{"id":19613,"date":"2023-09-22T21:08:45","date_gmt":"2023-09-22T19:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=19613"},"modified":"2023-09-22T21:12:00","modified_gmt":"2023-09-22T19:12:00","slug":"nation-of-language-koeln-20-09-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/nation-of-language-koeln-20-09-2023\/","title":{"rendered":"Nation of Language &#8211; K\u00f6ln, 20.09.2023"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Mood bored<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1080\" height=\"608\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DSC07796_01-1080x608.jpg\" alt=\"Nation of Language - K\u00f6ln, 20.09.2023\" class=\"wp-image-19617\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DSC07796_01-1080x608.jpg 1080w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DSC07796_01-980x552.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DSC07796_01-550x310.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DSC07796_01-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/DSC07796_01.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Als ich mich im Fr\u00fchjahr zur Vorbereitung auf das diesj\u00e4hrige Primavera Sound Festival durch die verschiedensten Bands und Musiker*innen h\u00f6rte, blieb ich auch bei <strong>Nation of Language<\/strong> h\u00e4ngen. So direkt sagte mir der Name nichts und ich konnte keine Songs mit dem Trio verbinden, bemerkte aber beim Durchh\u00f6ren schnell, dass ich ein oder zwei Songs schon einmal bewusster geh\u00f6rt hatte. Vielleicht ein Jahr zuvor fiel mir \u201eThis fractured mind\u201c &#8211; eine der Singles von ihrem zweiten Album<em> A way forward<\/em> &#8211; in die H\u00e4nde. Ein wuchtiger Indiesynthiepop Song mit Ohrwurmqualit\u00e4ten. Aber wie so oft, nach einigen Tagen ger\u00e4t alles in Vergessenheit und es kommen neue Ohrw\u00fcrmer und neue Bands, weitere Konzertbesuche und andere Entdeckungen. <strong>Nation of Language<\/strong> verschwanden von meiner Agenda. Bis sie in diesem Fr\u00fchjahr wieder auftauchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnell war der Plan gefasst, mir die Band in Barcelona live anzuschauen. Doch genauso schnell musste ich ihn wieder verwerfen. <strong>Nation of Language<\/strong> wurden zeitgleich mit <strong>Kendrick Lamar<\/strong> platziert, die Wahl fiel nicht schwer und sie fiel nat\u00fcrlich nicht auf die junge Brooklyner Band. Den Sommer \u00fcber verpasste ich sie dann auf den diversen Festivals. Nicht aber ihr Konzert im Geb\u00e4ude 9, f\u00fcr das ich mir dann &#8211; auch aufgrund der durchaus guten Erz\u00e4hlungen \u00fcber ihren Barcelona Gig &#8211; relativ zeitig ein Ticket kaufte. Dass das Konzert am Tag mit einem ausverkauft geflaggt wurde, \u00fcberraschte mich dann wenig. Die Livequalit\u00e4ten der Band sind ph\u00e4nomenal und sowas spricht sich eben schnell rum. <br>Dieser Tage ver\u00f6ffentlichten sie mit <em>Strange Disciple<\/em> ihr drittes Album, die aktuelle Tour und damit auch das K\u00f6lner Konzert ist dazu da, das Album live vorzustellen. Die Setlist spiegelt das wider: sechs Songs an diesem Abend stammen vom neuen Album. Ungef\u00e4hr ein Drittel. <br>Doch der Reihe nach.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mood bored<\/strong> er\u00f6ffnen den Abend. Es dauerte ein bisschen, bis ich ihren Namen herausgefunden hatte. Die B\u00fchnenvorstellung der Band durch die S\u00e4ngerin <strong>Myrte Driesenaar<\/strong> habe ich akustisch nicht verstanden, und im Internet finde ich w\u00e4hrend der Umbaupause nirgends einen Hinweis auf die Nation of Language Vorband. Erst als ich ein paar Gespr\u00e4chsfetzen vom Nebenmann aufschnappe, wurde ich schlauer. <strong>Mood bored<\/strong> nennt sich das Trio aus Tilburg, das nach eigener Aussage \u2018music by and for 20-something existentialists\u2019 macht. Indierocksongs also, die <strong>Myrte Driesenaar<\/strong>, <strong>Daan Stuyven<\/strong> und <strong>Timo de Wit<\/strong> auf bisher einer EP zusammenstellen. Die Songtitel lauten \u201eEasy going\u201c, \u201eLadadee Ladada\u201c oder \u201eLucky\u201c, die EP simpel <em>Bored EP<\/em>. Das ist alles nicht wirklich neu, was <strong>Mood bored<\/strong> machen, aber sie machen es gut. Das Konzert macht Spa\u00df und es war kein Fehler, an diesem Abend superp\u00fcnktlich im Geb\u00e4ude 9 zu sein. <br>Denn nachdem bei meinen letzten beiden Geb\u00e4ude 9 Konzerte erst im Laufe der Vorgruppe in den Saal kam, und mich folglich erst einmal hintenanstellen musste, war mein Plan dieses Mal ein anderer. Ich wollte p\u00fcnktlich vor Ort sein, um von Anfang an eine gute Stehplatzposition zu haben. Da der Tag gut fluppte und auch die Bahn mitmachte, gelingt mir das. Um kurz vor acht stehe ich am B\u00fchnenrand und beobachte das, was ich in diesen Momenten immer beobachte. Der sp\u00e4tere Zug h\u00e4tte gereicht, an diesem Abend ist es zur Vorband nat\u00fcrlich noch nicht so voll. Nun ja, <strong>Mood bored<\/strong> sind gut und ich hatte Zeit. Passt also. Easy going.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Intro von \u201eFirst we take Manhattan\u201c in der <strong>Jennifer Warnes<\/strong> Version betreten <strong>Ian Richard Devaney<\/strong>, <strong>Aidan Noell <\/strong>und <strong>Alex MacKay<\/strong> die nun sehr leere B\u00fchne. Das Schlagzeug ist abgebaut, nur ein Synthesizer steht links am Rand. <strong>Alex MacKay<\/strong> spielt Bass wie weiland <strong>Kralle Krawinkel<\/strong> Gitarre: stoisch und gestenarm. Die B\u00fchne geh\u00f6rt <strong>Ian Richard Devaney<\/strong>. Wer die <strong>Future Islands<\/strong> kennt, dem f\u00e4llt unweigerlich <strong>Samuel T. Herring<\/strong> ein. Mir ging das zumindest so, nachdem ich erste Livevideos von <strong>Nation of Language<\/strong> gesehen hatte. Denn \u00e4hnlich ausladend und intensiv bewegt sich der S\u00e4nger \u00fcber den gesamten B\u00fchnenraum hinweg. Das ist enorm ansteckend und so ist von Anfang an eine gute Stimmung im Saal. Die immer irgendwie bekannt klingenden Synthie-Sounds tun da ihr \u00dcbriges. Das Konzert geht gut ab, alle sind sofort drin. Jeder Song wird frenetisch gefeiert, egal ob neu oder bereits ein Hit. Da stehen \u201eSole obsession\u201c oder \u201eToo much, enough\u201c den Gassenhauern \u201eThis fractured mind\u201c und \u201eAcross that fine line\u201c in kaum etwas nach. <br>F\u00fcr mich \u00fcberraschend ist der Altersdurchschnitt im Saal. Von wegen angesagte Gen Z Band! In den ersten Reihen sehe ich \u00fcberwiegend Leute, die <strong>Depeche Mode <\/strong>zu ihrer Hochzeit live erleben durften und die <strong>OMD <\/strong>oder <strong>Alphaville <\/strong>nicht nur aus der Plattensammlung der Eltern kennen. Kommen hier die Erinnerungen aus der eigenen Independent Disco hoch? Ich denke, ja. Ich zumindest f\u00fchle mich an diesem Abend ab und an daran erinnert, an die Wave und Gothic Partys in den Dortmunder und Bochumer Clubs. <br><strong>OMD <\/strong>und die fr\u00fchen <strong>Depeche Mode<\/strong> sind die h\u00f6rbar st\u00e4rksten Einfl\u00fcsse im <strong>Nation of Language <\/strong>Sound. Aber auch diese sagenhaften <strong>The Cure<\/strong> Basslinien oder den <strong>New Order<\/strong> Soundteppich h\u00f6re ich hier und da heraus. Es kommt mir vor, als ob ich jeden Song irgendwie kenne, ohne ihn tats\u00e4chlich zu kennen. Diese Synthies! Herrlich! Dazu muss man einfach tanzen. Genau wie <strong>Ian Richard Devaney<\/strong>. Er schwebt f\u00f6rmlich \u00fcber die B\u00fchne, zuckt zu den zuckenden Synthie-Sounds und macht das einfach gro\u00dfartig. Aber w\u00fcrde man behaupten, <strong>Nation of Language<\/strong> covern nur die 80s, dann stimmt das definitiv nicht. Ja, sie kennen sicherlich alles, aber sie zitieren clever und nicht einfallslos. <br>Vor 15 Jahren gab es eine Band, die mit \u2018alten Sounds\u2019 f\u00fcr \u00e4hnlichen Wirbel sorgte:<strong> The xx<\/strong>. An diesem Abend muss ich daran denken und ich muss auch daran denken, was ich im Blog <em>Monarchie &amp; Alltag<\/em> \u00fcber die Band <strong>Big Special<\/strong> gelesen habe. Dort steht:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Auch interessante Frage: wie w\u00fcrden wohl die Sleaford Mods klingen, wenn sie nicht vom Punk-Hip-Hop, sondern vom Breitseiten-Rock via LCD-Soundsystem k\u00e4men? Big Special beantworten die Frage deutlich \u00fcberzeugender als man denken w\u00fcrde<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Also. Auch eine interessante Frage: wie w\u00fcrden <strong>The xx<\/strong> klingen, wenn sie vom Synthiewellen-Pop via <strong>OMD <\/strong>k\u00e4men? <strong>Nation of Language<\/strong> geben eine gute Antwort, wie ich finde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Nation of Language - The Grey Commute &amp; beginning of September Again live K\u00f6ln Geb\u00e4ude 9\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7oWktUJyVqM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Spare me the decision <br>02: Rush &amp; fever <br>03: Sole obsession <br>04: Wounds of love <br>05: The grey commute <br>06: September again <br>07: Sightseer <br>08: This fractured mind <br>09: Weak in your light <br>10: Too much, enough <br>11: Automobile <br>12: The wall &amp; I<br>Zugabe: <br>13: A new goodbye <br>14: On Division St <br>15: Across that fine line<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich mich im Fr\u00fchjahr zur Vorbereitung auf das diesj\u00e4hrige Primavera Sound Festival durch die verschiedensten Bands und Musiker*innen h\u00f6rte, blieb ich auch bei Nation of Language h\u00e4ngen. 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