{"id":1317,"date":"2009-07-13T18:11:33","date_gmt":"2009-07-13T17:11:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1317"},"modified":"2018-06-14T21:43:49","modified_gmt":"2018-06-14T19:43:49","slug":"trail-of-dead11072009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/trail-of-dead11072009\/","title":{"rendered":"&#8230; and you will know us by the trail of dead &#8211; Bochum, 11.07.2009"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"...and you will know us by the trail of dead - Bochum, 11.07.2009\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2543\/3716654279_a8b3b92e00.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/p>\n<p>\u201eSchei\u00df Stimmung hier\u201c, sagte das M\u00e4dchen neben mir zu ihrem Freund nach einer guten Viertelstunde des <strong>Trail of Dead<\/strong> Konzerts in der Bochumer Zeche. Da sie dabei ihren Kopf nach links hinten drehte, h\u00f6rte ich es unaufgefordert. Zu diesem Zeitpunkt war es in der Tat eine verdammt merkw\u00fcrdige Atmosph\u00e4re in der \u00fcberschaubaren Halle. Das Publikum war verhalten, schaute mehr respektvoll zur B\u00fchne als enthusiastisch abzufeiern. Und das bei Trail of Dead, der Band, die bei jedem Konzert ordentlich Gas gibt und sich und ihren Instrumenten alles abverlangt. Das passte so gar nicht \u00fcberein.<br \/>\nAber kurz zur\u00fcck zu der Person neben mir. Hatte sie bisher etwas zur Schei\u00df Stimmung beigetragen? Ja, ihre H\u00e4nde waren so mit dem festhalten des Bierbechers besch\u00e4ftigt, dass sie bis dato noch keinmal applaudiert hatte. Sie sollte es auch in den n\u00e4chsten 80 Minuten nicht tun, denn inspiriert durch die \u00c4u\u00dferung konnte ich nicht umher, sie ab und an aus den Augenwinkeln heraus zu beobachten. Sie war also mitverantwortlich f\u00fcr die ihrer Meinung nach \u201eSchei\u00df Stimmung\u201c. Und dann darf man so was nicht sagen, h\u00f6chstens denken, aber nicht laut \u2013 und ich meine sogar einen vorwurfsvollen Unterton geh\u00f6rt zu haben \u2013 sagen.<\/p>\n<p>Themenwechsel: der Tag begann wie so oft im Juli mit Rad fahren. Nein, nicht ich, Tour de France gucken war f\u00fcr den fr\u00fchen Nachmittag angesetzt. Pyren\u00e4enetappe, <strong>Jan Ullrich<\/strong> Wetter. Es ist mittlerweile 12 Jahre her, dass ganz Deutschland <strong>Jan Ullrich<\/strong> und das gesamte Team Telekom angeschoben hat. Es gab stundenlange Liveberichte, Analysen und das volle Sportfernsehensprogramm. Einige Blutdopings und Pillenaff\u00e4ren sp\u00e4ter hat sich einiges relativiert; kaum ein Mensch guckt noch ganze Etappen, <strong>Jan Ullrich<\/strong> darf man nicht mehr kennen und Radsport l\u00e4uft in epischer Breite nur noch auf Eurosport. Fehlt ja nur noch <strong>Tomi Rominger<\/strong> als Co-Kommentator, dann w\u00e4r\u2019 wieder 1995.<br \/>\nIch interessiere mich aber nach wie vor f\u00fcr die Tour, habe auch keine Skrupel davor, mir Bergetappen von Anfang bis Ende zu geben. Im Gegenteil: es macht mir Spa\u00df und der Radsport fasziniert mich nach wie vor. Doping hin oder her.<br \/>\nSo sa\u00df ich denn ganzen Nachmittag auf dem Sofa, schaute fern und erinnerte mich an 1997. Damals wohnte ich noch in Bochum, in dieser netten, \u00fcberschaubaren Ruhrgebietsstadt. Ich fand es dort sehr angenehm, und so freu ich mich noch heute jedes Mal, wenn sich die Gelegenheit ergibt, nach Bochum zu fahren. Auf eine gewisse Art und Weise mag ich diese Stadt.<br \/>\nNat\u00fcrlich war die Anfahrt unproblematisch. Ich hatte Zeit, war relativ zeitig losgefahren und so gab es keinen Grund f\u00fcr den Verkehr, sich zu stauen. Staus gibt es nur, wenn man in Eile ist! So war ich fr\u00fch in der Zeche. Wie Samstags \u00fcblich, der nachfolgenden Disco muss gen\u00fcgend zeit einger\u00e4umt werden, startete der Abend um halb acht mit einer sehr ambitioniert wirkenden Vorband aus K\u00f6ln, deren Namen ich leider vergessen habe. Sie schienen gerade dem Sch\u00fclerbandalter entwachsen zu sein, hatten aber bereits &#8211; vermutlich durch intensives Livestudium von Bands wie Beatsteaks, Dredg, Mars Volta und \u00e4hnlichen &#8211; alle gro\u00dfen B\u00fchnengesten drauf. Anfangs war ich interessiert und schlecht war es nicht, was die f\u00fcnf auf der B\u00fchne fabrizierten, doch nach 10 Minuten und ab Song Nummer 3 wurde es mir langweilig und ich schaute lieber umher und schrieb noch schnell eine sms, als mich auf die Musik zu konzentrieren.<\/p>\n<p><strong>&#8230; and you will know us by the trail of dead<\/strong> hatten anfangs M\u00fche. Wie eingangs erw\u00e4hnt war es eine komische Atmosph\u00e4re. Das Publikum hielt einen zwei Meter Abstand zur B\u00fchne, und konnte erst nach<strong> Conrad Keelys<\/strong> Aufforderung dazu bewegt werden, n\u00e4her zu kommen. <strong>Trail of Dead<\/strong> werfen zwar schon mal Gitarren und \u00e4hnliches ins Publikum (zumindest waren sie fr\u00fcher so drauf) aber bei\u00dfen tun sie nicht. Daher war der Respektabstand eher unbegr\u00fcndet.<br \/>\nEine \u201eSchei\u00df Stimmung\u201c herrschte aber keineswegs. Es lag mehr ein kollektives Gef\u00fchl innerlicher Freude und Ausgelassenheit in der Luft, die ich hier und da in den Gesichtern sah. Nach au\u00dfen wurde diese Freude durch zarte Pogoversuche und H\u00e4nde-in-die-Luft recken ab und an erkennbar. Meine Theorie zu diesem Erscheinungsbild ist folgende: <strong>Trail of Dead<\/strong> machen Musik f\u00fcr introvertierte Menschen und introvertierte Menschen jubeln nicht lauthals. Aber wie gesagt, die Stimmung war nicht unterirdisch, sie passte nur nicht zur explosiven, Kr\u00e4ftezerrenden Musik der Austiner.<br \/>\nDie Band schwitzte schon nach drei Songs. <strong>Conrad Keelys<\/strong> Handr\u00fccken war so nass, dass darauf die Schwei\u00dfperlen tanzten, wenn er wie ein Gest\u00f6rter die Gitarrensaiten qu\u00e4lte. Man sah es ganz deutlich im Gegenlicht der Scheinwerfer.<br \/>\nTrail of Dead spielten eine gute Mischung aus ihren drei Alben <em>Source tags &amp; codes<\/em>, <em>Worlds apart<\/em> und <em>The century of self<\/em>. Einzig Songs des vierten Albums <em>So diveded<\/em> fehlten im Set.<br \/>\nUnd ihr Set war laut. So laut, dass ich das Gef\u00fchl hatte, meine Nasenfl\u00fcgel vibrieren. Gott sei Dank hatte ich meine Ohrent\u00fccher dabei, das linderte ein wenig, half aber nicht vollst\u00e4ndig, so dass ich zuhause noch einen leichten Druck auf den Innenohren sp\u00fcrte. Bochum als lauteste Konzertstadt des Jahres? Ein eindeutig ja, <strong>Mogwai<\/strong> und <strong>Trail of Dead<\/strong> setzten die Ma\u00dfst\u00e4be. Gut, beide Bands stehen jetzt auch nicht gerade f\u00fcr die leisesten Konzerte&#8230;<\/p>\n<p>Ab der Mitte des Sets wurde es dann moderater. Sei es reine Einbildung, weil ich mich an den L\u00e4rm gew\u00f6hnt hatte, oder war es tats\u00e4chlich so, weil es auf der B\u00fchne gr\u00f6\u00dfere Technikprobleme gab. <strong>Kevin Allen<\/strong> pausierte einen ganzen Song lang, weil irgendetwas mit seinem Verst\u00e4rker nicht funktionierte. Einen Song und zwei Wechselgitarren sp\u00e4ter schien es dann wieder einigerma\u00dfen zu klappen. Die Band lie\u00df sich daraus nicht aus der Ruhe bringen, routiniert \u00e4nderten sie kurzerhand die Setlist und \u00fcberspielten so im wahrsten Sinne des Wortes die Probleme.<br \/>\nDa lag \u201eAnother morning stoner\u201c bereits hinter uns. Es ist eines meiner <strong>Trail of Dead<\/strong> Lieblinge, aber so schnell gespielt wie in Bochum habe ich es wohl noch nie geh\u00f6rt. Live spielen sie ihre Songs durch die Bank schneller, aber \u201eAnother &#8230;\u201c war wirklich unglaublich schnell.<br \/>\nNach einer Stunde war das regul\u00e4re Set um. Nach mehreren Minuten, in denen erneut zwei Gitarren ausgetauscht wurden, kamen sie noch mal zur\u00fcck. <strong>Conrad Keely<\/strong> erkl\u00e4rte, dass so ziemlich alles auf der B\u00fchne kaputt sei, sie aber dennoch zwei St\u00fccke spielen wollen.<br \/>\nDie neuen <strong>Trail of Dead<\/strong> zerst\u00f6ren ihre Instrumente nicht mehr mit k\u00f6rperlicher Gewalt, keines der beiden Schlagzeug wurde auch nur ansatzweise umgehauen, geschweige denn eine Gitarre geschreddert, nein, sie spielen sie kaputt.<br \/>\nBedingt dadurch ist die offizielle Setlist auch mehr als vager Anhalt zu verstehen. Das erste Lied der Zugabe war ein anderes (&#8222;All St. Days&#8220; ?) und ich glaube auch mittendrin gab es einige Umstellungen.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: The Giants causeway<br \/>\n02: It was there that i saw you<br \/>\n03: Isis unveiled<br \/>\n04: Homage<br \/>\n05: Bells of creation<br \/>\n06: Will you smile again<br \/>\n07: Caterwaul<br \/>\n08: Another morning stoner<br \/>\n09: Clair de Lune<br \/>\n10: Aged dolls<br \/>\n11: Perfect teenhood<br \/>\nZugabe:<br \/>\n12: All St. Days(?)<br \/>\n13: Totally natural<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1193\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trail of Dead &#8211; K\u00f6ln, <\/a><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1193\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">14.05.2009<\/a><br \/>\n<a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=107\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trail of Dead &#8211; New York, 12.11.2006 <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSchei\u00df Stimmung hier\u201c, sagte das M\u00e4dchen neben mir zu ihrem Freund nach einer guten Viertelstunde des Trail of Dead Konzerts in der Bochumer Zeche. 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