{"id":18090,"date":"2023-02-10T17:12:33","date_gmt":"2023-02-10T16:12:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=18090"},"modified":"2023-02-12T20:14:50","modified_gmt":"2023-02-12T19:14:50","slug":"one-of-a-million-festival-04-02-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/one-of-a-million-festival-04-02-2023\/","title":{"rendered":"One of a million Festival &#8211; Baden, 04.02.2023"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Museum Langmatt \/ Royal Baden, Baden<br><strong>Bands:<\/strong> Chacho, The Cool greenhouse, Preoccupations<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC05514.jpg\" alt=\"Preoccupations - Baden, 04.02.2023\" class=\"wp-image-18093\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC05514.jpg 1200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC05514-800x450.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ein Ausflug nach Baden. <br>Irgendwann im Januar fiel mir die samst\u00e4gliche Konzertansetzung des One of a million Festivals im schweizerischen Baden genauer auf. Ich hatte dieses Festival bereits vor Wochen irgendwo gelesen und registriert, dass <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> dort spielen werden, es aber nicht weiter beachtet. Zu weit, zu starker Winter, lohnt nicht. Also lohnt sicher, aber nicht unter diesen Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Voraussetzungen \u00e4nderten sich, als ich im Januar das Lineup nochmal studierte. Die kanadische Band <strong>Preoccupations <\/strong>tauchte als weitere Best\u00e4tigung f\u00fcr den 4. Februar auf und langsam formte sich in meinem Kopf die Idee, dass sich das Doppel <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> und <strong>Preoccupations <\/strong>doch live sicherlich gut anf\u00fchlen w\u00fcrden. Post-Punk und Post-Punk, jeweils anders interpretiert, aber beide Male bestimmt sch\u00f6n und gut anzusehen. Die Idee lie\u00df mich nicht los und als Ende des Monats g\u00fcnstige Zugtickets und ein (f\u00fcr schweizer Verh\u00e4ltnisse) nicht allzu teures und gut gelegenes Hotel hinzukamen, wurde die fixe Idee Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, ein Tag in Baden. <br>Trotz Zugausfalls oder gerade deswegen, da wir unfreiwillig von einem EC auf einen ICE geupgradet wurden, dauerte die Reise nach Baden nur knapp f\u00fcnf Stunden und wir sind bereits nachmittags in der schweizerischen Stadt. Auf den letzten Metern wird das Wetter trostlos, die Landschaft zeigt sich zerkl\u00fcftet von Industrie, Wohngebieten und Bauernh\u00f6fen. Schreberg\u00e4rten und rauchende Schornsteine huschen an den Fenstern der Regionalbahn vorbei. Abseits der Alpen ist es ein diffuses Bild, das die Schweiz bietet. Von einer Postkartenidylle \u00e0 la Gruyerer Wiesen oder des Z\u00fcrichsees ist man hier meilenweit entfernt. Obwohl es bis nach Z\u00fcrich nicht weit ist. Baden selbst entpuppt sich als kleines und gem\u00fctliches St\u00e4dtchen. Da wir fr\u00fcher als gedacht vor Ort sind, bleibt ungeplant Zeit f\u00fcr einen Stadtrundgang. Das gibt uns die Gelegenheit, die Stadt etwas umfangreicher kennenzulernen und nicht nur im Halbdunkeln den Weg vom Bahnhof zum Hotel, vom Hotel zum Museum Langmatt (erster Konzertort), vom Museum Langmatt zum Royal Baden (zweiter Konzertort) und von dort zum Hotel zur\u00fcckzulegen. Die alte Badeanstalt und unz\u00e4hlige Treppen hinab zum Fluss und wieder hinauf zum Museum bleiben in meiner Erinnerung. Auch dank des Muskelkaters in den Waden am Sonntag.<\/p>\n\n\n<div id=\"jig1\" class=\"justified-image-grid jig-fa13fe187ba670a6316599ac39c98cbf jig-preset-8 jig-source-wp-gallery jig-id-18111\"><div class=\"jig-clearfix\"><\/div><noscript id=\"jig1-html\" class=\"justified-image-grid-html\" data-lazy-src=\"skiplazyload\" data-src=\"skipunveillazyload\"><ul><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/PXL_20230204_175702135-e1676047376224.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F02%2FPXL_20230204_175702135-e1676047376224.jpg&amp;h=400&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"One of a million Festival. Baden, 04.02.2023\" width=\"329\" height=\"400\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">One of a million Festival. Baden, 04.02.2023<\/p><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/PXL_20230204_190523290-e1676047393974.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/plugins\/justified-image-grid\/timthumb.php?src=https%3A%2F%2Fwww.pretty-paracetamol.de%2Fblog%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F02%2FPXL_20230204_190523290-e1676047393974.jpg&amp;h=400&amp;q=90&amp;f=.jpg\" alt=\"One of a million Festival. Baden, 04.02.2023\" width=\"329\" height=\"400\" \/><\/a><p class=\"jig-HTMLdescription\">One of a million Festival. Baden, 04.02.2023<\/p><\/li><\/ul><\/noscript><\/div>\n\n\n\n<p>Am Abend ist das Museum Langmatt unser erster musikalischer Anlaufpunkt. Hier startet f\u00fcr uns das One of a million Festival. Jeweils im Februar steigt in Baden in verschiedenen Clubs und Orten der Stadt das One of a Million Musikfestival. Was als zweit\u00e4giges Mini-Festival begann, entwickelte sich noch vor der Pandemie zu einem sieben Tage Event und Konzerten an rund 20 Orten in der ganzen Stadt. In Clubs, aber auch an besonderen Orten lassen die Veranstalter Konzerte stattfinden. Wie z. B. im alten Museum Langmatt, das in einer Jugendstilvilla beheimatet ist und eine der bedeutendsten Privatsammlungen des franz\u00f6sischen Impressionismus in Europa ausstellt. Aktuell ist das Museum allerdings geschlossen; den Grund daf\u00fcr konnte ich aber nicht in Erfahrung bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier findet das Konzert der schweizerischen Musikerin <strong>Chacho<\/strong>, die an diesem Abend am Bass und Schlagzeug von zwei Freunden begleitet wird. Leider spielt die Band nicht zwischen franz\u00f6sischen Impressionisten, sondern in einem Nachbargeb\u00e4ude der Villa und dort im sogenannten Raumfahrtkeller. Warum der so hei\u00dft, ist leider auch nicht zu erfahren. Das Konzert von <strong>Chacho &amp; Friends<\/strong> ist eines von vielen kostenfreien Konzerten, die im Rahmen des One of a Million Festivals ohne Ticket und von jedem besucht werden k\u00f6nnen. Eine tolle Sache, wie ich finde. Toll finde ich auch die Preispolitik der nicht kostenfreien Konzerte. F\u00fcr jeden Konzertabend stehen uns Konzertg\u00e4nger drei Preiskategorien zur Auswahl, unter denen man sich den Preis aussuchen kann, den man bereit ist oder den man sich leisten kann zu zahlen. Das ist wirklich fair und bietet gerade heutzutage vielen die Chance, die Konzertabende zu besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir starten also gegen 19 Uhr mit <strong>Chacho &amp; Friends<\/strong>. Was nach Coverband und schlechten Coversongs klingt, ist in Wirklichkeit eine schweizerische Gitarrenband um die S\u00e4ngerin <strong>Chacho<\/strong> mit sehr sch\u00f6nen eigenen Songs. Die Singersongwriterin kommt aus der N\u00e4he von Lausanne, ihr franz\u00f6sischer Akzent in den englischsprachigen Ansagen ist deutlich. Dem Festivalbooklet entnehme ich, dass sie an diesem Abend erstmals in der Deutschschweiz auftritt. Ein Premierenkonzert also, interessant. Viel mehr an Hintergrundinformationen ist \u00fcber <strong>Chacho<\/strong> nicht in Erfahrung zu bringen. Vorher hatten wir \u00fcberlegt, wie lange wir bleiben. Doch bereits nach dem ersten Song ist mir klar, dass ich nicht vor Konzertende den Kellerraum verlassen werde. Zu sch\u00f6n klingt die Gitarre und <strong>Chachos <\/strong>Stimme erinnert mich mitunter an den Gesang von <strong>Kim Gordon<\/strong> zu <em>Goo <\/em>Zeiten. Also zwei Gr\u00fcnde, nicht zu gehen. Eine knappe Dreiviertelstunde oder acht Songs lang stehen wir vor der improvisierten B\u00fchne und vergessen f\u00fcr den Moment die nasskalten Temperaturen, die jetzt gegen Abend langsam aus dem Flusstal hervorkriechen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: Chacho - Egg\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Okqshkvqbq8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df gar nicht, ob <strong>Chacho <\/strong>ein Album ver\u00f6ffentlicht hat oder wie grunds\u00e4tzlich ihr Songoutput aktuell ist. Ein Cover haben sie auch. \u201eTrue Killer\u201c von <strong>Sneaks<\/strong>, besser bekannt als <strong>Eva Moolchan<\/strong>, eine US-amerikanische Spoken-Word- und Post-Punk-Musikerin aus Washington, D. C.. Das wusste ich nicht, ich habe das gegoogelt. Aber das Cover ist gut ausgew\u00e4hlt und passt optimal zu den eigenen Songs. Post-Punk und Do-it-yourself ist so in etwa der Kosmos, in den ich <strong>Chachos <\/strong>Musik einordnen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong> <br>01: Stay <br>02: I ok <br>03: All i need <br>04: Not mine <br>05: Innocence <br>06: Egg <br>07: True Killer <br>08: Electricity<\/p>\n\n\n\n<p>Danach geht es in einem kurzen Fu\u00dfmarsch r\u00fcber ins Royal Baden. Das jetzige Kulturhaus mit Holzempore und Unisextoiletten war im fr\u00fcheren Leben ein Kinosaal. 1913 erbaut war es das \u00e4lteste Kino der Schweiz. Es wurde als eine Art Gegenreaktion auf das 1912 vom Stadtrat Baden erlassene Kinoverbot von der Pariserin <strong>Marie Antoine<\/strong> (\u00fcbrigens das artist-wlan Passwort des Royal) gegr\u00fcndet. Warum ich das kenne, ist eine andere Geschichte. Die hat etwas mit einem Merchkauf und einer neuen Bezahl-App des <strong>The cool Greenhouse<\/strong> Keyboarders zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich f\u00fcr Post-Punk interessiert, kommt aktuell an <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> nicht vorbei. Mir ist die Londoner Band erstmals 2020 oder 2021 aufgefallen, als ich beim Durchscrollen der Konzertank\u00fcndigungen der Muziekgieterij in Maastricht bei dem Namen <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> h\u00e4ngenblieb. Nat\u00fcrlich wurde seinerzeit das Konzert abgesagt, aber <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> standen seitdem dick unterstrichen auf meiner muss-ich-mal-live-sehen Bandliste. Leider ergab es sich nicht, dass sie in den Folgemonaten oder besser Jahren in der N\u00e4he spielten. Ich glaube gar, sie hatten gar keine Europatour mehr im Angebot, h\u00f6chstens einzelne Festivalgigs. Nun, in der N\u00e4he ist Baden jetzt auch nicht, aber irgendwie ist es die einzige M\u00f6glichkeit, <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> zu sehen. Dass dazu noch die lange nicht gesehenen <strong>Preoccupations <\/strong>aus Kanada den Abend komplettieren, machte den Ausflug m\u00f6glicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztere h\u00e4tten es fast nicht nach Europa und zu dieser Tour geschafft. S\u00e4nger und Bassist <strong>Matt Flegel <\/strong>hat sich kurz vor Tourbeginn die linke Hand so stark verletzt, dass sie gegipst oder zumindest stark getapet werden musste. An Bass spielen war damit nicht zu denken. Doch gut, wer einen Bass spielenden Bruder hat. <strong>Patrick Flegel<\/strong> &#8211; der \u00fcbrigens mit dem <strong>Preoccupations <\/strong>Schlagzeuger <strong>Mike Wallace<\/strong> und seinem Bruder in den 2000er Jahren gemeinsam in der Band <strong>Woman <\/strong>spielte &#8211; kennt gl\u00fccklicherweise alle Songs und konnte kurzfristig als Bassist einspringen und so die Europatour, die konsequent Termine in Deutschland ausl\u00e4sst, retten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC05496.jpg\" alt=\"The Cool Greenhouse. Baden, 04.02.2023\" class=\"wp-image-18095\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC05496.jpg 1200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/DSC05496-800x450.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr mich hie\u00df das, ich konnte ruhigen Gewissens nach Baden reisen und musste mir den Aufwand f\u00fcr nur ein Konzert nicht sch\u00f6nreden. \u2018The only Sprechgesang band that matters\u2018, schreibt der Musikblog Louder than war \u00fcber <strong>The Cool Greenhouse<\/strong>, und <strong>Henry Rollins<\/strong> erg\u00e4nzt \u2018The Cool Greenhouse, my new favourite post-everything existential music happening\u2019. Alternativlose und richtige Statements wie ich finde und ich behaupte, dass wir von <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> noch sehr viele tolle Songs h\u00f6ren werden und dass die Band im britischen post-everything eine bedeutende Rolle einnehmen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Band um S\u00e4nger <strong>Tom Greenhouse<\/strong> schafft es erst sp\u00e4t nach Baden. Der Merchstand steht erst 15 Minuten vor Konzertbeginn und wir hatten uns vorher schon gefragt, ob die BAnd \u00fcberhaupt auftreten wird. \u2018Traffic jams\u2019 werden als Entschuldigung vorgebracht, als sie etwas versp\u00e4tet die B\u00fchne betreten. Es blieb noch nicht einmal Zeit, das eigene Schlagzeug aufzubauen, der <strong>Preoccupation <\/strong>Instrumentenaufbau muss f\u00fcr die guten 40 Minuten Konzert herhalten. <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> stecken das gef\u00fchlt sehr routiniert weg, von Hektik, Eingew\u00f6hnung oder Stress durch die nervige und versp\u00e4tete Anreise ist auf der B\u00fchne keine Spur. <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> kommen sehr sympathisch r\u00fcber, so mein erster Eindruck, der sich im Laufe des Konzerts verfestigt. Zwei Alben hat die Band bisher ver\u00f6ffentlicht. Das aktuelle, <em>Sod\u2019s Toastie<\/em>, erst vor ein paar Wochen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2018Music to lose scratch-cards to\u2019, steht auf ihrer Bandcamp Seite. Ein interessantes Motto. Aber <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> sind auch eine interessante Band. Anders als all die anderen Post-Punk Empork\u00f6mmlinge verzichten sie auf ein Saxophon, stattdessen nimmt das Keyboard eine tragende Rolle in den Songs ein. In nahezu jedem Song ist es un\u00fcberh\u00f6rbar pr\u00e4sent. Oft im Intro oder in Soloparts, manchmal auch ein bisschen nervig Arcade-esk.&nbsp;Die entscheidende Komponente im <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> Sound&nbsp; ist der Sprechgesang von <strong>Tom Greenhouse. <\/strong>Der ist toll und verleiht der Band aktuell ein Alleinstellungsmerkmal. Klar, es gibt <strong>Dry cleaning<\/strong>, es gibt <strong>Protomartyr, <\/strong>und sicher noch ein paar mehr Bands mit Sprechgesang, aber im britischen Indiepop-Post-Punk ist das schon sehr einzigartig. <br>Die Texte sind mitunter sehr unterhaltsam und pointiert und auf der H\u00f6he der Zeit. Digitalisierung, Mieten, Endzeit, all das findet sich in den Texten wieder. Die Songs dazu hei\u00dfen \u201eEnd of the world\u201c, \u201eLandlords\u201c oder \u201eAlexa\u201c. <strong>Tom Greenhouse<\/strong> scheint ein schlaues Kerlchen, auch seine Ansagen und Anmerkungen sind pointiert und ironisch, oft aber erst auf den zweiten Blick. Es braucht einen kurzen Moment des Nachdenkens, bevor man schmunzeln kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur musikalisch Einordnung des <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> Sounds bem\u00fchen Blogs und Musikkenner die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen: <strong>The Fall<\/strong>, <strong>Talking Heads<\/strong>, <strong>Devo<\/strong>; <strong>Gang of Four<\/strong> Gitarren. Alles richtig, alles passt. Ich m\u00f6chte nur noch <strong>Trio <\/strong>erg\u00e4nzen. Nat\u00fcrlich wegen des Sprechgesangs. Und wer sich wie ich auch ab und an an <strong>Franz Ferdinand<\/strong> erinnert f\u00fchlt, liegt ebenso nicht falsch.  <strong>The Cool Greenhouse<\/strong> machen sehr vieles sehr richtig und werden definitiv der n\u00e4chste gro\u00dfe Hit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: The Cool Greenhouse - Cardboard man\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PWPUPg5DjS8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Preoccupations<\/strong> aus Kanada. Auch Post-everything, aber anders. Lauter, dunkler, drone-iger.&nbsp; Als die Band noch <strong>Viet Cong<\/strong> hie\u00df, habe ich sie lieben gelernt. Was mittlerweile auch schon um die 10 Jahre her ist. Das erste Album &#8211; ich glaube, es hei\u00dft <em>Viet Cong<\/em> &#8211; ist ein Evergreen. \u201eContinental shelf\u201c, \u201eNewspaper spoons\u201c oder \u201eBunker Buster\u201c sind auch heute noch sehr gut h\u00f6rbar. Es war l\u00e4rm und shoegaziger Post-Rock, den die Band damals spielte und ich fand das gro\u00dfartig. Die Tour nahm ich nat\u00fcrlich mit, in Utrecht spielten <strong>Viet Cong<\/strong> seinerzeit im Rahmen des Le Guess Who Festivals.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u2018Wir sind keine politische Band. Wir sind auch keine Idealisten im Sinne von Punk. Wir haben einfach nicht genug nachgedacht, als wir uns f\u00fcr diesen Namen entschieden. Pl\u00f6tzlich brach im Netz ein Shitstorm los. Und dann tauchten die ersten Demonstranten bei unseren Shows auf\u2018, sagt Matt Flegel. Flegel, S\u00e4nger und Songschreiber einer der popul\u00e4rsten Post-Punk-Bands aus Kanada, erinnert sich an eine Zeit, als sich seine Formation noch Viet Cong nannte. (Deutschlandfunk Interview)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Aus <strong>Viet Cong<\/strong> wurden <strong>Preoccupations<\/strong>, die Besetzung blieb dieselbe. 2015 erschien <em>Preoccupations<\/em>, das erste Album unter neuem Namen, das zweite Album der Band. Musikalisch war es dem ersten Album \u00e4hnlich, laut und gitarrig. Dazu gab es auch eine Tour, ich sah die Band in K\u00f6ln. Alben Nummer drei und vier kenne ich dagegen nicht. <em>New Material<\/em> erschien 2018, die aktuelle Scheibe <em>Arrangements <\/em>vor ein paar Wochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Leute sind nur wegen der Band hier. Das Royal ist nochmal etwas voller geworden. H\u00e4tte ich nicht gedacht, aber 300 Besucher sind es bestimmt. <br>Ihr Set ist zweigeteilt. Die ersten sieben Songs geh\u00f6ren komplett dem aktuellen Album, erst danach spielen sie alte Kamellen von <strong>Viet Cong<\/strong> und <strong>Preoccupations<\/strong>. \u201eContinetal shelf\u201c ist dann auch der erste Song, den ich kenne. Daher f\u00e4llt mir auch der musikalische Stilwechsel auf, den die <strong>Preoccupations <\/strong>scheinbar auf ihren letzten beiden Platten langsam umgesetzt haben. Die Band klingt jetzt tats\u00e4chlich etwas poppiger und weniger scharf. Ich h\u00f6re \u00f6fter mehr Synthesizer als Gitarren, Anleihen an den 1980er Jahre Synthie-Pop klingen mehr als einmal durch. In \u201eTearing up the grass\u201c erinnern mich <strong>Matt Flegels<\/strong> Gesang und die Gitarre gar an die <strong>Sisters of Mercy<\/strong> und &#8222;Temple of love\u201d. Es ist unfassbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst nach einer Stunde drehen sie die Uhr zur\u00fcck. <strong>Mike Wallace<\/strong> spielt wieder Schlagzeug wie das Monster aus der Muppet Show und die Gitarren werden lauter, der Sound ruppiger. Sechs Songs lang nehmen sie sich Zeit, Songs aus den ersten beiden zu spielen. Dabei sind die 10 Minuten \u201eMemory\u201c eigentlich das perfekte Finale. Doch sie legen noch \u201eMarch of progress\u201c nach. Wegen mir h\u00e4tten sie das nicht machen m\u00fcssen, ich bin mit allem vorher schon sehr zufrieden gewesen \u2013 \u201eContinental shelf\u201c, \u201eBunker Buster\u201c &#8211; und h\u00e4tte \u201eMemory\u201c auch als besseres Finale empfunden. Einfach weil es wuchtiger und endg\u00fcltiger klingt als das leicht ausfransende \u201eMarch of progress\u201c.&nbsp; Eine Zugabe steht nicht mehr an. Nach knapp 70 Minuten ist das Konzert vorbei. Der Saal leert sich rasch, eine Zigarette vor der T\u00fcr und die letzten Z\u00fcge nach Z\u00fcrich und Basel warten. Wir gehen um drei Ecken und sind im Hotel. Es war ein sch\u00f6ner erster Konzertabend in 2023.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: Preoccupations - Fix Bayonets!\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PqOYMD2o95g?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Fix Bayonets!<br>02: Ricochet<br>03: Death of melody<br>04: Slowly<br>05: Advisor<br>06: Recalibrate<br>07: Tearing up the grass<br>08: Continental Shelf<br>09: Silhouettes<br>10: Bunker Buster<br>11: Disarray<br>12: Memory<br>13: March of Progress<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/preoccupations-koeln-28-11-2016\/\">Preoccupations &#8211; K\u00f6ln, 28.11.2016 \/ MTC<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-20-11-2015\/\" data-type=\"post\" data-id=\"7347\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Viet Cong \u2013 Le Guess Who? \u2013 Utrecht, 20.11.2015<br>Viet Cong \u2013 Primavera Sound Festival Barcelona, 29.05.2015<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Ausflug nach Baden.<br \/>\nIrgendwann im Januar fiel mir die samst\u00e4gliche Konzertansetzung des One of a million Festivals im schweizerischen Baden genauer auf. 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