zwischen \u201eLover\u201c und \u201eFearless\u201c im ersten Drittel des Konzerts dauert rund 2 Minuten und 30 Sekunden.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nach etwas Kuddelmuddel auf dem Weg zur Arena und bei der Suche nach dem richtigen Eingang bin ich um kurz nach 18 Uhr in der Halle. Der Zeitplan startet fr\u00fch, um 18.30 Uhr spielen <strong>Paramore<\/strong>, um 19.45 Uhr <strong>Taylor Swift<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe einen Sitzplatz nahezu hinter der B\u00fchne. Ob das gut oder weniger gut ist, um kurz nach 18 Uhr bin ich mir unsicher. Auf die B\u00fchne habe ich keinen Blick, ich sehe aber den gesamten Steg und alle Aufbauten davor. Durch Rohre der Deckenkonstruktion &#8211; das Gelsenkirchener Fu\u00dfballstadion hat an diesem Abend ein geschlossenes Dach &#8211; ist mir jedoch der Blick auf den Videow\u00fcrfel versperrt. Mein Sitzplatz ist zu hoch oben. Ich muss mich verrenken, um die Leinwand auf dem W\u00fcrfel sehen zu k\u00f6nnen. Im Laufe des Abends wird jedoch eine zweite Videoleinwand, die im rechten Winkel zur B\u00fchne montiert ist, gestartet. Nun sehe ich ganz bequem die Livestreams vom Konzert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Paramore <\/strong>beginnen p\u00fcnktlich. Die Band steht auf der B\u00fchne und ich sehe sie nicht. Mhh, denke ich, wenn das bei <strong>Taylor Swift <\/strong>auch so sein wird, wird es mehr ein Kinoabend mit sehr kleiner Leinwand als ein Konzertbesuch. Die Band um S\u00e4ngerin <strong>Hayley Williams<\/strong> hat viele Fans in der Arena, und ich wei\u00df nicht genau, warum. Ich kenne <strong>Paramore <\/strong>nicht, bin gespannt. Schnell wird klar, <strong>Paramore <\/strong>sind zu klein f\u00fcr die gro\u00dfe B\u00fchne. Aber welche Band w\u00e4re das nicht. Ihr erster Song \u201eHard Times\u201c beenden sie mit einem kleinen Snippet von <strong>Blondies <\/strong>\u201cHeart of Glass\u201d, es folgt \u201eBurning down the house\u201c. \u2018Haben sie kein Vertrauen in ihre eigenen Songs\u2019, denke ich, als ich erst kurz den <strong>Blondie <\/strong>Song h\u00f6re und jetzt das <strong>Talking heads<\/strong> Cover. Doch, haben sie. Allerdings vermag ich schon Stunden sp\u00e4ter nicht mehr, mich an Einzelheiten zu erinnern. Der Auftritt geht in der Gr\u00f6\u00dfe der Halle komplett unter, ihre Songs haben hier &#8211; zumindest f\u00fcr mich &#8211; null Ausstrahlung. Vielleicht ist das bei&nbsp; passender Hallengr\u00f6\u00dfe anders; nur, ich werde das nie erfahren. Irgendwann f\u00e4llt mir auf, dass mich die Stimme von <strong>Hayley Williams <\/strong>ab und an an <strong>Belinda Carlisle<\/strong> erinnert. Mehr bleibt bei mir von <strong>Paramore <\/strong>nicht h\u00e4ngen. Nach 45 Minuten verl\u00e4sst die Band die B\u00fchne. Sie haben mich ein bisschen gelangweilt. Schade.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein letztes Eis vom Eisverk\u00e4ufer, dann wummert es aus den Boxen. Die Umbaupause dauerte nur knapp 30 Minuten. Es ist 19.45 Uhr, als T\u00e4nzer mit gro\u00dfen F\u00e4chern den Steg herunterlaufen. In der Mitte, dort wo der Steg eine gro\u00dfe Raute bildet, bleiben sie stehen und bilden mit ihren Wedeln eine Art Kokon. Und hier taucht Sekunden sp\u00e4ter <strong>Taylor Swift<\/strong> auf und l\u00e4sst sich von einem Hebeelement im B\u00fchnensteg nach oben fahren. Schon w\u00e4hrend des Countdowns \u00fcber die letzten zwei Minuten vor Konzertbeginn war das Gekreische ohrenbet\u00e4ubend laut, jetzt legen alle noch eine Schippe drauf. Himmel, sowas habe ich noch nicht erlebt. Was f\u00fcr eine Freude. 60.000 und mehr Teenager k\u00f6nnen sehr laut kreischen. Und sehr lange. Die ersten Sekunden ist es verdammt laut. \u201eCruel summer\u201c ist der erste Song und ich bereue es bereits jetzt nicht, hier zu sein. Nach sehr wenigen Minuten ist mir klar, der Abend wird herausragend und ganz besonders. <br>Nach ein paar weiteren Minuten wird mir klar, mein Platz ist gar nicht so schlecht. Das <strong>Taylor Swift<\/strong> Konzert spielt sich haupts\u00e4chlich auf dem Steg und auf den vorderen Aufbauten ab. Zwischendurch frage ich mich, was eigentlich in dem klassischen B\u00fchnenaufbau vor der S\u00fcdtrib\u00fcne passiert. Die Band hat sich dort zumindest nicht eingerichtet. Keyboarder, Gitarristen und Schlagzeug stehen neben dem B\u00fchnenbau auf der mir zugewandten Seite. Ich kann sie gut beobachten. Na immerhin spielen sie nicht aus den Katakomben heraus. Auch die Backgrounds\u00e4ngerin entdecke ich dort. Doch was passiert dann im B\u00fchnenaufbau? H\u00e4ngt dort eine gro\u00dfe Leinwand? Sind dort die T\u00e4nzer*innen unterwegs? Nur einmal, w\u00e4hrend der<em> Evermore\/Folklore<\/em> Session, sitzt <strong>Taylor Swift<\/strong> auf der eigentlichen B\u00fchne am Klavier. Ansonsten l\u00e4uft sie den Steg auf und ab und performt dort mit ihren Tourkollegen die Songs. Bedeutet f\u00fcr mich, mein mit \u2018sichtbehindert\u2019 ausgewiesener Platz ist null \u00e4rgerlich. Habe ich so auch schon anders erlebt, Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Konzertablauf ist ungew\u00f6hnlich. <strong>Taylor Swift<\/strong> spielt Songs aus ihren letzten zehn Alben. Die Songs sind zu Bl\u00f6cken zusammengefasst, insgesamt mehr als 40 St\u00fccke. Nach jedem Albumblock gibt es eine kurze Pause. Zuvor verschwindet <strong>Taylor Swift<\/strong> meist \u00fcber eine Hebevorrichtung in der Mitte des Stegs, der sie elevator-esk unter die B\u00fchnenkonstruktion bringt. Kleidungswechsel und B\u00fchnenumbau. Letzteres vermute ich, sehen kann ich es ja von meinem Platz aus nicht. Sei es drum. F\u00fcr mich als Stehplatzinhaber entpuppt sich das als gute Sache. Oft ist es ja so, dass ich mich bei einem Trib\u00fcnenplatz falsch verhalte: Stehe ich auf, dann sehen die hinter mir nichts und ich bin der Buhmann. Bleibe ich sitzen, sehe ich vielleicht nichts, weil irgendwo in den Reihen vor mir Leute aufstehen. Durch die Pausen gibt es sowas wie ein kollektives Steh-\/Sitz-Verhalten. Alle stehen w\u00e4hrend der Performances, und in den kurzen Pausen kann ich mich auch mal hinsetzen, ohne etwas zu verpassen. So ab Konzertminute 120 wird es dann doch mal notwendig. Ein Vorteil dieser Blockbildung ist der, dass man klar erkennt, es beginnt ein neuer Abschnitt. Musikalisch wie auch visuell. Zur <em>Red <\/em>\u00c4ra, <strong>Taylor Swift<\/strong> nennt ihre Alben \u00c4ra, leuchten der Steg und die vorher an die Zuschauer ausgeteilten Blinkb\u00e4ndchen nat\u00fcrlich in Rot, zu der <em>Evermore\/Folklore<\/em> \u00c4ra werden Tannen an die B\u00fchnenr\u00e4nder gestellt und das Klavier ist mit Moos umwuchert. Die  <em>1989 <\/em>\u00c4ra sieht aus wie eine Gruppenchoreographie aus dem Film <em>Fame<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ganze ist sehr kurzweilig und enorm unterhaltsam. Nach \u201eChampagne problems\u201c, solo am mit Moos umwucherten Klavier gespielt, ist der Applaus riesengro\u00df. Minutenlang, also wirklich minutenlang, tost er durch die Halle. <strong>Taylor Swift<\/strong> wei\u00df nicht, wie ihr geschieht. Sie ist sichtlich perplex. Applaustechnisch gesehen ist es das gr\u00f6\u00dfte und lauteste, das ich je bei einem Konzert erlebt habe. Es ist so ohrenbet\u00e4ubend laut und schrill und einzigartig, dass <strong>Taylor Swift<\/strong> nicht wagt, einfach weiterzumachen. Auf der Leinwand sehe ich, wie sie ihre Ohrst\u00f6psel herausnimmt, um es real h\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Dann guckt sie zu ihrer Crew, macht gro\u00dfe Augen und formt mit dem Mund ein oh-my-god. Mehrmals. Ich nehme ihr das ernsthaft ab, ich glaube nicht, dass das aufgesetzt ist. <strong>Taylor Swift<\/strong> sieht angefasst aus und es dauert ein paar Sekunden, bis die Show weitergeht. Der Moment ist sehr beeindruckend.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <em>Evermore\/Folklore<\/em> Block ist mein Favorit, der beste Song ist jedoch \u201eAll too well\u201c aus der <em>Red <\/em>\u00c4ra. <strong>Taylor Swift<\/strong> spielt ihn 10 Minuten auf der Akustikgitarre inmitten der Halle. Eine Songerz\u00e4hlung mit <strong>Kozelek<\/strong>&#8217;schen Ausmasse. Das ist schon toll! Diametral dazu empfinde ich die <em>Reputation <\/em>Phase als die schw\u00e4chsten 15 Minuten des Abends. Vier Songs, die ein bisschen dahinpl\u00e4tschern. Vielleicht ist meine Aufmerksamkeit aber nach \u201eAll too well\u201c auch etwas weniger stark.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Taylor Swift- All Too Well (Gelsenkirchen N2 2024)\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/GDLT4Hx1NQs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach <em>1989 <\/em>ist gef\u00fchlt das Konzert vorbei. Um mich herum gibt es immer mehr Bewegung. Klar, nach jetzt \u00fcber zweieinhalb Stunden <strong>Taylor Swift<\/strong> m\u00fcssen einige mal raus. Aber es kommen noch 14,15 Songs, z. B. \u201eI can do it with a broken heart\u201c, das den Block des aktuellen Albums <em>The tortured poets department<\/em> beschlie\u00dft. <br>Im letzten Song \u201eKarma\u201c (das Konzert endet mit der <em>Midnight <\/em>\u00c4ra) singt sie anstelle \u2018Karma is the guy on the screen coming straight home to me\u2019 die folgenden Worte: \u2018Karma is the guy on the Chiefs coming straight home to me\u2019. Die Referenz auf die <strong>Kansas City Chiefs<\/strong> ist laut <strong>Swiftie <\/strong>Fanbuch das ultimative Zeichen, dass <strong>Travis Kelce<\/strong> bei der Show anwesend sein muss. Ich habe ihn nicht gesehen, obwohl ich einen guten Blick auf den Bereich hinter der B\u00fchne habe. Sicher lungert er in einer der Logen rum\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Rausgehen werde ich mit typischer Ruhrgebietsherzlichkeit angesprochen. \u2018Wahnsinn, oder?!\u2019 \u2018Ja, ph\u00e4nomenal gut.&#8216; Wir tauschen uns kurz aus \u00fcber das Konzert, die Stimmung und unsere Pl\u00e4tze. Es herrscht Einigkeit: gro\u00dfartiges Konzert, \u00fcberw\u00e4ltigende Stimmung von den R\u00e4ngen. Unsere Sitzplatzwahl &#8211; wir sa\u00dfen beide im Oberrang &#8211; empfanden wir nicht als \u00e4rgerlich, da einigten wir uns schnell. Wie sagt der Konzertkollege abschlie\u00dfend doch so treffend: &#8218;Ich muss der ja nicht die Hand sch\u00fctteln, dabei sein ist wichtig.&#8216; Genau.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>My clothes have always been taylored. But I might be a Swiftie now.<\/p>\n<cite>Faz online<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Miss Americana &amp; the Heartbreak Prince<br>02: Cruel summer<br>03: The man<br>04: You need to calm down<br>05: Lover<br>06: Fearless<br>07: You belong with me<br>08: Love story<br>09: 22<br>10: We are never ever getting back together<br>11: I knew you were trouble<br>12: All too well<br>13: Enchanted<br>14: \u2026ready for it?<br>15: Delicate<br>16: Don&#8217;t Blame me<br>17: Look what you made me do<br>18: Cardigan<br>19: Betty<br>20: Champagne problems<br>21: August<br>22: Illicit affairs<br>23: My tears ricochet<br>24: Marjorie<br>25: Willow<br>26: Style<br>27: Blank space<br>28: Shake it off<br>29: Wildest dreams<br>30: Bad blood<br>31: But Daddy I love him \/ So high school<br>32: Who&#8217;s afraid of little old me?<br>33: Down bad<br>34: Fortnight<br>35: The smallest man who ever lived<br>36: I can do it with a broken heart<br>37: Superstar \/ Invisible string<br>38: False God<br>39: Lavender haze<br>40: Anti\u2010Hero<br>41: Midnight rain<br>42: Vigilante Shit<br>43: Bejeweled<br>44: Mastermind<br>45: Karma<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das nenn\u2019 ich Gl\u00fcck. Als ich am letzten Freitag zuf\u00e4llig gegen 12 Uhr meine Emails checkte &#8211; ich mache das meistens nur abends nach der Arbeit &#8211; , fiel mir die Eventim Nachricht erst gar nicht auf. \u2018Wieder so eine Werbesache f\u00fcr neue Konzerte\u2019 dachte ich, und: \u2018schaue ich mir sp\u00e4ter an\u2019. Doch dann lie\u00df mich die Betreffzeile kurz stutzen.<br \/>\nTaylor Swift | The Eras Tour: Neue Tickets jetzt! <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20295,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"pretty-paracetamol in concert: %%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Das nenn\u2019 ich Gl\u00fcck. 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