{"id":11221,"date":"2019-09-14T15:00:15","date_gmt":"2019-09-14T13:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=11221"},"modified":"2019-09-14T15:14:29","modified_gmt":"2019-09-14T13:14:29","slug":"steve-gunn-koeln-09-09-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/steve-gunn-koeln-09-09-2019\/","title":{"rendered":"Steve Gunn &#8211; K\u00f6ln, 09.09.2019"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Bumann &amp; SOHN, K\u00f6ln<br><strong>Vorband: <\/strong>&#8211;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1084\" height=\"610\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/WP_20190909_21_29_28_Pro.jpg\" alt=\"Steve Gunn\" class=\"wp-image-11233\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren habe ich an mir festgestellt, dass sich mein Musikinteresse ein bisschen verschoben hat. Das, was ich fr\u00fcher (also vor 20 Jahren) kaum oder gar nicht geh\u00f6rt habe, hat sich in den letzten zehn Jahren einen kleinen aber feinen Platz in meiner Musiklandschaft gesichert. Jazz zum Beispiel (und dieser Platz nimmt immer mehr Raum in Anspruch) oder R\u2019n\u2019B und Americana. Die erstgenannten Stile sind f\u00fcr diesen Konzertbericht irrelevant; Americana dagegen nennt sich das, was <strong>Steve Gunn<\/strong> im Bumann &amp; SOHN pr\u00e4sentiert. Americana. Puhh. Das ist doch diese Mischung aus Folkrock, Country und Indiefolk? Fr\u00fcher konnteste mich damit jagen. Wom\u00f6glich noch unter Mundharmonika Einsatz und mit Ukulele oder Banjo! <br>Doch mit der Zeit entwickelte ich ein Faible f\u00fcr diese langsamen, sanft dahinschleichenden Sounds von, zum Beispiel <strong>Wilco<\/strong>, <strong>War on drugs<\/strong>, <strong>Spain<\/strong>, <strong>Bill Callahan<\/strong>, <strong>Kurt Vile<\/strong>. Und eben ein <strong>Bill Callahan<\/strong> Konzert vor einigen Jahren im Stadtgarten \u00f6ffnete mir die Ohren f\u00fcr Americana\/Folkrock und war so etwas wie mein Aha-Moment. Aha, das nimmt mich ja doch mit. Aha, das ist wundersch\u00f6n! <br>So kommt es nicht von ungef\u00e4hr, dass ich mir quasi ohne zu z\u00f6gern ein Ticket f\u00fcr das <strong>Steve Gunn<\/strong> Konzert kaufte. Ein, zwei Songs auf YouTube reichten, um mich bedingungslos zu \u00fcberzeugen. Wenn ich <strong>Steve Gunn<\/strong> erst vor kurzem entdeckte, ein Szeneneuling ist er nicht. Gut zwei H\u00e4nde voll Alben hat er ver\u00f6ffentlicht, war oder ist (so genau wei\u00df ich das nicht) Mitglied der <strong>Kurt Vile<\/strong> Band <strong>The Violators<\/strong> und Teil diverser andere Musikprojekte. Sein aktuelles Album <em>The unseen in between<\/em> ist frisch auf dem Markt.<\/p>\n\n\n\n<p>Montagabends ist es im Regionalzug am ruhigsten. Ich mag es,\nmontags zu Konzerten in die Stadt zu fahren, hier zu sitzen und abzuschalten.\nDie 35 Minuten Bahnfahrt sind ein idealer Trenner zwischen Arbeits- und\nFreizeitstunden und perfekt dazu geeignet, um gedanklich von der einen in die\nandere Welt zu gleiten. 35 Minuten, in denen ich tagtr\u00e4umen kann. 35 Minuten,\nin denen ich mich auf den Abend einstimmen kann. Gedanklich und inhaltlich. 35\nMinuten, die eine gute Vorbereitung auf einen Konzertbesuch darstellen. Ich\ngoogle noch ein paar Informationen \u00fcber die Band, die Musik oder suche einfach\nnach der letzten Plattenkritik. Ein Song wie \u201eOne sunday morning\u201c von <strong>Wilco<\/strong>\nw\u00e4re der ideale Soundtrack. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Bumann &amp; SOHN ist es gegen 21 Uhr gut gef\u00fcllt. P\u00fcnktlich zum Intro von \u201eOld strange\u201c stehe ich vor der B\u00fchne und bin \u00fcberraschend schnell im Konzert. Mit Gitarrenklimperintro zieht sich das Er\u00f6ffnungsst\u00fcck auf 10 Minuten, langweilt mich aber zu keiner Sekunde. Im Normalfall w\u00e4re so ein Brocken zu Beginn eines Konzertes ein Berg, der mich \u00fcberfordert zur\u00fccklassen w\u00fcrde.<br>An diesem Abend ist \u201eOld strange\u201c zusammen mit dem letzten Song des Abends (\u201eWay out weather\u201c), der sich ebenso nahe des zweistelligen Minutenbereiches bewegt, eine Klammer um den Abend, die passender nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Das wusste ich zu diesem Zeitpunkt nat\u00fcrlich noch nicht. Erst einmal stand hier ein toller Konzertbeginn. <br><strong>Steve Gunn<\/strong> und Band (Bass, Schlagzeug, Gitarre) spielen auf der aktuellen Tour oft die gleichen Songs. Auch an diesem Abend kommt als dritter Song das <strong>Michael Chapman<\/strong> Cover \u201eAmong the trees\u201c. Definitiv das \u00e4lteste Lied des Abends, denn \u201eAmong the trees\u201c wurde 1970 ver\u00f6ffentlicht. <strong>Michael Chapman<\/strong> ist ein englischer Singer-Songwriter, der seit den 1970er Jahren Musik macht. \u2018Michael sei ein guter Freund und sowas wie ein Mentor\u2018, erl\u00e4utert <strong>Steve Gunn<\/strong>, und \u2018\u00fcberdies sei \u201eAmong the trees\u201c sein Lieblingssong.\u2018 Aha, okay. Gr\u00fcnde genug, das St\u00fcck in sein Programm einzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Musikalisch ist das Konzert zweigeteilt. Es gibt diese &#8211; ich sag mal &#8211; klassischen Folk- und Americana Songs, die auf der Akustikgitarre gespielt werden und nach Mundharmonika schreien. (Einmal kommt sie sogar zum Einsatz. Gott sei Dank nur dezent.) Dann wiederrum gibt es aber auch die schnelleren, poprockigeren Songs, die mit gem\u00e4chlich schwingenden Psychedelic-E-Gitarren auftrumpfen. Greift <strong>Steve Gunn<\/strong> zur E-Gitarre, wird es gleich lauter im Bumann und endet mitunter, wie bei \u201eParanoid\u201c, im Geschrammel mit <strong>Thurston Moore<\/strong>-esken Ausw\u00fcchsen. Konkret meint das, dass der Gitarrenhals Bekanntschaft mit dem \u00fcber den K\u00f6pfen der Musiker kreisenden Lichtbrett macht. \u201eParanoid\u201c, \u201eVagabond\u201c und ein, zwei weitere Songs bilden im Mittelteil des Konzertes einen, sch\u00f6nen, stimmigen E-Gitarren Block. Erst gegen Ende des Konzertes, zum nur mit Bassbegleitung vorgetragenen \u201eMorning is mended\u201c, wird die Akustikgitarre wieder rausgekramt. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzert ist kurzweilig und spannend, auch weil es durch die Wechsel von Akustik- und E-Gitarre nie monoton klingt. Als Freund des Lauten sind mir die E-Gitarrenparts nat\u00fcrlich lieber, gelangweilt habe ich mich die andere Zeit jedoch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abend war bedingungslos gut.<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren habe ich an mir festgestellt, dass sich mein Musikinteresse ein bisschen verschoben hat. Das, was ich fr\u00fcher (also vor 20 Jahren) kaum oder gar nicht geh\u00f6rt habe, hat sich in den letzten zehn Jahren einen kleinen aber feinen Platz in meiner Musiklandschaft gesichert. Jazz zum Beispiel (und dieser Platz nimmt immer mehr Raum in Anspruch) oder R\u2019n\u2019B und Americana. Die erstgenannten Stile sind f\u00fcr diesen Konzertbericht irrelevant; Americana dagegen nennt sich das, was Steve Gunn im Bumann &#038; SOHN pr\u00e4sentiert. Americana. 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