{"id":8007,"date":"2017-02-25T21:15:49","date_gmt":"2017-02-25T20:15:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?page_id=8007"},"modified":"2021-01-03T16:35:16","modified_gmt":"2021-01-03T15:35:16","slug":"konzerte-2003","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/konzerte-2003\/","title":{"rendered":"Konzerte 2003"},"content":{"rendered":"<p><strong>Blumfeld; K\u00f6ln, Live Music Hall<\/strong><br \/>\nIrgendwie ein schwaches Konzert. Ich war entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p><strong>Muse; K\u00f6ln, Palladium 21.11.03<\/strong><br \/>\nWer nicht da war hat definitiv was verpasst. Das zweitebeste Konzert des Jahres in der Kategorie &#8222;Internationaler K\u00fcnstler&#8220;. Was die drei Kollegen an Energie verbreiten, l\u00e4sst einen nur mit den Ohren wackeln. Und dazu noch eine B\u00fchen- Videoshow, die man nirgends besser erleben wird. Muse schaffen es in beeindruckender Art und Weise ihr Publikum zu hypnothisieren. Die Kombination aus teilweise klassischem Klavier und guter Rockshow plus astreinem B\u00fchnenlayout ist dabei einzigartig!<br \/>\nAber der Reihe nach:<br \/>\nDas Konzert wurde vom E-Werk ins doppelt so grosse Palladium verlegt. Der Grund war klar, viele &#8211; sehr viele &#8211; Leute wollten an der Muse- Show teilhaben. Ich habe das Palladium noch nie so voll gesehen. Cave In, die Vorband, langweilten ein wenig. Aber durch die Enge in der vorderen H\u00e4lfte der Halle wurd&#8217;s uns nicht langweilig. Schon jetzt herrschte 100% K\u00f6rperkontakt zu fremden Menschen. Und das ca. 5 Reihen vor dem Mischplatz.<br \/>\nMuse starteten gegen 21 Uhr 20 und vortan war kein Halten mehr. Eine Welle schwappte nach der anderen von vorne durch, \u00fcberall h\u00fcpfende K\u00f6rper, und immer einen Ellenbogen im R\u00fccken und die H\u00e4nde nach vorn, damit einem der Vordermann nicht zu Nahe kommt. Die erste Viertelstunde war ich nur damit besch\u00e4ftigt nicht auf die Nase zu fliegen, danach wurde ich ein wenig an den Rand gesp\u00fclt und konnte in angenehmerer Ruhe das Konzert verfolgen.<br \/>\nMuse entt\u00e4uschten nicht. Die Videoprojektionen, Landschaftbilder, Weltallszenarien und \u00fcber das Klavier fliegende Finger waren beeindruckend und optimalst auf die Songs abgestimmt. Musikalisch begann die Reise mit neuem Material, zur H\u00e4lfte wurden die dann Videoleinw\u00e4nde runtergefahren und in einem Mix aus \u00e4lteren, rockigen St\u00fccken und neueren Songs liefen wundervolle Videosequenzen. Am Ende des Sets gings dann nochmal laut und heftig zur Sache. Als ob das alles nicht ausreicht, wurden Papierschnipsel, grosse und kleine Ballons aufs Publikum losgelassen. Das Palladium war in Extase.<br \/>\nZwei St\u00fccke im Zugabeblock und am Ende waren alle gl\u00fccklich. Und k\u00f6rperlich total am Ende.<\/p>\n<p><strong>Starsailor; K\u00f6ln, E-Werk 18.11.03<\/strong><br \/>\nJames Walsh ist ein guter Mann. Er covert REM und U2 mit seiner Akkustikgitarre. Riesen- Sonderbonus!<br \/>\nDas E-Werk ist zur guten H\u00e4lfte gef\u00fcllt, und auch in den vorderen reihen steht man noch sehr locker und entspannt, so dass ich es mir relativ weit vorn gem\u00fctlich mache. Ich sehe viele P\u00e4rchen und Menschen mittleren Alters im Publikum. Gerockt wird heute nicht wirklich, eher mitgewippt und der Sanftheit der Starsailor- Musik gelauscht. Und das geht gut. Keen, die Vorband, kommen zwar noch ein wenig zu schmalzig daher, aber bei Starsailor pendelt sich der Schmalzfaktor wieder auf ein korrektes Ma\u00df ein. Zu meiner \u00dcberraschung wird&#8217;s auch nicht langatmig, und James Walsh \u00fcberrascht mit einer Gespr\u00e4chsbereitschaft zwischen den Songs, die ich nicht erwartet habe. Schnell war eine Stunde vorbei, und das Konzert auch schon beendet. Drei Zugaben, und nach noch nicht einmal britischen Standard- 90 Konzertminuten war&#8217;s das mit Starsailor.<br \/>\nAch ja, eine interessante Variante der Konzerter\u00f6ffnung: Zum Playback eines eigenen St\u00fcckes auf die B\u00fchne schlendern und dann in das Playback live einsetzen. Fabelhaft!<\/p>\n<p><strong>Radiohead; Oberhausen, Arena 10.11.03<\/strong><br \/>\nDie Arena ist gar nicht so gross, wie ich sie in Erinnerung hatte. Und das Konzert scheint auch nicht wirklich ausverkauft zu sein. Aber aufgrund der diversen Sicherheitsbestimmungen kann man das gar nicht genau beurteilen. Egal. Der Stimmung tat&#8217;s keinen Abbruch! Relativ zeitig erreichten wir Oberhausen, so dass &#8211; als die Tore ge\u00f6ffnet wurden &#8211; wir uns auch flugs in den vorderen Reihen wiederfanden. Sprich: optimale Sicht- und Stehposition. Die Vorband, Asian Dub Foundation, macht dem Publikum mehr als einmal deutlich, wo es sich befindet. &#8222;Hello Oberhausen,&#8230;hey Oberhausen!&#8220; Schnell wird mir mal wieder verdeutlicht, warum ich Dub HipHop Ragga Drum&#8217;n&#8217;Bass nicht sonderlich mag. Schon groovy, aber auf Dauer eint\u00f6nig, sorry.<br \/>\nGegen viertel nach neun dann Radiohead. Nach den ersten Takten \u00fcberkam mich eine G\u00e4nsehaut. Immer ein Indiz f\u00fcr ein atmosph\u00e4risch gutes Konzert. So auch heute. Alle stimmte, alles passte. Die Lichtshow \u00fcberragte alles. Sie war wunderbar einmalig auf die einzelnen Songs abgestimmt. Tom York und Kollegen spielten in der Hauptsache neues Material, was bei einem Konzert von guten zwei Stunden Dauer m\u00e4chtig in die Beine gehen kann. Ist halt mehr kopflastig. Aber auch alte &#8222;OK Computer&#8220; und &#8222;Pablo Honey&#8220; St\u00fccke fehlten nicht. Es war aber kein sog. &#8222;Best of&#8220; Konzert, wie ich im Vorfeld gelesen hatte. Machte nix!!!<br \/>\nDurch eine Erk\u00e4ltung leicht angeknockt konnte ich kurz vor dem Zugabeblock nicht mehr stehen und verkroch mich nach hinten auf einen Trib\u00fcnenplatz. Aus der Totalen wirkte die B\u00fchnenlichtshow erst so richtig. Ein wahrer Augengenuss. Die letzten zwanzig Minuten waren zur\u00fcckgelehnter Genu\u00df pur. Gut, dass ich kr\u00e4nklich war!<br \/>\nRadiohead sind eine M\u00e4nner-Band. Aber eine andere Kategorie von M\u00e4nnern als bei Oasis.<br \/>\nZusatz: Liebe Cateringfirmen der Arena, halbe Liter Getr\u00e4nke sind mitunter zu gross!<\/p>\n<p><strong>Blur; K\u00f6ln, Palladium 21.10.03<\/strong><br \/>\nBlur zum zweiten in diesem Jahr. Diesmal im Palladium, das etwa doppelt so gross ist wie das auf der anderen Strassenseite gelegene E-Werk. Clubatmosph\u00e4re kann hier nicht aufkommen, und so war ich im Vorfeld ein wenig skeptisch, ob Blur hier \u00e4hnlich gut zur Geltung kommen w\u00fcrden wie vor einem guten halben Jahr und ob die Halle nicht eine Nummer zu gross ist. Meine Bef\u00fcrchtung schien sich anfangs zu bewahrheiten. Als wir gegen 20 Uhr in die Halle kamen war diese gerademal zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt. Lag vielleicht aber auch daran, dass die Autobahnen um K\u00f6ln herum dicht waren, und so &#8211; meine Vermutung oder Hoffnung &#8211; noch viele Fans im Auto sa\u00dfen. Gegen 21 Uhr war es jedoch voll im Palladium.<br \/>\nZur Musik. Soundtechnisch ist das ja so eine Sache im Palladium. Mir ist schon \u00f6fters aufgefallen, dass man nicht den Eindruck hat, &#8222;im Klang&#8220; zu stehen, sondern das die Musik \u00fcber einem schwebt. Es klingt immer ein wenig hallig und unwirklich.<br \/>\nAuch bei Blur hatte ich den Eindruck, dass dieses akustische Palladiummanko auch dazu f\u00fchrte, dass das Konzert \u00fcber dem Publikum schwebt. Eine Verbindung zwischen B\u00fchne und Zuh\u00f6rern baute sich erst sp\u00e4t auf. Dann auch nur sehr zart. Keine Frage, Blur waren an diesem Abend nicht schlecht oder gingen gar lustlos zu Werke, aber um von einem perfekten Konzert zu sprechen fehlte halt die notwendige emotionale Bindung zum B\u00fchnengeschehen. Ein eindeutiger Minuspunkt im Vergleich zum Fr\u00fchjahr diesen Jahres.<br \/>\nDie Auswahl der Songs war wiederum gut durchmischt. Neben vielem von der neuen CD fehlten die alten Britpopperlen auch diesmal nicht.<br \/>\nAch ja, The Coral (Vorband) haben mich ein wenig entt\u00e4uscht. Musikalisch in Ordnung, Anleihen an die Stone Roses und \u00e4hnliche sind klar erkennbar, aber auf der B\u00fchne wirkten sie ein wenig verloren. Ihr Vortrag ging leicht unter, der Funke wollte nicht so recht r\u00fcberspringen. F\u00fcr sie war der Rahmen definitiv eine Nummer zu gross.<\/p>\n<p><strong>Tomte; Essen, Zeche Carl 06.10.03<\/strong><br \/>\n&#8222;Wegen mir gibt es St\u00e4dte wie Mexico-City!&#8220; sagte Tomte S\u00e4nger Thees Uhlmann. Und noch vieles mehr. Es war ein sehr kommunikativer Abend und Tomte hatten sichtlich Spass am Spiel. Und waren mit sich zufrieden. &#8222;Wir wissen zwar nicht, was die lokalen Pressereporter schreiben werden, aber ich finde wir sind heute abend verdammt gut!&#8220;<br \/>\nVielleicht lag es daran, dass ein grosser Traum von Thees in Erf\u00fcllung ging, in der Zeche Carl spielen zu k\u00f6nnen. Dort, wo er fr\u00fcher Kreator Konzerten beigewohnt hat. Vielleicht aber auch nicht. Tomte Shows leben von der Kommunikation mit dem Publikum. Es reicht Ihnen nicht, auf der B\u00fchne zustehen und ihre Lieder runterzuspielen. Tomte wollen unterhalten und unterhalten werden. So entsteht schnell eine entspannte Atmosph\u00e4re zwischen Band und Publikum, in der es Spass macht, Tomte Musik zu h\u00f6ren. Musikalisch wurde in den guten 100 Minuten alles wichtige geboten. Alles von der letzten Cd, aber auch Klassiker wie &#8222;Korn und Sprite&#8220; und &#8222;Mit dem Mofa nach England&#8220;. Den Abschluss bildete ein grandioses &#8222;Die Sch\u00f6nheit der Chance&#8220;:<br \/>\nDie Vorband bzw. Vorperson &#8222;Home of the lame&#8220; passte. Musikalisch im Stil von Tomte und Kettcar, mit englischen Texten. Ein rundum gelunger Abend. Gerne wieder. Bis jetzt das Konzert des Jahres.<\/p>\n<p><strong>Mew; K\u00f6ln, Prime Club 21.09.03<\/strong><br \/>\nEin sch\u00f6nes Konzert am Sonntag Abend als idealer Ausklang f\u00fcr ein relaxtes Wochenende. Aufmerksam wurde ich auf die d\u00e4nische Band durch das Video zur Single &#8222;Comforting sounds&#8220;, das ich zweimal auf onyx.tv gesehen habe. Eine Single in bester Coldplay \/ Travis \/ Embrace Manier. Diese Erfahrung reichte, um mir Mew live anzusehen. Nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass ich die Band vorschnell einkategorisiert hatte. Die anderen St\u00fccke zeichneten ein sehr abwechslungsreiches Bild von Mew fernab allen Britpop Sounds. Was aber nicht negativ zu bewerten ist.<br \/>\nSo war es dann nicht der gedachte nette Konzertabend mit seichten Britpopkl\u00e4ngen, sondern es war ein netter Konzertabend mit einer interessanten Band und einer famousen Liveversion von &#8222;Comforting sounds&#8220;.<br \/>\nMal im Hinterst\u00fcbchen behalten.<\/p>\n<p><strong>Cat Power; K\u00f6ln, Geb\u00e4ude 9 06.06.03<\/strong><br \/>\nEs war verdammt heiss im dunklen Konzertraum des Geb\u00e4ude 9, der nicht gr\u00f6sser ist als eine Turnhalle. Mit einer Stunde Versp\u00e4tung betrat die Vorband die B\u00fchne. Wie sich sp\u00e4ter herausstellte wurden der Gitarrist der Vorband &#8222;Women and children&#8220; und Chan Marshall von einer Polizeikontrolle aufgehalten und mussten erst ihre Drogengeschichten kl\u00e4ren.<br \/>\nZun\u00e4chst gaben Women &amp; Children ihren Einstand. Die stillen und teilweise zerbrechlich wirkenden Songs passten stilistisch einwandfrei zum Thema des Abends und wurden vom Publikum mit Interesse verfolgt. Eine interessante Sache war, dass die Musiker untereinander ihre Instrumente tauschten. So wechselte nach einem Song die S\u00e4ngerin vom Klavier ans Schlagzeug, der Drummer nahm sich die Gitarre und der Gitarrist spielte Klavier und sang. Das Ganze ging ein paar mal so, tat aber der harmonische Konzeption des Vortrags keinen Abbruch.<br \/>\nDann Cat Power. Alles fing an wie ein &#8222;normales Konzert&#8220;. Doch nach ein zwei St\u00fccken fing der Abend an abzudriften. Wohin? ich weiss es immer noch nicht so genau.<br \/>\nChan Marshall erz\u00e4hlte viel zwischen den einzelnen St\u00fccken, verst\u00e4ndliches und unverst\u00e4ndliches, setzte zu Songs an um sie dann wieder abzubrechen. Nach einer halben Stunde verliess sie zum ersten Mal die B\u00fchne, um sich neu zu schminken, wie sie sagte. Der Rest der Band, bestehend aus Violistin, Schlagzeuger und Gitarrist versuchte diese ungeplante Pause zu \u00fcberbr\u00fccken, was auch gut gelang. Das Publikum hatte Spass. Nach einer guten Stunde, also so gegen Mitternacht, verliess Chan ein zweites Mal, diesmal f\u00fcr ca. 20 Minuten die B\u00fchne, um aufs Klo zu gehen. Wiederrum versuchten ihre Kollegen das Beste aus der Situation zu machen. Irgendwie schafften sie es diesmal aber nicht so recht und konnten einem schon ein wenig leidtun. Nach guten 90 Minuten wurde die Luft immer dicker und der Abend immer anstrengender. Zu diesem Zeitpunkt hatte Chan Marshall mehr erz\u00e4hlt als gespielt und als sie nun ihre Bandkollegen von der B\u00fchne schickte, dachte man, das Ende ist nah. Chan setzte sich ans Klavier und begann zu spielen. Nach kurzer Zeit stoppte sie und begann zu erz\u00e4hlen. Von der Familie, von zu Hause und von ichweissnichtnochirgendwas. Es war so gegen halb eins und der Saal war schon merklich leerer geworden. Neben mir h\u00f6rte ich jemanden sagen &#8222;Die kriegt nicht mehr die Kurve.&#8220; Ich schaute mir das Ganze noch 10 Minuten und und dachte, &#8222;Ja, das wird nix mehr.&#8220;<br \/>\nWie sich nacher herausstellen sollte war das ein grosser Fehler. Denn so bis halb drei sollen Cat Power noch eine Vielzahl von St\u00fccken gespielt haben, berichtet zumindest das Cat Power Forum.<br \/>\nEgal, auch so war es ein guter Abend. Wenn auch irgendwie unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p><strong>Blur; K\u00f6ln, E-Werk 18.05.03<\/strong><br \/>\nDas E-Werk hat seine DJ Kanzel ausgebaut bzw. renoviert. Es prangt nun ein grosser roter Stern dran. Von hier oben wurde an diesem Sonntag der ausverkaufte Konzertsaal mit Britpopmelodien beschallt. Eine Kombination, die immer noch passt, auch wenn Blur sich mittlerweile vom Pop weit entfernt haben. Sehr weit sogar! Eine Vorband gab es nicht, und so stand man im E-Werk, h\u00f6rte Paul Weller, Hurricane Nr.1 und wartete auf Blur. Um kurz nach neun war es dann soweit. Blur, erg\u00e4nzt durch einen Ex- The Verve Gitarristen und weitere Musiker, die aber halb bedeckt vom Vorhang blieben, betraten die B\u00fchne. Der Opener war &#8222;ambulance&#8220; vom neuen Album Think Tank. Live klang alles noch viel verschrobener und experimenteller als auf der CD, und zum Ende hin freute ich mich schon auf einen etwas anderen Blur Abend. Doch dann wurden schnell zwei \u00e4ltere St\u00fccke nachgeschoben. Damon Albarn erz\u00e4hlte zwischendurch, was man die letzten Jahre so gemacht hat und das man gespannt sei, ob die neuen Songs dem Publikum gefallen werden. Sie gefielen. Es entwickelte sich in den n\u00e4chsten knapp 2 Stunden eine interessante Reise durch das gesamte Blurspektrum. Britpop (Boys and girls) gab sich mit Gospelkl\u00e4ngen (Tender) und Punkattit\u00fcde (We&#8217;ve got a file on you, das dreimal hintereinander gespielt wurde) die Klinke in die Hand. Das \u00e4lteste Lied des Abends war &#8222;Popscene&#8220; von &#8217;92. Mensch, dass ist schon \u00fcber 10 Jahre her. Unglaublich!<br \/>\nAber auch &#8222;Song 2&#8220;, &#8222;Beetlebomb&#8220; und die wundervolle neue Single &#8222;Out of time&#8220; fehlten nicht im Package an diesem Abend. Musikalische Langeweile konnte so nicht aufkommen. Den Abschluss des Konzerts bildete &#8222;This is a law&#8220;. Blur sind es auch! \u00dcbrigens: Graham Coxon wurde nicht vermisst.<\/p>\n<p><strong>Colpdplay; D\u00fcsseldorf, Philipshalle 03.04.03<\/strong><br \/>\nMein Plan stand lange vorher fest. Rechtzeitig losfahr&#8217;n um in den vorderen Bereich im Innenraum der Halle zu gelangen. Geplant, getan. Gegen 19.15 Uhr stand ich, mit einem blauen Armb\u00e4ndchen um mein rechtes Handgelenk gebunden, ca. 10 m von der B\u00fchne entfernt. Denn, um hundertprozentig Colplay-Atmosph\u00e4re einzuatmen sollte man nah am Geschehen sein. Das war eine Erkenntnis vom letzten Coldplay Konzert im November. Und ich hatte an diesem Abend die perfekte Sicht auf das Klavier!<br \/>\nFeeder als Vorband waren okay. Ich glaube, aus Respekt vor dem Publikum haben sie an diesem Abend eher ihre ruhigen Sachen gespielt, vermisst habe ich die ein zwei Hits vom ersten Album.<br \/>\nBei Coldplay, die so gegen 21 Uhr starteten, war alles wie ich es erwartet hatte. Ein gut gelaunter Chris Martin rockte mal wieder mit Akkustikgitarre, am Klavier und auch sonst \u00fcberall und immer. Die grossen Videoleinw\u00e4nde waren auch wieder da genauso wie die famose Lichtshow zum Schluss des Konzerts. Alles erschien perfekt und in vollster Harmonie. Stimmungsh\u00f6hepunkte waren &#8222;yellow&#8220;, mit einer ganz in gelb getauchten Philipshalle und &#8222;clocks&#8220;, das letzte Lied an diesem Abend. &#8222;Wir sind Coldplay, eine Softrockband aus England&#8220;, stellte Chris Martin sich und seine Leute vor. Wie recht er hat. Und ich bin ein Softrockfan aus Deutschland. Werde mir bei n\u00e4chster Gelegenheit ein Coldplay T-Shirt kaufen&#8230;<br \/>\nSind Coldplay die neuen U2, bzw. ist Chris Martin der Bono des neuen Jahrtausends? Wer ein U2 Konzert so um 1990 besucht hat, wird erstaunliche Paralellen finden.<\/p>\n<p><strong>Supergrass; K\u00f6ln, Live Music Hall 30.03.03<\/strong><br \/>\nSupergrass rocken! Soviel mal vorweg. Es gibt Konzerte, f\u00fcr die man sich im weiteren Vorfeld eine Karte besorgt, um sich dann am entsprechenden Konzerttag zu fragen, warum man sich nun von der Couch aufraffen soll, um die Karte an der Abendkasse einzul\u00f6sen. Das Supergrass Konzert geh\u00f6rte in diese Kategorie, die &#8222;mustn&#8217;t see that band category&#8220;. Der K\u00f6lner Stadtanzeiger verriet mir zwei Tage vorher, dass Miles das Vorprogramm bestreiten. Miles, meine ultimative deutsche Lieblingsband, die so amerikanisch klingen kann. Ein Grund mehr, hinzugehen.<br \/>\nDie Live Music Hall war zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt. Miles, von denen man l\u00e4nger nichts mehr geh\u00f6rt hatte, waren eine gute Vorband. Sie h\u00e4tten ein bischen mehr Erfolg verdient &#8211; und zwar nicht nur in Japan. Stilistisch waren sie eine wunderbare Erg\u00e4nzung zu Supergrass. Sch\u00f6ne Melodien, laute Gitarren, so wie man es kennt. Gegen 21.15 Uhr dann schliesslich Supergrass. Ich habe ihre drei ersten CD&#8217;s l\u00e4nger nicht mehr geh\u00f6rt, die neue CD kenne ich gar nicht, und doch war mir von Beginn an vieles vertraut. Haben die wirklich so viele sch\u00f6ne Ohrw\u00fcrmer produziert? Unglaublich. Unglaublich auch das Tempo, welches die Drei aus England vorlegten. Es raubte nicht nur dem S\u00e4nger sichtlich den Atem. Und das Beste, sie sollten es die n\u00e4chsten gut 90 Minuten durchhalten. Alles war stimmig, gute Laune lag in der Luft, in der Musik sowieso. Supergrass zeigten sich in spielfreudigem Zustand, sogar auf Zuruf wurden St\u00fccke gespielt.<br \/>\nAlles in allem habe ich es nicht bereut, mich loszueisen und nach K\u00f6ln zu fahren. Ein gelungener Abend.<\/p>\n<p><strong>Placebo; K\u00f6ln, E-Werk 12.03.03<\/strong><br \/>\nDas n\u00e4chste Highlight binnen weniger Tage. Wir geh\u00f6rten zu den Gl\u00fccklichen, die sich ein Ticket f\u00fcr Placebo sichern konnten. Das K\u00f6lner Konzert war eins von drei oder vier Auftritten, die Placebo zur Vorstellung ihres Albums, das erst am 24. M\u00e4rz erscheinen wird, in Europa gaben. Beim Betreten des E-Werks wurde uns klar, dass es sich in der Tat um einen Promo- Gig handelte. An die T\u00fcr geklebte Zettel machten uns darauf aufmerksam, dass das Konzert von Kameras aufgezeichnet wird. Wahrscheinlich sehen wir es dann im Fr\u00fchsommer als Apetizer f\u00fcr die &#8222;richtige&#8220; Placebo- Tour im TV.<br \/>\nSlut aus Ingolstadt waren als Vorband verpflichtet worden, und rockten erstmal das E-Werk. Eine gute Band.<br \/>\nGegen 21.30 Uhr waren dann Placebo an der Reihe. Ein perfekter Sound und eine auf die Kameras abgestimmte Show wurde uns pr\u00e4sentiert. Brian Molko war guter Dinge, und das Publikum auch. Dankbar wurden die bekannten St\u00fccke entgegengenommen. Bei dem neuen Material herrschte eher Zuh\u00f6ratmosph\u00e4re. Logisch, den die neuen Lieder hatte noch keiner geh\u00f6rt. So gab es jedesmal einen Stimmungswechsel im Publikum. Mitsingen und rumh\u00fcpfen bei den bekannten St\u00fccken, abwartende Reaktionen bei den neuen Sachen. Dar\u00fcberhinaus wurden einige alte Lieder in einem neuen Stil pr\u00e4sentiert (&#8222;Witout you i am nothing&#8220; z. B.). Es kam streckenweise mehr elektronischer Schnickschnack zum Einsatz, und die St\u00fccke hatten weniger Gitarrenpower und drive, als man es gewohnt war. Bahnt sich da etwa eine Abweichung vom bisherigen Placebo Sound an? Die neuen St\u00fccke empfand ich auch als ruhiger und keybaordlastiger (Ausnahme die neue Single &#8222;The bitter End&#8220;) als das man das von Placebo gewohnt ist. Egal, wir werden es sehen, wenn dei CD auf dem Markt ist. Nach zwei Zugaben und knappen 90 Minuten war Schluss.<br \/>\nAber am Ende noch ein Knaller. &#8222;Where is my mind&#8220; von den Pixies als Cover. Das riss einiges wieder heraus!<\/p>\n<p><strong>Oasis; D\u00fcsseldorf, Philipshalle 9.03.03<\/strong><br \/>\nIt\u2018s getting better man&#8230;.Im nachhinein muss ich sagen, gut, dass das Konzert vom November verschoben worden ist. Alles war um Ecken besser als im Winter letzten Jahres. Die Setlist (im Vergleich zu Stuttgart wurden auch einige Klassiker ins Programm genommen, es fehlte eigentlich nur &#8222;Live forever&#8220; \u2013 &#8222;Wonderwall&#8220; wird wohl nie mehr live gespielt, kam auch in D\u00fcsseldorf nur vom Band), unser Stehplatz (im direkten Bereich vor der B\u00fchne) und die Spiellaune von Oasis.<br \/>\nMan merkte den Gallaghers an, dass sie nicht im Tourstress steckten, sondern frisch und ausgeruht waren. Die Band wirkte relativ entspannt, Liams Stimme war top, und ich meine eine gewisse Spiellaune bei Oasis entdeckt zu haben. Kein Vergleich zu Stuttgart, wo der Gig doch nur so dahingeklatscht erschien, und das Auftreten eher Oasis-like war. Die Stimmung in der wohl nicht ganz ausverkauften Philipshalle war gut, wenigstens soweit ich das \u00fcberblicken konnte. Da wir relativ fr\u00fch vor Ort waren, konnten wir uns noch einen Platz im vorderen abgetrennten Bereich direkt vor der B\u00fchne sichern. Ein spitzenm\u00e4ssiger Platz! 10 Meter von der B\u00fchne entfernt, und trotzdem relativ gute Bewegungsfreiheit. Als Vorband spielten The Hiss, eine Band, die wohl kaum einer der Anwesenden kannte, die ihrer Aufgabe aber bewusst waren. Musikalisch passten sie gut zu Oasis. Um 21 Uhr gings dann los. Die Leute um mich herum fingen an zu h\u00fcpfen und wir sangen alle mit. Nach 90 guten Minuten war alles vorbei. Aber entgegen einigen Zeitungsberichten hab ich keine Pfiffe oder Unmuts\u00e4usserungen geh\u00f6rt. Oasis Fans wissen, was sie erwartet. Und heute wurden alle Erwartungen sogar \u00fcbertroffen. Ein gutes Konzert!<br \/>\nWir h\u00f6rten uns noch &#8222;Wonderwall&#8220; an und verliessen dann die Halle. Die Setlist:<br \/>\n00. Intro (Fuckin in the bushes)<br \/>\n01. Bring It On Down<br \/>\n02. The Hindu Times<br \/>\n03. Hung In A Bad Place<br \/>\n04. Supersonic<br \/>\n05. Columbia<br \/>\n06. Morning Glory<br \/>\n07. Stop Crying Your Heart Out<br \/>\n08. Little By Little<br \/>\n09. Cigarettes &amp; Alcohol<br \/>\n10. Champagne Supernova<br \/>\n11. Better Man<br \/>\n12. Songbird &#8211; Acoustic<br \/>\n13. Born On A Different Cloud<br \/>\n14. Rock N Roll Star<br \/>\n15. Force Of Nature<br \/>\n16. Dont Look Back In Anger<br \/>\n17. My Generation<\/p>\n<p>Der Gr\u00f6sse des Ereignisses angemessen, zum Oasiskonzert noch ein Gastkommentar:<br \/>\nNachdem ich im Dezember einige Fl\u00fcche \u00fcber die Jungs ausgesprochen hatte und meine Karte wieder zur\u00fcckgeben wollte, besann ich mich eines Besseren. Eigentlich waren das doch schon immer arrogante Schn\u00f6sel und die Konzertkarte hatte ich mir wegen der guten Musik gekauft. Was \u00e4ndert es also, wenn sie erst sp\u00e4ter spielen w\u00fcrden.<br \/>\nAm 09.03.2003 war es dann soweit, mein erstes Oasis-Konzert stand vor der T\u00fcr. Da wir die Fahrzeit nicht genau absch\u00e4tzen konnten, sind wir viel zu fr\u00fch losgefahren und waren dann auch schon 18.30 Uhr in D\u00fcsseldorf. Aber man kennt das ja, im ersten Augenblick fragt man sich, wie man die Zeit bis zur Vorband um 20.00 Uhr \u00fcberbr\u00fccken soll und dann entwickelt es sich als Selbstl\u00e4ufer. Super Parkplatz erwischt, kein Gedr\u00e4nge am Eingang, noch schnell von den Einlassern begrabbeln lassen, dann kann\u2019s losgehen.<br \/>\nMeine Begleitung verschwindet auf dem Klo, schon fast ein Ritual, um danach sofort den Wasserverlust mit einem Bier auszugleichen. Dann endlich rein in die Halle, alles noch recht \u00fcbersichtlich. Links und rechts sind Emporen mit gepolsterten Sitzen, wer setzt sich dort bei einem Konzert hin? Naja, alles be\u00e4ugelt und schnell einen guten Platz ausfindig gemacht, Problem: ein Zaun und Security auf der anderen Seite. H\u00e4tte mich fast abschrecken lassen, aber meine Begleitung, regelm\u00e4\u00dfiger Konzertg\u00e4nger, steuert kaltschn\u00e4uzig auf ein fehlendes St\u00fcck Absperrung zu. Ein kurzer Blickkontakt zu einem kr\u00e4ftigen jungen Mann in Bomberjacke und wir erhalten ein Armband zum Paradies. Sieht aus wie ein VIP-Bereich, direkt vor der B\u00fchne und f\u00fcr max. 100 Personen, das fr\u00fche Kommen sichert gute Pl\u00e4tze. Super. Jetzt kann auch ich was trinken, die Aussicht ist gesichert. Noch ein paar Minuten den Hintern platt gesessen, die Leute beobachtet. Wer tr\u00e4gt denn ein Oasis-Shirt bei einem Oasis-Konzert? Egal, Stimmung ist gut.<br \/>\nP\u00fcnktlich 20.00 Uhr beginnt die Vorband The Hiss, die sich dann ebenso p\u00fcnktlich wieder verabschiedet.<br \/>\n21.00 Uhr. Es wird zum zweiten Mal dunkel, die Menge gr\u00f6lt und die Band betritt die B\u00fchne. Nach dem zweiten Lied ist Liam verschwunden, ich dachte schon das war\u2019s, aber er kam bald darauf kauend zur\u00fcck. Ja auch als Star hat man Hunger.<br \/>\nVon Anfang an ist die Stimmung gut, alle singen mit so gut es geht, abgezappelt wird auch. Liam heute ungewohnt lustig, er stellt sich sein Tamburin auf den Kopf, sieht ziemlich albern aus, und wirft es in die kreischende Menge. Helle Aufregung vorn links. Nicht meine Richtung, aber einer freut sich, und Liam zaubert ein neues hervor. Die Zeit vergeht wie im Flug, faster than a cannonball.<br \/>\nErst nach minutenlangen Rufen und stehenden Ovationen, sitzen konnte man ja nur auf den Emporen, stand die Band zu 80% wieder auf der B\u00fchne. Noch schnell zwei Zugaben gespielt, und dann zeigte sich der Meister noch einmal pers\u00f6nlich, um das letzte Lied des Abends zu singen. Zum Schluss noch ein paar Dankesworte von Noel und das Konzert war vor\u00fcber, als Rausschmeisser lief Wonderwall vom Band.<br \/>\nSo schlimm war\u2019s doch gar nicht, keine Schl\u00e4gerei, kein fr\u00fchzeitiges Ende, ich glaub da hab ich mir ein gutes Konzert f\u00fcr meinen ersten Eindruck Oasis-Live ausgesucht. Schnell an die frische Luft und mit einem leichten Grinsen auf den Lippen geht\u2019s nach Hause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blumfeld; K\u00f6ln, Live Music Hall Irgendwie ein schwaches Konzert. Ich war entt\u00e4uscht. Muse; K\u00f6ln, Palladium 21.11.03 Wer nicht da war hat definitiv was verpasst. Das zweitebeste Konzert des Jahres in der Kategorie &#8222;Internationaler K\u00fcnstler&#8220;. Was die drei Kollegen an Energie verbreiten, l\u00e4sst einen nur mit den Ohren wackeln. 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