| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Nina Persson – Köln, 25.02.2014

Ort: Gloria, Köln
Vorband:

Nina Persson
Anfang der 00er Jahre spielten die Cardigans im E-Werk. Im Publikum standen lauter Pärchen und ich. Ich kann mich so gut an das Konzert der Schweden erinnern, weil es mehrere bleibende Momente hatte. Zum einen war es eines meiner ersten Konzerte, zu denen ich spontan gefahren bin. In der Regel plane ich zumindest drei, vier Tage vorher meine Konzertbesuche (ich habe ja auch noch andere Dinge zu tun). Zum anderen war ich überrascht über die gemütliche leere des Konzertsaales, dass dunkle Erscheinungsbild der Band und über die tolle Stimme von Nina Persson.
So richtig kannte ich bis zu diesem Konzert die Musik der Cardigans nicht, einzig die großen Hits wie „Lovefool“, „My favourite game“ oder „Erase/Rewind“ waren mir geläufig. Aber es reichte, um seinerzeit ins E-Werk zu fahren, eine gewisse Neugierde auf Livemusik verspürte ich schon damals. „Pärchen verpisst euch keiner vermisst euch“, Christiane Rösinger beziehungsweise die Lassie Singers bildeten ungewollt den Soundtrack für mein Cardiganskonzert, aber die Cardigans selbst zelebrierten dieses Statement in ihren bittersüßen Songs so eindrucksvoll, dass ich mich noch an diesem Abend in die Sängerin der Band Nina Persson und ihre melancholische Art verliebte. Damals konnte ich das Konzert nicht so richtig einordnen, in den letzten Jahren kam ich immer mehr zu der Erkenntnis, wie gut es doch war, die Cardigans damals gesehen zu haben. Sie machten Musik, die für mich heute noch genauso schlagkräftig ist wie damals. „I need some fine wine and you, you need to be nicer”, ein Songtitel so hilfreich in der ein oder anderen Lebenssituation, dass er nie aus der Mode kommen kann. Großartig! (mehr …)

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Warpaint – Köln, 23.02.2014
Warpaint

Warpaint – Köln, 23.02.2014

Ort: Live Music Hall, Köln
Vorband: All we are
Warpaint
Liebe Warpaint,
wie geht es Euch? Jenny war ja am Sonntag arg erkältungstechnisch angeschlagen, dass sie gar zwischenzeitlich die Bühne verlassen musste. Ich hoffe, sie hat sich wieder etwas erholt und kannst die nächsten Tagen in alter Frische bestreiten. Ihr habt ja noch ein paar Auftritte vor euch, seid ihr doch nahezu den gesamten Frühling in Europa und Übersee unterwegs.
Und hoffentlich hat sie niemanden angesteckt. Das wäre blöd, denn ihr habt in Köln wirklich ein sehr, sehr gutes Konzert gegeben und ihr ward so schön ansteckend voller guter Laune, dass ich den bestgelauntesten Konzertabend dieses Jahres verbracht habe. Und all die anderen, die euch in den nächsten Tagen sehen, sollten euch genauso toll erleben. Ohne Erkältungskram. So wurde euer Konzert ein Höhepunkt meiner letzten Wochen.
Oh ja, meine letzten Tagen waren irgendwie blöd, mit viel Arbeit und anderen nervigen Dingen belegt, der mich an so einigem zweifeln ließ. Ich hatte unter der Woche sogar keine Lust, meine beiden ursprünglich anvisierten Konzerttermine wahrzunehmen, mir war nicht danach. Stattdessen beschloss ich dann am Samstag sehr spontan, Beady Eye zu sehen. Kennt ihr die? Das ist die neue Band von Liam Gallagher, aber bei weitem nicht so spektakulär wie Oasis. Na, und am Sonntag wollte ich euch sehen. Dieser Plan stand ja schon etwas länger. Ihr erinnert euch: (mehr …)

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Beady Eye – Köln, 22.02.2014

Ort: Live Music Hall, Köln
Vorband:

Beady Eye

Hier geht’s nur bedingt um Musik. Als Liam Gallagher kurz vor dem Konzert alleine auf die Bühne kommt, sich in  unnachahmlicher Art den ersten Reihen zuwendet und anschließend quasi den DJ höchstpersönlich von der Bühne schickt wird klar, warum und wegen wem die meisten Leute hier sind. Beady Eye scheinen egal, Liam Gallagher will gesehen werden. Auch von den beiden Mittvierziger Blondinen vor mir, die quasi ab jetzt in Dauerekstase verfallen. Liam forever, oh jemine, selten habe ich bei einem Konzert einer Band einen so großen Personenkult wahrgenommen.
Da ist es scheinbar vielen egal, dass Gem wie immer einen formidablen Job an der Gitarre abgibt und Andy Bell die Songs zusammenhält. Liam Gallagher ist da, schick im gerade geschnittenen Trenchcoat steht er tiefenentspannt auf der Bühne. Alles scheint gut. (mehr …)

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Ja, Panik – Köln, 05.02.2014

Nein, Gelassenheit. So hat die österreichische Band Ja, Panik ihren Onlineshop genannt. Die Aussagenverdrehungen sind dabei sicherlich bewusst gewählt, wird doch im allgemeinen Ja, Panik als „Musikgruppe plus x“ angesehen. Neben ihren Alben veröffentlichen sie auch Literatur: ein Kochbuch und das 197 Seiten umfassendes Taschenbuch „Schriften – erster Band“, welches parallel zur vorletzten Platte DMD KIU LIDT veröffentlicht wurde.

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Stephen Malkmus & The Jicks – Köln, 31.01.2014

Beim Betrachten der letzten Setlisten der aktuellen Stephen Malkmus and the Jicks Tour geriet ich enorm ins schwärmen. Nicht nur alte Pavement Gassenhauer fanden sich darunter, sondern auch so obskure Cover von The Offspring und logische Cover von Boston und anderen Classic Rock Bands. Frankfurt schien diesbezüglich den Vogel abgeschossen zu haben, eine Zugabeliste fast so lang wie das normale Konzert. Wow!

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Poliça – Köln, 28.01.2014

Ort: Kulturkirche Nippes, Köln
Vorband: Marijuana Deathsquads

Poliça

Laura steht ein, zwei Meter neben mir. Zusammen schauen wir uns den wunderbaren Auftritt von Poliça in der Kulturkirche Nippes an. Das Licht ist stark abgedunkelt, bodentiefe Scheinwerfer und kaltes blaues Licht bilden eine schummrig schöne Ausleuchtung der Bühne, die sehr gut die herbstlich dunklen Elektrobeatstücke des Quartetts aus Minneapolis untermalen. Poliça machen diese Art von moderner Tanzmusik, die nicht freudestrahlend durch die Charts hüpft, sondern ähnlich wie bei Portishead tiefgründiger und substanzieller daherkommt. Ein Bass, zwei Schlagzeuge und ein bisschen Elektrogefrickel. Das sind Poliça und damit bin ich schnell zu begeistern.
Bereits im Vorprogramm hatte die Sängerin einen Kurzauftritt. Zusammen mit ihrem Bassisten Chris Bierden begleitet sie die Marijuana Deathsquads bei ihrem letzten Song. Die Minneapolitaner kommen aus dem Poliça Umfeld, der geographische Ort verbindet die beiden Bands. So ist Schlagzeuger Ben Ivascu (der, der am linken Schlagzeug saß) auch Teil der Marijuana Deathsquads. Die Band aus Minneapolis trat zu vier in der Kulturkirche. Auch sie kommt aus der Elektro Ecke, ihr post-elektro Noise kommt genauso wie Poliça ohne Gitarre aus und erinnerte mich zeitweise an die Dirty Beaches. Das war zwar sehr laut, rumpelig und der Gesang unhörbar. Wenn man sich jedoch Zeit nimmt, und sich auf die wirren Soundstrukturen einlässt, findet man sehr schnell Gefallen an den Knöpfendrehspielereien. Zumindest ging es mir so. (mehr …)

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Stephen Malkmus & The Jicks – Berlin, 27.01.2014

Ort: Postbahnhof, Berlin
Vorband: The Megaphonic Thrift

Stephen Malkmus

Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr? Ich dachte im hippen Berlin fängt alles etwas später an. Aber vielleicht ist früh nach Haus das neue hip. Dann bin ich ausnahmsweise gerne hip. Der Postbahnhof liegt am Haupteingang vom Postbahnhof, man muss also theoretisch nicht einmal um den halben Bahnhof herum laufen. Kann man aber machen. Im imposanten Backsteingebäude scheint es mehrere Säle zu geben, und man lässt uns in einen kleineren Raum, mit interessanten Metallplatten auf dem Boden, für die es bestimmt einen Fachausdruck gibt. Positive Überraschung: es ist warm. Das ist eine nette Abwechslung nach dem Schneewetter draussen. Das Publikum ist gemischt, neben den üblichen Mittzwanzigern gibt es auch die ergrauten Musikliebhabern jenseits der 40, die sich spontan oder auch gewohnheitsmäßig auf die Stufen an der Wand gegenüber der Bühne setzen. Ansonsten ist der Raum angenehm und erinnert eher ans E-Werk als ans G9 – für die Kölner unter den Lesern. (mehr …)

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Girls in Hawaii – Köln, 23.01.2014

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: BRNS

Girls in Hawaii

Girls in Hawaii.
Ich habe die belgische Band erst im letzten Jahr entdeckt, bzw. über sie gelesen. Zur Veröffentlichung ihres neuen Albums „Everest“ waren sie eine kurze Zeitlang in Musikmedien so präsent, dass ich neugierig wurde. Stärker wurde dann meine Neugierde, als sie auch im Aufgebot des im März stattfindenden belgischen Piasnite Festivals auftauchten. Da möchte ich nämlich hin, um – in der Hauptsache – endlich mal wieder dEUS live zu sehen. Dass die Girls in Hawaii dort als quasi Co-Headliner gesetzt sind, erstaunte mich ein wenig. Mittlerweile weiß ich aber, dass die Band um Antoine Wielemans und Lionel Vancauwenberghe in Belgien eine feste Größe sind.
Vor einigen Wochen las ich die Konzertankündigung von Girls in Hawaii in Gebäude 9. Nur kurz überlegte ich, ob ich sie mir bereits im Januar anschauen sollte, denn als ich den Zusatz Vorgruppe BRNS sah, war klar, dass ich die Belgier vorher sicher ausprobieren werde. Gerne sage ich in solchen Momenten, „ich gehe wegen der Vorband da hin“. Dieses Mal stimmte das zwar auch, aber eben nur ein bisschen. Zwar wollte ich BRNS, eine meiner Entdeckungen des letzten Jahres, unbedingt sehen, aber genauso stark war mittlerweile meine Neugierde auf Girls in Hawaii, dass ich mich sicher auch ohne den Vorgruppenbonus für dieses Konzert entschieden hätte. Was gibt es auch sonst an Donnerstagabenden zu erledigen? Und so versprach der belgische Abend im Gebäude 9 zum einen das Liveerlebnis der Beneluxmathematisten von BRNS und zum anderen das Bekanntmachen mit Girls in Hawaii zu werden. (mehr …)

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Die höchste Eisenbahn – Berlin, 17.01.2014

Ort: Kulturkaufhaus Dussmann, Berlin
Vorband:

Die höchste Eisenbahn

Das biste einmal in Berlin, sitzt ahnungslos im Café des Kulturkaufhauses Dussmann und schon befindet du dich mitten in einem Indie-Konzert einer der heißesten Bands Deutschlands. Ah, so geht also Hauptstadt.
Die höchste Eisenbahn spielt ein Kurzkonzert in Lagerfeuerbesetzung und wir haben das Glück, dass sie das an einem Freitag tun, an dem wir zwei Stunden zuvor in Berlin angekommen sind. Als ich von dem Konzert einige Tage zuvor las, stellte ich es vage auf den Freitagabend Plan. An Anreisetagen weiß man ja nie so genau, ob und wann und wie man seinen Zielort erreicht. Zuviel Planerei im Vorfeld verpufft leicht im ersten Autobahnstau und es setzt unterbewusst eine künstliche Hektik ein, die niemand braucht. Also war die Absicht, wenn Berlin zeitig erreicht würde, gegen Abend im Kulturkaufhaus Dussmann vorbeizuschauen. Da die fahrt überraschenderweise nahezu perfekt verlief, waren wir denn doch früh genug in der Hauptstadt, um vom Frankfurter Tor aus gemächlich mit der U-Bahn in Richtung Friedrichstrasse zu fahren. Das Kulturkaufhaus Dussmann liegt mitten in Mitte und bietet auf fünf Etagen Bücher und Musik und anderen Kram. Im Untergeschoß befindet sich, wie es mittlerweile für einen großen Bücherladen Pflicht ist, ein Café. Das Cafe im Dussmann nennt sich Ursprung – eat-drink-dream  und bietet neben einem vertikalen Garten auch eine kleine Veranstaltungsbühne. (mehr …)

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Slut – Köln, 13.01.2014

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: And the golden choire

Slut

Wer rechtzeitig seine Mails liest, ist manchmal im Vorteil.

Bei Facebook steht, dass Slut im Stau standen und die Halle erst um halb neun aufmacht!

Dieser Satz in der Mail eines Konzertfreundes erreichte mich gestern Abend um kurz nach 18 Uhr, leider las ich ihn erst heute Morgen. So verpasste ich die Tatsache, das 20 Uhr am Gebäude 9 locker eine halbe Stunde zu früh ist, dass all das feierabendliche Abhetze eine Spur zu unnötig war. Von den Umständen her also ein suboptimaler Start in das neue Konzertjahr. Und so stand ich wie eine Ölsardine in der Büchse im Vorraum des Gebäudes und betrachtete einen dämlichen Film auf dem über der Theke installierten Fernseher. 3sat wird auch immer komischer. Gut, ich hätte mich wieder aus dem Vorraum rausquetschen können, aber was sollte das bringen? Die anderen kamen ja erst um neun Uhr, also just genau in dem Moment, in dem die Vorgruppe „And The Golden Choir“ und damit genauer gesagt Tobi Siebert, auf die Bühne kam. „Ihr habt alles richtig gemacht“, sagte ich und dachte „ich nicht.“. „Hast du denn meine Mail nicht gelesen?“ kam es zurück. „Nein.“ (mehr …)

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