{"id":17313,"date":"2022-07-04T20:25:01","date_gmt":"2022-07-04T18:25:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=17313"},"modified":"2022-07-05T07:08:33","modified_gmt":"2022-07-05T05:08:33","slug":"rolling-blackouts-coastal-fever-bruessel-21-06-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/rolling-blackouts-coastal-fever-bruessel-21-06-2022\/","title":{"rendered":"Rolling Blackouts Coastal Fever &#8211; Br\u00fcssel, 21.06.2022"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Botanique, Br\u00fcssel<br><strong>Vorband:<\/strong> Stella Donnelly<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/DSC03628.jpg\" alt=\"Rolling Blackouts Coastal Fever - Br\u00fcssel, 21.08.2022\" class=\"wp-image-17317\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens seit <strong>Smudge<\/strong> wissen alle, dass australischer Indiepoprock enorm unterhaltsam ist. <strong>Garageland <\/strong>setzten in den 1990er Jahren f\u00fcr mich ein weiteres Ausrufezeichen und unterstrichen die Bedeutung, die Ozeanien in meiner Musikwelt einnahm. Und einnimmt. Sp\u00e4ter kam noch das gef\u00fchlte one hit wonder (was es aber nicht ist) <strong>An horse<\/strong> dazu. Ihren Hit \u201eCamp out\u201c  kennt wohl jeder. Noch sp\u00e4ter dann <strong>Ben Lee<\/strong> und <strong>Courtney Barnett<\/strong>.<strong>&nbsp;<\/strong><br>Und jetzt das: <strong>Stella Donnelly<\/strong> und <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> spielen an einem Abend zusammen, bzw. nacheinander in der Botanique in Br\u00fcssel. Wie kann ich mir dieses australische Paket entgehen lassen? Richtig, gar nicht. <strong>Stella Donnelly<\/strong> und <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever <\/strong>sind meine hei\u00dfesten Indiepoprock Entdeckungen der letzten drei, vier Jahre. Ihre Platten sind Spitzenklasse, musikalisch absolut auf der H\u00f6he der Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stella Donnelly<\/strong> ver\u00f6ffentlichte 2019 mit <em>Beware of the dog<\/em> ein fulminantes Deb\u00fctalbum und eines meiner Lieblingsalben des Jahres 2019. Die <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> lernte ich eher zuf\u00e4llig 2018 auf dem BIME Festival in Bilbao kennen, und direkt lieben. \u201eThe french press\u201c und die gleichnamige EP waren 2017 mein Dosen\u00f6ffner. In schneller Abfolge kaufte ich mir nach dem Bilbao Ausflug das bis dahin ver\u00f6ffentlichte Album <em>Hope downs<\/em> und die beiden EPs <em>Talk Tight<\/em> und <em>The french press<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt also nun wirklich keinen Grund, der gegen eine Ausflugsfahrt nach Br\u00fcssel spricht. Also, Zugticket gekauft und ab in die Botanique.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar, ich sah die <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> erst vor einer Woche in Barcelona. Aber als der Spielplan f\u00fcr das Primavera Sound Festival rauskam, hatte ich bereits ein Ticket f\u00fcr die Botanique und die Zugfahrt. Und ganz abgesehen davon, mich reizte seit Konzertbekanntgabe das Doppel mit <strong>Stella Donnelly<\/strong> sehr. Damit wurde dieses Konzert nicht ein normales Konzerte in Band-Vorband Konstellation. Es wurde vielmehr ein Abend mit zwei Lieblingsbands, die ich beide sehen wollte. Egal wer zuerst und wer als zweites auf der B\u00fchne steht. Idealerweise haben beide die gleiche Spielzeit. So meine Wunschvorstellung. Doch die erledigte sich relativ schnell.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich am Abend die Botanique betrete, sehe ich auf der Anzeigetafel die Anfangszeiten. (Ein Service \u00fcbrigens, den ich in Deutschland sehr vermisse. Hier wird lieber ein Geheimnis daraus gemacht, wann Bands anfangen.) F\u00fcr <strong>Stella Donnelly<\/strong> sind doch tats\u00e4chlich nur 35 Minuten eingeplant. Ein Skandal! <br><strong>Stella Donnelly<\/strong> h\u00e4tte ich auf dem Primavera Sound Festival auch sehen k\u00f6nnen. Da sich ihr Slot aber ungl\u00fccklicherweise mit dem von <strong>Courtney Barnett<\/strong> \u00fcberschnitt, kam ich nicht dazu. Ich hatte ja auch noch den Botanique Termin in der Hinterhand, daher gab ich der anderen Australierin den Vorzug.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 20 Uhr ist die Orangerie \u00fcbersichtlich gef\u00fcllt. Vielleicht 100 Leute haben sich eingefunden, um <strong>Stella Donnelly<\/strong> die Ehre zu erweisen. Ich empfinde das als ein bisschen wenig und frage mich, wie viele Leute in einer guten Stunde hier stehen werden. Oder andersrum gefragt, wie viele Leute <strong>Stella Donnelly<\/strong> nicht kennen, obwohl sie die <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> gut finden. Und warum sie sie nicht kennen. Denn hatte ich schon erw\u00e4hnt, dass ihr Deb\u00fctalbum gro\u00dfartig ist? Ihr Set besteht in der Hauptsache aus Songs von <em>Beware of the dog<\/em>, aber leider steht \u201eBeware of the dog\u201c nicht auf der Liste, der f\u00fcr mich sch\u00f6nsten Song der Platte. Stattdessen spielt sie \u201eFlood\u201c und \u201eLung\u201c, zwei neue Songs. Die sind auch sch\u00f6n. Zu diesem Zeitpunkt ist die Band komplett auf der B\u00fchne. Ich erw\u00e4hne das, weil es nicht von Anfang an so ist. Die ersten drei St\u00fccke spielt <strong>Stella Donnelly<\/strong> solo. Den Schlagzeuger haben sie sich \u00fcbrigens von den <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> ausgeliehen. Was mit ihrem eigenen Schlagzeuger passiert ist, wei\u00df ich nicht. Es klingt in der Ansprache so, als ob er schon l\u00e4nger ausgefallen sei. <br><strong>Stella Donnelly<\/strong> spielt ein launisches Set mit einigen lustigen Ansagen, macht einen Handstand und liefert in Summe sehr sch\u00f6nen Indiepop. Sp\u00e4ter sehe ich sie noch einmal, wenn sie f\u00fcr zwei, drei Songs bei den <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever <\/strong>auf die b\u00fchne zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/DSC03588.jpg\" alt=\"Stella Donnelly - Br\u00fcssel, 21.08.2022\" class=\"wp-image-17318\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im November kommt sie wieder nach Europa. In Br\u00fcssel spielt sie dann in der Rotonde. Ein Pflichttermin, falls sich nicht noch irgendwas in der N\u00e4he ergibt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Umbaupause beobachte ich den Gitarristen der <strong>Stella Donnelly<\/strong> Band dabei, wie er die Gitarren stimmt und pr\u00e4pariert. Die beiden Bands scheinen ein eingespieltes Team zu sein. Und man kennt sich. <strong>Stella Donnelly<\/strong> singt auf dem neuen <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> Album <em>Endless rooms <\/em>ein paar backing vocals. Auch in der Botanique wird sie bei zwei Songs mitsingen und bei einem Song das Keyboard \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcnf <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> Jungs haben leichtes Spiel, um die Orangerie zum Tanzen und Mitsingen zu bringen. Ihr smoother Indiepop funktioniert schnell und gut. Dass sie sich in Europa eine ordentliche Fangemeinde angespielt haben, konnte ich schon vor einigen Tagen beim Primavera Sound Festival beobachten. Auch hier hat es sich mittlerweile gut gef\u00fcllt. Sie starten mit \u201eAn air conditioned man\u201c und sofort ist bei mir das gute Laune Gef\u00fchl da. Ich mag ihre Plinkergitarren, diesen unschuldig daherschleichenden Dingeldengelsound. Den haben die <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever<\/strong> perfekt drauf. Auf der B\u00fchne sind alle immer irgendwie in Bewegung. Es ist aber eine gem\u00fctliche Art von Dynamik. Nichts Hibbeliges, nichts Wildes. Es ist mehr ein sanftes mitschwofen. Genau wie ihre Melodien: nie zu wild und immer harmonisch. Und das ist enorm ansteckend. <br>Nach einer halben Stunde spielen sie Songs vom neuen Album <em>Endless rooms<\/em>. Und wie erw\u00e4hnt, bei \u201eCaught low\u201c und \u201eBounce of the bottom\u201c steht <strong>Stella Donnelly<\/strong> mit auf der B\u00fchne. Was kann ich mehr sagen? Es ist ein sch\u00f6nes, ein der Jahreszeit entsprechendes Konzert. Ihr Gitarrenindie und Jangle Rock klingt nach Sommer. Er klingt wie ein lauer Sommerabend: Unaufgeregt, entspannt. Nicht verschwitzt, hektisch und genervt wie die Hitze des Tages. <br>Ein Merkmal der Band ist der von den drei S\u00e4ngern <strong>Fran Keaney<\/strong>, <strong>Tom Russo<\/strong> und <strong>Joe White<\/strong> vorgetragene Harmoniegesang. Das sticht bei den <strong>Rolling Blackouts Coastal Fever <\/strong>heraus. Und wenn dann alle noch ihre Gitarre umgeschnallt haben, wird es besonders sch\u00f6n. Dann stehen, erg\u00e4nzt um den Bassisten <strong>Joe Russo<\/strong> (ja, der Bruder von <strong>Tom Russo<\/strong>), vier Gitarristen auf der B\u00fchne. Bleibt noch die andere H\u00e4lfte der Rhythmussektion zu erw\u00e4hnen: den Schlagzeuger <strong>Marcel Tussie<\/strong>. Er ist auf dieser Tour das eigentliche Arbeitstier, oder der Pechvogel. Oder Gl\u00fcckspilz. Je nach Sichtweise und Einstellung. Denn nicht nur heute f\u00e4hrt er eine Doppelschicht. Auf der gesamten Tour hilft er bei <strong>Stella Donnelly<\/strong> aus, die auf ihren etatm\u00e4\u00dfigen Schlagzeuger verzichten muss.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Rolling Blackouts Coastal Fever - French Press - Live in Brussels\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/yfHVMMcW9-M?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: An air conditioned man<br>02: She&#8217;s there<br>03: Read my mind<br>04: Talking straight<br>05: Mainland<br>06: Dive deep<br>07: Blue eye Lake<br>08: My echo <br>09: Caught low<br>10: Bounce off the bottom<br>11: Cars in space <br>12: The Way It Shatters <br>13: Cameo <br>14: Falling thunder <br>15: Fountain of good fortune <br>Zugabe: <br>16: The French Press<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-11-06-2022\/\" target=\"_blank\">Rolling Blackouts Coastal Fever &#8211; Primavera Sound Festival Barcelona, 11.06.2022<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/rolling-blackouts-coastal-fever-koeln-13-11-2018\/\">Rolling Blackouts Coastal Fever &#8211; K\u00f6ln, 13.11.2018 \/ MTC<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/bime-live-festival-bilbao-26-27-10-2018\/\" target=\"_blank\">Rolling Blackouts Coastal Fever &#8211; BIME Live Festival Bilbao, 27.10.2018<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens seit Smudge wissen wir alle, dass australischer Indiepoprock enorm unterhaltsam ist. 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