{"id":10764,"date":"2019-02-21T18:03:48","date_gmt":"2019-02-21T17:03:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=10764"},"modified":"2019-02-21T18:14:49","modified_gmt":"2019-02-21T17:14:49","slug":"neneh-cherry-koeln-19-02-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/neneh-cherry-koeln-19-02-2019\/","title":{"rendered":"Neneh Cherry &#8211; K\u00f6ln, 19.02.2019"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Carlswerk Victoria, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:\u00a0<\/strong>Charlotte Adig\u00e9ry<\/p>\n<p><strong><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-10768 size-full\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/IMG_1619.jpg\" alt=\"Neneh Cherry\" width=\"2048\" height=\"1152\" \/><\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong>Neneh Cherry<\/strong> has always been a restless musical adventurer. Stockholm-born, she moved to the UK in the late Seventies, where she joined punk band The Slits, became a reggae DJ and duetted with The The. Her own commercial breakthrough came when her 1989 debut album Raw Like Sushi, a thrilling meld of hip hop and pop, became a worldwide hit thanks to tracks Buffalo Stance and Manchild. Now 54, Cherry\u2019s still on her sonic journey, albeit along a mellower trajectory. After an 18-year hiatus, she has released two new solo albums in quick succession in collaboration with electronic music pioneer Four Tet (real name Keiran Hebden), who specialises in fractured beats and woozy atmospherics. (www.Telegraph.co.uk)<\/p><\/blockquote>\n<p>30 Jahre nach <em>Raw like sushi<\/em> und 5 Jahre nach <em>Blank Project <\/em>&#8211; ihrem ersten Album nach 18 Jahren Pause &#8211; hat <strong>Neneh Cherry<\/strong> just ein weiteres Album ver\u00f6ffentlich: <em>Broken politics<\/em>.<br \/>\nVergleiche ich es mit seinem Vorg\u00e4nger, so wirkt <em>Broken politics<\/em> soundtechnisch eleganter, ruhiger und triphoppiger als <em>Blank Project<\/em>, das eher rau, dunkel und basspolternd \u00fcber mich herfiel.<br \/>\nIch freute mich damals, dass <strong>Neneh Cherry<\/strong> nochmal Musik ver\u00f6ffentlicht, geh\u00f6rt doch <em>Homebrew<\/em> (iht zweites Album aus den fr\u00fchen 1990er Jahren) nach wie vor zu meinen Lieblingsplatten und <strong>Neneh Cherry<\/strong>\u00a0zu meinen Lieblingsmusikerinnen.<br \/>\n\u00dcberraschend kam\u00a0f\u00fcr mich 2014 ihr sogenanntes Comeback, obwohl es sich durch die Zusammenarbeit mit <strong>The Thing<\/strong> zwei J\u00e4hrchen zuvor leise ank\u00fcndigte. Man h\u00e4tte also ahnen k\u00f6nnen, dass die Schwedin was im K\u00f6cher hat. <em>Blank Project<\/em> fand ich auf Anhieb toll; es klingt einerseits cool erwachsen aber andererseits noch rau und dunkel, improvisiert und verr\u00fcckt genug, um nicht wie Comebackplatten anderer Musiker als vertaner Versuch unterzugehen. So wie die Platte wirkte dann auch ihr Stadtgarten Konzert, das sie 2014 nach K\u00f6ln brachte und mir die Gelegenheit gab, <strong>Neneh Cherry<\/strong> erstmals zu sehen, auf mich: spontan, improvisiert und irgendwie unfertig. Aus meiner Erinnerung heraus sag ich mal, es war damals ein ganz sch\u00f6nes Rumpelkonzert, Bass und Synthies dr\u00f6hnten laut und heftig.<br \/>\n2019 ist das anders. Das aktuelle Album <em>Broken politics<\/em> dr\u00f6hnt und rumpelt nicht mehr und genauso ist auch das Konzert. Der Auftritt wirkt mehr elegant als wild, die B\u00fchne hat ein gro\u00dfes B\u00fchnenbild und <strong>Neneh Cherry<\/strong> kommt in Begleitung von sechs Musikern, die die Songs musikalisch akkurat und pr\u00e4zise auf die B\u00fchne bringen.<br \/>\nEs ist ein ganz gro\u00dfes Unternehmen, mit dem <strong>Neneh Cherry<\/strong> ihre Europatour antritt. Und die Hallen sind gr\u00f6\u00dfer als vor 5 Jahren. Das Konzert in K\u00f6ln wurde aus der Kulturkirche ins Carlswerk Victoria hochverlegt, das Berliner Astra ist ausverkauft.<\/p>\n<p>A pro pos Hochverlegung.<br \/>\nWelch\u2018 ein Aufschrei ging durch die Facebookwelt, als in der Veranstaltung das Venue upgrade bekanntgegeben wurde. \u00dcber 60 Kommentare, die sich mehrheitlich dar\u00fcber \u00e4rgerten. Nein, die Kulturkirche solle es doch sein, Fragen nach der Ticketr\u00fcckgabe wurden gestellt und in den Tagen vor dem Konzert gab es massenhafte Verk\u00e4uferangebote. Trotzdem war das Carlswerk Victoria &#8211; oder die seelenlose Halle, wie es in den Kommentaren stand &#8211; gut besucht. Ich sch\u00e4tze, mehr als 1000 Leute wollten <strong>Neneh Cherry<\/strong> und Band sehen. Warum das so ist und woher diese starke neuerlich Verehrung kommt, es ist mir schleierhaft. <em>Broken politics<\/em> ist ein gutes, aber kein \u00fcberragend gutes Album. Es belegt keine Chartsposition und auf wdr2 wurden auch keine Tickets verlost. Eigentlich hat sich seit der <em>Blank Project<\/em> Tour nichts ge\u00e4ndert, und doch sind die Leute ganz n\u00e4rrisch auf <strong>Neneh Cherry<\/strong>.<\/p>\n<p>A pro pos Carlswerk Victoria.<br \/>\nEine neue Konzerthalle in der Stadt. Oder soll ich besser sagen ein Hallenkomplex. Denn neben dem Victoria geh\u00f6rt auch der kleinere Saal Club Volta zum Carlswerk. Sch\u00f6n sieht sie aus, die Halle und auch die angrenzenden R\u00e4umlichkeiten machen einiges her. Urbanisierter Industriecharme, der mich ein bisschen an die das Knust in Hamburg erinnert. Nur ist das Carlswerk Victoria viel gr\u00f6\u00dfer. Sound und Klima in der Halle sind &#8211; zumindest dieses Konzert betreffend -sehr gut. Wunderbar!<br \/>\nAllerdings k\u00f6nnte ein ausverkauftes Konzert andere Erfahrungen bringen. Dann n\u00e4mlich, wenn man unversehens am anderen Ende der schuhkartonf\u00f6rmigen Halle steht und die B\u00fchne sehr weit entfernt ist. Ich m\u00f6chte sagen, mir erscheinen die Proportionen L\u00e4nge und Breite etwas suboptimal. Die Halle ist ein paar Meter zu lang und ein paar Meter zu schmal. Egal. Positiv ist, dass &#8211; im Gegensatz zum \u00e4hnlich definierten Palladium &#8211; keine Pfeiler die Sicht behindern. Durch eine verschiebbare Trennwand k\u00f6nnte man das Carlswerk Victoria auch f\u00fcr kleinere oder nicht ausverkaufte Konzerte attraktiv machen. Das Carlswerk ist ein toller Konzertort.<\/p>\n<p>Leider wirkt das Konzert steril. So richtig funkt es nicht zwischen Publikum und Band. Das ist mein Eindruck aus meiner Position. Und die war nicht so schlecht. Obwohl ich sp\u00e4t dran war, war im vorderen Bereich noch genug Luft und Raum, um mich b\u00fchnennah positionieren zu k\u00f6nnen. Gl\u00fcck gehabt. (Siehe oben).<br \/>\nDoch zur\u00fcck zum Publikum: Gut, da w\u00e4re der 50something neben mir, der nach jedem Lied Jubelschreie von sich gibt und die Songs t\u00e4nzerisch begleitet, mehrheitlich jedoch ist das Publikum eher ehrfurchtsvoll und wahrt Distanz. Einige gehen gar w\u00e4hrend der ersten Songs nach hinten. Ist der Bass zu laut? Nein, das kann nicht sein. Der Sound im Carlswerk Victoria ist sehr gut. Waren dann die Erwartungen andere? Ich wei\u00df es nicht. Und welche Erwartungen stellte jeder Einzelne \u00fcberhaupt an dieses Konzert?<br \/>\nIch hatte nicht die Erwartung, ein best-of Konzert zu sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit alleine war. Ich hatte die Erwartung, ein \u00e4hnlich dunkles und intensives Konzert zu erleben wie zur <em>Blank Project<\/em> Tour. Damals war ich sehr begeistert von der Liveumsetzung der neuen Songs, der Wucht der B\u00e4sse und der Ausgelassenheit <strong>Neneh Cherrys<\/strong>.<br \/>\nJedoch waren die B\u00e4sse an diesem Abend nicht wuchtig, sondern der Sound elegant und jazzig cool. Die sechsk\u00f6pfige Band, eine Harfe, das Vibration. Es sind nicht mehr nur die Plattenteller und Keyboards von <strong>RocketNumberNine<\/strong>, die den Sound zusammenstellen.<\/p>\n<p>Es sind die Songs der beiden letzten Alben, die das Konzert bilden. Im regul\u00e4ren Set taucht nur das altbekannte und an die neuen Songs gut angepasste \u201eManchild\u201c auf. Harmonisch schleicht es sich zwischen \u201eSoldier\u201c und \u201eNatural Skin Deep\u201c. Letztgenannter ist der Song mit dem tollen Saxophon! Ich merke nicht, dass Jahrzehnte zwischen den Songs liegen.<br \/>\nIn diesen Momenten neigt sich das Konzert nach 12 Songs dem Ende entgegen. Eine Stunde Spielzeit, das reicht <strong>Neneh Cherry<\/strong>. Mir auch irgendwie. So \u00fcberzeugt wie seinerzeit den Stadtgarten verlasse ich das Carlswerk nicht. Es ist vielleicht die Ballade \u201eSynchronized Devotion&#8220;, die mir zu erkennen gibt, dass das hier nichts mit dem Stadtgarten Konzert zu tun hat. Das war ein bisschen unter meinen Erwartungen, entt\u00e4uscht oder gar ein vertaner Abend war es aber nicht. Konzertabende k\u00f6nnen nie vertane Abende sein!<br \/>\nDie ersten T\u00f6ne der Zugabe h\u00f6re ich vor der Halle. Der Sound dringt \u00fcberraschend deutlich durch die Au\u00dfenwand.<\/p>\n<blockquote>\n<div class=\"UH8R2\">Who&#8217;s looking good today?<br \/>\nWho&#8217;s looking good in every way?<br \/>\nNo style rookie<br \/>\nYou better watch don&#8217;t mess with me<\/div>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Setlist:<br \/>\n<\/strong>01: Cheap Breakfast Special<br \/>\n02: Fallen leaves<br \/>\n03: Shot Gun shack<br \/>\n04: Deep vein thrombosis<br \/>\n05: Kong<br \/>\n06: Poem Daddy<br \/>\n07: Blank Project<br \/>\n08: Synchronised devotion<br \/>\n09: Black Monday<br \/>\n10: Natural skin deep<br \/>\n11: Manchild<br \/>\n12: Soldier<br \/>\nZugabe:<br \/>\n13: Faster than the truth<br \/>\n14: 7 Seconds<br \/>\n15: Buffalo Stance<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/neneh-cherry-koeln-07-03-2014\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neneh Cherry \u2013 K\u00f6ln, 07.03.2014 \/ Stadtgarten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/pop-kultur-festival-berlin-27-08-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neneh Cherry &#8211; Pop-Kultur Festival Berlin, 27.08.2015<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30 Jahre nach Raw like sushi und 5 Jahre nach Blank Project &#8211; ihrem ersten Album nach 18 Jahren Pause &#8211; hat Neneh Cherry just ein weiteres Album ver\u00f6ffentlich: Broken politics. 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