{"id":10449,"date":"2018-10-06T11:38:02","date_gmt":"2018-10-06T09:38:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=10449"},"modified":"2018-12-03T08:17:22","modified_gmt":"2018-12-03T07:17:22","slug":"they-might-be-giants-koeln-01-10-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/they-might-be-giants-koeln-01-10-2018\/","title":{"rendered":"They might be giants &#8211; K\u00f6ln, 01.10.2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Luxor, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10451\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-1.jpg\" alt=\"they might be giants,konzert,k\u00f6ln,luxor,concert revue\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-1-200x113.jpg 200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-1-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>\u201eAna Ng\u201c. Tanzfl\u00e4chenf\u00fcller in der Dortmunder Live Station und erster Hit der <strong>They might be giants<\/strong>. Es ist 1990 und \u201eAna Ng\u201c mein erster, und &#8211; so kann ich jetzt sagen &#8211; bisher einziger bewusster Ber\u00fchrungspunkt mit den beiden Johns, <strong>John Flansburgh<\/strong> und <strong>John Linnell<\/strong>. Nat\u00fcrlich nahm ich danach noch \u201eIstanbul (not Constantinople\u201c oder \u201eDr Worm\u201c wahr, auch erkannte ich die <strong>They might be giants<\/strong> in der TV Serie <em>Malcom mittendrin<\/em> als Soundtrack Schreiber, aber eines der unz\u00e4hligen Studioalben der <strong>They might be giants<\/strong> habe ich nie geh\u00f6rt. Und weder <em>Lincoln<\/em>, das mit \u201eAna Ng\u201c, oder <em>Flood<\/em>, das mit den anderen Hits, stehen in meinem CD Regal. Es schien mir nicht sonderlich wichtig zu sein, diese Band n\u00e4her zu verfolgen, genauso wenig wie es mir wichtig war, die Bedeutung des Songs \u201eAna Ng\u201c zu hinterfragen. Eine Schande! Ich gestehe.<\/p>\n<p>Als ich im Zug zum ausverkauften Luxorkonzert sa\u00df, holte ich das nach. Nein, ich kaufte nicht noch rasch bei Amazon den <strong>They might be giants<\/strong> Backkatalog, ich googlete nach der Bedeutung von \u201eAna Ng\u201c. \u201eAna Ng\u201c hei\u00dft der Song, da die beiden Johns \u00fcber auffallend viele New Yorker Telefonbucheintr\u00e4ge mit Namen Ng stolperten und das so lustig fanden, dass sie einen Song daraus machten. <em>Lincoln<\/em> wurde 1988 ver\u00f6ffentlicht, also vor ziemlich genau 30 Jahren. Eine Besonderheit, die mir erst bei der Recherche auffiel, und die bei der Tour, die die Band nach vielen Jahren mal wieder nach Deutschland f\u00fchrt, scheinbar keine Rolle spielt. Ferner las ich auch, dass \u201eAna Ng\u201c auf der aktuellen Tour nicht regelm\u00e4\u00dfig auf den Setlisten stand. Daf\u00fcr durchschnittlich andere 33 Songs, aufgeteilt in zwei Sets.<br \/>\n<strong>John Flansburgh<\/strong> und <strong>John Linnell<\/strong> sagen sp\u00e4ter, sie w\u00fcrden ihre eigene Vorband seien, um Kosten zu sparen. So geht\u2019s nat\u00fcrlich auch. Die Zusammenstellung der beiden Sets erschloss sich mir nicht. Mir schienen die Songs willk\u00fcrlich zusammengepackt worden zu sein, ohne roten Faden. Hatte die Setlist dennoch eine innere Logik, ich habe sie nicht entdeckt. Wichtiger war, dass durch die beiden Sets ein l\u00e4ngerer <strong>They might be giants<\/strong> Abend vor mir liegen w\u00fcrde. Meine Neugierde stieg und ich machte mich p\u00fcnktlich auf den Weg.<\/p>\n<p>Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass es keine Vorband geben wird und es mit den <strong>They might be giants<\/strong> sehr p\u00fcnktlich losgeht.<br \/>\nFr\u00fch ist es schon sehr voll im Luxor und noch bevor das Konzert in einer dreiviertel Stunde beginnt, ist es irgendwie schon ein guter Abend. Sp\u00e4testens nach \u201eDr Worm\u201c, das als vierter Song gespielt wird, ist mein Vorgef\u00fchl endg\u00fcltig best\u00e4tigt. Bereits zuvor gab es schon den ein oder anderen Lacher. <strong>John Flansburgh<\/strong> und <strong>John Linnell<\/strong> sind guter Dinge und zementieren das Konzert schnell in Richtung gro\u00dfartig.<br \/>\nNach 20 Jahren seien sie wieder in K\u00f6ln und spielen immer noch im gleichen Klub, scherzen die beiden. Die B\u00fchne h\u00e4tten sie aber gr\u00f6\u00dfer in Erinnerung.<br \/>\nEs geht beengt zu. Neben den beiden <strong>Johns<\/strong> sehe ich weitere vier M\u00e4nner, die sich mit ihren Instrumenten um jeden Zentimeter dr\u00e4ngeln. Bassist <strong>Danny Weinkauf<\/strong>, Schlagzeuger <strong>Marty Beller<\/strong>, Gitarrist <strong>Dan Miller<\/strong> und an der Trompete der \u00fcberragende <strong>Curt Ramm<\/strong> (\u2018He is the same size as we, he\u2019s just far away\u2018, so stellen die <strong>Johns<\/strong> den ganz im Hintergrund stehenden Trompeter vor) bilden die Band; der eine <strong>John<\/strong> spielt Gitarre, Trompete und Harmonika, der andere Keyboards, Saxofon, Klarinette, Gitarre und Akkordeon, Altsaxofon.<\/p>\n<p>Ich bin nicht allzu sattelfest mit den Songs. Aus dem ersten Set, das eine gute Stunde andauert, \u00a0kenne ich nur \u201eDr Worm\u201c, \u201eBirdhouse in your soul\u201c und noch einen Song; im zweiten Set eigentlich nur \u201eIstanbul (not Constantinople)\u201c, das ich gar nicht so dolle finde.<br \/>\nDas Konzert sch\u00f6pft seine Sch\u00f6nheit also nicht aus dem Wiedererkennungswert alter Hits und Lieblingslieder. Vielmehr ist es die B\u00fchnenpr\u00e4senz der Musiker, die das Konzert zu einem sehr besonderen Konzert machen. Es wird gescherzt und viel gelacht. Die beiden Johns sind in Hochform und nehmen alle in ihre Wohlf\u00fchlatmosph\u00e4re mit. Das Publikum dankt es mit gro\u00dfem Applaus und mitsingen. Ich f\u00fchle mich gut aufgehoben. Als die Band den neuen Song \u201e<a href=\"https:\/\/www.setlist.fm\/stats\/songs\/they-might-be-giants-3bd6a404.html?song=Let%27s+Get+This+Over+With\">Let&#8217;s get this over with<\/a>\u201c vom neuen \u2018brand new album\u2018<em> I like fun <\/em>ank\u00fcndigt, schallen pl\u00f6tzlich quasi aus dem Nichts heraus die ersten Verse des \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KMEEiGe4Tk8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theme from Flood<\/a>&#8220; durch den Saal (entsprechend auf <em>I like fun<\/em> umgem\u00fcnzt):<\/p>\n<blockquote><p>Why is the world in love again?<br \/>\nWhy are we marching hand in hand?<br \/>\nWhy are the ocean levels rising up?<br \/>\nIt&#8217;s brand new record for 2018.<br \/>\nThey Might be Giants&#8216; brand new album: I like fun<\/p><\/blockquote>\n<p>Musiknerds stehen an diesem Abend nicht nur auf der B\u00fchne! Da waren selbst die beiden <strong>Johns<\/strong> f\u00fcr ein paar Sekunden sprachlos. Was sie ansonsten so gar nicht sind. Alles und jeden und vor allem sich selbst nehmen sie auf die Sch\u00fcppe. Es ist ein gro\u00dfer Spa\u00df und es ist herrlich mitanzusehen und anzuh\u00f6ren, wie wenig ernst sich <strong>They might be giants<\/strong> auf der B\u00fchne nehmen. Ich habe noch nie ein so lustiges, unterhaltsames und gleichzeitig technisch so hochbrillantes Konzert gesehen. Denn bei allem Klamauk sind die Songs perfekt. Durch den am Keyboard installierten R\u00fcckspiegel hat <strong>John Linnell<\/strong> jederzeit die Band im Blick und gibt durch Augenzeig Eins\u00e4tze vor. Das l\u00e4uft wie am Schn\u00fcrchen. Es sitzt jeder Ton. Dass die Band &#8211; allen voran <strong>Curt Ramm<\/strong> &#8211; ihr Handwerk versteht, merke selbst ich als Laie.<br \/>\nEs k\u00e4me nun ein Song, der sei so alt, man k\u00f6nne sich schon gar nicht mehr erinnern wie alt. \u201eIstanbul (not Constantinople)\u201c und \u201eThe famous Polka\u201c sind f\u00fcr mich die schw\u00e4chsten St\u00fccke des Abends. Mittlerweile sind nahezu 90 Minuten Konzert vorbei und die Band ist in ihrem zweiten Set angelangt. Der zweite Teil wird er\u00f6ffnet durch eine Videoprojektion des Rap-Metal Crossover Hits \u201eWalk this way\u201c, \u00fcber das <strong>They might be giants<\/strong> \u201eLast wave\u201c von <em>I like fun<\/em> gelegt ist.<br \/>\nDie anschlie\u00dfenden \u201eLetterbox\u201c, \u201eApplause Applause Applause\u201c und \u201eWhy does the sun shine?\u201c Bilden einen kleinen Akustikpart im Programm. Die beiden Johns und Schlagzeuger <strong>Marty Beller<\/strong> haben es sich nah am B\u00fchnenrand gem\u00fctlich gemacht. Erst schien es mir, als w\u00fcrde der gesamte zweite Konzertteil so ablaufen, aber als die Pink Panther artige Trompete mit l\u00e4ngerem Intro \u201eIstanbul (not Constantinople)\u201c ank\u00fcndigt, erwies sich mein Gedanke als Trugschluss.<\/p>\n<p>Es lag auch an diesem Trompetenspiel, dass mir das gesamte Konzert als gro\u00dfer Spa\u00df in Erinnerung bleiben wird. Ich habe permanent Slapstick Comicfiguren vor meinem inneren Auge, wenn sich <strong>Curt Ramm<\/strong> und der Altsaxophon spielende <strong>John Linnell<\/strong> musikalische Duelle liefern. Was so ein paar tiefe T\u00f6ne und Tonfolgen einer Trompete ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<br \/>\nGegen Ende des zweiten Teils wird es irgendwann schwer f\u00fcr mich, der Band zu folgen. Ich merke, dass ich unkonzentrierter werde und ich genug bekomme. Auch ohne tiefergehendes Songwissen haben mich die <strong>They might be giants<\/strong> so sehr in Stimmung und Freude versetzt, dass ich es gegen Ende kaum noch aushalten kann. Nach guten zweieinhalb Stunden muss ich gehen. Ich kann nicht mehr. Reiz\u00fcberflutung. Um mich herum ist noch gro\u00dfes Trallala, aber ich hatte mich Sekunden zuvor daf\u00fcr entschieden, mich weiter nach hinten zu stellen. Ich hatte genug tolle Eindr\u00fccke gesammelt. Die erste Zugabe nehme ich aus dem T\u00fcrrahmen des Luxors wahr, die zweite Zugabe (die es aufgrund des Jubels sicherlich gab), lasse ich ganz sausen. Ob sie \u201eAna Ng&#8220; noch gespielt haben, ich wei\u00df es nicht. Es hat aber nicht gefehlt.<\/p>\n<p>Es war ein gro\u00dfartiges Konzert!<\/p>\n<blockquote><p>You are older than you\u2019ve ever been, and now you\u2019re even older.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAna Ng\u201c. 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