{"id":17131,"date":"2022-05-27T18:03:46","date_gmt":"2022-05-27T16:03:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=17131"},"modified":"2022-05-27T18:14:01","modified_gmt":"2022-05-27T16:14:01","slug":"parquet-courts-koeln-24-05-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/parquet-courts-koeln-24-05-2022\/","title":{"rendered":"Parquet Courts &#8211; K\u00f6ln, 24.05.2022"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong>Ort:<\/strong><\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<strong><br><strong>Vorband:<\/strong><\/strong> Kills birds <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/DSC03281.jpg\" alt=\"Parquet Courts - K\u00f6ln, 24.05.2022\" class=\"wp-image-17135\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Was? (1)<br>Konzertbeginn um 21 Uhr?! Das ist ja wie in den 2000er Jahren, als Konzerte regelm\u00e4\u00dfig erst um 21 Uhr begannen. Das war damals Fluch und Segen zugleich. Einerseits gab es mir die Zeit, nach der Arbeit in aller Ruhe und ohne Hetze nach K\u00f6ln zu fahren, andererseits bedeutete das auch, dass ich oft erst den Mitternachtszug nach Hause nehmen konnte. Zwar war ich 15 Jahre j\u00fcnger, aber auch in dem Alter hinterlie\u00df das sp\u00e4testens nach dem dritten Konzertabend in einer Woche Spuren von gr\u00f6\u00dfter \u00dcberm\u00fcdung am n\u00e4chsten Vormittag.<\/p>\n\n\n\n<p>Was? (2)<br>Das Konzert ist im Geb\u00e4ude 9 und nicht im B\u00fcrgerhaus Stollwerck?! Gut, dass ich das noch lese. Gedanklich war ich seit dem Morgen total auf die linke Rheinseite fixiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Grund, warum ich mir vorletzte Woche ein Ticket gekauft habe, ist der:<strong> Parquet Courts<\/strong> haben einen meiner Lieblingssongs geschrieben. \u201eDust\u201c. Musikalisch und textlich genau meins. Ich mag diesen schrammeligen Gitarrensound und ich k\u00e4mpfe mindestens einmal pro Woche gegen den Staub im B\u00fccherregal, im CD-Regal, auf der Kommode und auf dem Boden. Wie hei\u00dft es doch in \u201eDust\u201c:<\/p>\n\n\n\n<p>It comes through the window <br>It comes through the floor <br>It comes through the roof <br>And it comes through the door <br>Dust is everywhere, sweep <br>Sweep <br>Dust is everywhere, sweep<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr aktuelle Scheibe <em>Sympathy for life<\/em> ist seit einigen Monaten raus. Und wie Platten davor, nimmt die Band nicht einfach nur den Faden des Vorg\u00e4ngeralbums auf, sondern dreht ihn weiter. Mit <em>Sympathy for life<\/em> gehen <strong>Parquet Courts<\/strong> werden tanzbarer und rhythmischer. Das nerv\u00f6s, zappelige Gitarrending der Vorg\u00e4ngeralben legen sie etwas beiseite. Bei byte.fm lese ich \u00fcber <em>Sympathy for life<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p>Im Verlauf der elf Songs von \u201eSympathy For Life\u201c streckt die Band ihre F\u00fchler erneut in verschiedene Richtungen aus. Wie auch beim Vorg\u00e4nger \u201eWide Awake!\u201c sind die Ergebnisse zum Gro\u00dfteil sehr tanzbar, doch weniger zappelig und noch selbstbewusster. Im Titeltrack und in \u201eZoom Out\u201c slappt Bassist Sean Yeaton f\u00fcr wei\u00dfe Funk-Verh\u00e4ltnisse fast schon unversch\u00e4mt tighte Riffs aus seinem Instrument.<\/p>\n\n\n\n<p>Also alles groovy? Nicht ganz. \u201eWalking at a Downtown Pace\u201d rumpelt wie eh\u2019 und je. Schon lange verfolge ich die <strong>Parquet Courts<\/strong>. 2014 beim PhonoPop in R\u00fcsselsheim sah ich die Band erstmals, 2016 noch einmal. Damals faszinierten mich ihre Schrammelgitarren und ihre L\u00e4ssigkeit, die mich oft an <strong>Pavement <\/strong>denken lie\u00df. Sicher auch deswegen wurde ich ein Fan der Band, kaufte ihre Alben und verfolgte sogar ihr alter ego <strong>Parkay Quarts<\/strong>, unter dem sie ihr viertes Album <em>Content Nausea<\/em> ver\u00f6ffentlichten.<\/p>\n\n\n\n<p>21 Uhr also.<br>Ich bin nicht viel fr\u00fcher im Geb\u00e4ude 9, mir entgeht somit die Vorband <strong>Kills birds<\/strong> zum gr\u00f6\u00dften Teil. Ich verpasse aber nichts, denn der Westk\u00fcsten-Punkrock der <strong>Kills birds<\/strong> ist nicht meins. Zu diesem Entschluss gelange ich, nachdem ich ihre letzten drei Songs an mir vorbeirauschen lasse.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberraschenderweise (also f\u00fcr mich \u00fcberraschend) ist das Geb\u00e4ude 9 schon gut gef\u00fcllt. <strong>Parquet Courts<\/strong> scheinen nicht die kleine Indieband zu sein, die kaum einer kennt. Zumindest nicht in K\u00f6ln. Die Hochverlegung ergibt f\u00fcr mich einen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen halb zehn betreten die Br\u00fcder <strong>Savage<\/strong>, <strong>Austin Brown<\/strong> und <strong>Sean Yeaton<\/strong> die B\u00fchne. \u201eApplication\/Apparatus\u201c, \u201eHuman Performance\u201c und \u201eDust\u201c sind die ersten drei Songs und nein, <strong>Parquet Courts<\/strong> sind 2022 nicht die Slackerrockband, wie ich sie in Erinnerung hatte. Oder nicht nur. Auf und vor der B\u00fchne geht es ganz sch\u00f6n ab. Anders als die beiden Besucher hinter mir, habe ich damit nicht gerechnet. <br>Vor Konzertbeginn h\u00f6re ich sinngem\u00e4\u00df folgendes Gespr\u00e4ch: \u2018Hier ist doch gut, la\u00df\u2018 uns hier stehenbleiben.\u2018 \u2018Ach nee, nicht so weit vorne. Ich habe ein paar Videos von der Tour gesehen, das gibt gleich einen Moshpit, das ist mir zu wild. Lass uns lieber wieder etwas nach hinten gehen.\u2018 Gedanklich verweise ich auf den Umstand, dass es sich hier um <strong>Parquet Courts<\/strong> handelt und nicht um <strong>Social Distortion<\/strong>, deren Konzert einer der beiden noch beispielhaft f\u00fcr einen erlebten Moshpit anf\u00fchrte, und dass die ersten Reihen nun wirklich nicht nach wildem Getanze aussehe. <br>&#8211; Ich habe keine Ahnung.<br>Der Abend wird mein erstes schwei\u00dftreibendes Konzert nach dem Lockdown. <strong>Parquet Courts<\/strong> geben ordentlich Gas, verkn\u00fcpfen gut die neuen Songs mit den Klassikern und erzeugen allzeit eine leicht hibbelige, tanzbare Songmelange, eine groovige PostPunk Mischung, die alle mitrei\u00dft. Niemand findet die Zeit, ein Video zu drehen. Das gibt es auch nicht oft.<br>Schnell wird es sehr warm im Geb\u00e4ude 9. Nach einer halben Stunde \u00f6ffnet jemand die Seitent\u00fcr. Ich dachte, das Geb\u00e4ude 9 hat nach dem Umbau eine Klimaanlage bekommen und die traditionelle Querl\u00fcftung sei nicht mehr notwendig? Sei es drum, mit diesem Konzert bin ich endg\u00fcltig in der pre-Corona Konzertatmosph\u00e4re zur\u00fcck. Dass sie an diesem Abend auch meinen Lieblingssong spielen, macht die Sache rund. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein gutes Konzert und ich glaube, ich habe <strong>Parquet Courts<\/strong> nicht das letzte Mal in diesem Sommer gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-04-06-2016\/\">Parquet Courts &#8211; Primavera Sound Festival Barcelona, 04.06.2016<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/phonopop-festival-ruesselsheim-12-07-2014\/\">Parquet Courts &#8211; PhonoPop Festival R\u00fcsselsheim, 12.07.2014<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was? (1) Konzertbeginn um 21 Uhr?! 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