{"id":17047,"date":"2022-05-17T17:54:34","date_gmt":"2022-05-17T15:54:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=17047"},"modified":"2022-05-17T18:07:32","modified_gmt":"2022-05-17T16:07:32","slug":"the-lemonheads-luxemburg-12-05-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-lemonheads-luxemburg-12-05-2022\/","title":{"rendered":"The Lemonheads &#8211; Luxemburg, 12.05.2022"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong>Ort:<\/strong><\/strong> Rotondes, Luxemburg<strong><br><strong>Vorband:<\/strong><\/strong> Basement Revolver<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/DSC03114.jpg\" alt=\"The Lemonheads - Luxemburg, 12.05.2022\" class=\"wp-image-17050\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>It\u2019s a shame about Ray<\/em>. 1992. <br>Am 02.06.1992 erscheint <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em> von <strong>The Lemonheads<\/strong>. Es ist das f\u00fcnfte Album der Band, die 1986 in Boston gegr\u00fcndet wurde. <br>Am 11.09.1992 spielen <strong>The Lemonheads <\/strong>in der Zeche Carl in Essen.<br>Es ist die Tour zum Album <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em>, das die Band im selben Jahr ver\u00f6ffentlicht hat. Vorband in Essen sind <strong>Swell<\/strong>. Meine einzige Erinnerung an diesen Abend ist ein l\u00e4ngst zerschlissenes Swell T-Shirt. <br>Am 12.10.1993 spielen <strong>The Lemonheads<\/strong> ein Doppelheadlinerkonzert mit <strong>Soul Asylum<\/strong> im PC 69 in Bielefeld.<br>Damals fuhr ich \u00f6fter nach Bielefeld, um mir Konzerte anzusehen. <strong>Soul Asylum<\/strong> feierten mit \u201cRunaway train\u201d ihren gr\u00f6\u00dften Hit und <strong>The Lemonheads<\/strong> hatten mit <em>Come on feel The Lemonheads<\/em> just das Nachfolgealbum zu <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em> auf den geworfen. Vom Auftritt in Bielefeld gibt es auf YouTube einen Videomitschnitt. Lohnenswert!<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dieser Albumver\u00f6ffentlichung ging die Band um <strong>Evan Dando<\/strong> endg\u00fcltig durch die Decke. Denn auch auf <em>Come on feel The Lemonheads<\/em> sind zu viele Indierock Hits, als dass MTV das Album nicht beachten konnte. Den Grundstock zum Ruhm legte allerdings <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em>. Beziehungsweise das <strong>Simon &amp; Garfunkel<\/strong> Cover \u201eMrs. Robinson\u201c, das zu dieser Zeit als Single ver\u00f6ffentlicht wurde, interessanterweise aber nicht auf dem Album ist. Aus den <strong>Lemonheads <\/strong>wurden <strong>The Lemonheads<\/strong>, <strong>Juliana Hatfield<\/strong> kam kurz in die Band (um nach den Albumaufnahmen die Band wieder zu verlassen und ihre eigene Band <strong>The Juliana Hatfield Three<\/strong> zu gr\u00fcnden) und <strong>Evan Dando<\/strong> wurde durch MTV everybody\u2019s darling. Alternative Rock l\u00f6ste langsam den Grunge ab und <strong>The Lemonheads<\/strong> waren mittendrin. Die weiteren Geschichten aus den 1990er Jahren sind bekannt. Es gab weitere Alben, es gab die Bandaufl\u00f6sung, es gab Drogen, es gab eine Reunion. <br>Seit Mitte der 2000er Jahre Jahren f\u00fchren <strong>The Lemonheads<\/strong> eine on\/off Existenz. Zwar gibt es schon l\u00e4nger keine neuen Songs mehr, aber live spielt <strong>Evan Dando<\/strong> mit unterschiedlichen Musikern immer mal wieder unter dem Namen <strong>The Lemonheads<\/strong> ein paar Konzerte. Zuletzt in Europa im Jahr 2019. Dazu lese ich im Internet diese lustige Anmerkung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wie sagte es der selige Fall-S\u00e4nger Mark E. Smith angesichts der zig Personalwechsel seiner Band einst so treffend: \u201eWenn ich es bin und deine Oma an den Bongos, dann ist es The Fall!\u201c. Ein Satz, den man so \u00e4hnlich wohl auch auf Evan Dando und seine Lemonheads anwenden k\u00f6nnte.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>An diesem Abend (und auf dieser Tour) sind <strong>The Lemonheads<\/strong> \u00fcbrigens <strong>Mikey Jones<\/strong> von <strong>Swervedriver <\/strong>am Schlagzeug und <strong>Farley Glavin<\/strong> am Bass. <\/p>\n\n\n\n<p>Als im Fr\u00fchjahr die Album-Konzerte bekannt gegeben wurden, stand es au\u00dfer Frage, nicht mindestens an einem Geburtstagskonzert von <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em> teilzunehmen. Zu wichtig war mir vor 30 Jahren das Album, als dass ich mir das entgehen lassen wollte. Bekannterma\u00dfen hat das Album nur Hits und \u00fcberhaupt ist <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em> eine Lieblingsplatte und weitere Erkl\u00e4rungen braucht es nicht. \u201eConfetti\u201c, \u201eIt&#8217;s a shame about Ray\u201c, \u201eMy Drug Buddy\u201c, \u201eThe Turnpike down\u201c, \u201eBit Part\u201c, \u201eAlison&#8217;s starting to happen\u201c, \u201eHannah &amp; Gabi\u201c, \u201eFrank Mills\u201c. Darauf freute ich mich am meisten.<\/p>\n\n\n\n<p>30 Jahre sp\u00e4ter f\u00fchlt es sich komisch an, das Album live zu h\u00f6ren. Nicht nur die Rahmenbedingungen sind komplett anders &#8211; nett gesch\u00e4tzt haben sich 150 Leute in der Rotonde in Luxemburg eingefunden -, auch die Zeit hat sich ge\u00e4ndert. Wir sind keine 20 mehr, der Rock\u2019n\u2019Roll hat nachgelassen, jangle-pop ist nicht mehr ganz so interessant und nicht nur <strong>Evan Dando<\/strong> hat einige Krisen hinter sich gelassen. Ja, es f\u00fchlt sich komisch an; es ist aber nicht langweilig oder uninteressant.<\/p>\n\n\n\n<p>Um halb zw\u00f6lf setzt sich <strong>Evan Dando<\/strong> ans Schlagzeug und spielt zwei Songs. Das Schlagzeugintermezzo setzt beinahe den Schlusspunkt unter ein typisches und sehr sch\u00f6nes <strong>The Lemonheads<\/strong> Konzert. <br>Zweieinhalb Stunden zuvor werden zwei Setlisten ausgelegt. Die \u00fcberragend gute Vorband <strong>The Basement Revolver <\/strong>hat just ihr halbst\u00fcndiges Shoegaze-Dreampop Set beendet und alles ist vorbereitet.<br>Drei Stunden zuvor steht <strong>Evan Dando<\/strong> im Saal und filmt \u201eTransatlantic\u201c, den ersten Song von <strong>Basement Revolver<\/strong>.<br>Dreieinhalb Stunden zuvor kommt er auf seinem Skateboard in den Saal gerollt.<\/p>\n\n\n\n<p>A ha, zwei Setlisten also. <br>Eine ist das Album, klar, die zweite ein Potpourri aus der 35-j\u00e4hrigen <strong>Lemonheads<\/strong>\/ <strong>Dando<\/strong> Discographie. Daraus schlie\u00dfen wir, dass sie erst die Albumsongs spielen und danach 15 bis 16 weitere Songs folgen. Okay, das macht in der Summe ein sch\u00f6nes und gutes Konzert. \u201eHard Drive\u201c, \u201eMalo Cup\u201c und \u201eIt\u2019s about time\u201c und \u201eCircle\u201c fehlen zwar auf der zweiten Liste, aber hey, alles geht eben irgendwie nicht immer. Auch nicht bei <strong>Evan Dando<\/strong>. Aber ein <strong>Evan Dando <\/strong>Konzert ist immer auch eine Wundert\u00fcte. Ist er in Form? Kommt er gut in den Abend? Daher k\u00f6nnte es gut sein, dass die Setlisten nicht den wirklichen Abendverlauf wiedergeben. Ich kenne kaum einen anderen Musiker, der so unberechenbar seinen Job aus\u00fcbt wie <strong>Evan Dando<\/strong>. Und auch an diesem Abend bricht er einfach mal zwei Songs ab, verschwindet kommentarlos von der B\u00fchne und spielt unerwartet noch sieben andere Songs und vermittelt dabei den Eindruck, dass er gar nicht mehr aufh\u00f6ren m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach wenigen Sekunden ist klar, der Abend ist eher eine Wundert\u00fcte. <strong>Evan Dando<\/strong> kommt erstmal alleine auf die B\u00fchne, schnallt sich die akustische Gitarre um und spielt vier Songs, bevor er Minuten darauf mit der Band das eigentliche Albumset beginnt. Eigentlich, so mein Eindruck, h\u00e4tte er gerne noch weitere Songs akustisch gespielt. Er findet aber bei zwei St\u00fccken den Einstieg nicht und stellt daraufhin entnervt die Gitarre weg und geht nach hinten. <em>It\u2019s a shame about Ray<\/em> donnert die Band anschlie\u00dfend in einer halben Stunde runter. Das hatte ich so erwartet. Ohne gro\u00dfe Kommentare und\/oder Ansagen reihen sie einen Song an den n\u00e4chsten. Unspektakul\u00e4r das Ganze und ohne besondere Vorkommnisse. Zum letzten Song steht <strong>Evan Dando<\/strong> bereits alleine auf der B\u00fchne. Er spielt \u201eFrank Mills\u201c solo auf der elektrischen Gitarre. Und macht anschlie\u00dfend einfach weiter. Es folgen das <strong>Teenage Fanclub<\/strong> Cover \u201eStart again\u201c und die <strong>Lucinda Williams<\/strong> Songs \u201eLike a rose\u201c und \u201eSide of the road\u201c. Dass nach dem Album die zweite Setlist abarbeitet wird, bleibt nur eine Idee. Nach einem Zwischenruf aus dem Saal verl\u00e4sst <strong>Evan Dando<\/strong> abrupt die B\u00fchne. Was da gerufen wurde, keine Ahnung. Wie geht\u2019s denn jetzt weiter? Geht es weiter? Ja, es geht weiter. Die Band kommt zur\u00fcck. \u201eBig gay heart\u201c, \u201eHospital\u201c. Auch diese Songs stehen nicht oben auf der zweiten Setlist. Mittlerweile ist aber eh\u2019 klar, dass hier nichts in den vorher beschriebenen Bahnen l\u00e4uft und laufen wird. <br>Zu dritt spielen sie weitere 12, 13 Songs. Als letztes \u201eIf I could tell I told you\u201c. Was f\u00fcr ein sch\u00f6nes Ende. Aber es ist noch nicht das Ende. Zwar verlassen <strong>Mikey Jones<\/strong> und <strong>Farley Glavin<\/strong> die B\u00fchne, aber <strong>Evan Dando<\/strong> bleibt noch. Er klettert ans Schlagzeug und trommelt drauf los. Aber auch die beiden Songs oder Songfragmente (eines davon das <strong>Al Stewart<\/strong> Cover \u201eTime passages\u201c) sind nicht das letzte, was wir h\u00f6ren. <strong>Evan Dando <\/strong>kommt noch einmal zur\u00fcck, greift sich die akustische Gitarre und spielt noch ein bisschen. Und er spielt \u201cHard Drive\u201d! <br>Was f\u00fcr ein sch\u00f6nes Ende. Und dieses Mal ist es auch das Ende. Was f\u00fcr ein sch\u00f6nes <strong>The Lemonheads<\/strong> Konzert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: The Lemonheads - Ride with me\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/scQBa0rQpCU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Outdoor Type<br>02: Ride with me<br>03: Divan<br>04: Impractical joke<br>05: Rockin Stroll<br>06: Confetti<br>07: It&#8217;s a shame about Ray<br>08: Rudderless<br>09: My Drug Buddy<br>10: The Turnpike down<br>11: Bit Part<br>12: Alison&#8217;s starting to happen<br>13: Hannah &amp; Gabi<br>14: Kitchen<br>15: Ceiling fan in my spoon<br>16: Frank Mills<br>17: Start again<br>18: Being around<br>19: Side of the road<br>20: Like a rose<br>21: Big gay heart<br>22: Hospital<br>23: Break me<br>24: Left for dead<br>25: Clang bang clang<br>26: Abandoned<br>27: Speed of the sound of loneliness<br>28: Style<br>29: Different drum<br>30: Down about it<br>31: Great big no<br>32: Dawn can&#8217;t decide<br>33: Tenderfoot<br>34: Stove<br>35: If I could talk I&#8217;d tell you<br>Zugabe I:<br>36: Time passages<br>37: ??<br>Zugabe II:<br>39: Shaky ground<br>40: Skulls<br>41: Hard drive<\/p>\n\n\n\n<p>Noch ein Wort zu <strong>Basement Revolver<\/strong>. Die Band hat mich mit ihrem Shoegaze, Dreampop, Wall of Sound, was-auch-immer \u00fcberzeugt. Referenzen an <strong>Slowdive <\/strong>und (\u00e4ltere) <strong>Film School <\/strong>Sachen sind offensichtlich und sch\u00f6n. Das Quartett kommt aus Ontario und hat mit <em>Embody <\/em>ihr zweites Album ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"Live: Basement Revolver - Be okay\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0SRcbz-n4A8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br><\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-lemonheads-luettich-09-03-2019\/\">The Lemonheads &#8211; L\u00fcttich, 09.03.2019 \/ Reflektor<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-lemonheads-luxemburg-22-02-2019\/\" target=\"_blank\">The Lemonheads \u2013 Luxemburg, 22.02.2019 \/ Rotonde<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/evan-dando-berlin-17-03-2015\/\" target=\"_blank\">Evan Dando \u2013 Berlin, 17.03.2015 \/ Bang Bang Club<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4032\" target=\"_blank\">The Lemonheads \u2013 K\u00f6ln, 12.05.2012 \/ Luxor<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3987\" target=\"_blank\">The Lemonheads \u2013 Esch-Alzette, 27.04.2012 \/ Rockhal<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=569\" target=\"_blank\">The Lemonheads \u2013 K\u00f6ln, 03.10.2008 \/ Geb\u00e4ude 9<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=98\" target=\"_blank\">The Lemonheads \u2013 K\u00f6ln, 27.10.2006 \/ B\u00fcrgerhaus Stollwerck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>It\u2019s a shame about Ray. 1992. 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