{"id":11100,"date":"2019-08-18T16:50:04","date_gmt":"2019-08-18T14:50:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=11100"},"modified":"2021-03-03T17:37:23","modified_gmt":"2021-03-03T16:37:23","slug":"the-good-the-bad-the-queen-luxemburg-15-08-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/the-good-the-bad-the-queen-luxemburg-15-08-2019\/","title":{"rendered":"The Good, the Bad &#038; the Queen &#8211; Luxemburg, 15.08.2019"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Den Atelier, Luxemburg<br><strong>Vorband: <\/strong>&#8211;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1048\" height=\"588\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_2702.jpg\" alt=\"The Good the Bad &amp;amp; the Queen,Konzertbericht,Review,Setlist\" class=\"wp-image-11105\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Sommerpause ist vorbei. Erschreckende acht, neun Wochen sind seit meinem letzten Konzertbesuch vergangen. Mit leichten Entzugserscheinungen beschloss ich Anfang der Woche, erneut nach Luxemburg zu fahren, um mir <strong>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/strong> anzusehen. Eine Band, von der ich nicht allzu viel kenne und wei\u00df, die mich aber irgendwie reizt. Hinzu kam, dass ich die Musiker in dieser Konstellation noch nicht live gesehen habe und ich ein Ticket ergattern konnte, das weit unter dem regul\u00e4ren Preis angeboten wurde. Die Ausrede, dass die versteckten Kosten (Tanken), die dieser Ausflug mit sich bringen w\u00fcrde, alles nicht lohnen, wurde dadurch amortisiert. <br>Jetzt hab ich sie also alle durch. <strong>Blur<\/strong>, <strong>Gorillaz<\/strong> und eben <strong>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/strong>. Im n\u00e4chsten Jahr folgt <strong>Damon Albarn<\/strong> solo. Was nach einem riesengro\u00dfen Fan klingt, bin ich in Wirklichkeit nicht. Klar, ich mochte <strong>Blur<\/strong>, aber in den 1990er Jahren war ich eher ein Oasis-Ultra und im Team <strong>Gallagher<\/strong> unterwegs. <strong>Blur <\/strong>waren okay, mehr aber nicht. Allerdings, und da gibt es keine zwei Meinungen, hatte (und hat) <strong>Damon Albarn<\/strong> die bessere Frisur. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Atelier in Luxemburg ist nicht ausverkauft. Meine Spontan\u00fcberlegung, das Konzert zu besuchen, lie\u00df sich unproblematisch verwirklichen. Neben der Frage \u2018wann war ich eigentlich das letzte Mal auf einem Konzert\u2018 war die Entdeckung des zweiten <strong>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/strong> Albums <em>Merrie Land<\/em> mein Antrieb f\u00fcr diesen Konzertbesuch. Was f\u00fcr ein sch\u00f6nes St\u00fcck Musik die Band hier produziert hat, ich empfehle jedem, sich die Ruhe zu nehmen und es f\u00fcr sich zu entdecken. Es ist toll!<br><br>Da keine Vorband angesetzt ist, bleibt die Wartezeit auf die Band \u00fcberschaubar. <strong>Damon Albarn<\/strong>, <strong>Paul Simonon<\/strong>, <strong>Tony Allen<\/strong> und <strong>Simon Tong<\/strong>. Begleitet durch einen Percussionisten und einen Keyboarder. Mit sechs Musikern ist die Eckb\u00fchne des Ateliers voll. <br>Nach meinen aktuellen Beobachtungen geht der Trend, diese zu \u00fcberbr\u00fccken, hin zum Nachrichten oder Filme streamen. Nahm der Konzertnerd, der lange vor allen anderen an der T\u00fcr wartet und als erster (oder zumindest unter den Top 10) den Saal betritt, fr\u00fcher ein  Buch mit, um sich die Zeit zu vertreiben, lehnt er heute locker mit dem Handy in der Hand am Absperrgitter und schaut Nachrichten. Bei uns aufgrund mangelndem G Wertes ein Ding nahe an der Unm\u00f6glichkeit, in Luxemburg (oder Albanien) locker machbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Alben haben <strong>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/strong> ver\u00f6ffentlicht. Das erste 2007, das zweite vor ein paar Monaten. Mit <em>Merrie Land<\/em> hatte ich pers\u00f6nlich nicht mehr gerechnet, aber dann war es da. Sch\u00f6n, melancholisch. Musik, die die Urspr\u00fcnge der Musiker (<strong>The Verve<\/strong>, <strong>The Clash<\/strong>, <strong>Afrobeat<\/strong>, <strong>Blur<\/strong>) nicht erkennen lassen. Es klingt ruhig, allwissend, im Grunde unaufgeregt erwachsen. Die Vergangenheit kommt nur einmal kurz durch. Der Titeltrack klingt verd\u00e4chtig nach einem ollen <strong>Blur<\/strong> Schinken. Ansonsten gilt: <em>Merrie Land<\/em> und das erste Album <em>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/em> sind viel zu gut, als dass sie Anspielungen oder Hinweise an Afrobeat, <strong>The Verve<\/strong>, <strong>Blur<\/strong> oder <strong>The Clash<\/strong> n\u00f6tig h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>So, noch schnell den Wetterbericht schauen, und dann volle Konzentration auf die Band. Man k\u00f6nnte Supergroup sagen, muss man aber nicht.<br><strong>Damon Albarn<\/strong> tr\u00e4gt Zylinder. <strong>Paul Simonon<\/strong> Schieberm\u00fctze. <strong>Peaky blinders<\/strong> &#8211; eine britische Dramaserie, die im Birmingham der 1920er Jahre kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges spielt &#8211; Erinnerungen kommen in mir hoch. Die im Goldrahmen eingefasste Sonnenbrille von <strong>Tony Allen<\/strong> passt da nicht ganz ins Bild; sie blitzt jedoch unter seinem wei\u00dfen Sommerhut markant hervor. Jeder ist auf seine Art und Weise cool. Aber <strong>Tony Allen<\/strong> ist der allercoolste. Leider kann ich sein Schlagzeugspiel, das mit zu dem besten des Planeten geh\u00f6rt, von meinem Standpunkt aus nicht wirklich gut sehen. Das einzige Manko an diesem Abend.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzert ist musikalisch zweigeteilt. Im ersten Block\nspielen sie (fast) das komplette <em>Merrie Land<\/em> Album. Auf der Setlist\nfehlt nur \u201eDrifters &amp; Trawlers\u201c. Im Anschluss folgen acht Songs vom ersten\nAlbum <em>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Googlet man ein wenig umher, steht im Kontext der Band immer\nauch das W\u00f6rtchen Brexit. In einem Spiegel Online Artikel wird <strong>Damon Albarn<\/strong>\nmit den Worten<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ein k\u00fcnstlerischer Antrieb sei der Brexit geworden<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>zitiert. Und in der Summe, so interpretiere ich das Interview, ist das aktuelle Album ein Kommentar auf den Brexit. Ein n\u00fcchterner, trauriger. \u2019Where do we go now, where will you carry me\u2019 (aus \u201eLady Boston\u201d), \u2018I&nbsp;leave&nbsp;a&nbsp;little&nbsp;bit&nbsp;of&nbsp;England in a&nbsp;field&nbsp;in France\u2018 (aus \u201eNinteen seventeen\u201d), sind typische Textzeilen, die sich durch die neun Songs des Albums ziehen. Musikalisch ist <em>Merrie Land<\/em> melancholisch und ruhiger als das erste Album. Dub Beats, wie ich sie noch auf <em>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/em> h\u00f6re, gibt es nicht mehr. Daf\u00fcr Streicher. <\/p>\n\n\n\n<p>Violinen sind im Atelier auch zu h\u00f6ren. Allerdings nicht von der B\u00fchne. Da diese mit den sechs Musikern und Instrumenten bereits voll ist, werden die vier Violinistinnen auf die Galerie ausquartiert. So sa\u00dfen sie \u00fcber dem Treppenaufgang, immer im Blickkontakt mit ihrem \u2018Dirigenten\u2018 <strong>Damon Albarn<\/strong>. Und es sah gut aus, wenn dieser in Richtung Publikum, aber eigentlich in Richtung der Musiker, die Arme schwang, den letzten Ton ansagte oder zu schnellerem Spiel aufforderte. Als ob er das Publikum im Saal dirigieren wolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Zugabenintro bzw. die Pausenmusik zwischen regul\u00e4rem Set und Zugabe wird von den Violinistinnen auf der Galerie bestritten. Es ist ein zwei, dreimin\u00fctiges Zwischenspiel, das die Band langsam auf die B\u00fchne zur\u00fcckbringt. <strong>Damon Albarn<\/strong> sitzt als erster am Klavier und leitet \u00fcber in das wunderbare \u201eKingdom of Doom\u201c. \u201eKingdom of Doom\u201c ist, wie ich finde, der sch\u00f6nste Song von <strong>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/strong>. Ein Popsong, der eine besondere Sympathie ausstrahlt. In die Klavierpassage baut Damon Albarn ein paar Sekunden der Harmoniefolge von \u201eLondon calling\u201c ein. Der Saal springt sofort darauf an. Aber mehr Reminiszenzen kommen nicht. Das ist gut, denn dann m\u00fcssten gerechterweise auch noch ein paar <strong>Verve<\/strong>, <strong>Blur <\/strong>und Beatpassagen folgen. Das kann es ja nicht sein. Und das ist es auch nicht! Gut so. Ich bin schlie\u00dflich wegen <strong>The Good, the Bad &amp; the Queen<\/strong> hier.<br>Jeder merkt, der Abend neigt sich dem Ende entgegen. Das Spiel wird wilder und unberechenbarer. Jetzt h\u00fcpft sogar <strong>Damon Albarn<\/strong>  auf der B\u00fchne umher wie ein kleiner Troll. Zylinder und Jacket liegen schon lange in der Ecke und alle Theatralik ist dahin. Die Band spielt noch zwei weitere Songs, dann ist alles gesagt. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote blockquote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Am liebsten w\u00fcrde ich <em>Parklife<\/em> und <em>Merrie Land<\/em> bei den kommenden Konzerten direkt hintereinander spielen, <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>sagt <strong>Damon Albarn<\/strong> im erw\u00e4hnten Spiegel Online Interview. Es g\u00e4be eine starke Verbindung zwischen diesen Alben.<br>Bisher hat er es nicht getan. Eine kluge Entscheidung. So war es das bessere Konzert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br>01: Merrie Land <br>02: Gun to the Head <br>03: Nineteen Seventeen <br>04: The Great Fire <br>05: Lady Boston <br>06: The Truce of Twilight <br>07: The Last Man to Leave <br>08: The Poison Tree <br>09: History Song <br>10: 80&#8217;s Life <br>11: Herculean <br>12: Nature Springs <br>13: Three Changes <br>Zugabe: <br>14: Kingdom of Doom <br>15: Green Fields <br>16: The Good, The Bad &amp; The Queen <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe title=\"THE GOOD THE BAD AND THE QUEEN &quot;KINGDOM OF DOOM&quot; @ DEN ATELIER LUXEMBOURG 2019\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/pOkGIQZgar4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br>\n\u2013<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sommerpause ist vorbei. 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