{"id":1819,"date":"2009-12-16T14:03:22","date_gmt":"2009-12-16T13:03:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/wp_test\/?p=1819"},"modified":"2009-12-31T13:34:12","modified_gmt":"2009-12-31T12:34:12","slug":"peaches-koln-15-12-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/peaches-koln-15-12-2009\/","title":{"rendered":"Peaches &#8211; K\u00f6ln, 15.12.2009"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Peaches - K\u00f6ln, 15.12.2009\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2772\/4192676225_5428ffb708.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"249\" \/><\/p>\n<p>Was war das denn?! H\u00e4tte Merrill Beth Nisker das Tempo und all das Drumherum durchgehalten, w\u00e4re es das Konzert des Jahres geworden. So wurde es ein am\u00fcsanter und interessanter Abend, der leider im Laufe der Zeit immer mehr von seiner anf\u00e4nglichen Besonderheit und Aufgeregtheit verlor.<\/p>\n<p>Die SPEX ist eine tolle Zeitung, fr\u00fcher habe ich sie auch \u00f6fter durchgebl\u00e4ttert. F\u00fcr die ewig langen Satzkonstruktionen eines Herrn Diederichsen oder einer Frau Grether f\u00fchlte ich mich aber immer zu ungebildet. Gesp\u00fcr f\u00fcr neue Musik war (und ist?) dem Blatt im \u00dcberma\u00df gegeben, daher war die SPEX Anfang der 90er die Musikzeitung schlechthin. Warum ich das erw\u00e4hne? Nun, der SPEX hatte ich den Peaches Abend zu verdanken. Gestern Nachmittag fix einen Tweet retweetet, und Schwups, die Tickets f\u00fcr das K\u00f6lner Konzert waren mein. Was macht man nicht alles f\u00fcr ein bisschen Konzertvergn\u00fcgen! Da bin ich nicht w\u00e4hlerisch!<\/p>\n<p>\u201eDas wird bestimmt lustig\u201c, darauf konnten wir uns im Vorfeld einigen. Wir sind zwar weder Peaches Experten noch Electroclash Fanatiker, aber was wir \u00fcber die Wahl- Berlinerin kannten oder uns angegoogelt und geyoutubet haben, versprach einiges.<br \/>\nLady Gaga und Beth dito sind wenig gegen die Performancek\u00fcnstlerin Peaches. Ihre aktuellen B\u00fchnenwerkzeuge sind Mikro, Gitarre und ein gr\u00fcner Leuchtstab, weniger die provokanten Devotionalien wie Riesenpenis oder Peitschen der fr\u00fcheren Shows.<br \/>\nIhre B\u00fchnenoutfits bleiben jedoch skurril. In K\u00f6ln wechselte sie von Fantasyfabelwesen \u00fcber wei\u00dfer Lederjacke im Corey Hart Stil und Glitzercapes hin zu einem David Bowie Ziggy Stardust Ged\u00e4chtnisanzug. Glam Frisur und Make-up inbegriffen. Glamourtrash und Electroclash.<br \/>\nZum Blade Runner Intro betraten Peaches und ihre dreik\u00f6pfige Band Sweet Machine die B\u00fchne. Die schwarzen Umh\u00e4nge und raben\u00e4hnlichen Masken passten gut zum D\u00fcstersynthie- Soundtrack. Ein vielversprechender Anfang.<br \/>\nNahtlos ging das Intro in \u201eMud\u201c \u00fcber. Mit \u201eTalk to me\u201c dann der erste Hit. Wie gesagt, Peaches ist mir nicht so gel\u00e4ufig, aber \u201eTalk to me\u201c kenne sogar ich. 2 gesichtslose T\u00e4nzer mit Riesenper\u00fccken bewegen sich auf der B\u00fchne. Das Konzert hatte jetzt volle Fahrt und es kam das, was ich von diesem Abend erhofft und erwartet habe: Show, Show, Show.<br \/>\nDie ersten Stagediveausfl\u00fcge hatte Merrill bereits hinter sich, als sie die versch\u00e4rfte Variante erprobt. \u201ePackt mal die Kameras weg und hebt die Arme. Ich m\u00f6chte auf euren H\u00e4nden laufen.\u201c Der Versuch gelingt sehr ordentlich, Trittbrettstagediver aus dem Publikum werden jedoch nicht geduldet und kurzerhand heruntergekickt. Als Soundtrack l\u00e4uft \u201eBillionaire\u201c und anschlie\u00dfend \u201eSerpentine\u201c.<br \/>\nSo kann es weitergehen! Doch nach diesem Publikumsausflug verlagerte das Geschehen voll und ganz auf die B\u00fchne.<br \/>\nIhre dreik\u00f6pfige Begleitband an, eine blonde Frau an der Gitarre und zwei M\u00e4nner an Schlagzeug und Keyboard, hat lediglich daf\u00fcr zu sorgen, dass alles in musikalischen Bahnen bleibt. Aber eigentlich ist das auch egal, Peaches ist Performerin, weniger Musikerin oder gar begnadete S\u00e4ngerin. Sie will unterhalten, als Kunstfigur, nicht als Musikerin.<br \/>\nEin zweiter Dresswechsel, dem weitere folgen werden, der Kollege an den Synthies schnallt sich zwischendurch mal Plastikbr\u00fcste um, mehr passiert erst mal nicht.<br \/>\nUnd hier wird es problematisch. Zuviel Kunstkonzept, zu wenig musikalische Aufhorchmomente. Peaches rappt, rockt, singt, ihr Themenspektrum ist gro\u00df und abwechslungsreich, die Songs gehen aber komplett an mir vorbei. Ich merke, dass meine Konzentration schwindet. Ich kann mit all dem nicht sonderlich viel anfangen. Mit zunehmender Konzertdauer wird die Show f\u00fcr mich anstrengend und langatmig. Vielleicht ist Peaches nur meine Welt f\u00fcr 45 Minuten. Nachher sage ich Dinge wie: \u201eAuf Konzertl\u00e4nge ist dies nicht mein Fall\u201c.<br \/>\n\u201eFuck the pain away\u201c beendet das regul\u00e4re Set. Der Song aus Peaches Deb\u00fctalbum \u201eTeaches of Peaches\u201c  ist knappe 10 Jahre alt. Man h\u00f6rt es ihm nicht an. Ein Klassiker des Genres, der die Abh\u00e4ngigkeiten verdeutlicht: Peaches ist das Role Model der Ditos und Gagas dieser Welt. Nicht das dies vergessen wird.<br \/>\nDer Zugabeblock bringt weiteren Schwung ins B\u00fcrgerhaus. Metal, trashiger Post-Punk-Hairmetal. Drei verdammte St\u00fccke lang. Das geht also auch!<br \/>\nDer definitive Abschluss ist dann wieder Electroclash: \u201eSet it off\u201c beendet das Konzert.<br \/>\nThe show must go on. Bald.<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157623019838676\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><a title=\"YouTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Vh1Y7YVeIss\" target=\"_blank\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2008\/08\/gossip-koln-2608008\/\" target=\"_blank\"><br \/>\nGossip &#8211; K\u00f6ln, 26.08.2008<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was war das denn?! H\u00e4tte Merrill Beth Nisker das Tempo und all das Drumherum durchgehalten, w\u00e4re es das Konzert des Jahres geworden. So wurde es ein am\u00fcsanter und interessanter Abend, der leider im Laufe der Zeit immer mehr von seiner anf\u00e4nglichen Besonderheit und Aufgeregtheit verlor. 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