{"id":1746,"date":"2009-11-17T16:29:01","date_gmt":"2009-11-17T15:29:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1746"},"modified":"2017-02-26T17:16:05","modified_gmt":"2017-02-26T16:16:05","slug":"muse-koln-16112009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/muse-koln-16112009\/","title":{"rendered":"Muse &#8211; K\u00f6ln, 16.11.2009"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"muse - K\u00f6ln, 16.11.2009\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2569\/4111779503_435ed0611d.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"323\" \/><\/p>\n<p>Meine Lieblings1Live Moderatorin Anja Backhaus vermutete bereits am Montag Nachmittag via Radio, dass es am Abend in der K\u00f6lnarena richtig, richtig gut werden wird. Nun, ich wei\u00df nicht, ob sie \u00fcberhaupt vor Ort war, ich war es sehr wohl und kann bzw. muss zugeben, dass ich sehr angetan vom Muse\u2019schen B\u00fchnenspektakel war.<br \/>\nAllerdings, schlechte Songs haben sie ja schon geschrieben, die drei aus Teignmouth. Aber eben auch ein paar gute, um nicht zu sagen sehr gute.<br \/>\nFast h\u00e4tte ich den Abend verdengelt. Die Tage \u00fcber plagte mich ein k\u00f6rperliches Unwohlsein, und bis kurz vor Montag Abend war nicht klar, ob ich \u00fcberhaupt in die K\u00f6lnarena, die jetzt Lanxess Arena genannt wird, fahren kann.<br \/>\nMeine Neugierde war allerdings riesig, so dass ich mich zu folgendem Kompromiss hinriss: Sp\u00e4t losfahren, eine Punktlandung hinlegen und zeitig wieder zur\u00fcck. Biffy Clyro, die den Abend er\u00f6ffnen sollten, mussten so dran glauben. Was mir nicht besonders schwer fiel, denn viel abgewinnen kann ich ihnen nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.<br \/>\nIch rechnete mit Muse nicht vor 21 Uhr. Als ich dann gegen zehn vor neun nach ewiger Parkplatzsuche in der gr\u00f6\u00dften K\u00f6lner Veranstaltungshalle ankam, war ich schon \u00fcberrascht zu erfahren, dass Muse bereits spielen. Was war das f\u00fcr ein merkw\u00fcrdiger Zeitplan, wie lange durften da Biffy Clyro spielen. Sp\u00e4ter habe ich erfahren, dass die Bifis bereits um zwanzig vor acht auf der B\u00fchne standen und um kurz nach acht dieselbe wieder verlie\u00dfen. Nach knappen 40 Minuten Umbau starteten Muse dann bereits gegen zwanzig vor neun.<\/p>\n<p>Als ich den Innenraum betrat, liefen die letzten T\u00f6ne von \u201eResistance\u201c, dem Titeltrack des aktuellen Albums \u201eThe Resistance\u201c. Da ich die letzten Setlists der Konzerte in London, Birmingham und Kopenhagen studiert hatte, wusste ich, ich hatte nicht viel verpasst. Wie viele gro\u00dfe Bands wechseln auch Muse ihre Setlist nicht wild durch. F\u00fcr die Resistance Tour gibt es eine quasi einheitliche Songliste, die einzige Variation taucht im Mittelteil auf und kann sehr gut auf setlist.fm nachvollzogen werden.<br \/>\nIch hatte also die Single \u201eUprising\u201c verpasst. Gut, das ist verkraftbar.<br \/>\nDie Band war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf der B\u00fchne angekommen. Sie schwebte noch \u00fcber ihr. Drei riesige S\u00e4ulen lie\u00dfen Matt Bellamy, Bassist Chris Wolstenholme und Schlagzeuger Dominic Howard 5 Meter \u00fcber dem Boden verweilen. \u00dcber den S\u00e4ulen waren drei riesige Kl\u00f6tze montiert. Das B\u00fchnenbild erweckt den Anschein von drei freistehenden Hochh\u00e4usern, dessen W\u00e4nde als riesige Projektionsfl\u00e4chen dienten. Und Muse stehen in den offenen 13. Etagen und blicken auf ihr Konzertvolk.<br \/>\nDas hatte was von den Star Wars Episoden eins bis drei. Willkommen im futuristischen Muse Theater!<br \/>\nF\u00fcr einen Moment dachte ich, sie w\u00fcrden das gesamte Konzert dort oben spielen, dann entdeckte ich aber die Mikrofonst\u00e4nder auf der B\u00fchne und auf den seitlichen B\u00fchnenpodesten. Da war klar, sie werden es nicht tun, sie werden zur Erde herunterschweben.<br \/>\nZu \u201eMap of the Problematique\u201c senkten S\u00e4ulen sich und \u00fcbergaben Muse wohlbehalten dem B\u00fchnenboden. Nun zuckten gr\u00fcne Laserblitze durch die Arena, nicht weich und umh\u00fcllend wie bei Coldplay, sondern zackig und aggressiv und auf den Kl\u00f6tzen gab es allerlei Videokrams.<br \/>\nHektisch und verwirbelt wie die Lichtshow, starten Muse in den ersten H\u00f6hepunkt des Abends. \u201eNew born\u201c fegte durch die Halle.<br \/>\nIch hatte es fast vergessen, Muse sind Rock und Indiemetal. Wild und nach vorne. Muse sind aber auch drei exzellente Musiker, die ihr Handwerk optimal beherrschen. Das merkt man live sofort. Jedes T\u00f6nchen sitzt, die Spielart ist \u00fcberaus pr\u00e4zise. Unterst\u00fctzt wurden sie gestern durch einen weiteren Keyboarder, der allerdings sehr diskret im Hintergrund blieb und auch nicht mit auf\u2019s Hochhaus durfte.<br \/>\nDie Briten sind jetzt warm, das Publikum mittlerweile v\u00f6llig aus dem H\u00e4uschen. Die Stimmung ist gut, die, bis auf wenige freie Pl\u00e4tze in den Oberr\u00e4ngen gut gef\u00fcllte Arena tobt. Es ist ein tolles Rockkonzert. Ich hatte mein Ticket fr\u00fchzeitig geordert, ein Muse Konzert vom Rang aus anschauen zu m\u00fcssen, das wollte ich unbedingt vermeiden. Und jetzt zeigt sich, dass es die richtige Entscheidung war. Mag es auf den R\u00e4ngen auch noch so frenetisch sein, die ganze Stimmung kann man nur im Innenraum aufsaugen und auf sich wirken lassen. Und der Muse- Sog war stark.<br \/>\nZu \u201eUnited States Of Eurasia\u201c setzten sich die S\u00e4ulen wieder in Bewegung. Matts Klavier, das in den Anfangsjahren Mittelpunkt und Hauptinstrument des S\u00e4ngers war, fuhr f\u00fcr zwei Songs mit in die 13. Etage. \u201cFeeling Good\u201c, mit Megaphoneinlage, beschallte uns aus luftiger H\u00f6he. Es war der zweite H\u00f6hepunkt des Abends.<br \/>\nDazwischen entdecke ich aber auch eine ganze Menge schlechter Songs. In denen schmatzt es f\u00f6rmlich vor Pathos, er klebt ekelig an jeder Gitarrensaite. Hatten Muse auf ihren ersten Alben noch den gegl\u00fcckten Spagat zwischen Rock und charmantem Pathosappeal mit den L\u00f6ffeln gefressen, so kommt diese Gleichung immer mehr aus dem Gleichgewicht. Alles musste bombastischer werden: die Songs kleine Symphonien, die Gitarrensoli beinahe unertr\u00e4glich virtuos, die Soundarchitekturen mehr und mehr \u00fcberladen. So wurden mir die letzten Alben zuviel des Glam, zuviel des pomp\u00f6sen und pr\u00e4chtigen. Das funktioniert in meinem Wohnzimmer nicht. Die Konsequenz daraus ist die, dass ich Muse lange nicht mehr so intensiv h\u00f6re, wie ich es zu \u201eOrigin of symmetry\u201c und \u201cShowbiz\u201c Zeiten getan hatte.<\/p>\n<p>Live ist das nat\u00fcrlich anders. Hier hat jedes Gitarrensoli seinen angestammten Platz, hier entfaltet der Metalbass zu Rauchkanonen und Laserlicht seine wahre Gr\u00f6\u00dfe. Und wenn DNA Str\u00e4nge und K\u00f6rperscans \u00fcber die Leinw\u00e4nde rauschen, dann ist \u201eResistance\u201c der optimale Soundtrack. Der Sound ist glasklar. Es ist ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus dem Konzert zuzuschauen. Langeweile kommt hier nicht auf. F\u00fcr gute Liveshows waren Muse schon immer bekannt, bereits im E-Werk, Palladium und in der Philipshalle konnten sie mich \u00fcberzeugen, und auch gestern war es unglaublich.<br \/>\nEs war toll, es war perfekt. (Der Tour ist \u00fcbrigens ein <a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Resistance_Tour \" target=\"_blank\">Wikipediaeintrag<\/a> und ein <span style=\"text-decoration: line-through;\"><a title=\"Facebook\" href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/Dublin\/The-Resistance-Tour\/112611301772\" target=\"_blank\">Facebookprofil<\/a><\/span> gewidmet). Muse sind ohne Frage ein feines Liveerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.<br \/>\nMit \u201eStarlight\u201c wurde im letzten Konzertdrittel der grandioseste Dreier des Abends eingeleitet. \u201ePlugin Baby\u201c und \u201eTime is running out\u201c folgten, bevor das schw\u00e4chere \u201eUnnatural Selection\u201c das regul\u00e4re Sets nach 80 Minuten beendete. Wohl dem, der auf ein solches Repertoire zur\u00fcckgreifen kann.<br \/>\nUnd wei\u00dfe Luftballons mit Konfetti vom Hallendach gab es auch!<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Uprising<br \/>\n02: Resistance<br \/>\n03: New born<br \/>\n04: Map of the Problematique<br \/>\n05: Supermassive Black Hole<br \/>\n06: MK Ultra<br \/>\n07: Interlude<br \/>\n08: Hysteria<br \/>\n09: Nishe<br \/>\n10: United States Of Eurasia<br \/>\n11: Feeling Good<br \/>\n12: Helsinki Jam<br \/>\n13: Undisclosed Desires<br \/>\n14: Starlight<br \/>\n15: Plug in Baby<br \/>\n16: Time is running out<br \/>\n17: Unnatural Selection<br \/>\nZugabe:<br \/>\n18: Exogenesis: Symphony, Part 1: Overture<br \/>\n19: Stockholm Syndrome<br \/>\n20: The man with the Harmonica<br \/>\n21: Knights of Cydonia<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><br \/>\nFotos: <a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pretty-paracetamol\/sets\/72157622823019742\/\" target=\"_blank\">frank@flickr<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/muse-dusseldorf\/\" target=\"_blank\"><br \/>\nMuse &#8211; D\u00fcsseldorf, 13.12.2006 \/ Philipshalle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieblings1Live Moderatorin Anja Backhaus vermutete bereits am Montag Nachmittag via Radio, dass es am Abend in der K\u00f6lnarena richtig, richtig gut werden wird. 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