{"id":17499,"date":"2022-09-15T19:03:10","date_gmt":"2022-09-15T17:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=17499"},"modified":"2026-03-05T20:38:00","modified_gmt":"2026-03-05T19:38:00","slug":"the-divine-comedy-london-03-04-09-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-divine-comedy-london-03-04-09-2022\/","title":{"rendered":"The Divine Comedy &#8211; London, 03.\/04.09.2022"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Barbican Hall, London<br><strong>Vorband:<\/strong> &#8211; <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/DSC04181.jpg\" alt=\"The Divine Comedy - London, 03.\/04.09.2022\" class=\"wp-image-17501\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/DSC04181.jpg 1200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/DSC04181-800x450.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>2 plus 2 ergibt 4. Einfache Mathematik, die unseren Kurzausflug auf die britische Insel, und hier genauer nach London, logisch zusammenfasst. \u00c4h, geht\u2019s auch etwas genauer? Worum geht\u2019s eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um die Band <strong>The Divine Comedy<\/strong> und ihre f\u00fcnft\u00e4gige Geburtstagssause in der Barbican Hall. Anl\u00e4sslich des 30-j\u00e4hrigen Bandjubil\u00e4um hat sich <strong>Neil Hannon<\/strong> &#8211; einziges dauerhaftes <strong>The Divine Comedy<\/strong> Mitglied &#8211; \u00fcberlegt, man k\u00f6nne doch alle bisherigen Alben live auff\u00fchren. Pro Abend zwei. Macht bei 10 Alben f\u00fcnf Abende. Kenner werden jetzt einwerfen, Moment mal, <strong>The Divine Comedy<\/strong> haben doch 12 Alben ver\u00f6ffentlicht. Stimmt. Das Deb\u00fct <em>Fanfare for the comic muse<\/em> sowie <em>Office politics<\/em> finden keine Ber\u00fccksichtigung. <em>Office politics<\/em> spielen sie nicht, weil es zum Zeitpunkt der Planungen zu dieser Konzertreihe, und das war bereits 2018, noch nicht existent war. Ganz einfach. Urspr\u00fcnglich wollten <strong>The Divine Comedy<\/strong> 2020 die Konzertreihe spielen, also dem Jahr des tats\u00e4chlichen 30j\u00e4hrigen Bandjubil\u00e4ums. Aus den bekannten Gr\u00fcnden ging das dann nicht, und so findet die Konzertreihe erst jetzt statt. Aber dieses Jahr sind ja alle Konzerte zu sp\u00e4t dran. Warum <em>Fanfare for the comic muse <\/em>nicht auf dem Programm steht, vermag ich nicht zu sagen. Immerhin ist das Album Teil der 23-CD Box <em>Venus, Folly, Cupid &amp; Time &#8211; Thirty Years of the Divine Comedy<\/em> und wurde 2020 hierf\u00fcr erstmals wiederver\u00f6ffentlicht. Sicherlich wurde das am ersten Abend erl\u00e4utert, aber da war ich nicht da.<\/p>\n\n\n\n<p>1989 gr\u00fcndete <strong>Neil Hannon<\/strong> <strong>The Divine Comedy<\/strong>. 1990 entstand das erste Album, den gr\u00f6\u00dften kommerziellen Reibach machten sie Mitte\/Ende der 1990er Jahre zwischen den Ver\u00f6ffentlichungen <em>Casanova<\/em> (1996), hier vor allem durch die Single \u201eSomething for the weekend\u201c, und <em>Fin De Si\u00e8cle<\/em> 1998, Stichwort: \u201eNational Express\u201c. 2002 entlie\u00df <strong>Neil Hannon<\/strong> alle Musiker und ist seitdem das einzige Dauermitglied von <strong>The Divine Comedy<\/strong>. Bis 2020 folgten sechs weitere Alben und ein paar wirklich sehr sch\u00f6ne Songs, darunter das von mir hoch gesch\u00e4tzte \u201eAt the Indie Disco\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Venus, Folly, Cupid &amp; Time &#8211; Thirty Years of the Divine Comedy,<\/em> so lautet in Anlehnung an das Box Set der Untertitel der Veranstaltungsreihe. 30 Jahre <strong>The Divine Comedy<\/strong>, zusammengefasst in 10 Albenshows. Die Reihe begann am Mittwoch mit dem Doppel <em>Liberation<\/em> \/ <em>Promenade<\/em>, gefolgt von <em>Casanova<\/em> und <em>A short album about love<\/em> am Donnerstag, <em>Fin de Si\u00e8cle <\/em>\/ <em>Regeneration<\/em> am Freitag und endete am Wochenende mit den beiden Abenden, die wir besuchten: <em>Absent friends <\/em>\/ <em>Victory for the comic muse<\/em> am Samstag und <em>Bang goes the Knighthood <\/em>\/ <em>Foreverland<\/em> am Sonntag. 10 Alben, irgendwas um die 183 Songs. Reicht dann auch, wie <strong>Neil Hannon<\/strong> irgendwann in einer Ansage feststellt. Aber was f\u00fcr ein tolles Fanhappening! W\u00e4re ich ein gr\u00f6\u00dferer <strong>The Divine Comedy<\/strong> Fan und h\u00e4tte ich die finanziellen Mittel, ich w\u00e4re an jedem Abend zur Stelle. So aber reichen mir zwei Abende.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ort, an dem das Alles stattfindet, ist das Barbican, ein vor gut 50 Jahren erbauter Geb\u00e4udekomplex im Barbican Quartier. Das Barbican Centre, das Teil des Barbican Geb\u00e4udekomplexes ist, ist seit 1982 in Betrieb und das gr\u00f6\u00dfte Kultur- und Konferenzzentrum von London. Sagt Wikipedia. Es umfasst die Barbican Hall (Konzerthalle mit 1949 Sitzpl\u00e4tzen), das Barbican Theatre (Theater mit 1166 Sitzpl\u00e4tzen), das Pit Theatre (Theater mit 200 Sitzpl\u00e4tzen), die Barbican Art Gallery, drei Kinos und sieben Konferenzs\u00e4le. <br>Daneben ist das Barbican ein Augenschmaus f\u00fcr jeden Architekturfan. Au\u00dfen Brutalismus in Waschbeton pur, innen sch\u00f6nste Designelemente der 1970er und 1980er Jahre: Schriftstil Broadway, grell orange Leuchtschilder, geschwungene Plastikelemente. Kurz gesagt, es ist sch\u00f6n dort. Das bedeutet, dass auch die Barbican Hall sch\u00f6n ist. Wir sitzen an den beiden Abend auf unterschiedlichen Sitzpl\u00e4tzen, &#8211; einmal im Oberrang, einmal im Mittelrang -, das Seherlebnis jedoch ist an beiden Tagen gleich: bequeme Sitze, genug Beinfreiheit und freie Sicht auf die B\u00fchne. besser geht es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie laufen die Abende nun ab: <br>Eigentlich nach immer dem gleichen Muster. erster Gong um 19.15 Uhr, um 19.30 Uhr betreten erst die Streicher die B\u00fchne, anschlie\u00dfend kommen zu John Barrys James Bond Theme \u201cSpace March&#8220; die Band und zuletzt <strong>Neil Hannon<\/strong> auf die B\u00fchne. Dieser platziert dann sein IPad auf dem Notenst\u00e4nder und begr\u00fc\u00dft den Saal.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u2018Hello fourth night audience\u2019, \u2018hello first-timer\u2019. <br>\u2018Hello five night audience\u2019, \u2018hello first-timer\u2019.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend erkl\u00e4rt <strong>Mr Divine Comedy<\/strong> den Ablauf der Veranstaltung. Man werde jetzt das erste Album des Abends spielen, anschlie\u00dfend, nach einer kurzen Pause, das zweite Album. Und das w\u00e4re es dann. Keine Geschichten, keine Gimmicks, just the songs. So das Motto. Fragen? Keine. Dann los. <br>So ist das an unseren Abenden, so war es sicherlich auch an den Abenden davor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Setlisten ergeben sich aus den beiden Alben, logisch. In unserem Fall Songs der Alben <em>Absent friends<\/em>, <em>Victory for the comic muse<\/em>, <em>Bang goes the Knighthood<\/em> und <em>Foreverland<\/em>. Gespielt werden die Songs in der Reihenfolge, wie sie auf dem entsprechenden Album ver\u00f6ffentlicht wurden. Spannend bleiben nur die Zugabenbl\u00f6cke. \u201eMy lovely horse\u201c, \u201eGeneration Sex\u201c sowie \u201eTonight we fly\u201c am letzten Abend und am Samstag \u201eGin soaked boy\u201c und \u201eTonight we fly\u201c, der damit der meistgeh\u00f6rte Song des Wochenendes wurde. Auch, weil er am Samstagabend in einer Saalabstimmung vor \u201eNational Express\u201c gewinnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um kurz nach 22 Uhr ist an den Abenden Schluss. Das verraten mir schon zuvor die Anzeigen \u00fcber den Ticketschaltern. \u2018Dauer 2 Stunden 15 Minuten\u2019 steht dort geschrieben. Ich vermute, seit Mittwochabend unver\u00e4ndert. Also alles sehr planbar. Nachdem wir am ersten Abend unsere etwas zu fr\u00fche Ankunft nutzen, um den Barbican Souvenirshop von allerlei Brutalismus Krimskrams zu befreien (Radiergummi, Tasche, Tasse, das \u00fcbliche halt), sind wir am Sonntag punktgenau vor Ort. Der Plan, sp\u00e4ter etwas Bandmerch abzugreifen, schl\u00e4gt allerdings fehl: T-Shirts und ein paar andere Sachen sind mittlerweile ausverkauft. <br>Musikalisch ist es top. Der Sound ist in der Barbican Hall glasklar und die Instrumentation dem Event angemessen. Soweit ich das sehe stehen hinter und neben <strong>Neil Hannon<\/strong> insgesamt 11 Musiker*innen auf der B\u00fchne. Ich z\u00e4hle zwei Violinisten (<strong>Lucy Wilkins<\/strong> und <strong>Calina de la Mare<\/strong>) sowie drei Blasmusiker*innen (<strong>Chris Worsey<\/strong>, <strong>Sarah Field<\/strong>, <strong>Christian Forshaw<\/strong>) die die Band <strong>The Divine Comedy<\/strong> erg\u00e4nzen. Die besteht neben <strong>Neil Hannon<\/strong> aktuell aus <strong>Tosh Flood<\/strong>, <strong>Simon Little<\/strong>, <strong>Andrew Skeet<\/strong>, <strong>Ian Watson, John Evans<\/strong> und <strong>Tim Weller<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch an Tag vier und f\u00fcnf ist das Publikum noch euphorisch und der Applaus gro\u00df. Abnutzungserscheinungen sind bei den All-Timers scheinbar nicht vorhanden. First-timers sind an beiden Tagen eindeutig in der Minderheit. Das hier ist ein Fanevent, und als Fan bist du alle Tage da. Ein Saal mit Bestuhlung ist f\u00fcr den Kammerpop die bestm\u00f6gliche Wahl. Zwar stehen wir manchmal auf und tanzen, aber insgesamt spielt sich der Ausdruck \u00fcber die Freude und Begeisterung im Kopf und im Herzen ab. Introvertiert ist sie, so wie die Musik. <br><strong>Neil Hannon<\/strong> ist an beiden Abenden der Entertainer, den die Abende sich w\u00fcnschen: hier und da eine Anekdote \u00fcber alte Songs, flapsig, lustig, ironisch, lakonisch. Wie weiland Hans Joachim Kulenkampff f\u00fchrt er souver\u00e4n und stilsicher durch das Programm. Ein Conf\u00e9rencier der alten Schule. Er ermahnt die Leute, die zu fr\u00fch in die Pause verschwinden (\u2019wenn ihr drau\u00dfen seit \u00e4ndern wir unsere Setlist und spielen \u201cThe National Express\u201d), flirtet mit dem Publikum (\u2018sagt bitte nicht andauernd, das ihr mich liebt, sagt es jetzt alle einmal und dann reicht es f\u00fcr den Abend.\u2019) und f\u00fchrt seine Musikerkollegen wie ein Bigbandleader.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht merkt man es, auch f\u00fcr mich als nur <strong>The Divine Comedy<\/strong> Sympathisant waren es zwei sch\u00f6ne und unterhaltsame Abende. Nat\u00fcrlich kannte ich nicht jeden Song bis auf die letzte Textzeile, aber das war an diesen Abenden auch nicht super wichtig und notwendig. Wichtig war es, die Atmosph\u00e4re mitzunehmen, sich einzulassen auf das Gesamtevent <em>Venus, Folly, Cupid &amp; Time &#8211; Thirty Years of the Divine Comedy<\/em> und einfach still und leise vier Alben \u00fcber die \u2018die kennt jeder Songs\u2019 hinaus zu entdecken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: The Divine Comedy \u2013 Absent Friends\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/OgS8XQcS-xs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Slip on your Barbour jacket,\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a data-type=\"post\" data-id=\"16790\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-divine-comedy-luxemburg-26-03-2022\/\">The Divine Comedy &#8211; Luxemburg, 26.03.2022<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2 plus 2 ergibt 4. 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