{"id":1959,"date":"2010-02-03T17:06:19","date_gmt":"2010-02-03T16:06:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1959"},"modified":"2010-02-03T18:00:46","modified_gmt":"2010-02-03T17:00:46","slug":"laura-veirs-koln-02-02-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/laura-veirs-koln-02-02-2010\/","title":{"rendered":"Laura Veirs &#8211; K\u00f6ln, 02.02.2010"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Laura Veirs - K\u00f6ln, 02.02.2010\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2439\/4328163316_805f33ec65.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"280\" \/><\/p>\n<p>Morgens machte ich meine Abendplanung \u00f6ffentlich. Beim t\u00e4glichen Gezwitscher fragte ich kleinlaut \u201eLaura Veirs im Stadtgarten oder KDD auf arte?!\u201c. Diese mehr rhetorische Frage veranlasste die Bloggerkollegen von den <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/whitetapes.de\/\" target=\"_blank\">whitetapes<\/a> zur Antwort: \u201elaura veirs, schlie\u00dflich geht die dame ja bald in mutterschutz\u201c und Freund <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/dasklienicum.blogspot.com\/2009\/11\/neue-tone-704-laura-veirs.html\" target=\"_blank\">Eike<\/a> prustete gar entr\u00fcstet (also wie man so per Tastatur prusten kann): \u201ealso, bitte! was auch immer kdd ist, laura geht vor!\u201c.<br \/>\nNun, KDD ist der Kriminaldauerdienst, eine der besseren, wenn nicht die beste deutsche Polizeiserie im Fernsehen. Ich empfehle dringend ein Auge zu riskieren (sehr gro\u00dfartig: Manfred Zapatka als Polizist Jan Haroska). Das der Vollst\u00e4ndigkeit halber.<\/p>\n<p>Aber die beiden haben nat\u00fcrlich recht: Laura geht vor!<br \/>\nLaura Veirs ist eine Zufallsentdeckung. Vor einigen Jahren h\u00f6rte ich einen ihrer Songs, \u201eGalaxies\u201c, und war sehr angetan. Kurz darauf, wie das dann immer so ist, spielte sie im K\u00f6lner Geb\u00e4ude 9. Aus Neugierde fuhr ich hin, und war noch st\u00e4rker angetan. Seitdem verfolge ich interessiert das Tun der jungen Frau aus Portland, sah sie live noch das ein oder andere Mal, und war von Konzert zu Konzert mehr angetan.<br \/>\nIch habe ja so was von keiner Ahnung, wie man sich im letzten Drittel einer Schwangerschaft f\u00fchlt, aber einfach stelle ich es mir nicht vor. All das extra Gewicht, die k\u00f6rperlichen Belastungen m\u00fcssen gro\u00df sein, schon daheim, in vertrauter Umgebung, mit Lieblingssofa und bequemen Bett. Und wie ist das erst unterwegs? Nicht, dass die Betten in der Fremde pauschal als unbequem zu bezeichnen sind, aber jede Nacht woanders, Tage im Tourbus, Abende auf der B\u00fchne. Laura Veirs, im \u201esiebten oder achten Monat schwanger or whatever\u201c ist unterwegs. Erst in Europa, jetzt r\u00e4umlich begrenzter in Deutschland und anschlie\u00dfend noch vier Wochen in den USA. Ich habe h\u00f6chsten Respekt.<br \/>\n\u201cJuly Flame\u201c, ihr mittlerweile siebtes Album, ist dieser Tage erschienen. Und nun die Tour zum Album. Die Termine standen lange fest, gro\u00df war die Vorfreude. Das Studio 672 im K\u00f6lner Stadtgarten ist nicht sonderlich gro\u00df, 100 bis 150 oder 200 Leute (ach, ich kann schlecht sch\u00e4tzen) m\u00f6gen im Saal sein, als ich kurz vor Konzertbeginn eintraf. Bekannte Gesichter sah ich keine, das schmuddelige Wetter hatte sie scheinbar von der Anreise abgehalten.<br \/>\nLaura Veirs und Band kamen aus Br\u00fcssel. \u201cDer gro\u00dfe Vorteil am touren in Europa seien die kurzen Wege\u201c, erz\u00e4hlte sie irgendwann. \u201cZweieinhalb Stunden von Br\u00fcssel nach K\u00f6ln, das sei toll, da h\u00e4tte man noch viel Zeit. In den USA seien sie oft acht Stunden unterwegs, und ein Konzert nach einer solch langen Autofahrt sei manchmal eine Qual.\u201c Wenn es nach ihr ginge, w\u00fcrde sie die USA teilen. Washington, Oregon und Idaho k\u00f6nnten ein Land bilden, Cascadia k\u00f6nne es hei\u00dfen (in Anlehnung an den Cascadia State Park?!), und dann w\u00fcrden sie nur dort touren, und in Europa. Laura scheint sich wohl zu f\u00fchlen auf dem alten Kontinent. Sie erw\u00e4hnte noch irgendwas von gutem Feedback und nettem Publikum und so.<br \/>\nBevor Laura Veirs ans Mikrofon trat, \u00fcberlie\u00df sie die B\u00fchne zweien ihrer drei Bandmitglieder. Nelson (aka &#8222;<a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/oldbelievers\" target=\"_blank\">The old believers<\/a>\u201c) und Eric (aka &#8222;<a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/cataldomusic\" target=\"_blank\">Cataldo<\/a>&#8222;) er\u00f6ffneten den Abend. Erst Nelson, der urspr\u00fcnglich aus Alaska stammt, und anschlie\u00dfend Eric. Jeweils solo und mit Gitarre. Akustisch, elektrisch oder in Banjoform, ganz nach Belieben. Mal zum mitwippen, mal zum schmunzeln, mal zum langweilig in die Gegend gucken. Leicht zu erraten: amerikanischer Folkpop war angesagt. Da beide aber unterschiedliche Stilrichtungen verfolgten, ich mir zumindest einbilde, unterschiedliche \u201eHerkunftsformen\u201c erh\u00f6rt zu haben, war die knappe Stunde unterhaltsam.<br \/>\nDann Laura Veirs. Zuletzt hatte ich sie auf ihrer Solo Tour gesehen, was einen durchaus berechtigten Charme hat. Aber mir sind Bandkonzerte lieber als Soloartisten, und daher freute ich mich, dass sie diesmal nicht alleine unterwegs ist. Auch finde ich, dass ihre Songs im Gruppengewand noch sch\u00f6ner klingen. Ihre Band bestand aus den bereits erw\u00e4hnten Nelson und Eric, sowie der Violistin Alex.<br \/>\nAlex spielte denn auch meistens Violine, aber manchmal auch Keyboard. Eric spielte manchmal Bass, oft Becken und kleine Trommel und nie Keyboard. Nelson spielte manchmal Keyboard, selten Becken und kleine Trommel und oft Gitarre. Es gab ein munteres Pl\u00e4tzewechselspielchen, an dem nur Laura Veirs nicht teilnahm. Sie blieb bei Gitarre und einmal Banjo.<br \/>\nEin Veirs Konzert gleicht einem Veirs Album. Auf den ersten Blick ist es nett und unscheinbar, aber nach ein zwei St\u00fccken entwickelt es einen so enormen Charme, eine so lockere Leichtigkeit, dass es unm\u00f6glich ist, nicht in den Bann gezogen zu werden. Diese kleine junge Frau mit h\u00fcbscher Brille schafft es, mit feinen Folkpopsongs eine betuliche und harmonische Stimmung aufzubauen, die mich jeglichen Alltagsstress vergessen lie\u00df. Und die Ihresgleichen sucht! Gebannt lausche ich ihren Songs, \u201cLive is good blues\u201c und das catchy \u201cJuly Flame\u201c mit der wundersch\u00f6nen Gitarrenlinie sind erste Aufh\u00f6rer. Zwischendrin schnallt sie sich das Banjo um, und singt einen Song aus ihrem Seitenprojekt &#8222;Two beers, Veirs&#8220;: &#8222;The Coo Coo Bird&#8220;, oder &#8222;The Cuckoo&#8220; ist ein alter englischer Folksong und ihr \u201cSeitenprojekt\u201c eine Hommage an alte Folksongs. Die 2008 ver\u00f6ffentlichte EP <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.ravenmarchingband.com\/boutique\/index.php?main_page=product_info&amp;cPath=1&amp;products_id=2\" target=\"_blank\">Two beers, Veirs<\/a> (also das \u201csideproject\u201c) ist voll mit solchen traditionals.<\/p>\n<p>Das Kuckuckslied blieb nicht die einzige Fremdinterpretation des Abends. Kurz vor dem fulminanten \u201eI can see your tracks\u201c gab es den Fleetwood Mac Song \u201eNever going back\u201c. Man h\u00f6rte, dass es kein Laura Veirs Song ist. Die St\u00fccke l\u00e4uteten das Ende des regul\u00e4ren Sets ein. Laura Veirs hatte ihre Ank\u00fcndigung wahr gemacht. \u201cWir spielen haupts\u00e4chlich Songs des neuen Albums\u201c, sagte sie zu Beginn. Und tats\u00e4chlich, bis auf den Mittelblock um \u201cSilo Song\u201c, \u201cLittle Deschutes\u201c und \u201cSummer Is The Champion\u201c kam das gesamte Album zum Einsatz.<\/p>\n<p>Blieb noch eine Frage offen: Junge oder M\u00e4dchen? \u201eWir wissen es nicht, und wollen es auch nicht wissen\u201c, entgegnete Laura.<br \/>\nHoffentlich h\u00f6rt der Nachwuchs sp\u00e4ter nicht deutschen Schlager oder David Hasselhoff (ach, ist das gleiche!). Es w\u00e4re den Eltern nicht zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Carol Kaye<br \/>\n02: Cast a hook<br \/>\n03: Spellunking<br \/>\n04: Live is good blues<br \/>\n05: Sun is king<br \/>\n06: Where are you driving<br \/>\n07: The Coo Coo Bird<br \/>\n08: Wide-eyed, legless<br \/>\n09: July Flame<br \/>\n10: Make something good<br \/>\n11: Through the glow<br \/>\n12: To the country<br \/>\n13: Never going back<br \/>\n14: I can see your tracks<br \/>\nZugabe:<br \/>\n15: Sleeper in the valley<br \/>\n16: Rapture<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157623342741228\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/08\/gossip-koln-2608008\/\" target=\"_blank\"><br \/>\n<\/a><a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/06\/the-enemy-koln-30012008-16\/\" target=\"_blank\">Laura Veirs &#8211; Toronto, 24.05.2008<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2007\/04\/laura-veirs-koln\/\" target=\"_blank\">Laura Veirs &#8211; K\u00f6ln, 18.04.2007<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens machte ich meine Abendplanung \u00f6ffentlich. 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