{"id":10283,"date":"2018-09-13T19:37:40","date_gmt":"2018-09-13T17:37:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=10283"},"modified":"2018-09-13T19:41:55","modified_gmt":"2018-09-13T17:41:55","slug":"anna-burch-koeln-10-09-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/anna-burch-koeln-10-09-2018\/","title":{"rendered":"Anna Burch &#8211; K\u00f6ln, 10.09.2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> King Georg, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> The golden dregs<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10286\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2-1.jpg\" alt=\"Anna Burch,Konzert\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2-1-200x113.jpg 200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2-1-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>Das King Georg schlie\u00dft bald seine Pforten. Also zumindest musikalisch. Die derzeitigen Betreiber h\u00f6ren zum Jahresende auf, las ich die Tage, wie es mit Konzerten im King Georg weitergeht, man hat noch keinen Plan. Ein paar Jahre lang war der ex-Nachtklub mit seiner Nicht-B\u00fchne Hort wunderbarer feiner Musikkonzerte. Ein Liebhaberprogramm von Musikliebhabern, sorgsam und spannend zusammengestellt. Der Satz klingt so richtig wie kitschig. Immer wieder spielten hier neben jungen, neuen Bands auch altsemestrige Indiehelden, von denen man glaubte, sie g\u00e4be es gar nicht mehr.<br \/>\nEin Liebhaberprogramm von Musikliebhabern. Der klingt so richtig wie kitschig. Das King Georg setzt in K\u00f6ln Ma\u00dfst\u00e4be, heimste f\u00fcr sein tolles Engagement ein paar Kulturf\u00f6rderpreise ein und wertet den Konzertstandort K\u00f6ln enorm auf. Oder wie es Gaffel.de nennt:<\/p>\n<blockquote><p>Die zwischen dem Ebertplatz und Sudermannplatz liegende Klubbar King Georg geh\u00f6rt zu den sagenumworbensten und verstiegendsten Etablisements der Stadt.<br \/>\nSein puffig-charmantes Ambiente, seine pittoreske Zwielichtigkeit regte bei vielen Nachtschw\u00e4rmern seit jeher viel Phantasie und Begeisterung aus. Nach 40-j\u00e4rigem Bestehen, hat nun, nach kurzer Unterbrechung, der Betreiber gewechselt. Andr\u00e9 Sauer, Mitbetreiber der Musikwirtschaft Stadt Venlo und erfahrener Musik- und Kulturveranstalter, wird diesen besonderen Ort ab Anfang September entstaubt haben und mit allw\u00f6chentlichen Tanz-, Theater-, Musik- und Literaturveranstaltungen neu beleben.\u00a0Es wird diverse Kooperationen geben, wie mit dem K\u00f6lner Ensemblenetzwerk Freihandelszone (www.freihandelszone.org), dem Raketenklub (http:\/\/raketenklub.blog.de\/) sowie mit der in Hamburg und Berlin ans\u00e4ssigen New Burlesque-Szene. Somit wird das King Georg auch K\u00f6lns erste Burlesque Bar.<br \/>\nGeplant sind des weiteren kleinere Sing- and Songwriter-Abende, schr\u00e4ge Elektronik-Acts sowie Lesungen aus dem Off.<\/p><\/blockquote>\n<p>Allzu oft war ich allerdings nicht hier. Mich nervte die R\u00e4umlichkeit, die ebenerdige \u2018B\u00fchne\u2018, das zu oft nix sehen. Gerade und erst recht, wenn ich bef\u00fcrchtete, dass es voll werden k\u00f6nnte, blieb ich lieber zuhause oder schaute mir die Bands anderswo an. Denn ein volles King Georg ist der wahre Graus, wenn man nicht direkt zu Einla\u00dfbeginn vor Ort und einen Platz in den ersten vier Reihen vor den Musikern ergattert. Dann sieht man nur Hinterk\u00f6pfe oder blickt einen Pfeiler an und es f\u00fchlt an wie Radio h\u00f6ren in einer Kneipe.<br \/>\nF\u00fcr mich gab es bei <strong>Anna Burch <\/strong>keinen alternativen Spielort. Die Alternative, die Amerikanerin nicht zu sehen, stellte sich aber auch nicht. Zu reizvoll klang ihr Deb\u00fctalbum <em>Quit the Curse<\/em> und so musste ich wohl oder \u00fcbel ins King Georg.<\/p>\n<p><strong>Anna Burch<\/strong> wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Warum? Nun, dass ist schnell erkl\u00e4rt: In ihr \u201eAsk 4 a friend\u201c verliebte ich mich in den ersten zehn Sekunden, in denen ich den Song vor einigen Wochen erstmals h\u00f6rte. Er klingt so vertraut, als w\u00e4re er schon immer da. Dabei erschien <em>Quit the Curse<\/em> erst Anfang des Jahres, \u201eAsk 4 a friend\u201c kann also nicht schon immer da gewesen sein. <strong>Anna Burchs<\/strong> Musik ist stark im Indiefolk der 1990er Jahre verdrahtet. Das ist, was die Songs f\u00fcr mich so vertraut klingen l\u00e4sst. Und als Fan von <strong>Brenda Kahn<\/strong>, <strong>Juliana Hatfield<\/strong>, <strong>Liz Phair<\/strong> bin ich unweigerlich in der <strong>Anna Burch<\/strong> Fangruppe.<\/p>\n<p>Insgeheim hoffte ich, dass das Konzert nicht voll sein wird. Ich behielt recht. Ich bin zwar nur p\u00fcnktlich, aber das Konzert \u00fcber habe ich einen schmalen Sichttunnel auf die S\u00e4ngerin. Lass das King Georg mal gut zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt sein. Ich bemerke sofort, <strong>Anna Burch<\/strong> war beim Friseur. Das kinnlange Haar ist nun raspelkurz. Die Haare lie\u00df sie in Berlin, wo sie den August verbracht hat, erz\u00e4hlt sie. Was finden nur alle immer noch an diesem Berlin, dass sie dort gar zum Friseur gehen?<\/p>\n<p><em>Quit the curse<\/em> ist keine 40 Minuten lang, entsprechend kurz f\u00e4llt das Konzert aus. Neben <strong>Anna Burch<\/strong> musizieren ein Gitarrist, eine Bassistin und ein Schlagzeuger, der zuvor als <strong>The Golden Dregs<\/strong> einen unterhaltsamen Kurzauftritt hatte. Empfehlenswert, weil sch\u00f6n, ist\u00a0&#8222;What a life \/ What a waste&#8220;. An diesem Abend lerne ich zwei Dinge: Mein Lieblingslied \u201eAsk 4 a friend\u201c handelt scheinbar \u00fcber Arbeitsvermittlungsagenturen (\u2018A song for your job dealer\u2018, wie die S\u00e4ngerin ihn ank\u00fcndigte) und ich erfuhr, dass Anna Burch in einer Band namens <strong>Frontier Ruckus<\/strong> als Backgrounds\u00e4ngerin am Start war.<\/p>\n<p>Neben den Songs von <em>Quit the curse<\/em> pr\u00e4sentierte uns die <strong>Anna Burch<\/strong> einen neueren Song, den sie ohne Bandunterst\u00fctzung auf der Akustikgitarre spielte. Ich fand, er passte gut zu dem vorherigen countryesken \u201eBelle isle\u201c und dem eher getragenen Sound des Deb\u00fctalbums. Nur ab und an wird es an diesem Abend etwas lauter im kleinen King Georg. Dann brummen die Gitarren ein bisschen mehr. Aber nur ein kleines bisschen, denn <em>Quit the curse<\/em> besticht durch gleichbleibend leise laute Songs, die ohne Aufregung, ohne Soundspitzen, ohne H\u00f6hen und Tiefen auskommen und dadurch ihre Sch\u00f6nheit entfachen.<\/p>\n<p>\u201eIn your dreams\u201c beendete den Abend. Lo-Fi in style. Perfekt!<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das King Georg schlie\u00dft bald seine Pforten. Also zumindest musikalisch. Die derzeitigen Betreiber h\u00f6ren zum Jahresende auf, las ich die Tage, wie es mit Konzerten im King Georg weitergeht, man hat noch keinen Plan. Ein paar Jahre lang war der ex-Nachtklub mit seiner Nicht-B\u00fchne Hort wunderbarer feiner Musikkonzerte. Ein Liebhaberprogramm von Musikliebhabern, sorgsam und spannend zusammengestellt. Der Satz klingt so richtig wie kitschig. 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