{"id":10716,"date":"2019-01-22T17:00:55","date_gmt":"2019-01-22T16:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=10716"},"modified":"2019-01-22T17:07:33","modified_gmt":"2019-01-22T16:07:33","slug":"craig-taborn-dave-king-duo-koeln-18-01-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/craig-taborn-dave-king-duo-koeln-18-01-2019\/","title":{"rendered":"Craig Taborn &#038; Dave King Duo &#8211; K\u00f6ln, 18.01.2019"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Stadtgarten, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10718\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/IMG_1574_03.jpg\" alt=\"Konzert, Craig Taborn,Dave King,Stadtgarten,Jazz,pretty paracetamol\" width=\"2048\" height=\"1150\" \/>Na das war mal ein sehr interessanter und gleichsam experimenteller Einstieg in mein Konzertjahr. <strong>Craig Taborn<\/strong> und <strong>Dave King<\/strong> im Stadtgarten lieferten mir eine, wie soll ich sagen, experimentelle Minimal-Jazz-Improvisationserfahrung.<br \/>\nEin Zufall, beziehungsweise der Surprise Ticketpass f\u00fchrten mich in dieses Konzert. Wer glaubt, dass ich als Fan von <strong>Craig Taborn <\/strong>und <strong>Dave King<\/strong> im Stadtgarten sa\u00df, der irrt leider. Die Namen las ich vor einigen Tagen das erste Mal, ein Fan bin ich h\u00f6chstens von Jazz. Aber ein Anf\u00e4ngerfan.<\/p>\n<p>Ich denke, ich erkl\u00e4re kurz, was der Surprise Ticketpass ist: Mitte Dezember erhielt ich vom Stadtgarten eine E-Mail. F\u00fcr das n\u00e4chste Jahr w\u00fcrde ein sogenannter Surprise Pass angeboten, der f\u00fcr den Preis von 10 Euro Zutritt zu 5 Konzerten in den Moten Januar bis Oktober gew\u00e4hrt. Pro Monat bek\u00e4me der Surpriser ein Konzert angeboten, das er dann besuchen k\u00f6nne oder aber nicht. Ich musste nur kurz \u00fcberlegen. 5 Konzerte f\u00fcr 10 Euro, da kann ich doch nix falsch machen. Schnell kaufte ich den limitierten Konzertpass und bekam so in diesem Monat den Besuch des Konzertes von <strong>Craig Taborn &amp; Dave<\/strong> King angeboten. Wie schon erw\u00e4hnt, ich konnte mit beiden Namen nichts anfangen. Aber es gibt ja Google und YouTube und so suchte ich und fand wenig befriedigend sehr unterschiedliche Musikmitschnitte. Sowohl <strong>Craig Taborn<\/strong> als auch <strong>Dave King<\/strong> scheinen in sehr vielen Bands mitzuwirken und eine Vielzahl von Projekte unterschiedlicher Musikrichtungen zu bespielen.\u00a0 Es war mir unm\u00f6glich, gemeinsame Musik der beiden zu finden. Es gab <strong>Craig Taborn<\/strong> mit dem <strong>Dave King Trio<\/strong>, aber n\u00e4her kam ich nicht ran an die beiden. R\u00e4umlich war meine Suche nach Gemeinsamkeiten erfolgreicher: Beide stammen aus Minneapolis.<\/p>\n<p>\u2018Zusammen Musik w\u00fcrden die beiden seit 1983 machen, seit sie sich auf dem Geburtstag von Julie Robertson getroffen und kennengelernt haben. Damals h\u00e4tten sie Sachen von <strong>Rush<\/strong> und <strong>AC\/DC<\/strong> gespielt bzw. aufgelegt, heute Abend jedoch w\u00fcrden sie was ganz anderes machen.\u2018<\/p>\n<p>Ein besseres Intro in das Konzert h\u00e4tte ich mir nicht vorstellen k\u00f6nnen. Ich sitze nur einen halben Meter vom Schlagzeug entfernt. Es war eine gute Idee, so fr\u00fch am Stadtgarten zu sein, dass ich mir meinen Sitzplatz noch aussuchen konnte. Vorne, Mitte, hinten, mehr links, eher rechts. Was sich anfangs f\u00fcr mich so anh\u00f6rte, als sei der Jazzsaal des Stadtgartens nicht ausverkauft, stellte sich zu Konzertbeginn als Irrtum heraus. Die Sitztrib\u00fcne war voll.<br \/>\n<strong>Craig Taborn<\/strong> hat sein Instrumentarium links von mir aufgebaut. Der Pianist und Organist hat eine ganze Menge an Tasteninstrumenten dabei. Der Fl\u00fcgel, darauf ein Keyboard und im rechten Winkel dazu zwei weitere Tasteninstrumente und eine Menge an Kn\u00f6pfen und Reglern. \u2018That\u2019s my workspace for tonite\u2018, so der Pianist. Jetzt st\u00f6pselt er noch sein IPad dazu, mit dem er im zweiten Konzertteil ein paar Sprechsequenzen versamplen wird. Neun Alben hat <strong>Craig Taborn<\/strong> ver\u00f6ffentlicht, auf mehr als 90 mitgewirkt.<br \/>\nSein Partner <strong>Dave King<\/strong> am Schlagzeug steht qualitativ auf derselben Linie. Mit seinen Bands und Projekten sind unz\u00e4hlige Alben erscheinen, seine Platte <em>Never stop II<\/em> mit seiner aktuellen Band (also die Band, mit der er als n\u00e4chstes auf Konzerttour geht) <strong>The Bad plus<\/strong> z\u00e4hlt der Rolling Stone in seinem Jahrespoll zum besten Jazzalbum 2018.<\/p>\n<p>Nachdem sich <strong>Dave King<\/strong> hinter sein Schlagzeug gesetzt hat und <strong>Craig Taborn<\/strong> noch einige Pedale vor seinem Fl\u00fcgel richtete und die Synthesizer anstellte, konnte es beginnen.<br \/>\nGanz ruhig mit Klingel- und einzelnen Klaviert\u00f6nen starteten sie in den ersten Song. \u2018Okay denke ich, es wird vielleicht eher minimalistisch.\u2018 Richtig gedacht, den bed\u00e4chtig geht es weiter. \u00dcber ruhige Airdrums, Jazzbesen und vielen kleinen T\u00f6nen aus den elektrischen Tasteninstrumenten schrauben sich <strong>Craig Taborn<\/strong> und <strong>Dave King<\/strong> in den ersten Teil des Konzertabends. Mal knurspelt es hier, mal h\u00f6re ich Synthiewellen dort und dann wieder Sequenzen klassischen Klavierspiels; es ist eine Vielzahl an T\u00f6nen, die mir entgegenschwirren. Mitunter wirkt alles sehr abstrakt und strukturlos. Es scheint beliebig, wenn \u00a0<strong>Dave King<\/strong> mit seinem Handr\u00fccken auf die Bespannung der Schlagzeugtrommel dr\u00fcckt und so irre Ger\u00e4usche erzeugt. Das ist aber nicht, denn nat\u00fcrlich hat jeder Ton seine Berechtigung und das gro\u00dfe Ganze Hand und Fu\u00df. Das merke selbst ich Jazzanf\u00e4nger immer dann, wenn im Laufe einer Sequenz die beiden Musiker immer wieder zusammen kommen. Augenkontakt oder eine geheime Zeichensprache ben\u00f6tigen sie daf\u00fcr nicht. Es klappt auch so. Trotzdem frage ich mich, wieviel von alldem Improvisation ist und wieviel sie vorher abgesprochen und eingespielt haben.<br \/>\nEinzelne Songs oder Tracks sind kaum auszumachen. In der ersten Dreiviertelstunde gibt es zwei Klatschpausen, nach einer viertelst\u00fcndigen Pause im zweiten Teil genau eine. Zwischendurch erinnert mich der Sound an Filmmusik, mehrfach erinnert mich das Klavier an die <em>Lost in Translation<\/em> Melodie. Es ist ein experimenteller Musikabend zwischen Jazz und Avantgarde.<\/p>\n<p>Zum Ende des Konzertes schlie\u00dft sich der Kreis. <strong>Craig Taborn<\/strong> spielt eine \u00e4hnliche Klaviermelodie wie zu Beginn des Abends und als Zugabe spielt das Duo eine Sequenz aus \u201eTheme of the Stargazers\u201c von <strong>Sun Ra<\/strong>. Im Popbereich w\u00fcrde man wohl Coverversion sagen. Gef\u00fchlt der erste Song mit klassischer Struktur.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg f\u00e4llt es mir ein: Ach, im letzten Jahr sah ich diese Instrumentenkombination schon einmal. <strong>John McEntire<\/strong> und der<strong> Sea and cake<\/strong> S\u00e4nger, mir f\u00e4llt der Name gerade nicht ein, schufen mit Schlagzeug und Synthesizer aber ganz andere Klangwelten.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong> (Einen Tag sp\u00e4ter in Amsterdam)<\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YNOvSt3jXp8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Na das war mal ein sehr interessanter und gleichsam experimenteller Einstieg in mein Konzertjahr. 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