{"id":1323,"date":"2009-07-16T19:55:35","date_gmt":"2009-07-16T18:55:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1323"},"modified":"2017-06-11T19:44:34","modified_gmt":"2017-06-11T17:44:34","slug":"greg-dulli-and-mark-lanegan-dusseldorf-15072009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/greg-dulli-and-mark-lanegan-dusseldorf-15072009\/","title":{"rendered":"Greg Dulli and Mark Lanegan &#8211; D\u00fcsseldorf, 15.07.2009"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"An evening with Greg Dulli and Mark Lanegan - K\u00f6ln, 15.07.2009\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/haende.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"230\" \/><br \/>\n\u201eAn evening with Greg Dulli and Mark Lanegan\u201c.<br \/>\nWas wie eine Atlantic City Casino Dauerkonzertreihe zweier altehrw\u00fcrdiger Musiker klingt, ist in diesem Fall eine Konzerttournee zweier Bandleader der einflussreichsten Bands der Grunge und Pre- Grunge \u00c4ra, die selbst nie wirklich Grunge waren.<br \/>\nGreg Dulli, ehemals S\u00e4nger der wunderbaren Afghan Whigs (wer es nicht glauben mag, dem empfehle ich das tolle \u201e1965\u201c) und Mark Lanegan, S\u00e4nger der grandiosen Screaming Trees.<br \/>\nBeide kollaborieren seit l\u00e4ngerem (The Gutter Twins und Twilight Singers hei\u00dfen die Projekte) und ziehen von Zeit zu Zeit mit Akustikshows durch die Lande. Nun war also D\u00fcsseldorf eine ihrer Stationen, und das Savoy Theater, das eigentlich ein Kinosaal war, ihr Wohnzimmer f\u00fcr einen Abend.<\/p>\n<p>\u201eJetzt lauf\u2019 ich die ganze Zeit mit einem Hut f\u00fcr vier Euro durch die Gegend\u201c. Wir gehen die Treppen des Parkhauses hinunter auf die Strasse, als wir die Stimme h\u00f6ren. Neugierig blicken wir uns um und sehen ein \u00e4lteres, wohl situiertes Ehepaar. Ist nun das Tragen des Hutes der Ausl\u00f6ser der Bemerkung oder die Tatsache, dass die Kopfbedeckung nur vier Euro gekostet hat. Wir vermuten letzteres und meine Mitbewohnerin lenkt verst\u00e4ndnisvoll ein. \u201eSo sei sie eben, die gehobene Gesellschaft D\u00fcsseldorfs.\u201c Sie muss es wissen, hat sie doch Blutsverwandtschaft in diesen Kreisen.<\/p>\n<p>Wir sind fr\u00fch dran, vor dem Savoy Theater stehen nur wenige Menschen. (Das soll sich im Laufe des Abends im Kinosaal nicht gro\u00dfartig \u00e4ndern, die Sitzreihen sind nur knapp zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt). Wir treffen ein bekanntes Gesicht, lassen uns vom K\u00f6lner Leonard Cohen Konzert berichten, philosophieren \u00fcber die Akustik der K\u00f6ln-, \u00e4h Lanxessarena aus gegebenem Anlass und kriegen irgendwie den Schwenk zu Placebo. Ich habe das neue Album \u201eBattle for the sun\u201c noch nicht geh\u00f6rt, weil ich Placebo seit \u201eBlack Market Music\u201c nicht mehr so bedingungslos mag, und kam gegen\u00fcber dem K\u00e4ufer der Placebo Deluxe CD Box in unserer Runde in leichte Argumentationsn\u00f6te.<br \/>\nEs war mal wieder toll, sich \u00fcber diese Dinge zu unterhalten und schnell war es acht Uhr und die Kinosessel warteten auf unsere K\u00f6rper.<\/p>\n<p>Der Abend begann erst mal ohne Greg Dulli und Mark Lanegan.<br \/>\nAls Vorspieler hatten sie zwei Vors\u00e4nger engagiert, die jeweils eine halbe Stunde ihr K\u00f6nnen zum besten gaben. Im Gegensatz zu Duke Garwood, der mich nicht sonderlich begeisterte, lie\u00df mich Jimmy Gnecco, der als zweiter Solok\u00fcnstler an der Reihe war, aufmerksam bleiben. Er sei seit 13 Jahren nicht mehr in Deutschland gewesen und finde es klasse, sein bald erscheinendes Soloalbum hier pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen, erz\u00e4hlte er irgendwann. Nun, wir hatten nicht unbedingt auf ihn gewartet, f\u00fchlten uns aber gut unterhalten. Das etwas lautere \u201eThe Heart\u201c im Mittelteil des Sets war berauschend und das abschlie\u00dfende \u201eI heard you singing\u201c ebenso toll. (Man kann diesen Song \u00fcbrigens kostenlos <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.brightantenna.com\/jimmygnecco\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> downloaden.) Seine Stimme hat einen irrsinnigen Tonumfang, und die Dramatik seiner Songs erinnert phasenweise an die britischen Muse. \u201eBright Antenna\u201c, das Album von Herrn Gnecco, erscheint in K\u00fcrze. Eventuell dranbleiben.<\/p>\n<p>Greg und Mark, was hat das Leben aus euch gemacht, bzw. ihr mit dem Leben. Wenn ich in eure Gesichter schaue, sehe ich das, was man sich landl\u00e4ufig unter Rock\u2019n\u2019Roll vorstellt. Aber nicht den Millionen Pfund Rock\u2019n\u2019Roll eines Keith Richards, sondern den realen 100 Dollar Rock\u2019n\u2019Roll eines, na zum Beispiel, Elliott Smith.<br \/>\nAber hier soll\u2019s um die Musik gehen und nicht um Lebensmodelle. Um da gilt folgendes: Greg Dulli und Mark Lanegan passen zusammen wie kaum zwei andere Musiker. Auf der einen Seite der Blues, Soul und Rock von Greg Dulli, der auch schon die Afghan Whigs so einzigartig machte, und auf der anderen Seite Mark Lanegans d\u00fcstere, desastr\u00f6s und zur\u00fcckgezogen klingende Stimme. Gemeinsam bauen sie als Gutter Twins einen dunklen Soulrock, der viel Verzweiflung und wenig aufmunterndes beinhaltet.<br \/>\nDoch noch mal zu Mark Lanegan. Er scheint der ideale Co-S\u00e4nger zu sein. Nach dem Ende der Screaming Trees (1998) und verschiedener Soloalben wirkte er unter anderem als Gastmusiker bei Queens of the Stoneage\u2019s \u201eRated R\u201c und &#8222;Songs For The Deaf&#8220; mit, sang zusammen mit Isobel Campbell das anstrengende Album \u201eBallad for the Broken Seas\u201c ein und war \u2013 bevor sie sich zu den Gutter Twins zusammentaten \u2013 als Gast bei Greg Dulli\u2019s Twilight Singers mit von der Partie.<br \/>\nW\u00e4hrend Greg Dulli Gitarre und Klavier spielte, war Mark Lanegans nat\u00fcrliche Aufgabe das singen. Dass das live ein absolutes Erlebnis ist, ist noch untertrieben. Und im Akustikambiente des Savoy Kinos kommt seine markante Stimme noch mehr Geltung und war das Geld alleine wert.<br \/>\nNahezu regungslos sa\u00df er auf seinem Holzstuhl. W\u00e4hrend Greg Dulli jedes Mal M\u00fche hatte, sich die Gitarre um den Oberk\u00f6rper zu h\u00e4ngen oder abzunehmen, und hierf\u00fcr seinem K\u00f6rper einen extremen Dehnungs- und Streckungsakt abverlangte, bestand Mark Lanegans Bewegungsspektrum aus einem leichten Wippen der linken Sternenhand auf seinen Oberschenkel. Ansonsten herrschte k\u00f6rperliche Ruhe.<br \/>\nDoch nach einer knappen Stunde kam Bewegung in die drei auf der B\u00fchne. (Anmerkung: In D\u00fcsseldorf wurden Mark Lanegan und Greg Dulli von einem Gitarristen unterst\u00fctzt.) Sie standen auf und verlie\u00dfen die B\u00fchne. War es das schon? Ja, das war es leider schon. Noch drei kleine Zugaben und dann waren sie entg\u00fcltig verschwunden. Schade.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: The body (The Gutter Twins)<br \/>\n02: The stations (The Gutter Twins)<br \/>\n03: If I were going (Afghan Whigs)<br \/>\n04: Sworn &amp; broken (Screaming Trees)<br \/>\n05: Down the line (Gutter Twins)<br \/>\n06: Creeping coastline of light (Mark Lanegan)<br \/>\n07: Resurrection song (Mark Lanegan)<br \/>\n08: The twilight Kid (The Twilight Singers)<br \/>\n09: Sunrise (Mark Lanegan)<br \/>\n10: Summer&#8217;s kiss (Afghan Whigs)<br \/>\n11: The river rise (Mark Lanegan)<br \/>\n12: Sunset machine (Gutter Twins)<br \/>\n13: I am in the heavenly way (Washington White)<br \/>\nZugabe:<br \/>\n14: Candy cane crawl (The Twilight Singers)<br \/>\n15: One hundred days (Mark Lanegan)<br \/>\n16: Three hours (Nick Drake)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAn evening with Greg Dulli and Mark Lanegan\u201c. 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