{"id":10908,"date":"2019-05-01T14:53:05","date_gmt":"2019-05-01T12:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=10908"},"modified":"2025-10-28T19:12:07","modified_gmt":"2025-10-28T18:12:07","slug":"josh-rouse-grant-lee-phillips-leuven-24-04-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/josh-rouse-grant-lee-phillips-leuven-24-04-2019\/","title":{"rendered":"Josh Rouse &#038; Grant-Lee Phillips &#8211; Leuven, 24.04.2019"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Het Depot, Leuven<br><strong>Vorband: <\/strong>&#8211;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1150\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1849.jpg\" alt=\"Josh Rouse &amp; Grant-Lee Phillips\" class=\"wp-image-10909\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Margaritha Geschichte verfolgt uns f\u00fcr ein, zwei Songansagen. \u2018Margaritha Machine\u2018, <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> zieht die Silben und mit seiner tiefen Stimme klingen die W\u00f6rter bedrohlich und am\u00fcsant zugleich. \u2018This is the Margaritha machine\u2018, er erz\u00e4hlt davon, weil es im Het Depot so angenehm ruhig ist und keine Hintergrundger\u00e4usche das Konzert st\u00f6ren. Scheinbar ist das bei seinen Konzerten nicht immer so.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Het Depot liegt enorm verkehrsg\u00fcnstig direkt am Hauptbahnhof in Leuven. Ich komme zwar nicht mit dem Zug an, bemerke das aber, als ich zu Fu\u00df vom Tiefgaragenparkplatz am ehemaligen Stella Artois Brauereigel\u00e4nde, auf dem jetzt neue Wohn- und Appartementblocks entstehen, zu meinem Hotel laufe. Ich war noch nie im Het Depot, ich war gar noch nie in Leuven. Und um es kurz zu machen, beides ist wundersch\u00f6n. Hier kann man leben.<br>Das Het Depot ist einer dieser Konzerts\u00e4le, die es in Benelux zu Hauf gibt: ordentlich, aufger\u00e4umt, wohl organisiert, gut ausgestattet. Diese Adjektive sind oder werden immer mehr mein Grund, lieber Konzerte in den Nachbarl\u00e4ndern zu besuchen als bei uns. Die Konzertkultur ist dort einfach eine andere, ja vielleicht sogar eine Bessere, weil kundenorientierter, freundlicher, komfortabler. Dies zumindest mein Eindruck.<br>Der als Theatersaal geplante Raum ist an diesem Abend durch einen Vorhang zweigeteilt. Die Sitzreihen sind abgehangen, so dass vor der B\u00fchne nur der Stehplatzbereich als Konzertfl\u00e4che \u00fcbrig bleibt. Die ist aber so enorm gro\u00df, dass ich mich frage, wie in diesem Saal ein Theaterst\u00fcck wirkt, wenn die erste Zuschauerreihe 10 Meter von der B\u00fchne entfernt ist. 300 Karten wurden f\u00fcr diesen Abend verkauft. Das erfahre ich, als ich mich anfangs erkundige, ob das Konzert im Saal oder in der Bar stattfindet, die am Kopfende auch eine kleine B\u00fchne hat, und auf der &#8211; Zufall oder nicht &#8211; eine Monitorbox steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, nein, das Konzert sei im Saal. Hinter dem Vorhang. Ich werde nicht nur dar\u00fcber informiert, sondern die Het Depot Mitarbeiterin f\u00fchrt mich auch gleich dahin. Im Gespr\u00e4ch kommen wir \u00fcberein, dass wir beide nicht mit 300 G\u00e4sten f\u00fcr dieses Konzert gerechnet h\u00e4tten. <strong>Josh Rouse<\/strong>, den kennt doch kaum jemand und <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong>, nun ja, da ist \u201eFuzzy\u201c. Und was noch? F\u00fcr Kenner noch eine Menge. Beide K\u00fcnstler machen hervorragende Alben mit bemerkenswerten Hits. Ich empfehle jedem, sich das ein oder andere von <strong>Josh Rouse<\/strong> und <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> anzuh\u00f6ren. Es lohnt definitiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe beide unabh\u00e4ngig voneinander in den letzten beiden Jahren kennen- und sch\u00e4tzen gelernt. <strong>Josh Rouse<\/strong> war eine der besten Musikempfehlungen, die ich in den letzten Jahren bekommen habe und <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong>, nun, den kenne ich nat\u00fcrlich von seiner Band <strong>Grant Lee Buffalo<\/strong>, die ich &#8211; wenn ich es richtig im Kopf habe &#8211; in den 1990er Jahren schon einmal mit live gesehen habe. Solo begeisterte er mich vor Jahren bei einem Stadtgartenkonzert und schlich sich so wieder auf meine Musiklandkarte.<br><strong>Josh Rouse<\/strong>, sah ich letztes Jahr im AB Salon. Damals wie an diesem Abend erz\u00e4hlte er, dass er sehr regelm\u00e4\u00dfig einmal im Jahr irgendwo in Belgien Konzerte spielt. Das gibt Hoffnung, ihn auch 2020 live sehen zu k\u00f6nnen. Nach dem AB Konzert, das ich sehr bemerkenswert fand, kaufte ich nach und nach seinen kompletten Backkatalog. \u201eIt\u2019s the nighttime\u201c, \u201eSad eyes\u201c, \u201eWinter in the Hamptons\u201c, f\u00fcr mich gibt es kaum sch\u00f6nere Songs, die in den letzten 15 Jahren geschrieben wurden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1150\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1812.jpg\" alt=\"Josh Rouse\" class=\"wp-image-10910\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Josh Rouse<\/strong> er\u00f6ffnet den Abend. Sein Album <em>Love in the modern age<\/em> erschien im letzten Jahr und Songs daraus bilden das Grundger\u00fcst des Konzertes. \u201eLove in the modern age\u201c, \u201eBusinessman\u201c, \u201eSalton sea\u201c sind Popsongs mit Synthesizer und viel Tam-tam. Aber wie schon vor einem Jahr im AB Salon kommen sie auch ohne Bandbegleitung gut und schwungvoll r\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Josh Rouse<\/strong> geh\u00f6rt das rechte Mikrofon. Das linke wird sp\u00e4ter <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> benutzen. Mehr als die beiden Mikrofone steht nicht auf der B\u00fchne. Mehr braucht es auch nicht.<br>Es macht Spa\u00df, und der Spa\u00df wird noch gr\u00f6\u00dfer, als <strong>Josh Rouse<\/strong> meine Lieblingslieder anstimmt: \u201eIt\u2019s the nighttime\u201c und \u201eWinter in the Hamptons\u201c. Wow! Es sind nicht die einzigen Ausrutscher in den Backkatalog. \u201eValencia\u201c, in sch\u00f6nstem spanisch vorgetragen, \u201eQuiet town\u201c und \u201eSuburban Sweetheart\u201c sind weitere Blicke in die musikalische Vergangenheit.<br>Nach guten 45 Minuten verl\u00e4sst der in Valencia lebende <strong>Josh Rouse<\/strong> die B\u00fchne, liefert uns aber das Versprechen, an diesem Abend nochmals auf selbige wiederzukehren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1150\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1840.jpg\" alt=\"Grant-Lee Phillips\" class=\"wp-image-10911\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Margaritha machine.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> ist der bessere Entertainer. Mit seiner tiefen, sonoren Stimme erz\u00e4hlt er wie ein M\u00e4rchenonkel klingend seine kleinen Geschichten. Ich h\u00f6re ihm dabei gerne zu, seine Stimme klingt so enorm unaufgeregt und ruhig monoton. Ob ihm je ein Job als H\u00f6rbuchsprecher angeboten wurde? Das w\u00e4re nur zu logisch.<br>Gef\u00fchlt ist das Set von <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> k\u00fcrzer als das von <strong>Josh Rouse<\/strong>. Aber ohne \u201eFuzzy\u201c geht es nat\u00fcrlich nicht. \u201eFuzzy\u201c Ist der Konsenssong, den wahrscheinlich jeder kennt, selbst wenn er nur als gro\u00dfer <strong>Josh Rouse<\/strong> Fan zu diesem Konzert angereist ist. \u201eFuzzy\u201c war der Hit von <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> 1990er Jahre Band <strong>Grant Lee Buffalo<\/strong>. Da erz\u00e4hl\u2018 ich nix Neues, denke ich. Nachdem die Band nach dem Deb\u00fctalbum <em>Fuzzy<\/em> nur m\u00e4\u00dfig Erfolg hatte, l\u00f6ste sie sich 1999 auf. Seit 2001 macht <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> Soloalben, und besticht darauf mit sch\u00f6nen Americana Folksongs.<br>Spielte <strong>Josh Rouse<\/strong> E-Gitarre, ist das Werkzeug nun die Akustikgitarre. Neben \u201eFuzzy\u201c gibt es einen weiteren umjubelten Song, \u201eMona Lisa\u201c, vom 2004er Album <em>Virginia Creeper<\/em>. Auch das alte \u201eMockingbird\u201c und \u201eHoney don\u2019t think\u201c kommen gut. Leider spielt <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> dar\u00fcber hinaus nur noch eine Handvoll Songs, so dass sein Auftritt viel zu schnell vorbei ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1150\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1847.jpg\" alt=\"Josh Rouse &amp; Grant-Lee Phillips\" class=\"wp-image-10912\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dass sich die beiden Musiker, die altersm\u00e4\u00dfig nur wenige Jahre auseinanderliegen, sehr gut verstehen, merke ich im dritten Teil des Konzertes. Vor Jahren haben sie gemeinsam Songs geschrieben, doch bevor sie einen davon spielen, erz\u00e4hlen sie ein wenig \u00fcber ihre gemeinsamen Lieblingssongs. Einer davon ist \u201eUnder the Milky way\u201c von <strong>The Church<\/strong>, das auch gleich danach angestimmt wird. Ich kenne es bereits von Internetvideos und hatte insgeheim gehofft, es an diesem Abend live zu h\u00f6ren. Es ist eine der besten Coverversionen, die ich kenne und es ist um L\u00e4ngen besser und passender als ihr zweiter gemeinsamer Song. \u201eBoys don\u2019t cry\u201c wirkt einfach nicht und erscheint mir in diesem Rahmen (Theaterb\u00fchne, zwei graumelierte M\u00e4nner mit Gitarren) sehr skurril und bizarr.<br>\u201eBoys don\u2019t cry\u201c setzt den Schlusspunkt hinter einen verdammt guten Abend. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzert war gro\u00dfartig und \u00fcbertraf all meine Erwartungen. Dieser Ausflug hat sich mehr als gelohnt! Himmel was f\u00fcr ein tolles Gesamtpaket.<br>Eine kleine Entt\u00e4uschung erlebe ich am Merchstand. Leider verkauft nur <strong>Josh Rouse<\/strong> ein paar Platten (die ich aber schon alle habe). Schade, ich h\u00e4tte sehr gerne die ein oder andere <strong>Grant-Lee Phillips<\/strong> Platte erworben. Nun denn, the internet still exists.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/grant-lee-phillips-koeln-10-10-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grant-Lee Phillips &#8211; K\u00f6ln, 10.10.2015 \/ Stadtgarten<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/josh-rouse-brussels-19-04-2018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Josh Rouse &#8211; Br\u00fcssel, 19.04.2018 \/ AB Salon<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Margaritha Geschichte verfolgt uns f\u00fcr ein, zwei Songansagen. \u2018Margaritha Machine\u2018, Grant-Lee Phillips zieht die Silben und mit seiner tiefen Stimme klingen die W\u00f6rter bedrohlich und am\u00fcsant zugleich. \u2018This is the Margaritha machine\u2018, er erz\u00e4hlt davon, weil es im Het Depot so angenehm ruhig ist und keine Hintergrundger\u00e4usche das Konzert st\u00f6ren. 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