{"id":1796,"date":"2009-12-09T18:47:28","date_gmt":"2009-12-09T17:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1796"},"modified":"2024-07-02T21:20:25","modified_gmt":"2024-07-02T19:20:25","slug":"julian-plenti-koeln-08122009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/julian-plenti-koeln-08122009\/","title":{"rendered":"Julian Plenti &#8211; K\u00f6ln, 08.12.2009"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Kulturkirche, K\u00f6ln<br><strong>Vorband: <\/strong>&#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1100\" height=\"618\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/24_Julian-Plenti_08122009-1100x618.jpg\" alt=\"Julian Plenti 2009\" class=\"wp-image-20242\" title=\"Julian Plenti - K\u00f6ln, 11.10.2009\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/24_Julian-Plenti_08122009-1100x618.jpg 1100w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/24_Julian-Plenti_08122009-980x550.jpg 980w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/24_Julian-Plenti_08122009-550x309.jpg 550w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/24_Julian-Plenti_08122009-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/24_Julian-Plenti_08122009.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Es war ein klischeefreier Abend gestern in der Kulturkirche. <strong>Julian Plenti<\/strong> aka <strong>Paul Banks<\/strong>, auch bekannt als Frontmann der Band <strong>Interpol<\/strong>, spielte Songs seines Solodeb\u00fcts <em>Julian Plenti&#8230;is skyscrape<\/em>r.<br>Wer die M\u00f6glichkeit hatte, <strong>Interpol <\/strong>schon mal live zu erleben, wei\u00df um den Live- Coolnessfaktor der Band. Kaltes, r\u00fcckseitiges B\u00fchnenlicht, das den Fan mehr blendet als die B\u00fchne ausleuchtet und vier in schwarzem Zwirn gekleidete Musiker, die scheinbar emotionslos ihr Set runterspielen. Aber genau sieht man das ja nicht. <strong>Interpol<\/strong>, eine der fantastischsten, wichtigsten und newyork-esken Bands der ersten 00er Jahre des Jahrtausends.<br>So passt es, dass alle Musiker mit Models befreundet sind. Paul Banks hat nat\u00fcrlich noch einen draufgesetzt. Nicht irgendein Model, nein, wenn schon ein Model zur Freundin, dann die sch\u00f6ne <strong>Helena Christensen<\/strong>. Der S\u00e4nger ist halt per Definition der coolste in der Band.<br>Im Sommer hat <strong>Paul Banks<\/strong> \/ <strong>Julian Plenti<\/strong> in sein Deb\u00fct ver\u00f6ffentlich. &#8218;Mit ganz viel <strong>Interpol <\/strong>drin&#8216; stand in einer Rezension \u00fcber das Album. Das stimmt, Songs wie \u201eOnly if you run\u201c oder \u201eGames for days\u201c erinnern stark an seine Hauptband, aber es gibt auch die anderen St\u00fccke, die sich vom <strong>Interpol<\/strong>sound l\u00f6sen.<br>Und nun kam er f\u00fcr zwei Konzerte nach Deutschland. F\u00fcr uns war klar, da gehen wir hin. Auch wenn die Karte 30 Euro kostet, was uns viel f\u00fcr maximal 45 Minuten Konzert vorkam. Aber egal, Qualit\u00e4t, nicht Quantit\u00e4t ist das Ma\u00df der Dinge. Und sind Konzerte unter einer Stunde nicht eh&#8216; die besten? Aber wieso nur 45 Minuten? Was soll die Theorie?<br>Nun, ich konnte mir nicht vorstellen, dass <strong>Paul Banks<\/strong> es l\u00e4nger tun wird. Cover wird er nicht spielen, Interpol Songs schon gar \u00fcberhaupt nicht. Bleibt das eigene Material und das f\u00fcllt eine dreiviertel Stunde. So in einem Satz die Vorstellungen vor diesem Konzert von diesem Konzert.<br>So kam kurz die Idee auf, nach dem Konzert noch im Geb\u00e4ude 9 vorbeizuschauen, wo <strong>Mark Lanegan<\/strong> mit den <strong>Soul Savers<\/strong> ein Konzert spielen sollte. Vom Zeitansatz her schien es m\u00f6glich, <strong>Paul Banks<\/strong> ist um viertel vor zehn durch, und <strong>Mark Lanegan <\/strong>startet nicht vor zehn. &#8218;Das macht sein Biorhythmus gar nicht mit&#8216;, war ein schl\u00fcssiges Argument.<br>Aber wie so oft auch hier: Fiktion und Wirklichkeit gehen nicht immer \u00fcberein. Die Theorie war nicht nur grau, sie war falsch!<br><strong>Julian Plenti<\/strong> und Band, zusammengesetzt aus Musikern, die ihn auch bei den Plattenaufnahmen unterst\u00fctzt haben, spielten eine gute Stunde und sie spielten dreieinhalb Coverversionen. Ein tolles (\u201eInto the white\u201c), ein bl\u00f6des (\u201eA horse with no name\u201c) und ein instrumentales (den Opener \u201eMythsizer\u201c). Und ein halbes.<br>Die Kulturkirche war nicht sonderlich voll. Das \u00fcberraschte mich und es \u00fcberraschte mich auch nicht. Denn neben <strong>Mark Lanegan<\/strong> und den <strong>Soul Savers <\/strong>im Geb\u00e4ude 9 gastierten im ausverkauften Palladium<strong> Dave Grohl<\/strong>, <strong>Josh Homme<\/strong> und <strong>John Paul Jones <\/strong>mit ihrem neuen Bandprojekt <strong>Them crooked vultures<\/strong>. Das waren ebenb\u00fcrtige Veranstaltungen und f\u00fcr K\u00f6ln eine nicht allt\u00e4gliche Eventh\u00e4ufung.<br>Das wir uns fr\u00fchzeitig f\u00fcr die Kulturkirche entscheiden haben, sollte sich aber nicht als \u00c4rgernis herausstellen. Logisch, ich wei\u00df nat\u00fcrlich nicht wie toll <strong>Josh Homme<\/strong> im Palladium gesungen hat oder wie d\u00fcster es im Geb\u00e4ude 9 war, aber <strong>Julian Plenti <\/strong>hat mir gefallen und ich fand es einen gelungenen Abend. Viel besser konnten die anderen Konzerte nicht sein!<br><strong>Paul Banks<\/strong> kam mit einer schwarzen Gibson Les Paul. Das Instrument stand ihm gut und spiegelte treffend die Gegebenheiten des Abends wieder. N\u00fcchterne, schlichte Eleganz in entspanntem Ambiente. Ein gutes Thema f\u00fcr die Vorweihnachtszeit und eine nahezu perfekte Voraussetzung f\u00fcr einen erholsamen Konzertabend. Ja, es war ein sehr sehenswertes Konzert.<br>Dass <strong>Paul Banks<\/strong> auch als <strong>Julian Plenti <\/strong>funktioniert, liegt an seiner ausgepr\u00e4gten B\u00fchnenpr\u00e4senz. Er hat diese besondere Art, auch ohne viel Drumherum (wenn ich das auf <strong>Interpol<\/strong>auftritte beziehen darf) Interessantheit auszustrahlen. Im Bandrahmen unter gleichberechtigten kommt dies nicht so r\u00fcber, aber als mehr oder weniger Alleinverantwortlicher <strong>Julian Plenti<\/strong> ist diese Eigenschaft nicht nur hilfreich sondern eben auch deutlich sp\u00fcrbar. Das h\u00e4tte ich so nicht unbedingt erwartet, und so war nach kurzer Zeit klar, dass der Abend sich lohnen wird, egal wie lange er dauern m\u00f6ge.<br>Die Atmosph\u00e4re war kuschelig, die Band machte ihren Job und es bildete sich diese wohltuende, ruhige, vorweihnachtlichpassende Stimmung. <strong>Julian Plenti<\/strong> spielte wohldosiert. Nicht zu laut, nicht zu hektisch, nicht zu gesternreich. Ebenso wie seine Musiker am Schlagzeug, Bass (<strong>Dmitry Ishenko<\/strong>) und Cello (<strong>Yoed Nir<\/strong>). Einzig der Gitarrist im Achselshirt tanzte (!!!) aus der Reihe. Er machte den Unterschied, weil er sein Gitarrenspiel sehr theatralisch untermalte und enormen Bewegungsdrang versp\u00fcrte. Neben mir murmelte jemand etwas von &#8218;heavy-metal Gitarrist&#8216;. Im Vergleich zu den anderen vier passend.<br>Die Band schien generell guter Dinge. Als der Schlagzeuger irgendwann zu seinem Getr\u00e4nk griff, grinsten alle. Hatten sie ihm was reingemixt? Trinkt er sonst nie? Diese Fragen werden nie beantwortet werden. Sie sagten mir aber, hier spielt ein sich verstehendes Kollektiv mit spass an der Sache.<br>Als achten Song spielten sie \u201eOnly if you run\u201c, eines meiner Lieblingslieder der letzten Monate und ich war mir sicher, dass dies das Ende des regul\u00e4ren Sets sein w\u00fcrde. Doch weit gefehlt, es folgten noch zwei Songs, bis ich mir bei \u201eSkyscraper\u201c erneut sicher war, das es das jetzt aber war. Jedoch wieder falsch gedacht, so schnell wollten sie scheinbar nicht die B\u00fchne r\u00e4umen.<br>Erst \u201eGoodbye Toronto\u201c beschloss nach guten 45 Minuten das Set. Den Song starteten sie mit einem zehn Sekunden Anspielcover von <strong>Sammy Cahns<\/strong> \u201eLet it snow\u201c (das halbe Cover). Und wurde im Mittelteil nicht auch ein <strong>Interpol <\/strong>Songschnipsel eingebaut? Ich mag mich auch irren&#8230;.<br>Als Zugabe dann noch drei Songs, darunter das uns\u00e4gliche Cover \u201eA horse with no name&#8220; (ich mag schon das hippiesk klingende Original nicht) und das tolle \u201eGames for days\u201c, welches den Abend ausl\u00e4utete.<br>Mittlerweile war es halb elf. <strong>Mark Lanegan<\/strong> spielte ohne uns im Geb\u00e4ude 9.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2007\/11\/interpol-koln-19112007\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br>Interpol &#8211; K\u00f6ln, 19.11.2007<\/a><br><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2007\/06\/pearl-jam-duesseldorf-22062007\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pearl Jam &#8211; D\u00fcsseldorf, 22.06.2007<\/a><br><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/2007\/05\/interpol-koln-11052007\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interpol &#8211; K\u00f6ln, 11.05.2007<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein klischeefreier Abend gestern in der Kulturkirche. 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