{"id":1002,"date":"2009-02-28T15:43:07","date_gmt":"2009-02-28T14:43:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1002"},"modified":"2018-08-23T10:42:42","modified_gmt":"2018-08-23T08:42:42","slug":"amy-macdonald-bochum-26022009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/amy-macdonald-bochum-26022009\/","title":{"rendered":"Amy Macdonald &#8211; Bochum, 26.02.2009"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Jahrhunderthalle, Bochum<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Moke<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"margin-top: 1px; margin-bottom: 1px;\" title=\"Amy MacDonald - Bochum, 26.02.2009\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/4\/91\/59\/4239159.cd8a9c47.500.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"160\" \/><\/p>\n<p>Lass uns nicht \u00fcber die ungl\u00fccklichen Anfahrtsumst\u00e4nde sprechen, und lass uns nicht \u00fcber die sch\u00f6ne, aber f\u00fcr Konzerte eher ungeeignete Jahrhunderthalle reden. Es ist ein riesiger Schuhkarton, in dem, wenn man zu sp\u00e4t ankommt, nur noch das Motto &#8218;hinten anstellen&#8216; gilt. Durch die langgezogene Bauweise der alten Fabrik mit den Eingangsbereichen auf nur einer L\u00e4ngsseite hat man so gut wie keine Chance, sich am Rand in vordere Bereiche vorzumogeln. (siehe auch: Palladium) Und hinten meint, im Fall der Jahrhunderthalle, ganz weit hinten. Das Geb\u00e4ude ist ewig tief und im ausverkauften Zustand gef\u00fchlt mit 28000 Menschen besetzt. Tats\u00e4chlich waren es 3500 (1live Angaben).<br \/>\nWir waren p\u00fcnktlich zu sp\u00e4t um acht vor Ort. Ein kurzer Blick in die Halle gen\u00fcgte, um festzustellen dass es ein Konzert aus den hinteren Regionen werden wird. Und wir sahen <strong>Steve Craddock<\/strong> auf der B\u00fchne. Sehr \u00e4rgerlich, nirgends stand im Vorfeld geschrieben, dass der begnadete Steve schon vor 20 Uhr Auftritt. Ihn wollte ich nicht verpasst haben, nun reihte sich dieses Dilemma in den bisherigen bl\u00f6den Abendverlauf passend ein.<br \/>\n<strong>Moke<\/strong> waren der zweite wichtige Grund f\u00fcr diesen Konzertbesuch. Die Niederl\u00e4nder hatte ich zuvor im <a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=570\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Weller<\/strong>\u2019schen Vorprogramm<\/a> gesehen und dort haben sie mich sofort \u00fcberzeugt.<br \/>\nIm Nachbarland ist die Band bereits eine feste Gr\u00f6\u00dfe, und Auftritte vor zahlreichem Publikum Alltag. Das merkte man den f\u00fcnf Kollegen, wie immer uniform in schwarzen Slim-Fit Hemden und Anzugshosen gekleidet, sehr deutlich an. Akklimatisierungsprobleme hatten sie keine, die Gr\u00f6\u00dfe der Halle sch\u00fcchterte sie nicht ein. Sofort setzte die (bei uns kleine) Band mit gro\u00dfen Gesten Duftmarken. Das wirkte abgekl\u00e4rt. Musikalisch ist die Affinit\u00e4t zu Bands wie <strong>Keane<\/strong>, <strong>Mansun<\/strong>. den <strong>Editors<\/strong> oder <strong>Paul Weller<\/strong> unverkennbar. Pop heisst das Rezept.<br \/>\nIhr Set war sechs oder sieben Songs lang. Alle Hits des Deb\u00fctalbums <em>Shoreland<\/em> waren vertreten. Durch die Bank wurden die St\u00fccke rockiger und rauer als auf CD zu h\u00f6ren, pr\u00e4sentiert. Das klang gut, passte teilweise sogar besser zu den Songs. \u201eThis Plan\u201c, das zweite St\u00fcck des Abends, was zu Beginn sehr <strong>Editors<\/strong>-lastig ist, war so einer. Oder \u201eHere comes the summer\u201c, dass mich bei jedem h\u00f6ren an <strong>The Mission<\/strong> erinnert.<br \/>\nEs war ein feiner Auftritt, allerdings war er so schnell vorbei, das ich ihn kaum genie\u00dfen konnte. Sehr gespannt bin ich auf ihr K\u00f6lner Konzert in ein paar Wochen. <strong>Moke<\/strong> sind in ihrer Ausrichtung eher eine Band f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere B\u00fchnen. Mal schauen, ob das ganze auch im heimeligen Geb\u00e4ude 9 funktioniert. Ich habe da Bedenken, aber zu gegebener Zeit mehr dar\u00fcber&#8230;<\/p>\n<p>Dann <strong>Amy Macdonald<\/strong>.<br \/>\nDas 70 Minuten Set war solide, gut h\u00f6rbar und h\u00fcbsch anzusehen. Aber es war unspektakul\u00e4r. <strong>Amy<\/strong> ist nun ein Star, gewinnt den Echo, wof\u00fcr sie sich nochmals bedankte, und hat einen weiteren Fernsehauftritt bei <strong>Stefan Raab<\/strong>s WOK WM. Genauso wie das klingt, f\u00fchlte sich der Abend an.<br \/>\nInteressant war das Publikum, das am Treffensten mit \u201eWetten, dass&#8230;\u201c- Publikum beschrieben werden kann. Von jedem etwas dabei: Junge, Alte, Gelegenheitskonzertg\u00e4nger und Enthusiasten, eine lustige inhomogene Masse. Es machte Spa\u00df, die einzelnen Typen zu beobachten. Denn ehrlich gesagt fiel mir hier im hinteren Teil der Jahrhunderthalle, die B\u00fchne war schon verdammt weit weg, die Konzentration auf die vorderen Geschehnisse schwer. Ablenkungspotential war denn auch genug vorhanden: Menschen, die sich immer noch \u00fcber die Vorband beschweren, Paare, die Discofox tanzen oder M\u00e4nner, die sich einfach nur permanent unterhalten. Wollen die denn nicht <strong>Amy Macdonald<\/strong> h\u00f6ren? Ich hatte mir denkbar schlechten Platz ausgesucht, es kam aber auch alles zusammen!<br \/>\nMusikalisch war ich entt\u00e4uscht. Mir gef\u00e4llt die Umsetzung ihrer Songs in den Stadienkontext mit den entsprechenden Zutaten (Mitklatschaufforderungen, E-Gitarrensoli) nicht. Das passt nicht zusammen. \u201eFootballer\u2019s wife\u201c und all die anderen Songs verlieren vieles von ihren inneren Werten.<\/p>\n<p><strong>Amy<\/strong>\u2019s <a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=426\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mr Brightside<\/a> zum Beispiel zieht seinen Charme aus der reduzierten Akkustvariante. Erst so wird die Klasse dieses Songs und das musikalische Feingef\u00fchl der Schottin erkennbar. Leider wurde \u201eMr Brightside\u201c v\u00f6llig zerspielt, indem er mit kompletter Band und in einer angerockten Variante vorgetragen wurde. Das war zu nah am Original und eher nachgespielt als zitiert. <strong>Amy<\/strong>, es ist eine schlechte Entscheidung, diesen Song so zu interpretieren. Besser kam die zweite Coverversion r\u00fcber, gleichzeitig erste Zugabe. \u201eDancing in the dark\u201c war <strong>Amy<\/strong> pur. Alleine, sich selbst auf der Gitarre begleitend, stand sie auf der gro\u00dfen B\u00fchne und war mit sich und ihrer sch\u00f6nen, dunklen Stimme allein.<br \/>\nSo hatte ich sie vor guten anderthalb Jahren im Vorprogramm von <strong>Paul Weller<\/strong> kennen- und lieben gelernt. Doch so wird es sie wahrscheinlich nicht mehr geben. Ich finde es schade, denn so mag ich die klasse Songs am liebsten h\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Setlist Moke:<\/strong><br \/>\n01. We\u2019ll dance<br \/>\n02. This Plan<br \/>\n03. Last Chance<br \/>\n04. Bygone<br \/>\n05. Here comes the summer<br \/>\n06. The long way<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><a title=\"Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/-christoph-\/sets\/72157614484574464\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n<\/a><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=437\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amy Macdonald &#8211; K\u00f6ln, 06.03.2008 \/ Geb\u00e4ude 9<br \/>\n<\/a><a title=\"p-p Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=297\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paul Weller &#8211; K\u00f6ln, 18.09.2007 \/ Theater am Tanzbrunnen<br \/>\n<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Jahrhunderthalle, Bochum Vorband: Moke Lass uns nicht \u00fcber die ungl\u00fccklichen Anfahrtsumst\u00e4nde sprechen, und lass uns nicht \u00fcber die sch\u00f6ne, aber f\u00fcr Konzerte eher ungeeignete Jahrhunderthalle reden. 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